Förderung E-Auto: Alle Infos zur Elektroauto-Prämie.

Wer noch über den Kauf eines Elektroautos nachdenkt, kann sich über diese Nachricht aus Berlin freuen: Die Bundesregierung will die staatliche Förderung von E-Autos, besser bekannt als „Umweltbonus“, bis Ende 2025 verlängern. Auch eine Erhöhung der Fördersummen ist beschlossen worden. Hier erfährst du, wie hoch die Prämien sind, wie du den Umweltbonus beantragst und welche steuerlichen Vorteile und Förderprogramme außerdem auf dich warten.

Das ist der Umweltbonus.

Um den Absatz von E-Autos zu fördern, unterstützt die Bundesregierung Käufer mit bis zu 6.000 Euro – dabei handelt es sich um die sogenannte Innovationsprämie. Zusätzlich schießen die Automobilhersteller 3.000 Euro hinzu. So sind bis zu 9.000 Euro Unterstützung möglich. Offiziell wird diese Unterstützung als „Umweltbonus zur Förderung der Elektromobilität“ bezeichnet, landläufig als „Umweltbonus“.

Bundesregierung verlängert die staatliche Förderung von E-Autos bis 2025.

Ursprünglich beinhaltete das Klimapaket zur Förderung von E-Autos eine Prämie von maximal 4.000 Euro und sollte Ende Juni 2019 auslaufen. Da jedoch bis zu diesem Zeitpunkt wesentlich weniger Elektroautos angemeldet wurden als erwartet, verlängerte die Regierung die E-Auto-Förderung zunächst bis Ende 2020. Ursprünglich hatte sie damit gerechnet, dass bis Mitte 2019 etwa 300.000 E-Fahrzeuge neu zugelassen würden. Die Realität sah allerdings anders aus: Bis Ende Juni 2019 waren lediglich 125.408 Förderanträge eingegangen – 83.000 davon für reine E-Autos.

Inzwischen hat die Bundesregierung den Umweltbonus bis Ende 2025 verlängert und die Fördersumme erhöht. Die temporär erhöhte, sogenannte Innovationsprämie galt zunächst bis Ende 2021. Beim sogenannten „Auto-Gipfel“, einem Treffen eines Spitzengremiums aus Politik und Wirtschaft am 17. November 2020, wurde die Verlängerung der Innovationsprämie bis Ende 2025 vereinbart.

BAFA-Liste zur Förderung von E-Autos: Wer kann die Prämie in Anspruch nehmen?

Laut einer Liste des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind folgende E-Auto-Fahrzeugtypen förderfähig:

  • reine Batterieelektrofahrzeuge
  • von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge (Plug-in-Hybride)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge
  • Fahrzeuge, die höchstens 50 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer ausstoßen

Eine Ausnahme stellen Elektrofahrzeuge dar, deren Basismodelle den Netto-Listenpreis von 65.000 Euro übersteigen. Auch bei Hybridfahrzeugen ohne Elektromotor heißt es, genauer hinzuschauen. Die verlässlichste Auskunft bietet die detaillierte Liste zur Förderung von E-Autos des BAFA, auf der alle förderfähigen E-Auto-Modelle aufgelistet werden. Da mittlerweile bei Hybriden das strengere Abgasmessverfahren WLTP ausschlaggebend dafür ist, ob es als Elektrofahrzeug gefördert wird, sind einige Modelle von der Förderliste verschwunden, die zuvor noch eine Prämie bekommen haben.

Staatliche Förderung von E-Autos erhalten: So funktioniert die Antragstellung.

Das BAFA hat die Antragstellung zur staatlichenFörderung von E-Autos inzwischen vereinfacht. Am 1. September 2020 trat ein neues Sammelantragsverfahren in Kraft, das auf einen automatischen Datenaustausch zwischen dem BAFA und dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) basiert. Um die E-Auto-Förderung beim BAFA zu beantragen, musst du jetzt nur noch die Fahrzeugidentifikationsnummer deines Elektroautos angeben und dem Austausch der Daten zustimmen. Nachdem du den Antrag eingereicht hast, ruft das KBA relevante Daten wie Modell deines E-Autos, Hersteller und Halterhistorie ab. Die Daten des Fahrzeugbriefes liegen dem KBA bereits vor. Aufgrund der hohen Nachfrage musst du mit längeren Bearbeitungszeiten des Antrages rechnen.

