Alle Infos für Mieter: Wartung der Heizung und Modernisierung.

Spätestens in den Herbst- und Wintermonaten wissen wir die Heizung in den eigenen vier Wänden wieder zu schätzen. Für Mieter bedeutet die warme Wohnung aber nicht nur ein Plus an Komfort, sondern auch zusätzliche Rechte und Pflichten. Wir geben einen Überblick, worauf du beim Thema Heizung achten solltest, um gut durch die kältere Hälfte des Jahres zu kommen.

Heizen in und außerhalb der Heizperiode.

Kaum etwas ist ärgerlicher, als wenn die eigenen vier Wände im Winter und Herbst zu kalt sind und der Alltag daheim nur noch im dicken Fleecepullover bestritten werden kann. Damit das nicht die Regel ist, gibt es in unseren Breitengeraden die sogenannte Heizperiode. Gesetzlich festgeschrieben ist diese nicht. Landläufig gilt aber, dass die Heizung in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März vom Vermieter auf Touren gebracht wird. Zum Teil ist die Heizsaison sogar im Mietvertrag oder in der Gemeinschaftsordnung festgehalten. In diesem Fall kann sie auch ein paar Wochen früher beginnen und später enden.

Das Empfinden von Wärme und Kälte ist individuell unterschiedlich. Fachleute und Gerichte sind sich aber einig, dass am Tag mindestens 20 Grad in einer Wohnung möglich sein sollten, damit sie als ausreichend warm gilt. Der Deutsche Mieterbund unterscheidet gar zwischen den Mieträumen und hat folgende Mindesttemperaturen festgelegt:

  • Badezimmer: 22 Grad
  • Wohnzimmer: 21 Grad
  • Küche und Schlafzimmer: 18 Grad

Und wie sieht es außerhalb der Heizperiode aus? Auch hier gehen die Meinungen auseinander. So hat das Amtsgericht Uelzen entschieden, dass der Vermieter das Heizen ermöglichen muss, wenn die Außentemperaturen drei Tage hintereinander unter 12 Grad fallen. Nach Meinung des Landgerichts Kassel müssen Vermieter schon heizen, wenn die Innentemperatur zwei Tage hintereinander auf unter 18 Grad sinkt. Bei 16 Grad sehen die Richter sofortigen Handlungsbedarf.

Frierender Mann mit Winterjacke stellt das digitale Wand-Raumthermostat der Heizung ein.
Sollte es zu kalt werden, muss der Vermieter handeln.
Heizungsarten im Überblick.

Als Mieter hast du grundsätzlich wenig Einfluss darauf, welche Heizung in deiner Wohnung zum Einsatz kommt. Trotzdem ist es gerade im Rahmen der Wohnungssuche sinnvoll, sich einen Überblick über die verschiedenen Heizungsarten zu verschaffen. Alle wichtigen Informationen zum Thema findest du in unserem Text „Heizung kaufen und erneuern: Alle Infos für Wohneigentümer.“

Wenn die Heizung nicht funktioniert: Miete mindern oder vollständig einbehalten.

Kommt der Vermieter seiner Verpflichtung zum Heizen nicht nach, haben Bewohner das Recht, die Miete zu kürzen oder sogar komplett einzubehalten. Eine Kürzung um bis zu 25 Prozent ist möglich, wenn die Temperaturen in den eigenen vier Wänden nicht auf mehr als 15 bis 17 Grad kommen. Fällt die Heizungsanlage in der Heizperiode komplett aus, ist eine Minderung um bis zu 100 Prozent möglich – und im Extremfall sogar eine fristlose Kündigung.

Wird die Funktionalität der Heizung nicht in wenigen Tagen wiederhergestellt, können Mieter auch selbst aktiv werden und den Notdienst rufen. Die Kosten trägt in diesem Fall der Vermieter – vorausgesetzt er wurde rechtzeitig über den Ausfall der Heizung informiert und hatte genug Zeit, sich selbst um das Problem zu kümmern.

Heizung warten: Hilfe vom Fachmann oder Heizung entlüften?

Stehen große Wartungsarbeiten wie die Überprüfung der Gastherme, der Austausch von Dichtungen, Düsen oder Schrauben oder die Säuberung des Heizkessels ins Haus? Dann wird in aller Regel der Vermieter aktiv und engagiert einen Fachmann. Die dadurch anfallenden Kosten können übrigens auch über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umgelegt werden, sofern es sich dabei nicht um Instandsetzungsarbeiten handelt.

Du kannst zum Teil aber auch selbst aktiv werden, wenn die Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat kalt bleiben. Ist ein Gluckern beim Aufdrehen des Thermostats zu hören und verbreitet sich die Wärme nicht gleichmäßig über den gesamten Heizkörper, ist dies oft ein Zeichen dafür, dass die Heizung entlüftet werden sollte.

Was du dafür brauchst: einen Vierkant-Heizungsentlüftungsschlüssel aus dem Baumarkt, einen Becher und einen Lappen, um ggf. Heizungswasser aufzunehmen.

