E-Auto Mythen: Die größten Mythen der Elektromobilität

Die Produktion eines E-Autos ist schlechter fürs Klima und die Umwelt als die eines Verbrenners – stimmt’s, oder ist das nur ein Mythos? Wir sind dieser und anderen Fragen rund um die Elektromobilität auf den Grund gegangen. In unserem großen Faktencheck erhältst du alle wichtigen Antworten und erfährst, in welchem Vorurteil doch ein wahrer Kern steckt. Los geht’s!

Mythos 1: Elektroautos sind immer noch viel zu teuer.

Klar, ein Model S von Tesla (aktuell etwa ab 81.990 Euro) oder einen Porsche Taycan  (ab 103.802 Euro) kann sich nicht jeder in die Garage stellen. Teure Oberklasse-Modelle gibt es aber natürlich auch bei den Verbrennern. Dennoch ist die E-Mobilität mittlerweile preislich in der unteren Mittelklasse angekommen. Einige E-Fahrzeuge sind bereits für unter 30.000 Euro zu haben, etwa der Smart EQ (ab 21.386 Euro), der VW ID.3 (ab 34.112 Euro) oder auch der Opel Corsa e (ab 29.147 Euro). Von den Mini-Elektroautos wie Microlino, Uniti One oder Zetta ganz zu schweigen. Die starten bei rund 12.000 Euro. Obendrauf gibt es noch eine Förderung, die vom Staat und den Herstellern gezahlt wird. Zugegeben: Vor wenigen Jahren sah das noch anders aus, da war Elektro-Mobilität nur für Besserverdiener erschwinglich. Aber nicht zuletzt durch die Förderungen, bezuschusste Ladetarife und günstige Versicherungen ist sie mittlerweile auch für breitere Bevölkerungsschichten zu finanzieren.

Please accept YouTube cookies to play this video. By accepting you will be accessing content from YouTube, a service provided by an external third party.

YouTube privacy policy

If you accept this notice, your choice will be saved and the page will refresh.

Mythos 2: Elektroautos belasten die Umwelt genauso stark wie Verbrenner.

Hier muss man genau zwischen der Produktion eines Elektrofahrzeugs und seiner Umweltbilanz „auf Lebenszeit“ unterscheiden. In der Aussage, dass „die Produktion eines E-Autos schlechter fürs Klima und die Umwelt als die eines Verbrenners ist“ steckt durchaus etwas Wahres. Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (kurz: ISI) benötigt die Herstellung eines Elektrofahrzeugs etwa das Doppelte an Energie im Vergleich zu einem Verbrenner (je nach Modell und Batteriekapazität zwischen 70 und 130 Prozent mehr). Hauptgrund ist der Akku, dessen Produktion sehr energieaufwendig ist.

Jetzt kommt das große ABER: Wird die Energiebilanz in der gesamten Lebenszeit betrachtet (für Kleinwagen wurde diese mit 150.000 Kilometer, für Oberklassemodelle mit 220.000 Kilometer veranschlagt) benötigt ein E-Auto insgesamt zwischen 15 und 30 Prozent weniger Gesamtenergie als ein Verbrenner. Hinzu kommt, dass seine CO₂-Bilanz bei der für den Antrieb benutzten Energie deutlich besser ist, wenn man den derzeit in Deutschland zum Einsatz kommenden Strom-Mix (also die Mischung von Strom aus erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energiequellen) berücksichtigt. Trotz des Startnachteils ist somit ein Elektrofahrzeug deutlich besser für die Umwelt. Wird das E-Auto mit der eigenen Solar-Anlage aufgeladen, fällt die Energiebilanz nochmals wesentlich besser aus. Im Laufe der nächsten Jahre dürfte sich dieser Wert noch weiter zugunsten des E-Autos verschieben, prognostizieren die Wissenschaftler hinter der Studie.

Mythos 3: Die Reichweite von Elektrofahrzeugen ist zu gering.

