Carsharing – brauchst du eigentlich ein eigenes Auto?

Carsharing bedeutet kurzfristiges und unkompliziertes Anmieten von Autos via Smartphone. Hier erfährst du alles, was du über Anbieter, Kosten und den Mietprozess wissen musst.

Anbieter von Carsharing im Überblick.

„Mehrere Menschen teilen sich ein Auto und damit die Kosten.“ Von der ursprünglichen Idee hinter dem Begriff Carsharing, also sein eigenes Auto zu teilen, um Kosten zu sparen, ist die heutige Realität weit entfernt.

Die Praxis sieht folgendermaßen aus: In Deutschland gibt es etwa 170 Carsharing-Anbieter in 740 Städten und Gemeinden. Sie halten fast 20.000 Fahrzeuge bundesweit bereit, wovon ihre Kunden je nach Verfügbarkeit ein Auto mieten können.

Der mit Abstand größte Anbieter ist Share Now, der Zusammenschluss der beiden bisherigen Platzhirsche DriveNow und Car2Go. Aktuell setzt Share Now 7.400 Fahrzeuge ein – 25 Prozent davon sollen bis Ende 2019 Elektroautos sein. Aktuell firmieren die beiden Marken DriveNow und Car2Go noch eigenständig.

Weitere große Anbieter sind Flinkster (315.000 registrierte Kunden), Cambio (77.000 registrierte Kunden) und Stadtmobil (63.000 Kunden). Die Angaben beruhen auf aktuellen Erhebungen (Stand: Anfang 2019) der Internetseite Carsharing-News.de.

Wo finde ich Carsharing-Autos?

Die Fahrzeuge von Share Now sind aus dem Stadtbild der großen deutschen Städte wie Berlin, Hamburg, Frankfurt und München nicht mehr wegzudenken. Sie stehen in Ballungsräumen auf öffentlichen Parkplätzen oder in speziell ausgewiesenen Haltezonen und warten dort auf ihren Fahrer.

So funktioniert Carsharing.

Damit sich die Carsharing-Fahrzeuge von DriveNow und Car2Go ständig „im freien Fluss“ befinden, suchst du online nach einem Auto in deiner Nähe. Die Carsharing-Anbieter stellen dafür kostenlose iOS- und Android-Apps zur Verfügung. Hast du deinen Wunschwagen gefunden, mietest du ihn direkt via Smartphone an und fährst los. Nach der Fahrt stellst du das Auto im Stadtgebiet auf einem beliebigen öffentlichen Parkplatz wieder ab und beendest per App die Miete.

Wer ein Auto bei Flinkster oder Cambio mietet, muss es von festen Sammelplätzen oder Parkzonen abholen und auch dorthin zurückbringen. Das ist nur dann eine bequeme Lösung, wenn du schnell an einen dieser Sammelplätze gelangen kannst oder dich schon in der Nähe befindest.

Flinkster, das Angebot der Deutschen Bahn, hat mit mehr als 2.500 Stationen in rund 400 deutschen Städten und Gemeinden auf den ersten Blick ein sehr großes Netz. Da die Flotte insgesamt nur 4.000 Wagen umfasst, werden Kunden pro Station aber nicht allzu viele Mietautos antreffen.

Deutlich besser haben es die Kunden von DriveNow und Car2Go: Die beiden Carsharing-Unternehmen bieten fast doppelt so viele Fahrzeuge wie Flinkster und sind lediglich in neun Regionen in Deutschland aktiv. Wer dort wohnt, findet deutlich leichter ein DriveNow- oder Car2Go-Auto als ein Flinkster-Fahrzeug.

Der Anbieter Cambio konzentriert sich mit seiner vergleichsweise kleinen Flotte (1.600 Fahrzeuge) auf wohnortnahe Stellplätze in derzeit 22 deutschen Städten. Relativ neu im Markt ist Sixt Share. Der Ableger des Autovermieters Sixt ist derzeit in Berlin und Hamburg aktiv, München soll bis Ende 2019 folgen. Auch bei Sixt Share kannst du den Wagen überall im Geltungsbereich mieten und wieder abstellen, dazu bei allen Sixt-Verleihstationen.