Die Entlüftung läuft dann in fünf einfachen Schritten:

  1. Du drehst alle Heizkörper maximal auf.
  2. Du hältst ein Gefäß unter das Entlüftungsventil eines Heizkörpers, um möglicherweise austretendes Heizungswasser aufzufangen. Das Ventil findest du für gewöhnlich auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Bei Handtuchheizkörpern befindet sich das Ventil im hinteren oberen Bereich.
  3. Mit dem Entlüftungsschlüssel drehst du das Ventil eine Viertel- bis halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn.
  4. Sobald du ein leichtes Zischen hörst, entweicht die Luft und das Ventil muss nicht weiter aufgedreht werden.
  5. Kommt schließlich nur noch ein konstanter Wasserstrahl aus der Öffnung, ist die Heizung vollständig entlüftet und du kannst das Ventil vorsichtig wieder zudrehen. Dabei solltest du allerdings darauf achten, nicht unnötig viel Wasser abzulassen. Ist der Wasserdruck im Heizsystem zu niedrig, kann sich das nämlich negativ auf die Wärmeleistung auswirken. In diesem Fall solltest du deinen Vermieter informieren.

Heizkörper streichen: der optische DIY-Uplift.

Hat deine Heizung kein technisches, sondern ein optisches Problem, kannst du auch ganz einfach selbst Hand anlegen. Alles was du für einen frischen Anstrich brauchst sind folgende Utensilien:

  • Abdeckfolie
  • Kreppband zum Abkleben
  • Schwamm
  • Schutzhandschuhe
  • Heizkörperlack (Wir empfehlen einen hitzebeständigen Acryllack, der umweltverträglicher, resistenter und geruchsärmer ist als lösemittelhaltiger Alkydharzlack bzw. Kunstharzlack.)
  • Pinsel
  • Rostschutz-Grundierung (Für den Fall, dass du dich für einen Lack entscheidest, der nicht bereits eine Rostschutzgrundierung enthält.)
  • Farbwanne und Abstreifgitter
  • Anlauger, Drahtbürste und Heizkörperpinsel
Heizkörper wird weiß nachgestrichen.
Heizkörper streichen: Mit dem richtigen Heizkörperlack kann nichts schief gehen.

Das Streichen lässt sich dann in acht Schritte unterteilen:

  • Heizung abschalten und vollständig auskühlen lassen: Streiche niemals noch warme oder heiße Heizkörper, um die Entstehung von giftigen Dämpfen zu vermeiden. Im Idealfall solltest du Heizkörper im Frühling oder Sommer streichen, wenn sie sowieso ausgeschaltet bleiben und nicht benötigt werden. Zudem solltest du während des gesamten Streichprozesses die Fenster geöffnet halten und für eine gute Durchlüftung sorgen.
  • Böden, Wände und Ventile abdecken bzw. abkleben: Um Farbspritzer auf den Böden und Wänden zu vermeiden, solltest du diese vorab mit einer dünnen Malerfolie abdecken – das gilt auch für die Wände hinter der Heizung! Die Heizkörperventile klebst du am besten sorgfältig mit Kreppband ab, um ein Festsetzen von Farbe zu verhindern.
  • Rost entfernen: Wenn du rostige Stellen an der Heizung entdeckst, solltest du diese nicht einfach mit der neuen Farbe überstreichen, sondern den Rost vorher mit Schleifpapier entfernen. Falls auch die Ventile vom Rost betroffen sind oder falls Wasser aus dem Heizkörper austritt, solltest du einen Fachmann rufen – der Heizkörper könnte durchgerostet sein.
  • Abblätternde Farbe entfernen: Um abblätternde Farbe vom Heizkörper zu entfernen, benutzt du am besten eine Drahtbürste oder einen Anlauger. Sei besonders vorsichtig: Als Schutz vor der ätzenden Flüssigkeit solltest du während der Arbeit unbedingt Schutzhandschuhe tragen!
  • Heizung gründlich säubern und trocknen: Für eine gründliche Säuberung des Heizkörpers benutze einen Schwamm und etwas lauwarmes Seifenwasser – so entfernst du auch die letzten Staub-, Fett- und Farbreste. Warte anschließend bis die Heizung komplett trocken ist, bevor du mit dem Streichen beginnst.
  • Rostschutzgrundierung auftragen: Solltest du einen Lack verwenden, der keine Rostschutzgrundierung enthält, musst du vor dem Streichen die blanken Stellen am Heizkörper mit einer solchen Grundierung vorbehandeln und trocknen lassen, um Rostbefall vorzubeugen. Besonders in feuchten Räumen wie Badezimmer, Küche und Co ist dieser Schritt wichtig.
  • Heizkörperlack auftragen: Wie bereits erwähnt, hängt die Auftragungsart des Heizkörperlacks von dem jeweiligen Heizkörpertyp ab: Wenn du eine Plattenheizung streichen willst, benutze für die gleichmäßige Lackierung eine superfeine Schaumstoffrolle. Möchtest du eine Gliederheizung streichen, verwendest du am besten einen speziellen Heizkörperpinsel mit angewinkelten Borsten.
  • Nach dem Streichen: Lass die Heizung nach dem Streichen unbedingt gut trocknen und sorge für eine ausreichende Belüftung der Räumlichkeiten. Wenn sich die frischgestrichene Heizung im Schlafzimmer befindet, solltest du aufgrund der giftigen Farbdämpfe für mindestens eine Woche in einem anderen Raum schlafen.
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