Netto-Listenpreise: Mit diesen Prämien für dein Elektroauto kannst du rechnen.

Aktuell wird der Kauf reiner Elektroautos mit einem Netto-Listenpreis von weniger als 40.000 Euro mit 9.000 Euro (6.000 Euro vom Bund und weitere 3.000 Euro vom Hersteller) gefördert. Bei einem Netto-Listenpreis von bis zu65.000 Euro sind immerhin noch 7.500 Euro Förderung drin. Auch wenn du dich für einen Plug-in-Hybriden interessierst, kannst du vom Umweltbonus profitieren: PHEV mit einem Netto-Listenpreis bis 40.000 Euro werden inzwischen mit einer Prämie von 6.750 Euro statt 4.500 Euro gefördert. Bei Plug-in-Hybriden mit einem Netto-Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro sind es noch 5.625 Euro. Gefördert werden ab 2022 allerdings nur solche Plug-In-Hybride, die eine elektrische Reichweite von mindestens 60 Kilometern haben. Ab 2025 wird diese Mindestreichweite noch einmal auf 80 Kilometer erhöht.

Fahrzeug-Typ und Netto-ListenpreisFördersumme
Elektroautos bis 40.000 Euro9.000 Euro
Elektroautos zwischen 40.000 und 65.000 Euro7.500 Euro
Plug-in-Hybride bis 40.000 Euro6.750 Euro
Plug-in-Hybride zwischen 40.000 und 65.000 Euro5.625 Euro
Gebrauchte Elektroautos5.000 Euro
Gebrauchte Plug-In-Hybride3.750 Euro

Prämie auch für Firmenwagen und gebrauchte E-Autos beantragen.

Darüber hinaus fördert der Staat den Kauf junger Gebrauchtwagen, die bei einer „Zweitveräußerung einfach und unbürokratisch eine Umweltprämie erhalten“. Für ein gebrauchtes E-Auto erhältst du 5.000 Euro. Beim Kauf eines gebrauchten Plug-in-Hybriden bekommst du immerhin noch 3.750 Euro Prämie. Allerdings sind an die Förderung von jungen Gebrauchtwagen bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Eine Übersicht dazu findest du im entsprechenden Merkblatt der BAFA-Förderung für E-Autos.

Firmenwagen mit Elektroantrieb erhalten im Rahmen der Förderung von E-Autos eine Steuervergünstigung: Ab 2020 beträgt die Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil nur noch 0,25 Prozent des Brutto-Listenpreises. Am 1. Juli 2020 wurde die Kaufpreisgrenze für privat genutzte E-Autos als Firmenwagen von 40.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht. Diese Regelungen machen Elektro-Firmenwagen deutlich attraktiver. Für die Firmenwagen-Fahrer ergibt sich dank der Förderung von E-Autos eine steuerliche Ersparnis im drei- bis vierstelligen Bereich.

Staatliche Förderung von geleasten E-Autos.

Die staatliche Förderung von E-Autos gilt ebenfalls für alle, die ein Elektro- oder ein förderungsfähiges Hybridfahrzeug leasen. Auch hier gilt, dass der Antragssteller als Halter des zu fördernden E-Autos eingetragen sein muss. Für geleaste E-Autos tragen Staat und Hersteller den Umweltbonus zu gleichen Teilen. Der Anteil des Herstellers muss aus dem Leasingvertrag hervorgehen. Für Fahrzeuge, die seit dem 16. November 2020 zugelassen wurden, wird die Förderung abhängig von der jeweiligen Leasingdauer gestaffelt. Während Fahrzeuge, die über einen Zeitraum von mehr als 23 Monaten weiterhin die volle Förderung erhalten, wurde bei kürzeren Vertragslaufzeiten die Förderung gekürzt. Auch die Mindesthaltedauer wurde für Leasingverträge mit einer Laufzeit von 12 bis 24 Monate auf 12 Monate erhöht. Bei Vertragslaufzeiten zwischen 6 und 11 Monaten dagegen bleibt die Mindesthaltedauer bei weiterhin 6 Monaten. Daraus ergibt sich folgendes Bild zur Förderung von geleasten E-Autos:

