Heizung kaufen und erneuern: Alle Infos für Wohneigentümer.

Egal ob ausgebauter Resthof im Grünen, Doppelhaushälfte in der Vorstadt oder sanierter Altbau im Zentrum – das Thema Heizung ist für jeden Wohneigentümer relevant. Aber warum lohnt sich eine Modernisierung der Anlage? Welche Arten der Wärmegewinnung gibt es eigentlich? Und inwieweit unterstützt der Staat bei einer Modernisierung? Wir verschaffen dir einen Überblick zu den wichtigsten Themen.

Energieeffizienzklassen von Häusern und Wohnungen.

Neben Zimmer- und Quadratmeteranzahl, Bausubstanz und Ausstattung ist die Energieeffizienzklasse eines Hauses oder einer Wohnung ein wichtiges Kriterium beim Immobilienkauf. Anhand des Energieausweises lässt sich auf einen Blick erkennen, ob die Immobilie ein Energiesparwunder ist oder im Unterhalt hohe Kosten verursacht.

Der Energiebedarf einer Immobilie wird in Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m2) und Jahr (a) berechnet. Die Skala reicht von der Klasse A+ bis zur Klasse H. Die Klasse A+ wird nur an besonders effiziente Energiespargebäude wie Passivhäuser vergeben. Unter die Klasse H fallen vor allem ältere sanierte Gebäude und Altbauten. Zur Orientierung: In Deutschland liegt der durchschnittliche Energiebedarf bei etwa 160 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Das entspricht der Energieeffizienzklasse F.

Die Energieeffizienzklassen im Überblick
  • A+: < 30 kWh/(m2a)
  • A: 30 bis unter 50 kWh/(m2a)
  • B: 50 bis unter 75 kWh/(m2a)
  • C: 75 bis unter 100 kWh/(m2a)
  • D: 100 bis unter 130 kWh/(m2a)
  • E: 130 bis unter 160 kWh/(m2a)
  • F: 160 bis unter 200 kWh/(m2a)
  • G: 200 bis unter 250 kWh/(m2a)
  • H: über 250 kWh/(m2a)

Die Heizungsarten im Überblick.

Ein wichtiger Faktor zur Einordnung in Energieeffizienzklassen ist neben der Dämmung einer Immobilie auch die verbaute Heizung. Denn dank einer Vielzahl effizienter Systeme zur Wärmegewinnung und -verteilung lassen sich auf lange Sicht Energie und Kosten sparen. Aber welche Heizungsarten gibt es überhaupt?

Die Gasheizung: Die Nummer 1 der Deutschen.

Das hierzulande am häufigsten genutzte Heizsystem ist die Gasheizung. Und das ist wenig verwunderlich: Dank ihrer kompakten Bauform lässt sie sich auf engstem Raum unterbringen. Darüber hinaus ist sie aufgrund ihrer hohen Effizienz vergleichsweise günstig. Dafür sorgt vor allem die sogenannte Brennwerttechnik, die ungenutzte Wärme aus dem Abgas der Gasverbrennung zurückgewinnt. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Abbildung Gasheizung
Die Gasheizung: Die Nummer 1 der Deutschen.

Die Ölheizung: die klassische Art zu heizen.

Neben der Gas- gehört die Ölheizung nach wie vor zu den am meisten genutzten Heizsystemen. Durch die Verbrennung von Heizöl wird Energie und dadurch Wärme für Heizkörper und Wasser gewonnen. Dank des Brennwerteffekts moderner Anlagen ist auch die Ölheizung hocheffizient. Im Gegensatz zum Pendant mit Gas ist eine Ölheizung allerdings platzintensiver: Der flüssige Brennstoff wird in einer Tankanlage vor Ort gelagert.

Abbildung Ölheizung
Die Ölheizung: die klassische Art zu heizen.

Holz-, Pellet- und Hackschnitzelheizung: Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen.

