Alle Informationen zur Förderung von Elektroautos.

Gute Nachrichten für alle, die mit dem Kauf eines Elektroautos liebäugeln: Die als „Umweltbonus“ bezeichnete staatliche Förderung von E-Autos wurde bis Ende 2020 verlängert. Ursprünglich sollte sie Ende Juni 2019 auslaufen. Wir informieren, wer den Umweltbonus in Anspruch nehmen kann, ob auch der Kauf einer Wallbox zum Laden gefördert wird und wie viel Geld es vom Staat gibt.

Das ist der Umweltbonus.

Um den Kauf eines E-Autos attraktiver zu machen, unterstützt die Bundesregierung Interessenten mit bis zu 2.000 Euro. Zusätzlich investieren auch die Automobilhersteller in die nachhaltige Elektromobilität und geben den gleichen Betrag dazu. So sind bis zu 4.000 Euro Unterstützung möglich. Ganz offiziell wird diese Form der Unterstützung als „Umweltbonus zur Förderung der Elektromobilität“ bezeichnet. Landläufig wird aber schlicht vom „Umweltbonus“ gesprochen.

Ursprünglich sollte das Programm Ende Juni 2019 auslaufen. Aufgrund der Tatsache, dass bislang wesentlich weniger Elektrofahrzeuge angemeldet wurden als erwartet, ist der Topf aber noch gut gefüllt. Die Regierung hatte damit gerechnet, dass bis Mitte 2019 etwa 300.000 E-Fahrzeuge neu zugelassen würden. Die Realität sieht allerdings anders aus: Bis Ende Juni 2019 waren lediglich 125.408 Förderanträge eingegangen – 83.000 davon für reine E-Autos. Aus diesem Grund wird der Umweltbonus bis Ende 2020 verlängert. Sollte der Prämien-Topf bereits vorher leer sein, kann die Förderung schon früher auslaufen. Wie es spätestens ab Januar 2021 weitergeht, ist aktuell noch offen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Verdopplung des Umweltbonus in Aussicht gestellt. Erste Grundsatzentscheidungen über ein Maßnahmenpaket, das im Rahmen des Klimakabinetts der Bundesregierung auf den Weg gebracht werden soll, werden im September dieses Jahres erwartet.

Wer die Prämie in Anspruch nehmen kann.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Kauf reiner Elektrofahrzeuge aktuell mit 4.000 Euro (2.000 Euro vom Bund und weitere 2.000 Euro vom Hersteller) gefördert wird.

Laut des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind folgende Fahrzeugtypen förderfähig:

  • reine Batterieelektrofahrzeuge,
  • von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge (Plug-In-Hybride),
  • Brennstoffzellenfahrzeuge und
  • Fahrzeuge, die höchstens 50 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer ausstoßen.

Eine Ausnahme stellen Fahrzeuge dar, deren Basismodell den Netto-Listenpreis von 60.000 Euro übersteigen. Diese sind von der Förderung ausgenommen. Während reine Elektroautos und solche mit einer Brennstoffzelle mit 4.000 Euro gefördert werden, sieht es bei Plug-in-Hybriden anders aus. Die Unterstützung bei der Anschaffung dieser Fahrzeugklasse, die sowohl über einen Verbrennungs- als auch einen Elektromotor verfügt, liegt bei 3.000 Euro. Dabei kommen je 1.500 Euro vom Bund und vom Hersteller.

Bei Hybridfahrzeugen ohne Elektromotor heißt es genauer hinzuschauen. Die verlässlichste Auskunft bietet die Förderliste des BAFA. Da mittlerweile bei Hybriden das strengere Abgasmessverfahren WLTP ausschlaggebend dafür ist, ob ein Fahrzeug gefördert wird, sind einige Modelle von der Förderliste verschwunden, die noch vor einem Jahr eine Prämie erhalten hätten.

Übrigens: Die Förderung gilt ebenfalls für alle, die ein Elektro- oder ein förderungsfähiges Hybridfahrzeug leasen.

Elektrofahrzeuge bringen auch steuerliche Vorteile.

Wer bis Ende 2020 ein reines Elektrofahrzeug anmeldet, zahlt dafür zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer. Die Regelung greift auch dann, wenn das Auto weiterverkauft wird. In diesem Fall ist der Zweitbesitzer für den verbleibenden Zeitraum dieser zehn Jahre ab Erstzulassung von der Kfz-Steuer befreit. Der Wermutstropfen: Für Hybride und Plug-in-Hybride gilt diese Regelung nicht, sodass Fahrzeughalter in diesem Fall keine steuerlichen Vorteile haben.