Fahrzeug-Typ und Netto-ListenpreisLeasing-LaufzeitFördersumme
Elektroautos bis 40.000 Euro6 bis 11 Monate2.250 Euro
Elektroautos bis 40.000 Euro12 bis 23 Monate4.500 Euro
Elektroautos zwischen 40.000 und 65.000 Euro6 bis 11 Monate1.875 Euro
Elektroautos zwischen 40.000 und 65.000 Euro12 bis 23 Monate3.750 Euro
Plug-in-Hybride bis 40.000 Euro6 bis 11 Monate1.687,50 Euro
Plug-in-Hybride bis 40.000 Euro12 bis 23 Monate3.375 Euro
Plug-in-Hybride zwischen 40.000 und 65.000 Euro6 bis 11 Monate1.406,25 Euro
Plug-in-Hybride zwischen 40.000 und 65.000 Euro12 bis 23 Monate2.809,50 Euro

Kombination des Umweltbonus mit anderen Prämien.

Seit dem 16. November 2020 kannst du den Umweltbonus übrigens auch mit anderen Prämien kombinieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der jeweilige Fördermittelgeber eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geschlossen hat. Wichtig ist außerdem, dass noch keine Auszahlung für das Fahrzeug erfolgt sein darf, für das du beim BAFA die Förderung beantragen möchtest.

Infrage kommen zum Beispiel weitere Förderungen mit etwas sperrigen Namen wie:

  • die Förderrichtlinien Elektromobilität und Markthochlauf NIP2 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
  • das Sofortprogramm „Saubere Luft“ und das Flottentauschprogramm „Sozial und Mobil“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Eine vollständige Liste der förderfähigen Programme findest du auf der Seite des BAFA.

Elektrofahrzeuge bringen auch steuerliche Vorteile.

Um die E-Mobilität weiter voranzutreiben, bleiben Elektroautos bis Ende 2030 von der Kfz-Steuer befreit. Diese Regelung gilt auch für E-Autos, die du weiterverkaufst oder die erstmals zwischen 2020 und 2025 zugelassen werden. Bei einem weiterverkauften Elektroauto ist der neue Besitzer im verbleibenden Zeitraum bis 2030 und ab Erstzulassung von der Kfz-Steuer befreit. Ab 2030 werden sich die Steuersätze um 50 Prozent reduzieren. Ein Wermutstropfen für Hybride und Plug-in-Hybride: Ihre Fahrzeughalter genießen leider keine steuerlichen Vorteile.

Elektroauto beim Ladevorgang.
Ein Elektroauto bringt auch steuerliche Vorteile.

Auch die Lade-Infrastruktur wird gefördert – aber überall anders.

Mehr als drei Viertel aller Elektroautobesitzer laden ihre Fahrzeuge zu Hause oder am Arbeitsplatz.Wer sich nicht allein auf die öffentliche Lade-Infrastruktur verlassen möchte, legt sich am besten eine eigene Wallbox zu. Den Kauf einer eigenen Ladestation will die Bundesregierung im Rahmen des neuen Konjunkturpakets pauschal mit 900 Euro fördern. Ab wann gilt die neue Förderung für E-Auto-Wallboxen? Alle ab dem 24. November 2020 erworbenen Wallboxen können bezuschusst werden. Um die Förderung in Anspruch nehmen zu können, muss die Antragsstellung allerdings unbedingt vor dem Kauf erfolgen.