Neben Gas oder Öl kann natürlich auch Holz als Brennstoff zum Betrieb einer Heizungsanlage eingesetzt werden. Generell wird dabei zwischen Scheitholz-, Hackschnitzel und Pelletheizung unterschieden. Während Scheitholze manuell nachgelegt werden, funktionieren Pellet- und Hackschnitzelheizung überwiegend automatisch. Nur die Asche muss alle ein bis zwei Wochen ausgeräumt werden. Auch beim Heizen mit Holz kommt der Brennwerteffekt zum Tragen und sorgt für hohe Effizienz. Der Nachteil gegenüber einer Gasheizung: Die Einlagerung des Holzes beansprucht vergleichsweise viel Platz.

Abbildung Pelletheizung
Pelletheizung: Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen.

Die Wärmepumpe: Heizen mit Mutter Natur.

Eine umweltfreundlichere Alternative zum Heizen mit Öl, Gas und Holz stellt die Wärmepumpe dar. Diese macht die thermische Energie aus Luft, Erde oder Grundwasser im Heizungssystem nutzbar. Ist die zumeist recht aufwändige Installation abgeschlossen, überzeugen Wärmepumpen mit besonders hoher Effizienz. In sogenannten Hybridheizungen lassen sich Wärmepumpen auch mit modernen Gas- oder Ölheizungen kombinieren, sodass automatisch die ökologischste oder wirtschaftlichste Energiequelle gewählt wird.

Abbildung Wärmepumpe
Die Wärmepumpe: Heizen mit Mutter Natur.

Die Solarthermie: Heizen mit der Kraft der Sonne.

In einer weiteren Option zum umweltfreundlichen Heizen kommt die Kraft der Sonne zum Einsatz. Mit dieser lässt sich nicht nur Energie, sondern auch Wärme erzeugen. Für ersteres kommt eine Photovoltaikanlage zum Einsatz, für letzteres eine Solarthermie. Aufgrund ihrer starken Wetterabhängigkeit wird diese für gewöhnlich mit einem anderen Heizsystem kombiniert. So lassen sich zum Beispiel Gasheizungen oder Wärmepumpen so konfigurieren, dass möglichst viel kostenfreie Sonnenergie zum Heizen des Wohnraums eingesetzt wird.

Solaranlage auf einem Wohnhaus.
Die Solarthermie: Heizen mit der Kraft der Sonne.

BHKW: das Mini-Kraftwerk für daheim.

Ein Blockheizkraftwerk – kurz BHKW – funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und produziert sowohl Strom als auch Wärme durch die Verbrennung von Öl, Gas, Heizöl oder Holz. Wie bei einem Automotor entsteht dabei Energie, die nicht auf die Straße, sondern auf einen Generator zur Stromerzeugung übertragen wird. Die bei diesem Verbrennungsprozess entstehende Abwärme wird zum Heizen und zur Warmwasserbereitung eingesetzt. Dank moderner Technik gibt es das BHKW mittlerweile auch im Mikro-Format, das auch im heimischen Keller Platz findet.

Gasboiler für Heisswasser an der Wand
BHKW: das Mini-Kraftwerk für daheim.

Brennstoffzellenheizung: Wärme und Strom durch kalte Verbrennung.

Im Gegensatz zum BHKW wird Wärme in der Brennstoffzellenheizung nicht über die klassische Verbrennung, sondern über einen chemischen Prozess gewonnen. In der sogenannten kalten Verbrennung reagiert Wasser- mit Sauerstoff. Dabei wird neben Wärme auch Strom erzeugt. Vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern lohnt sich der Einsatz der kleinen Kraftwerke auch wirtschaftlich.

Abbildung Fernwärme Anlage
Grundvoraussetzung für die Nutzung: ein Anschluss ans Fernwärmenetz.

Elektroheizung: Wärme aus der Steckdose.