Elektroauto beim Ladevorgang.
Elektroautos bringen steuerliche Vorteile.

Warum wird gefördert und welche Unterlagen sind notwendig?

Der Bund will mit dem Umweltbonus auf der einen Seite „einen nennenswerten Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Luft leisten“, wie es in der Förderrichtlinie der Bundesregierung heißt. Zum anderen soll die Nachfrage nach umweltschonenden Elektrofahrzeugen gestärkt werden.

Der Antrag zum Umweltbonus ist beim Kauf eines förderungsberechtigten Fahrzeugs nicht kompliziert: Neben dem Antragsformular an das BAFA müssen eine Rechnungskopie vom Autohändler und der Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) eingereicht werden. Wichtig ist dabei, dass auf der Rechnung die Förderung des Händlers vom Nettokaufpreis abgezogen wurde.

Der staatliche Umweltbonus kann auch beim Leasing in Anspruch genommen werden. Auch hier gilt, dass der Antragssteller als Halter des zu fördernden Autos eingetragen ist. Darüber muss auch hier der Umweltbonus zu gleichen Teilen von Bund und Mobilhersteller getragen werden. Der Anteil des Mobilherstellers muss auch aus dem Leasingvertrag hervorgehen.

Auch die Lade-Infrastruktur wird gefördert – aber überall anders.

Aktuelle Zahlen des Verkehrsministeriums belegen, dass mehr als drei Viertel aller Elektroautobesitzer ihre Fahrzeuge zu Hause oder am Arbeitsplatz laden. Wer diese Möglichkeit hat und sich nicht auf die öffentliche Lade-Infrastruktur verlassen möchte, wird um eine eigene Wallbox kaum herumkommen. Die kleinen, privaten Ladestationen können beispielsweise in der Garage montiert werden, um dort die Elektrofahrzeuge mit Strom zu versorgen. Einige Elektroautos lassen sich übrigens auch an eine gewöhnliche Haushaltssteckdose hängen. Dann dauert es allerdings wesentlich länger, bis die Batterie voll ist.

Eine bundesweit einheitliche Förderung von privaten Ladesäulen gibt es derzeit noch nicht. Um diese finanzieren zu können, will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer eine Milliarde Euro zusätzlich im Bundeshaushalt 2020 eingestellt wissen. Doch das ist Zukunftsmusik. Noch ist die Förderung von Wallboxen Sache der Städte, Kommunen oder Bundesländer. Wie unterschiedlich mit dem Thema umgegangen wird, zeigt der Vergleich einiger Städte.

Spitzenreiter beim Thema Förderung ist derzeit München. 40 Prozent des Nettokaufpreises werden für den Kauf einer haushaltsüblichen Wallbox (bis 22 kW) übernommen. Maximal jedoch 3.000 Euro. Voraussetzung ist, wie in den meisten Städten, der Betrieb mit Ökostrom. Das heißt die Ladeinfrastruktur muss nachweislich durch regenerativ erzeugten Strom versorgt werden. Pro Antragssteller sind maximal 10 Ladepunkte pro Kalenderjahr förderungsberechtigt. Mit bis zu 6.000 Euro werden in München zudem Kosten für Beratungsleistungen – etwa von einem Planungsbüro – zum Thema Lade-Infrastruktur gefördert.

In Hannover erhält jeder, der mit Ökostrom lädt, pauschal 500 Euro beim Kauf einer Wallbox. In Frankfurt am Main bekommst du 250 Euro, wenn du den Kauf eines Elektrofahrzeugs nachweisen kannst.

So unterstützt der Arbeitgeber Besitzer von E-Autos.

Auch Unternehmen profitieren von Fördermöglichkeiten im Bereich der Lade-Infrastruktur. Um einen größeren Anreiz zur Nutzung von Elektrofahrzeugen zu schaffen, können sie ihren Arbeitnehmern zusätzlich zum Arbeitslohn das Aufladen von Elektrofahrzeugen steuerfrei sponsern. Die Regelung gilt nicht nur für Flottenfahrzeuge und privat genutzte Dienstwagen, die nicht nach der 1-Prozent-Methode versteuert werden, sondern auch für Privatautos.

Plug-in-Hybride sind hierbei ebenso begünstigt wie reine Stromer. Selbst am Wohnort der Mitarbeiter kann das Unternehmen mithilfe des Finanzamts unterstützen: Steuerfrei kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Ladegeräte wie Wallboxen kostenlos oder vergünstigt zur Nutzung in der heimischen Garage überlassen.

Weitere Informationen gibt es beim Bundesverkehrsministerium.

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