Darüber hinaus müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Normalladeleistung der Ladestation darf 11 kW nicht übersteigen.
  • Der Strom zum Tanken des eigenene E-Autos muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen.
  • Außerdem muss die Wallbox intelligent und steuerbar sein.

Die Förderung kann zudem nur in Anspruch genommen werden, wenn sich die Kosten für die Wallbox tatsächlich auf mindestens 900 Euro belaufen. Stehen auf der Rechnung dagegen zum Beispiel nur 899 Euro, gibt es keinen Zuschuss vom Staat. Übrigens kannst du dir auch mehrere Ladepunkte fördern lassen. Aber auch hier gilt, dass jeder Ladepunkt mindestens 900 Euro kosten muss. Kosten drei Anschlüsse zum Beispiel nur 2.400 Euro, erhältst du lediglich 1.800 Euro Förderung.

Auch Kommunen und Bundesländer werden aktiv, um die Wallboxen zu fördern.

Recht auf Wallbox für Mieter und Wohnungseigentümer.

Gute Nachrichten gibt es übrigens auch für Wohnungseigentümer und Mieter in Mehrfamilienhäusern. Zum 1. Dezember 2020 tritt eine Wohnungseigentümer-Reform (WEG-Reform) in Kraft. Nach dieser können Wohnungseigentümer den Einbau einer Ladestation in der Tiefgarage oder an einem Parkplatz auf dem Gelände der jeweiligen Wohnanlage verlangen. Die Kosten für Einbau und Wartung der Wallbox trägt der jeweilige Antragssteller.

Durch die Reform sollen zukünftig auch Mieter von Eigentumswohnungen den Bau von Ladesäulen und Wallboxen durchsetzen können. Allerdings müssen sie in diesem Fall auch für die dabei entstehenden Kosten aufkommen. Inwiefern dieser Anspruch dann tatsächlich umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Bleibt der Vermieter nämlich untätig, müssten Mieter klagen. Dadurch könnte die Einrichtung einer Wallbox zur echten Geduldsprobe werden.

Regionale Förderungsstruktur von E-Autos am Beispiel von Bayern und NRW.

Spitzenreiter beim Thema Förderung von E-Autos ist derzeit Bayern. Das Bundesland übernimmt 40 Prozent des Nettokaufpreises für den Kauf einer Wallbox (bis 22 kW), maximal jedoch 3.000 Euro. Voraussetzung ist ihr Betrieb mit Ökostrom. Pro Antragsteller sind maximal zehn Ladepunkte im Kalenderjahr zur Förderung von E-Autos berechtigt. Bayerns Landeshauptstadt München fördert zudem mit bis zu 6.000 Euro die Kosten für Beratungsleistungen zum Thema Ladeinfrastruktur, etwa von einem Planungsbüro.

Auch NRW schafft neue Anreize zur Förderung von E-Autos. Bis zum 30. November gelten im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland erhöhte Fördersätze für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die hiesigen Richtlinien „Emissionsarme Mobilität“ sehen einen erhöhten Förderhöchstsatz um 1.500 Euro pro intelligentem Ladepunkt vor. Die Installation einer mit Ökostrom betriebenen Ladestation subventioniert das Land NRW mit zusätzlichen 500 Euro. Gleiches gilt übrigens in Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover. In Frankfurt am Main bekommst du beim Kauf eines E-Autos immerhin 250 Euro.

Mit E-Kennzeichen in den meisten Großstädten kostenfrei parken.

Wer ein E-Auto oder Hybridfahrzeug mit einer Reichweite von mindestens 40 Kilometern oder einem CO2-Ausstoß von weniger als 50 g/km fährt, kann ein E-Kennzeichen erhalten und damit seinen Alltag in der Großstadt um einiges vereinfachen. Denn ein E-Kennzeichen ist nicht nur Voraussetzung, um an einer Ladesäule parken zu dürfen. In den meisten deutschen Großstädten sind E-Autos und Hybridfahrzeuge mit E-Kennzeichen zudem von den Parkgebühren befreit.

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