Was kostet Carsharing?

Je nachdem, für welchen Carsharing-Anbieter du dich entscheidest, stehen nach deiner Spritztour unterschiedliche Posten auf der Rechnung. Diese Kostenpunkte solltest du einkalkulieren:

  • Einmalige Anmeldegebühr oder monatliche Grundgebühr
  • Fahrtkosten pro Kilometer, Minute oder Stunde
  • Parkkosten

Die Anmeldegebühr liegt bei den genannten großen Carsharing-Unternehmen bei 30 Euro. Einzig Stadtmobil verlangt in zwei von drei Tarifen eine Kaution in Höhe von 500 Euro und eine monatliche Grundgebühr. Diese variiert zwischen 5 und 22 Euro. Durch den Zusammenschluss von Car2Go und DriveNow zu Share Now verzichten beide Anbieter zurzeit (Stand Mai 2019) auf eine Anmeldegebühr. Flinkster verzichtet bei Bahncard-Kunden auf die Anmeldegebühren.

Außerdem verlangen die Anbieter eine Gebühr für die Mietdauer oder die gefahrenen Kilometer: Car2go und DriveNow rechnen die Carsharing-Kosten derzeit standardmäßig in Minuten ab. Die Tarife bei Share Now sind noch nicht verkündet, solange bleibt es bei den bisherigen: Zwischen 19 und 39 Cent werden pro Fahrminute fällig. 19 Cent fallen je Parkminute an. Etwa, wenn das geteilte Auto nach einem Einkauf weitergenutzt werden soll und es in der Zeit des Einkaufs für andere nicht verfügbar ist.

Flinkster rechnet pro angefangene Stunde ab. Für bis zu 60 Minuten Fahrt in einem Kleinwagen sind mindestens 1,50 Euro fällig. Als weiterer Posten fallen Kraftstoffkosten an. Diese liegen je nach Fahrzeugtyp zwischen 18 bis 22 Cent pro gefahrenem Kilometer. Fährst du längere Strecken, kommst du mit Flinkster günstiger weg als mit Car2go und DriveNow.

Bei Cambio errechnet sich der Preis je nach Tarif aus Zeit- und Kilometerkosten. Alle Carsharing-Anbieter bieten auch Tagespreise an. Bei Sixt Share beginnen die Minutenpreise bei 19 Cent, die Tagesmiete startet bei 59 Euro.

Du siehst: Carsharing-Kosten sind eine Rechnung mit vielen Variablen. Hier eine Beispielrechnung: Willst du zwischen 8 und 22 Uhr mit einem Kleinwagen beispielweise vom Kölner Hauptbahnhof zur Lanxess Arena in Deutz fahren (3 Kilometer, 12 Minuten Fahrtzeit bei fließendem Verkehr), zahlst du bei

  • Car2Go: 2,28 Euro
  • DriveNow: 3,00 Euro
  • Flinkster: 2,84 Euro (exklusive einmalige Anmeldegebühr)
  • Cambio: 1,76 Euro (exklusive Anmelde- und Monatsgebühren)

Während du bei Car2Go und DriveNow das Fahrzeug am Ziel direkt am Straßenrand abstellen kannst, musst du bei Cambio die nächste Station anfahren. Die liegt in unserem Beispiel aber direkt an der S-Bahn-Station der Lanxess-Arena.

Auch bei Flinkster hinkt die Rechnung, da du das Auto nicht einfach in der Nähe deines Zielorts abstellen kannst. Du musst es genau zu der Station zurückbringen, wo du es entliehen hast. Eine einfache One-Way-Fahrt ist mit Flinkster ausgeschlossen. Den Preis aus der Beispielrechnung musst du mindestens verdoppeln. Übrigens: Mit der S-Bahn brauchst du für die Fahrt statt zwölf nur zwei Minuten und zahlst 3 Euro pro Person.

