Datensicherheit in E-Autos: Wer sitzt wirklich am Steuer?

Die Zukunft kündigt sich unauffällig an. Viele stecken heutzutage ihr Smartphone ans Armaturenbrett und nutzen Google Maps statt eines herkömmlichen Navis im Auto. Jeder kennt Google als Datenkrake, doch was ist über die Datensicherheit in E-Autos bekannt? Spoiler: Sie sammeln mehr Daten über dich, als du vielleicht ahnst.

Datensicherheit: Welche Daten sammeln E-Autos?

Die Schwachstellen von Computern, Smartphones und Tablets sind den meisten bekannt. Sicherheitsprogramme auf diesen Devices schützen vor Schadsoftware und Hackerangriffen. Wer aber denkt an Virenschutz, Anti-Tracking und Datensicherheit in E-Autos?

Die massive Datenerfassung und -verarbeitung durch Unternehmen ermöglicht Produktoptimierung und Mangelbeseitigung, macht Verbraucher jedoch auch zu gläsernen Menschen. Eine ADAC-Untersuchung zur Datensicherheit in E-Autos von BMW, Mercedes und Renault ergab, dass die Batterieaufladung des Renault Zoe zum Beispiel bei unbezahltem Leasing der Batterie per Mobilfunk unterbrochen werden kann. Autos wie der Renault Zoe, der BMW i3 und andere senden regelmäßig Datenpakete mit Fahrzeuginformationen an Hersteller – Daten, die nicht nur für Versicherungen interessant sind.

Seit neuestem haben Kunden die Möglichkeit, spezifische Fahrzeug-Apps wie MyHonda+ (zum Beispiel im neuen Honda e) oder BMW Connected zu nutzen, um das digitale Leben mit dem Auto zu verknüpfen. Doch die Daten erreichen nicht nur das Smartphone, sondern auch Hersteller und Drittanbieter wie Google Maps, Amazon Audible, YouTube und andere.

Die Frage ist: Kann Elektromobilität nicht nur Sicherheit beim Fahren, sondern auch Datensicherheit in E-Autos garantieren?

Connected Cars: Immer verbunden.

E-Autos sind fast rund um die Uhr vernetzt und teilen Daten über Fahrverhalten, GPS-Position, Batterieladezeiten und Gurtstraffungen bei Fahrzeuginsassen. Selbst deine Lieblingsmusik, Handykontakte und Stammrestaurants sind für Autohersteller kein Geheimnis. Dank über 200 Sensoren greifen E-Autos auf mehr und mehr sensible Personendaten zu.

Googles Android Automotive als Betriebssystem in Volvos Polestar 2 zeigte 2020 erneut, wie eng Automobilindustrie und IT-Giganten wie Google, Apple und Microsoft zusammenrücken. Die Grenzen zwischen Smartphone und Smart Car verschwimmen zusehends.

Mobilitäts-Initiativen wie Autosar und Genivi fordern eine offenere Softwarearchitektur. Neue Industriestandards und weltweit kompatible Softwarelösungen sollen die Konnektivität von E-Autos erhöhen. Doch je vernetzter dein Auto ist, desto mehr Lücken entstehen für Datendiebstahl und Data Mining.

Smart Grid: Nachhaltige Vernetzung.

Jährlich ist beziehungsweise war die Automobilindustrie auch Stammgast auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas und der mittlerweile eingestellten Cebit in Hannover. Neue Mobilitätskonzepte verknüpfen das digitale Verbraucherleben mit modernen Autos. In den Fokus der Fahrzeugentwicklung rückt neben Connectivity auch das Thema nachhaltige und umweltfreundliche Elektromobilität.

Zu den neuen Nachhaltigkeitskonzepten zählt neben Smart Citys, Smart Homes und Smart Cars auch das Smart Grid. Dabei handelt es sich um ein auf Nutzerdaten basierendes, intelligentes und selbstregulierendes Stromnetz, das durch nachhaltige Energieerzeugung die Umwelt schont.

