26. Februar 2016 | Energiesparen | Keine Kommentare

Der Stromverbrauch der vergangenen Jahre. Eine Infografik.

Den Stromverbrauch der vergangenen Jahre in Deutschland zeigt diese Infografik.

Ich habe das dumpfe Gefühl, dass mein Stromverbrauch nicht nur von meiner gewollten Sparsamkeit, sondern auch von meinen Elektrogeräten abhängt. Stromspar-Tipps hin oder her: Meine Nebenkostenabrechnung ist immer eine Überraschung (und nicht immer eine freudige …) Doch schaut man sich die Entwicklung des Pro-Kopf-Stromverbrauchs der vergangenen 10 Jahre an, wird deutlich: Wir, das heißt ganz Deutschland, Unternehmen, Privathaushalte und Industriezweige, sind sparsamer geworden.

Während 2005 jeder Deutsche durchschnittlich 7400 kWh verbrauchte, lag der Verbrauch 10 Jahre später bei etwa 7100 kWh. Lediglich im Jahr 2009 – kurz nachdem die Finanzkrise so richtig Fahrt aufgenommen hatte – verbrauchten wir noch etwas weniger. Doch schon 2010 hatte sich der Verbrauch wieder auf dem alten Niveau eingependelt und ist seitdem leicht rückläufig.

Der Stromverbrauch der vergangenen Jahre sinkt.

Industrie gilt als größter Verbraucher.

Nicht die Privathaushalte (rund 24,9 %), sondern die Industrie ist mit 47,0 % der größte Verbraucher. Handel und Gewerbe sowie öffentliche Einrichtungen liegen mit 14,6 % und 9,5 % im Mittelfeld. Erstaunlich: Den geringsten Anteil haben Verkehr (2,3 %) und die Landwirtschaft (1,7 %).

Stromverbrauch – große regionale Unterschiede.

Wo man innerhalb Deutschlands wohnt, ist nicht nur eine Frage des Dialekts, und ob man nun „Berliner“, „Pfannkuchen“, „Krapfen“ oder „Kreppel“ sagt, sondern auch, wie viel Strom man verbraucht. Vor allem der Osten der Republik ist sparsamer. Das Bundesland mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Verbrauch ist Thüringen. Hier zählten die Stromzähler durchschnittlich nur 1489 kWh im Jahr. Zum Vergleich: Beim Spitzenreiter Niedersachsen lag der Verbrauch bei 2145 kWh. Baden-Württemberg ist mit einem Stromverbrauch von nur 1744 kWh pro Jahr das sparsamste der alten Bundesländer. Interessant ist auch ein Blick auf die Städte. Hier besetzt Bayern die Top 3: 2014 wurde in Bamberg, Hof und Straubing am meisten verbraucht. Jena, Ingolstadt und Erfurt hingegen waren die sparsamsten Städte Deutschlands.

Je größer der Haushalt, umso geringer der Pro-Kopf-Verbrauch.

Ok, ok, dies sollte kein Grund sein, ein Kind zu zeugen, aber Großfamilien haben bezüglich des Stromverbrauchs klare Vorteile: Leben mehr Menschen im Haushalt, reduziert sich der Pro-Kopf-Stromverbrauch (von 2050 kWh im Singlehaushalt auf 1074 kWh im 5-Personen-Haushalt). Die Erklärung ist einfach: Viele Stromverbraucher werden gemeinsam genutzt.

Welche Auswirkungen haben Energiesparlampen?

Die Empörung war groß, als die EU beschlossen hatte, dass die klassischen Glühbirnen abgeschafft werden. Daraus entspringt die berechtigte Frage: Bringt das Ganze was? Dass 2012 die letzte Stufe des EU-Gesetzes zu Energiesparlampen in Kraft trat, hat sich auf den Stromverbrauch der Privathaushalte gar nicht bis kaum ausgewirkt. Von 2008 bis 2012 stieg der Gesamtverbrauch von 12,2 auf 12,7 kWh, um 2014 lediglich auf 12,0 kWh abzusinken. Man vermutet, dass dafür noch Altbestände von herkömmlichen Glühbirnen in den Haushalten verantwortlich sind.

Alt gegen Neu: Was bringen energieeffizientere Elektrogeräte?

Ja, in meinem Keller steht ein Trockner, der zwar noch nicht antik, aber mit 20 Jahren doch arg in die Jahre gekommen ist. Verbrauchen neuere Geräte wirklich so viel weniger? In Sachen Energieeffizienz hat sich im letzten Jahrzehnt viel bewegt. Vergleicht man Elektrogeräte von 2005 mit Neugeräten aus dem Jahr 2015, lässt sich ein durchweg geringerer Verbrauch – und damit auch geringere Kosten auf der Jahresrechnung feststellen. Ausgehend von einem Strompreis von 28Ct/kWh, kostete der Strom für einen herkömmlichen Fernsehapparat vor 10 Jahren 100 Euro im Jahr. Bei einem Neugerät sind es nur 14 Euro. Die größten Einsparungen gibt’s bei den Wäschetrocknern: Hier lassen sich 136 Euro im Jahr an Stromkosten sparen.

Große Unterschiede zwischen den Energieeffizienzklassen.

Was macht es schon groß für einen Unterschied, ob da jetzt A+++ oder nur A+ draufsteht, fragt sich so mancher Verbraucher. Die Kurzantwort: einen Großen. Ein Kühlschrank mit der Energieeffizienz A+++ verbraucht nur 62 kWh im Jahr, während die Variante A+ energiegeladene 185 kWh verbraucht. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Geschirrspülern (194 zu 299 kWh), Waschmaschinen (122 zu 218 kWh) und Wäschetrocknern (193 zu 337 kWh).

Hoher Verbrauch wegen guter Ausstattung.

Je großzügiger ein Haushalt mit Elektrogeräten ausgestattet ist, umso höher der Verbrauch. Klar. Interessant ist vor allem, dass zahlreiche Geräte mehrfach vorhanden sind. Vorbei sind die Zeiten, in denen es maximal ein Fernsehgerät im Haushalt gab. 2015 waren es 1,68 Fernseher. Gerade im Bereich der Unterhaltungsmedien und Büro ist der Anteil am Gesamtverbrauch stark angestiegen. Machte er im Jahr 1996 nur 6,7 % des Gesamtverbrauchs aus, stieg diese Zahl fünf Jahre später auf 25,5 %. Grund dafür sind vor allem die immer besser ausgestatteten Heimbüros.

Der Stromverbrauch der vergangenen Jahre hat einen Wandel erfahren. Die Konsumenten befassen sich bewusster mit dem Thema Stromsparen und die Geräte werden effizienter. Doch es nützt alles nichts: die Quantität der Geräte im Haushalt ist über alle Punkte hinweg ausschlaggebend. Die wichtigsten Fakten zeigt die Infografik:

die Deutschen sind im Stromverbrauch sparsamer geworden. Die Geschichte des Stromverbrauchs.

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