Interessanterweise verzeichnen die stationsbasierten Anbieter für 2018 ein überdurchschnittliches Wachstum der Nutzer von 21,5 Prozent, während die Anzahl der der Nutzer von Free-Floating-Angeboten um 14,9 Prozent gewachsen ist. Und: Free-Floating-Fahrzeuge ersetzen keine privaten Fahrzeuge, so der Bundesverband Carsharing. Beim stationsbasierten Carsharing besitzen dagegen 70 bis 80 Prozent der Nutzer kein eigenes Fahrzeug mehr.

Carsharing oder Bahn: Die 3 großen Vorteile.

Ist Carsharing das Richtige für dich, oder gelangst du mit der Bahn besser ans Ziel? Kommt ganz drauf an, worauf du beim Reisen Wert legst. Jedes Transportmittel hat seine Vorteile:

Vorteile von Carsharing:

  • Spontanität: Es gibt keinen Fahrplan. Mit Carsharing-Autos kannst du losfahren, wann immer du willst.
  • Komfort: Stress beim Umsteigen oder lange Wartezeiten auf ungemütlichen Bahnhöfen gibt es beim Carsharing
  • Gepäckbeförderung: Mehr mitnehmen als du tragen kannst? Bei Carsharing kein Problem. Ein, zwei oder sogar drei große Koffer bekommst du im Wagen unter.

Vorteile der Bahn:

  • Verfügbarkeit: Wie klein dein Dorf auch sein mag – ein Bahnhof, der dich mit der großen weiten Welt verbindet, ist immer in erreichbarer Nähe. Die Carsharing-Station vielleicht nicht.
  • Entspannung: Verkehr, Baustellen und Stau können dir egal sein. Du kannst dich zurücklehnen, während dich der Lokführer ans Ziel bringt. Und sei es Stunden später.
  • Einfachheit: Bahnfahren geht auch heute noch ohne Vorbereitung und analog, ohne App-Installation, Registrierung und digitale Bezahlmethoden.

Wie buche ich ein Auto für Carsharing?

Nach Anmeldung per Smartphone-App beim jeweiligen Carsharing-Anbieter klappen Suche, Reservierung und Freischaltung der Carsharing-Autos. In der Praxis gilt: Mit den Platzhirschen DriveNow und Car2Go (in Zukunft Share Now) lassen sich die geteilten Autos – zumindest für Großstädter – fast so komfortabel nutzen wie ein eigener Pkw. Öffnen kannst du die Autos per App oder per Kundenkarte, die du vor einen Sensor an der Windschutzscheibe hältst.

Oder du nutzt – wie bei Cambio und Flinkster – einen Schlüssel. Den findest du in der Regel in einem Tresor in der Nähe des Autos. Tipp: Vor dem Fahrtantritt solltest du das Auto gründlich auf Schäden untersuchen, damit du später für Kratzer oder Beulen nicht haftbar gemacht wirst. Bei den meisten Anbietern kannst du ab 49 Euro pro Jahr ein Sicherheitspaket buchen, das die Selbstbeteiligung bei einem von dir verschuldeten Unfall erheblich reduziert oder sogar ganz ausschließt.

Privates Carsharing: Was ist das?

Der Trend geht klar vom eigenen Auto zum Carsharing. Doch für längere Strecken sind die Carsharing-Anbieter schlicht zu teuer. Hier kommt der private Carsharing-Anbieter Drivy ins Spiel. Er macht mit seiner gleichnamigen App für iOS und Android das Ausleihen besonders einfach. Auf Wunsch baut Drivy eine kleine Box in dein Auto ein. Interessierte Mieter finden dann per App das Auto und können die Türen per Funk öffnen. Der Schlüssel liegt im Auto. Ein weiterer Vorteil der Box: Der Vermieter erfährt per E-Mail, wo das Auto abgestellt wurde. Drivy gibt’s bundesweit, aber vor allem in den Metropolen wie Berlin, Hamburg und München.

Abbildung eines Elektro-Faltrads

Dein Stromer für die City.

Sichere dir jetzt das Zündapp City-Falt-E-Bike Z101.

Zum Angebot

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

facebook instagram twitter youtube linkedin xing envelop hilfe login menu phone messenger whatsapp mail kwk gas strom waermestrom more playbutton payback loading-indicator