Fahrer von E-Autos können das Smart Grid nutzen, indem sie mit heimischen Photovoltaikanlagen Solarstrom für ihr E-Auto erzeugen und Überschüsse ins Stromnetz einspeisen. Nachhaltigkeit entsteht durch die Ladeprofile der Nutzer, die dem Smart Grid den voraussichtlichen Energiebedarf vermitteln. Auch hier fließen jedoch Daten über Mobilitäts- und Ladeverhalten an die Hersteller. Mess- und Abrechnungsdaten werden über Ladestationen sogar an Drittparteien wie Energiekonzerne und Netzbetreiber übermittelt. Vor allem die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zwingt Unternehmen jedoch, Datensicherheit in E-Autos zu garantieren.

Projekt Delta: Datenschutz im E-Auto als Grundrecht.

Aktuell ist der Datentransfer beim Zahlen per App oder Chipkarte an der E-Ladestation durch die ISO 15118 gesichert. Dieser internationale Standard soll modernste Datenverschlüsselung garantieren und die Kommunikation zwischen Auto, Ladestation und Zentralsystem durch Sicherheitsschlüssel vor dem Zugriff Unbefugter schützen.

Da ISO 15118 in Sachen Datensicherheit in E-Autos jedoch noch unzureichend ist, stellten der innogy Energiekonzern, das Fraunhofer Institut, die Deutsche Kommission Elektrotechnik, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt und die TU Dortmund gemeinsam das Projekt DELTA auf die Beine.

DELTA steht für „Datensicherheit und -Integrität in der Elektromobilität beim Laden und eichrechtkonformen Abrechnen“ und erstellt mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Normung neue und verbesserte Sicherheitsstandards. Ziel ist eine lückenlose Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen E-Auto und Ladesäulen. Für DELTA steht der Schutz personenbezogener Daten als das „Öl des 21. Jahrhunderts“ im Mittelpunkt. Eine wasserdichte Absicherung bleibt aufgrund fehlender Normen jedoch noch aus.

Autonomes Fahren: Kontrolle abgeben oder verlieren?

Die Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug erfolgt immer weniger über mechanische Bauteile. Sensoren und elektronische Motorsteuergeräte ersetzen Lenkstange, Kupplung und Gangschaltung. Smartphones verschmelzen mit den Armaturen und KI-Systeme analysieren Fahrverhalten und Sprachbefehle. Eine Konsequenz daraus: Das Auto als isolierter, privater Raum ist Vergangenheit. Dabei wissen viele nicht einmal, über welche Funktionen das eigene Auto verfügt und welche Daten es mit wem teilt. Gefahren rühren nicht nur von Data-Mining durch Konzerne, sondern auch von einer möglichen Fremdsteuerung und Datenplünderung durch Hacker.

Frau sitzt am Steuer eines Autos und liest.
Noch ist autonomes Fahren der Stufe 5 Zukunftsmusik.

Der technologische Weg zum autonomen Fahren unterteilt sich in fünf Stufen:

  1. Assistenzsysteme (Tempomat, automatischer Spurhalteassistent und Co.)
  2. Teilautomatisierung (Kombination von Einzelsystemen wie Abstandsregeltempomat, Notbrems- und Spurhalteassistent)
  3. Hochautomatisierung (Aufgaben können von der KI selbstständig und ohne menschlichen Eingriff bewältigt werden.)
  4. Vollautomatisierung (Alle Fahraufgaben können von der KI bewältigt werden, der Fahrer kann aber bei Bedarf das Steuer übernehmen.)
  5. Autonomes Fahren (Insassen des Autos sind nur noch Passagiere und übernehmen im Fall eines Unfalls keine Haftung.)

Infolge von Teslas Pionierarbeit befindet sich der E-Mobilitätsmarkt derzeit auf Level 2. Doch schon jetzt lässt sich schwer sagen, wie viel Datensicherheit in E-Autos du auf Stufe 5 noch erwarten kannst.

Aufladen per Roboter-App.

Erst vor Kurzem stellte VW eine Studie zum Laden von E-Autos auf öffentlichen Parkplätzen vor. E-Autos sollen per App beim Parken Roboter aktivieren, die dann mit einem Akkuwagen zum Auto fahren und es ganz autonom aufladen.

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