17. Mai 2016 | Nachhaltigkeit | Ein Kommentar

Nachhaltiger Tourismus – Reisen im Sinne der Umwelt.

Nachhaltiger Tourismus und nachhaltiges Reisen sind gut für die Umwelt. Bis jetzt hatte das Thema Nachhaltigkeit nicht die größte Priorität bei der Urlaubsplanung. Eigentlich will man immer nur möglichst weit weg reisen, dabei gut essen und viel Spaß für wenig Geld haben.

Doch wenn man bedenkt, dass die Tourismusbranche für rund fünf Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, kommt man ins Grübeln. Deswegen ist nachhaltiger Tourismus ein Zukunftsthema. Bei einer Urlaubsreise pumpt man mit langen Fahrtstrecken, Flugzeugen, Mietwagen, zu viel Gepäck und noch viel mehr durchschnittlich ca. 1.221kg CO 2 pro Person in die Luft. Um diese Menge an CO 2 zu kompensieren müsste man ca. 100 Bäume pflanzen! Dass man darüber keine Lust hat nachzudenken, ist verständlich. Trotzdem kann man den nächsten Urlaub mit ein paar smarten Überlegungen nicht nur nachhaltig, sondern auch unvergesslich werden lassen.

Nachhaltiger Tourismus ist keine Spaßbremse.

Bei einer Urlaubsreise entsteht der bei Weitem größte Teil der CO2 – Emissionen bei der An- und Abreise. Wenn man also schon bei der Wahl des Reiseziels und der Verkehrsmittel ein bisschen aufpasst, lässt sich der Anteil am Klimawandel deutlich verkleinern, ohne dass man deswegen auf einen tollen Urlaub verzichten muss. Da gerade das Flugzeug ein richtiger Klimakiller ist, lohnt es sich, endlich mal all die Orte zu entdecken, an die man nie denkt, weil sie so nah sind. Nicht nur Deutschland bietet beeindruckende Regionen mit unberührter Natur, hohen Bergen und weitem Meer. Auch in unseren unmittelbaren Nachbarländern gibt es die unterschiedlichsten Landschaften und faszinierendsten Metropolen, die ganz einfach und klimaeffizient mit Bus und Bahn zu erreichen sind. Nachhaltiger Tourismus kann so simpel sein.

Und auch, wenn es mal etwas weiter weg gehen soll, kann es sich lohnen, statt des Fluges eine Reise mit mehreren Etappen zu organisieren und spannende Zwischenstopps auf dem Weg einzulegen. Besonders flexibel ist man dabei z.B. mit Interrail, aber auch Mitfahrgelegenheiten sind super, um spontan herumzukommen, neue Leute kennenzulernen und Insidertipps zu bekommen. Doch auch, wer für seine Traumreise nicht um die Buchung eines Fluges herumkommt, kann die Luft und sein Gewissen entlasten, indem man einen freiwilligen CO2 – Ausgleich bei Anbietern wie atmosfairmyclimate oder goclimate leistet, welche den Kerosinverbrauch beispielsweise mit Aufforstungsprojekten kompensieren.

Reisende soll man nicht aufhalten.

Sachen packen hieß bis jetzt meistens: fünf Minuten vor Abreise den ganzen Kleiderschrank in einen Koffer quetschen und mit drei Lagen Panzertape verkleben, damit er nicht im nächsten Moment explodiert. Doch je mehr Gewicht man mit sich herumschleppt, umso mehr Treibstoff wird für den Transport benötigt und damit auch der ganze Trip anstrengender als er müsste. Meistens reicht es deshalb aus, sich auf die Lieblingsklamotten oder, je nach Reiseziel, auf funktionale Kleidungsstücke zu beschränken. In der Reisetasche sollte dafür hingegen eine wiederbefüllbare Trinkflasche nicht fehlen. In vielen Ländern werden PET-Flaschen nämlich nicht recycelt, sondern verbrannt, landen auf der Straße oder gar im Meer und sind daher eine massive Belastung für die Umwelt. Aus dem selben Grund macht es Sinn, Akkus (mit entsprechendem Adapter fürs Ladegerät) anstelle von Batterien mitzunehmen. Und mit einem vernünftigen Rucksack kann man beim Shoppen auf der Reise locker auch noch auf die unnötigen Plastiktüten verzichten. Dabei spart man nicht nur Geld, sondern vermeidet auch Umweltverschmutzung. Doch nachhaltiger Tourismus hört nicht am Zielort auf.

Sie haben ihr Ziel erreicht.

Die schönsten Erfahrungen sammelt man, wenn man mit den Einheimischen in Kontakt kommt und sich auf ihren Lebensstil einlässt. Sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in anderen Ländern zurechtzufinden ist zwar manchmal ein Abenteuer für sich, aber es macht unglaublich glücklich, wenn man erfolgreich am Ziel ankommt. Wer lieber unabhängig sein will, kann sich statt eines Mietwagens ein Fahrrad leihen und die Gegend hautnah auf eigene Faust erkunden.

Neben all den spannenden Orten zum Erkunden muss man ja auch irgendwo schlafen und was essen. Der Einheitsbrei internationaler Hotel- und Fast Food-Ketten ist nicht besonders spannend und zerstört neben der kulturellen Vielfalt vielerorts auch die einzigen Einnahmequellen der Einwohner. Das Ausprobieren landestypischer Gerichte gehört zu einem richtigen Urlaub einfach dazu. Auch wenn lokale Pensionen, außergewöhnliche Airbnb Unterkünfte oder sogar Couchsurfing nicht so luxuriös erscheinen, meist sind diese nicht nur günstiger, sondern auch authentischer. Dabei kann man den Alltag gut und gerne vergessen, die sinnvollen Gewohnheiten von zu Hause muss man deshalb aber nicht über Bord werfen.

Es tut nicht weh das Licht auszuschalten, wenn die karibische Sonne ins Zimmer scheint, beim Duschen auf den Wasserverbrauch zu achten, wenn man abends eh noch ein romantisches Bad nehmen will oder das Handtuch mehrmals zu benutzen, wenn es im mediterranen Wind vor sich hin trocknet. Denn besonders in Regionen mit knappen Ressourcen zählt das Verhalten jedes Einzelnen. Wer außerdem keine aus China importierten Massensouveniers kauft, sondern traditionelle Andenken aus lokaler Produktion mit nach Hause bringt, leistet einen weiteren Beitrag für das Fortbestehen der Region. Außer natürlich, man macht Urlaub in China. Nachhaltiger Tourismus kann so schön sein. Wer auch Zuhause nachhaltig sein möchte, kann mit unseren Life Hacks die Welt ein Stückchen nachhaltiger gestalten.

Die Infografik zeigt Tipps für Nachhaltiges Reisen.

 

  1. Georg sagt:

    Nachhaltiger Tourismus macht genauso viel Spaß und ist genauso entspannend wie Urlaub, bei dem nicht auf die Schonung der Umwelt geachtet wird. Das ganze ist lediglich eine Frage der richtigen Gewohnheiten. Ich denke, wenn jeder Tourist seinen Beitrag leisten würde, könnten erhebliche Beiträge zum Schutz der Umwelt geleistet werden, die weit über das hinausgehen, was Staaten bewegen können.

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