24. Mai 2016 | Nachhaltigkeit | Keine Kommentare

CO2 Ausstoß der Erdbeere: Die Reise des Früchtchens.


An einem sonnigen und warmen Tag im Januar erblickt ein kleines rotes Früchtchen im spanischen Huelva das Licht der Welt: Hurra, es ist eine Erdbeere! Auf 6.400 Hektar bauen hier 2.000 Landwirte jedes Jahr 245.000 Tonnen der beliebten Früchte für den europäischen Markt an.

Unser Früchtchen wird nun von seiner Staude gepflückt, geputzt und nachdem es bei der Sortierung auserwählt wurde, freut es sich auf die bevorstehende Reise ins ferne Berlin. Doch in einem engen Behälter auf einen LKW verfrachtet, ist unser Früchtchen nach 2.800 zurückgelegten Kilometern durch halb Europa schon ganz schön erschöpft vom großen Abenteuer. Tatsächlich kommen mehr als 75% der aus Europa nach Deutschland importierten Erdbeeren per LKW aus Spanien und weitere 15% aus Italien. Auf dieser langen Reise werden allein durch den LKW neben Stickoxiden und Rußpartikeln auch Kohlendioxid (CO 2 ) ausgestoßen. Der CO2 Ausstoß der Reise läppert sich allmählich zusammen.

Der CO2 Ausstoß einer langen Reise.

Ein wenig erschöpft in Berlin angekommen findet sich unser Früchtchen auf dem Obst- und Gemüsegroßmarkt wieder, wo es endlich aus dem Transportbehälter befreit wird. Doch bevor es nach Luft schnappen kann, wird es schon wieder in die nächste Plastikbox gesteckt. Unser Früchtchen ist müde. So anstrengend hat es sich seine Reise nicht vorgestellt. Der Berliner Großmarkt umfasst eine Gesamtfläche von 330.000m 2. Pro Tag kommen hier 580.000 Waren an und werden auf die Endverbrauchermärkte verteilt. So auch unser kleines Früchtchen. Da es nach den vielen Strapazen mittlerweile schon leicht lädiert und schlapp daherkommt, interessieren sich die Zwischenhändler anfangs nicht dafür. Einige Zeit liegt es da nun, das wilde Treiben auf dem Markt beobachtend, bis es wieder in einen Lieferwagen verfrachtet wird. Mit dem geht es dann bis ans andere Ende der Stadt zum Supermarkt.

Als unser Früchtchen nach all den Strapazen in der Obsttheke des Discounters platziert wird, schaut es sich neugierig und mit letzter Kraft um. Doch zwischen all den frischen Angeboten aus der Region sieht sie blass und unscheinbar aus, was sie traurig werden lässt.

Hat sich die ganze Aufregung um die Reise überhaupt gelohnt?

Was man nämlich gern bei dem süßen und beliebten Geschmack des Früchtchens vergisst, ist, dass die Produktion einer 500g Schale Erdbeeren vom Anbau in Spanien bis zum deutschen Endverbraucher insgesamt 442g CO 2 verursacht. Zugegeben, das wirkt erstmal nicht viel. Das heißt aber, wenn jeder Deutsche pro Jahr nur eine Schale spanische Erdbeeren konsumieren würde, würde das ganze 35.802t CO 2 verursachen. Uff, was für ein CO2 Ausstoß! Um diese Menge auszugleichen, müssten ca. 3 Millionen Bäume gepflanzt werden. Und nachdem wir diese lange Reise unseres Früchtchens hautnah miterlebt haben, sollte die Entscheidung, zu welcher Schale man demnächst greift, nicht mehr schwer fallen. Außer man baut sich gleich auf dem Balkon eigene Früchtchen an – das verringert den Co2 Ausstoß. Mit unseren Life Hacks kann der umweltbewusste Konsument zudem eine kleine CO2 Balance herstellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *