Die Fernwärme-Heizung im Überblick.

Wie kommt die Fernwärme ins eigene Zuhause und was kostet sie? Antworten und weitere Infos erhältst du in unserem Fernwärme-Überblick.

Die Fernwärme-Heizung.

Das Prinzip der Fernwärme ist leicht erklärt: Anders als bei anderen gängigen Heizsystemen sind die Orte der Wärmegewinnung und der Nutzung oft kilometerweit voneinander entfernt. Die thermische Energie wird beispielsweise in einem Kraftwerk generiert und von dort zu dem Gebäude transportiert, wo sie zum Heizen benötigt wird. Wie dies im Detail vonstattengeht und welche Kosten beim Heizen mit Fernwärme auf dich zukommen, erfährst du in unserem Fernwärme-Überblick.

Fernwärme – von der Gewinnung über die Verteilung bis zur Nutzung.

Drei Schritte sind nötig für ein Heizen mit Fernwärme: die Gewinnung der thermischen Energie, der Transport zum Gebäude und die Verteilung am Zielort.

Wärmegewinnung – so entsteht die thermische Energie der Fernwärme.

Die Basis der Fernwärme-Erzeugung funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird Strom produziert und gleichzeitig Wärme gewonnen. Diese Wärme stammt aus der Abwärme, die wiederum bei der Stromerzeugung entsteht. Verschiedene Arten von Brennstoffen wie z. B. Öl oder Erdgas können zur Wärme- bzw. Stromgewinnung dienen, aber auch eine Kombination mit Systemen auf Basis erneuerbarer Energien ist möglich. Meist wird die Fernwärme in Kraftwerken generiert, unter anderem aber auch in kleineren Blockheizkraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen.

Transport der Wärme zum Zielort – so kommt die Fernwärme in dein Zuhause.

Das Prinzip ist recht unkompliziert: Von dem Ort der Wärmegewinnung wird das erhitzte Wasser über ein wärmegedämmtes Rohrsystem – meist unterirdisch – zum Haushalt geleitet. Eine Sammelstelle kann sich dazwischen befinden.

Die thermische Energie zum Heizen nutzen.

Meist ist im Keller des Zielortes eine Hausübergabestation in Form einer Vor- und Rücklaufleitung installiert. Über die Vorlaufleitung wird das warme Wasser zu Heizzwecken und zur Warmwasserbereitung ins Haus geleitet, über die Rücklaufleitung gelangt das erkaltete Wasser zurück ins Netz.

Im Gebäude selbst kann die Wärme über das vorhandene Heizsystem an die richtigen Stellen geleitet werden, nachdem sie den Wärmetauscher passiert hat. Neben dem Wärmetauscher befindet sich in der Hausübergabestation auch noch ein Wärmemengenzähler, der dafür zuständig ist, die Menge der genutzten Wärme festzuhalten.

Voraussetzungen: Kann ich mein Haus mit Fernwärme beheizen?

Die Voraussetzungen müssen stimmen: Beispielsweise ist wichtig, dass die Möglichkeit besteht, eine Vor- sowie eine Rücklaufleitung – am besten im Keller des Hauses – zu installieren. Auch muss gewährleistet sein, Leitungen vom Anschluss bis zur Hauptleitung legen zu können. Eine generelle Grundvoraussetzung ist, dass dein Wohngebiet überhaupt an das Fernwärmenetz angeschlossen ist.

Lohnt sich die Fernwärme-Heizung für mich?

Ein großer Vorteil ist der geringe Platzbedarf, der für das Heizen mit Fernwärme einkalkuliert werden muss. Da kein Heizkessel oder ähnliches aufgestellt wird, reicht bereits eine kleine Fläche für die Hausübergabestation aus. Die Lagerfläche des Brennstoffes entfällt ebenfalls. Auch die Investitionskosten sind geringer als bei vielen anderen Heizsystemen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Wärme nicht vor Ort produziert wird und somit keine Abgase in den eigenen vier Wänden produziert werden. Auch ein Schornstein ist somit nicht notwendig. Dass auf dem Weg vom Kraftwerk zum Heizsystem Wärme verloren geht, ist hingegen ein klarer Nachteil der Fernwärme.

Hauptsächlich in dicht besiedelten Gebieten ist eine Bereitstellung von Fernwärme sinnvoll, denn die Effizienz wird stark beeinträchtigt, wenn Wärme über große Distanzen transportiert wird. Die zu überbrückenden Strecken zwischen Produktionsort und Endverbraucher betragen in Deutschland daher selten mehr als 10 Kilometer.

