Der Nissan Leaf 2019 im Überblick: Wie schlägt er sich im Alltag?

Das meistverkaufte Elektroauto der Welt ist erwachsener geworden. Zum Modelljahr 2019 erhält der Nissan Leaf nicht nur eine größere Reichweite, sondern auch eine harmonischere und weniger futuristische Optik. Im Vergleich zum Vorgänger können die Kunden nun nicht nur aus deutlich mehr Ausstattungsmerkmalen wählen, sondern zugleich auch weiter fahren. Das macht sich vor allem beim Leaf e+ bemerkbar – der mit einer Reichweite von 385 Kilometern aufwartet.

Nissan Leaf 2019: Das ist neu.

Weiter und sicherer statt schneller und lauter: Nissan stellt für das Modelljahr 2019 zwei neue Varianten des Nissan Leaf vor. Die signifikantesten Neuerungen sind sicherlich die neuen Batterien und damit die größere Reichweite. Doch auch was die Bereiche Infotainment und Fahrassistenz-Systeme angeht, gibt es Überarbeitungen und mehr Auswahl. Im Gegensatz zu diesen unsichtbaren Entwicklungen fällt eines jedoch sofort ins Auge: Das neue Design. Die zweite Generation kommt wesentlich erwachsener, kantiger und weniger verspielt daher. So hat er beispielsweise seine wulstig nach oben stehenden Frontscheinwerfer abgelegt und bietet mit seinen klaren Linien und akzentuierten Kanten ein zwar eigenständiges, doch vertrautes Design.

Der neue Nissan Leaf 2019.
Der neue Nissan Leaf 2019. © Nissan 2019

In absoluten Zahlen ist der Nissan Leaf bis heute das meistverkaufte Elektroauto weltweit. Doch was die monatlichen Verkaufszahlen angeht, wurde er 2018 von Teslas Model 3 vom emissionsfreien Thron gestoßen. In Europa ist der Leaf jedoch noch heute das beliebteste Fahrzeug mit reinem Elektro-Antrieb. Mit dem neuen Modelljahr macht sich der japanische Hersteller daran, diese Stellung zu festigen und auszubauen.

Der Nissan Leaf 2019 in Zahlen.
  • Leistung in kW (PS): 110 (150) Nissan Leaf bzw. 160 (217) Nissan Leaf e+
  • Max. Drehmoment in Nm bei U/min: 320/3.283 bzw. 340/4.000 (Nissan Leaf e+)
  • Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 19,4 bzw. 18,5 (Nissan Leaf e+)
  • Reichweite in km: 285 bzw. 385 (Nissan Leaf e+)
  • Kosten: ab 36.800 Euro bzw. ab 44.700 Euro (Nissan Leaf e+)

Merklich alltagstauglicher.

Im Vergleich zum ersten Nissan Leaf (ZE0), der vor zehn Jahren auf die Straßen fand, hat sich die Reichweite des Nissan Leaf 2019 (Bezeichnung: ZE1) mittlerweile mehr als verdoppelt. Oder in Zahlen ausgedrückt: Kam man mit dem ersten Modell laut Testzyklus noch 120 Kilometer weit, gibt Nissan die Reichweite des aktuellen Modells mit 285 Kilometern an. Grund dafür ist die größere und zudem technisch überarbeitete Batterie, die nunmehr 40 kWh im Vergleich zu den 24- und 30-kWh-Modellen der ersten Generation bereitstellt. Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist und weitere Strecken zurücklegen muss, sollte sich das ebenfalls nun vorgestellte Modell Leaf e+ genauer anschauen. Dieses kommt mit einer 62-kWh-Batterie und bietet damit eine Reichweite von 385 Kilometern. Berechnet wird diese nach dem sogenannten WLTP, dem „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“. Diese Messmethode wurde im September 2017 eingeführt, um realistische und im Alltag reproduzierbare Ergebnisse hervorzubringen, und löste den NEFZ-Testzyklus ab.

Was eine solche Reichweite für die Alltagstauglichkeit bedeutet, lässt sich leicht erahnen: Strecken wie von Hamburg nach Dortmund oder von München nach Heidelberg sind nun ohne Ladestopp möglich. Insbesondere Berufspendler, die längere Wege zurücklegen müssen oder an ihrer Arbeitsstelle keine Lademöglichkeiten haben, werden den Zugewinn an Reichweite zu schätzen wissen.

„Neben der deutlich erhöhten Reichweite ist derzeit ein Vorteil des Nissan Leaf gegenüber vielen anderen Stromern, dass er neben dem Renault Zoe das einzige Elektroauto ist, das in Deutschland innerhalb von drei Monaten lieferbar ist. Gerade die Variante mit der 40-kWh-Batterie ist bei einigen Händlern sogar direkt verfügbar“, erklärt Nissan-Experte und Geschäftsführer des Autohaus Sporer, Markus Sporer.

Strom aus der Steckdose.

