8. Oktober 2015 | Smarte Welt | 2 Kommentare

Smart Home Fails – Chancen und Risiken des vernetzten Hauses.

Smart Home Fails - Wenn das Wasser im Esszimmer bis zum Hals steht

Smart Home – für viele ein Traum, der Komfortsteigerung und Erleichterung täglicher Abläufe im eigenen Haushalt verspricht.

Manche haben ihn bereits realisiert, wie der Trendstudie „Connected Home. Digitale Vernetzung und das Wohnen von morgen“ des Zukunftsinstituts zu entnehmen ist. Demnach nutzt jeder siebte Deutsche ab 14 Jahren sogenannte Smart-Home Anwendungen (14 Prozent).

Smart Home: Kluge Regeln definieren!

Das Garagentor, das sie automatisch öffnet; der Backofen, der schon beim Nachhausekommen vorgeheizt ist – diese und andere Szenarien starten aber nicht von sich aus, sondern müssen vom Besitzer der Smart Home-Systeme zuvor nach seinen Anforderungen und Wünschen eingestellt und programmiert werden. Wie der Experte Sebastian Scholz bereits hier im Bloghaus geschrieben hat, ermöglichen die meisten Systeme die Definition von Regeln.

Und diese zu definierenden Regeln beschreiben eben, wie sich „ein Gerät bei einem bestimmten Zustand verhalten soll“. Sebastian Scholz nennt ein Beispiel:

WENN der Regensensor Regen meldet UND ein Fenster geöffnet ist DANN schließe die Jalousien.
Die Vernetzung verschiedener Geräte im Haushalt geschieht nicht von selbst, sondern muss zuvor einprogrammiert werden.

Manchmal müssen die Regeln aber „nachgebessert“ werden. In dem genannten Beispiel müsste es ausgeschlossen sein, dass die geöffnete Terrassentür als Fenster erkannt wird und sich die Jalousie automatisch schließt, weil der Regensensor Regen meldet, wenn man selbst aber draußen geschützt unter der Pergola sitzt und den Sommerabend mit Freunden genießt. In diesem Moment ist Eile angesagt: Ein schneller Sprint zur Terrassentür und ein Hechtsprung ins Haus muss gelingen, bevor der Eintritt durch die automatisch sinkenden Rollläden versperrt ist. Hat das nicht geklappt, lässt sich die Jalousie im besten Fall noch mit dem Smartphone hochfahren – dumm nur, wenn das Handy gerade dann im Haus liegt.

Schlau ist anders oder #AllesSmartBeiDir?

Die intelligente Bewässerung des Gartens ist auch nur solange schlau, bis die Liege mit den umfangreichen Steuererklärungsunterlagen für einen leider zu langen Moment dummerweise genau in Reichweite des automatisch funktionierenden Vielflächenregners stehen gelassen wurde.

In der „Biografie“ zahlreicher intelligenter Häuser, sind sicherlich einige Irrtümer, Fehlprogrammierungen und Ausfälle verzeichnet, die ihre Bewohner gelegentlich zur manuellen Steuerung zurückkehren lassen wollten oder die uneingeweihte Besucher zu Verzweiflungstaten brachten.

Smart reingelegt – Smart Home Fails.

Natürlich bietet die Steuerung über Smartphone & Co. diverse Möglichkeiten Familienmitglieder und Mitbewohner zu ärgern, ohne dabei selbst sofort erwischt zu werden. Man denke nur an nächtliche Heißhungerattacken, die manche heimlich in die Küche schleichen lassen. Das Öffnen der Kühlschranktür könnte dann ein flackerndes Blaulicht und ein dazugehöriges Sirenengeheul in Gang setzen lassen. Heimlich Naschen sieht anders aus 🙂

Ziemlich schaurig ist auch die gezielte Kaltwassersteuerung, die gerade dann einsetzt, wenn das einmassierte Shampoo vom Haar abgespült werden soll. Der Drahtzieher dieses Streiches sollte dann aber nicht sauer sein, wenn folgende Revanche zuschlägt: Beim nächsten Wiegen, ertönt aus dem Lautsprecher im Badezimmer die Meldung „Bitte einzeln auf die Waage treten.“

Der Geschwisterstreit „Kleiner Bruder ärgert große Schwester“ bekommt im folgenden Werbefilm dank smarter Steuerung eine ganz neue Dimension. Geschwister nutzen gerne Smart Home Fails und der Kleine ist ganz schön geschäftstüchtig. 😉

Und wer kennt nicht die Werbung, in der der Vater via Smart Home der heimlichen Party seiner heranwachsenden Tochter entgegensteuert? Ob der kleine Bruder, der seine Schwester bei den Eltern verpetzt hat, bei der nächsten Sturmfreien-Bude-Fete mitfeiern darf, ist ungewiss – aber doch sehr wahrscheinlich.

Ihr seid gefragt!

Jetzt aber zu Euch: Welche dummen Fehler, über die Ihr später hoffentlich lachen konntet, habt Ihr mit Smart Home-Anwendungen schon erlebt. Oder lasst Ihr uns an Streichen teilhaben, die Ihr anderen mit smarter Unterstützung gespielt habt?

  1. Sebastian sagt:

    Meine Meinung ist, dass sich unser zu Hause immer mehr vernetzen wird. Egal ob Herd, Kühlschrank oder Waschmaschine. Das bringt zum einen Vorteile und zum anderen Nachteile. Eventuell werden sogar mehr Unfälle passieren. Heute ist es für viele noch ein Traum, denn es kostet ja auch Geld. Man wird wohl noch ein paar Jahre abwarten müssen, ob sich solche Systeme durchsetzen oder nicht.

  2. Oscar sagt:

    Meiner Meinung nach überwiegen die Chancen in Bezug auf das Smart Home – allerdings sehe ich das so wie Sebastian, dass man eventuell noch ein paar Jahre warten sollte bis die Technologien ihre Kinderkrankheiten überwunden haben und vor allen Dingen auch noch erschwinglicher geworden sind.

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