Ein Fernwärme-Anschluss lohnt sich eher für Gebäude mit höherem Wärmebedarf, da manche Anbieter von Fernwärme eine Mindestabnahme voraussetzen. Altbauten und Mehrfamilienhäuser mit größerem Heizbedarf eignen sich daher meist eher als gut isolierte Neubauten und Einfamilienhäuser.

Fernwärme beantragen:

  • Um Fernwärme zu beziehen, musst du dich an den lokalen Anbieter wenden.
  • Der Fernwärmeversorger prüft, ob ein Fernwärmenetz in deiner Region verfügbar ist.
  • Er kümmert sich zudem um die Genehmigung für die notwendigen Erdarbeiten und Kernbohrungen.

Zahlen & Fakten: Verbreitung und Umweltfreundlichkeit von Fernwärme.

Im Neubau lag der Anteil an Fernwärme-Beheizungssystemen im Jahr 2015 in Deutschland bei 20,4 %. Im Vergleich dazu: Wärmepumpen lagen ebenfalls um die 20 % und Gasheizungssysteme bei knapp 50 %. Die Fernwärme lag deutlich vor Holz- und Pellet-Heizsystemen (5,3 %) und Öl-Heizsystemen (0,6 %).

Insgesamt lag der Anteil der Fernwärme am Energieverbrauch für die Raumwärmebereitstellung in privaten Haushalten bei knapp 10 %. Vor ihr lag der Spitzenreiter Gas mit über 45 %, gefolgt von der Ölheizung mit gut 25 %. Auch die erneuerbaren Energien lagen mit 15,9 % vor der Fernwärme. Beim Thema CO2-Ausstoß lag die Fernwärme zwar hinter Gas- und Ölheizungen, aber noch deutlich vor besonders umweltfreundlichen Systemen wie der Wärmepumpe oder der Pelletheizung.

Diese Kosten kommen beim Heizen mit Fernwärme auf dich zu.

Die Kosten für Fernwärme setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen. Zum einen können Kosten für die Installation und die Montage entstehen. Sowohl die Wärmeübergabestation als auch der Hausanschluss müssen bereitgestellt werden. Die Kosten dafür liegen grob bei 5.000 €. Sie können aber auch deutlich höher ausfallen, je nachdem wie aufwendig z. B. die Bohrung ausfällt. Es gibt jedoch Anbieter, welche die Installationskosten direkt auf den Fernwärme-Gesamtpreis umrechnen.

Die laufenden Kosten gliedern sich in:

  • einen fixen Grundpreis, der unabhängig vom Verbrauch ist, und
  • einen Arbeitspreis, bei dem der tatsächliche Verbrauch berechnet wird. In 2015 lag der durchschnittliche Preis für Fernwärme laut Statista bei 73,97 € pro MWH.

Je nach Anbieter wird in Ausnahmefällen eine zusätzliche Dienstleistungsgebühr für das Messen und Abrechnen erhoben. In der Regel sind diese Kosten sowie Wartungskosten jedoch bereits im Vertrag enthalten. Da sich der Gesamtpreis von Anbieter zu Anbieter stark unterscheidet, lässt sich hierfür nur grob eine Spanne zwischen 1.000 bis 2.000 € für die laufenden Kosten pro Jahr definieren.

Förderungsmaßnahmen für Fernwärme-Heizungen.

Bei der Umstellung oder dem Erstanschluss von Fernwärme kannst du finanzielle Unterstützung in Form einer Förderung beantragen. Diese kannst du beispielsweise bei der KfW oder dem BAFA beantragen.

Die KfW bietet im Rahmen des Programms „Energieeffizient Sanieren“ sowohl einen kostengünstigen Kredit (KfW-Programm 152) als auch einen einmaligen Zuschuss (KfW-Programm 430).

Diese Förderungen musst du vor Inbetriebnahme deiner Heizungsanlage beantragen. Lass dich im Vorhinein am besten von einem Energieexperten beraten, um deine Möglichkeiten kennenzulernen und deinen Wohnraum effizient zu beheizen.

Dieses Vorhaben kannst du unter Umständen vom BAFA durch das Programm der „Vor-Ort-Beratung“ unterstützen lassen. Das BAFA bezuschusst 60 % der förderungsfähigen Beratungskosten durch einen Energieberater – insgesamt mit bis zu 800 € für ein Ein- oder Zweifamilienhaus und mit bis zu 1.100 € für ein Mehrfamilienhaus ab 3 Wohnungen.

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