Im Gegensatz zu manch anderem Elektrofahrzeug ist der Nissan Leaf 2019 ab Werk immer mit einem Ladekabel ausgestattet, um ihn auch an haushaltsüblichen Steckdosen aufzuladen. Das macht den Nutzer weniger abhängig von der vorhandenen Lade-Infrastruktur, dauert allerdings länger: Etwa mit der dreifachen Zeit muss man für den Ladevorgang über normale Steckdosen rechnen. Ist die 40-kWH-Batterie über eine sogenannte Wallbox in der eigenen Garage oder über eine öffentliche Elektro-Ladesäule innerhalb von 7,5 Stunden komplett aufgeladen, muss man an einer normalen Steckdose 21 Stunden warten.

Wem das zu lange dauert, der kann die Schnellladefunktion des Autos an Ladesäulen nutzen. Damit lässt sich die 40-kWh-Batterie des Nissan Leaf innerhalb einer Stunde von 20% auf 80% aufladen. Bei der 62-kWh-Batterie dauert dieser Vorgang etwa 90 Minuten.

Deutlich mehr Assistenzsysteme.

Einen großen Sprung macht der Nissan Leaf 2019 im Vergleich zu seinem Vorgänger auch in puncto Assistenzsysteme. So ist mit dem neuen Modelljahr ein autonomer Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung serienmäßig an Bord. Wer viel unterwegs ist, wird zudem das von Nissan „Propilot“ genannte Assistenzsystem für teilautonomes Fahren schätzen. Mittels Sensoren hält es den Abstand zum Vordermann, beschleunigt und bremst selbstständig und hält das Fahrzeug in der Spur. Insbesondere im Stop-and-go-Verkehr ist das eine merkliche Erleichterung. Wer möchte, kann das System noch um den Propilot Park ergänzen – dann sucht sich der Nissan Leaf eine passende Parklücke und parkt auf Knopfdruck eigenständig ein. Wer gern den Überblick behält, wird sich für den nun erstmals verfügbaren Around-View-Monitor entscheiden, der das Auto aus der Vogelperspektive zeigt und damit schwierige Rangiervorgänge vereinfacht.

Das Interieur des Nissan Leaf 2019.
Das Interieur des Nissan Leaf 2019. © Nissan 2019

Ähnlich wie beim Exterieur geht es nun auch im Innenraum deutlich aufgeräumter zu.

Hier ist der Nissan Leaf ebenfalls erwachsener geworden. Zum Arbeitsplatz des Fahrers gehört jetzt ein 8-Zoll-Tochscreen in der Mittelkonsole, über den wichtige Fahrzeugfunktionen ebenso gesteuert werden können wie das überarbeitete Infotainment-System.

Die Kosten – Kauf oder Leasing?

Die zweite Generation startet preislich bei 36.800 Euro – dann allerdings ohne Sonderzubehör. Der Nissan Leaf Zero e+ mit 62-kWh-Batterie ist ab 44.700 Euro zu haben, dann jedoch bereits inklusive der sogenannten Connecta-Option, die alle Assistenzsysteme für das teilautonome Fahren enthält, wie etwa den Propilot und den Around View Monitor.

Doch was tun, wenn man diese Summen nicht eben auf seinem Sparbuch liegen hat? Hier ein Beispiel für die Kosten beim Leasing eines neuen Nissan Leaf: Entscheidet man sich für die kleinere Batterie-Variante mit 40 kWh in der Connecta-Ausstattung (also inklusive Assistenzsysteme für teilautonomes Fahren), lässt sein Fahrzeug in Metallic-Schwarz erstrahlen und ergänzt noch LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht, landet man bei 39.600 Euro. Nissan gewährt hierauf derzeit einen Aktionsrabatt von 4.620 €, so dass effektiv rund 35.000 Euro übrig bleiben.

Von diesen müssen 9.000 Euro vorab angezahlt werden. In den nächsten vier Jahren fallen 47 Monatsraten zu je 244,66 Euro an. Wer das Auto am Ende übernehmen und sein Eigen nennen möchte, zahlt eine Schlussrate über 17.864 Euro. Der effektive Jahreszins liegt bei 3,99 Prozent. Grob gerechnet könnte man also sagen, dass Nissan dem Nutzer mit dem vorab gewährten Aktionsrabatt die Kosten für den Zins über die vier Jahre schenkt. Obendrauf gibt es beim Leasing ebenso wie beim Kauf eines Elektroautos derzeit außerdem eine staatliche Förderung über 2.000 Euro.

Fazit: Für wen lohnt sich der Nissan Leaf 2019.

Vor allem Pendler und Vielfahrer dürfte der Nissan Leaf 2019 durch seine größere Reichweite und Batteriekapazität überzeugen. Dabei kommt er mit maximal 385 Kilometern in der Sonderedition Nissan Leaf e+ etwas weiter als beispielsweise ein Tesla Model 3 in der Standardausführung (350 Kilometer), welcher derzeit preislich bei etwa 55.000 Euro liegt. Neben dem klareren Design im Exterieur und Innenraum sind zudem die zahlreichen Assistenzsysteme ein gewichtiges Argument gegenüber dem Vorgänger.

Titelbild: Nissan Leaf 2019 © Nissan 2019

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