21. Oktober 2015 | Smarte Welt | Keine Kommentare

Sicheres Smart Home? Experte Günther Ohland im Interview.


Sicheres Smart Home, dieses Thema erhitzt viele Gemüter. Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes können die Vorteile des Smart Home überschatten. Komfort, Energieeffizienz und die Sicherheit der Bewohner setzen voraus, dass das intelligente Zuhause seine Mitbewohner und Tagesabläufe kennenlernt. Doch was passiert mit unseren Daten? 

Wie sicher sind solche Anwendungen? Welche persönlichen Daten könnten in falsche Hände gelangen? Ist das nicht riskant, wenn alles mit allem vernetzt ist? Kann ich sicher sein, dass ich nicht ausspioniert werde? Falk Garbsch von der größten europäischen Hackervereinigung – dem Chaos Computer Club e.V. – und Günther Ohland von der SmartHome Initiative e.V. geben im Videointerview Antworten auf Vorbehalte.

Das Thema Sicheres Smart Home und dessen Bedenken darüber sind komplex und so haben wir Günther Ohland in einem Interview weitere Fragen gestellt. Der Vorsitzende der Smart Home Initiative Deutschland e.V. weiß, worauf es in Sachen Datenschutz ankommt und wie sich Smart Home-Systeme vor Hack-Angriffen schützen lassen:

Inwiefern können Sie die Angst von Sicherheitslücken in Smart Home-Systemen nachvollziehen, beispielsweise bei einem Hack-Angriff auf die Alarmanlage? Warum ist die Unsicherheit möglicherweise nicht berechtigt?

SmartHome Systeme können bei Einbruch alarmieren, sind genau genommen aber keine Alarmanlagen. Dafür gelten strenge Auflagen. Die Polizei in Deutschland kennt keinen einzigen Fall, bei dem ein Einbrecher per Smartphone oder SmartHome in ein Privathaus eingedrungen ist. Einbrecher suchen gekippte Fenster und dunkle Ecken und öffnen dann relativ problemlos mit einem Schraubendrehen das Fenster. Das geht so leicht, warum sollten sie sich dann mit SmartHome Technik beschäftigen. Theoretisch ist vieles denkbar, es geht aber an der Realität und den geistigen Möglichkeiten der Einbrecherzunft vorbei.

Die Sicherung von persönlichen Daten und Informationen ist ein weit diskutiertes Thema. Worauf kommt es in puncto Datenschutz beim Kauf von Smart Home-Produkten an?
Smart Home_Guenther Ohland_Vorsitzender_SmartHome Initiative Deutschland e.V.

Wer Wert auf die Sicherheit seiner persönlichen Daten legt, sollte ein System wählen, dass diese Daten im Haus behält statt sie zu einem Dienstleister im Internet zu übermitteln. So genannte Cloud-Lösungen sind zwar meist billiger, speichern aber alle Werte auf fremden Rechnern. Man sollte darauf achten, dass der Anbieter seinen Sitz in Deutschland hat, damit deutsches Datenschutz-Recht zur Anwendung kommt.

Wie kann ich mein Smart Home-System schützen?

Wie jedes IT-System: Verschlüsselung einschalten, sichere Passworte verwenden und keine Kabel bis zur Grundstücksgrenze legen.

Welche Vorgaben müssen deutsche Smart Home-Systeme erfüllen, um am Markt zulässig zu sein? Welche Unterschiede gibt es zwischen deutschen und beispielsweise chinesischen oder amerikanischen Systemen in puncto Datenschutzbestimmungen?

Das deutsche Datenschutzrecht ist recht scharf. Andere Länder gehen mit Personendaten nicht so sorgfältig um. In einigen Ländern sind die Hersteller sogar verpflichtet, den Geheimdiensten Hintertüren zu eröffnen. Wir kennen die Diskussionen von Facebook und Google. Ausländische Firmen ignorieren deutsches Recht, obwohl sie hier aktiv sind. Da hilft es nur, diese Produkte zu meiden. Wir sind in Deutschland auf dem SmartHome Gebiet technisch führend und brauchen die potenziell unsicheren anderen Produkte nicht


Wer übernimmt für einen Hack-Angriff die Verantwortung und gewährleistet technische Sicherheit?

Der Eigentümer der Geräte. Er selbst und evtl. der Fachbetrieb, der die Anlage installiert hat, ist für die Sicherheit verantwortlich.

Wer haftet im Fall eines Daten-Hacks und an wen kann ich mich dann wenden?

Besteht der Verdacht auf einen Cyberangriff, sollten man sich sofort an die Polizei wenden. In vielen Städten gibt es bereits Spezialisten dafür. Die wissen dann, was zu tun ist und geben auch gern kostenlos Empfehlungen.

Wir bedanken uns herzlich für das Interview!

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