Auch bei Elektroheizungen kommt die Wärme praktisch aus der Wand – in diesem Fall allerdings aus der Steckdose: Ein elektrisch leitendes Material wird erhitzt und die dabei entstehende Wärme direkt in den Raum abgegeben oder auf Vorrat produziert. Mit Modellen wie der Nachtspeicherheizung lässt sich dank Niedertarifen – umgangssprachlich als Nachttarife bekannt – bares Geld sparen. Voraussetzung dafür ist ein separater Stromzähler.

Abbildung Elektroheizung
Elektroheizung: Wärme aus der Steckdose.

Welche Kosten entstehen beim Tausch der Heizung?

Egal für welchen Heizungstyp du dich entscheidest; grundsätzlich gilt immer die Faustregel „Je moderner das System, desto niedriger die Energiekosten.“ Es ist also nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Perspektive sinnvoll, ein altes Heizsystem zu modernisieren. Aber wie hoch sind eigentlich die Kosten, die bei einem Austausch anfallen?

Je nach Heiztechnologie variieren die Preise zum Teil natürlich stark. Im Folgenden geben wir dir erste Annäherungswerte zur Preisspanne, mit der du bei der Anschaffung einer neuen Heizanlage inklusive des Einbaus durch einen Fachmann rechnen musst:

  • Gasheizung: 6.000 bis 9.000 EUR
  • Ölheizung: 7.000 bis 9.000 EUR
  • Holz-, Pellet und Hackschnitzelheizung: 8.000 bis 28.000 EUR
  • Wärmepumpe: 12.000 bis 30.000 EUR
  • Solarthermie: 4.000 bis 10.000 EUR
  • Blockheizkraftwerk: 20.000 bis 40.000 EUR
  • Brennstoffzellenheizung: 25.000 bis 56.000 EUR
  • Elektroheizung: 5.000 bis 8.000 EUR

Förderungsmöglichkeiten der verschiedenen Heizsysteme.

Wer die Kosten für die Sanierung der eigenen Heizung nicht alleine tragen will, kann sich Unterstützung holen. Denn für fast alle Heizsysteme besteht die Möglichkeit, eine finanzielle Förderung zu beantragen. Die wichtigsten Anlaufstellen dazu sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Vor allem Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien wie Solarthermie-Anlagen oder Wärmepumpen werden besonders gefördert. Aber auch für Systeme, die mit regenerativen Brennstoffen befeuert werden wie Pellet- oder andere Holzheizungen können Förderungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden.

Grundsätzlich stehen für die verschiedenen Heizungsanlagen folgende Förderungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Gasheizung: KfW-Programm 151/152, KfW-Programm 430. BAFA-Förderung in Kombination mit Installation von Anlage auf Basis erneuerbarer Energien; Kesselaustauschbonus.
  • Ölheizung: KfW-Programm 151/152, KfW-Programm 430. BAFA-Förderung in Kombination mit Installation von Anlage auf Basis erneuerbarer Energien; Kesselaustauschbonus.
  • Holzheizung: KfW-Programm 151/152, KfW-Programm 430. BAFA: Förderung Biomasseanlagen.
  • Pellet- und Hackschnitzelheizung: KfW-Programm 151/152, KfW-Programm 167, KfW-Programm 430. BAFA-Förderung: „Anlagen zur Verbrennung fester Biomasse bis 100 kW Nennwärmeleistung“.
  • Wärmepumpe: KfW-Programm 151/152, KfW-Programm 167, KfW-Programm 430. Basis-Förderungen des BAFA, Zusatzförderungen des BAFA.
  • Solarthermie: KfW-Programme 167 und 430. BAFA: Vor-Ort-Beratung, Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien, Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE).
  • Blockheizkraftwerk: KfW-Programm 270. BAFA in Form von Zuschüssen und Boni für Mini-KWK-Anlagen.
  • Brennstoffzellenheizung: KfW-Programm 433.

Da die Förderungen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit sich bringen, solltest du dich individuell zu dem speziellen Heizsystem bei der KfW und dem BAFA informieren. Beachte bei deiner Recherche auch, ob es spezielle Förderungen für deine Region gibt.

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