In dieser Aussage steckt ebenfalls ein wahrer Kern – bislang gibt es noch keine Elektroautos, die eine Reichweite von deutlich über 500 Kilometern mit einer Ladung schaffen. Geschweige denn solche, welche die 1.000-Kilometer-Marke knacken. Doch auch bei der Reichweite hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan. Kam man mit den frühen rein elektrischen Modellen, beispielsweise der ersten Generation des BMW i3, in der Praxis nur etwa 130 bis 150 Kilometer weit, haben heute die meisten E-Autos mindestens das Doppelte dieser Reichweite. Mittlerweile werden in E-Autos nämlich größere Akkus eingebaut, die preislich wesentlich günstiger sind als noch vor einigen Jahren. Ganz vorne auf der Liste der reichweitenstarken E-Autos steht vor allem Tesla. Deren Model S, Model X und Model 3 haben allesamt eine Reichweite von über 550 Kilometern. Aber du musst nicht so tief in die Tasche greifen, um mit einer Ladung weit zu kommen: Ein Kia e-Soul schafft gute 450 Kilometer, und mit dem neuen Nissan Leaf e+ kommst du immerhin 385 Kilometer weit. Und jetzt kommen die wichtigsten Zahlen: Im Durchschnitt legt der Deutsche pro Tag 40 Kilometer mit dem Auto zurück – in der Woche 280 Kilometer. Das schaffen selbst die kleinen E-Auto-Batterien locker. Hinzu kommt, dass sich auch bei der Ladetechnik einiges getan hat und viele Akkus mittlerweile innerhalb von 20 oder 30 Minuten gut 80 Prozent ihrer Kapazität aufladen können. Auch längere Reisen sind somit problemlos möglich, wenn du die entsprechenden Pausen einplanst und dir in dieser Zeit einfach die Beine vertrittst oder einen Kaffee trinkst.

Verkehr auf der Autobahn.
Selbst auf längeren Strecken, bewährt sich das E-Auto mittlerweile – solange du kurze Pausen einkalkulierst.

Mythos 4: E-Autos sind unsicherer und brennen schneller.

Diese Aussage gehört definitiv ins Reich der Legenden und Mythen ohne wahren Kern. Die Sicherheit von Elektrofahrzeugen wird nach den identischen Standards und Normen bewertet wie bei Verbrennern. Fakt ist, das bis heute noch kein E-Auto bei einem Euro NCAP-Crashtest durchgefallen ist. Im Gegenteil: Mehrere Modelle von Tesla landeten – in guter Gesellschaft mit Fahrzeugen etwa von BMW – unter den besten ihrer Klasse. Alle Infos zum Ranking und den Sicherheitsanforderungen beim Euro NCAP-Crashtest findest du hier. Hat eine Batterie nach einem schweren Unfall erst Feuer gefangen, benötigt es in der Tat spezielle Methoden und Maßnahmen, um sie zu löschen – gefährlicher macht das das Fahren mit einem Elektrofahrzeug allerdings nicht. Beim sachgemäßen Umgang mit dem Fahrzeug und den Bauteilen geht auch vom Hochvoltsystem der Batterie keine Gefahr aus – bei einem Unfall wird der Stromfluss zu den elektrischen Komponenten des Autos sofort automatisch getrennt. Alle wichtigen Informationen zum Unfall mit einem E-Auto findest du übrigens in einem gesonderten Artikel.

Mythos 5: Es gibt zu wenig Ladesäulen.

Hier gibt es teilweise noch Nachbesserungsbedarf. In der Tat ist die Dichte der Ladesäulen aktuell nämlich noch zu gering. In Zahlen ausgedrückt: Rund 36.950 öffentliche Ladepunkte gibt es derzeit in Deutschland, vermeldet das European Alternative Fuels Observatory (Stand: Q4/2020) und etwa zwei Drittel verfügen sogar über eine Schnelllademöglichkeit. Allerdings hat sich die Anzahl der Ladesäulen alleine in den vergangenen fünf Jahren vervielfacht. Zum Vergleich: Noch 2015 gab es erst knapp 5.000 öffentliche Ladesäulen.

Damit das Ladenetz immer dichter wird und dir bei möglichst jedem Boxenstopp eine Ladestation zur Verfügung steht, setzen wir zusammen mit der EnBW alle Hebel in Bewegung.Schon jetzt verfügt das EnBW HyperNetz über mehr als 100.000 Ladepunkte im größten Ladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darüber hinaus wurde das HyperNetz kürzlich um zahlreiche weitere Ladestationen in den Niederlanden, Frankreich und Italien erweitert, sodass dir auch bei längeren Reisen immer ein Ladepunkt zur Verfügung steht, an dem zum einheitlichen Tarif laden kannst.

Den Bedarf und die Notwendigkeit hat übrigens auch die Bundesregierung längst erkannt. Das Klimaschutzprogramm sieht einen schnellen und bundesweit flächendeckenden Ausbau vor. So sollen bis Ende 2022 noch 50.000 Ladesäulen hinzukommen. Im Jahr 2030 soll sogar das ehrgeizige Ziel von einer Million öffentlicher Ladepunkte erreicht werden.

Neben dem öffentlichen Ladenetz haben natürlich auch private Wallboxen und die Möglichkeit, das eigene E-Auto am Arbeitsplatz laden zu können, großen Einfluss darauf, wie alltagstauglich ein Elektroauto tatsächlich ist. Wer sich eine private Wallbox zulegt oder auch in einer Mietwohnung mit seinem Vermieter eine Einigung erzielt oder sein Elektroauto auch bei seinem Arbeitgeber laden kann, ist natürlich noch weniger abhängig vom öffentlichen Ladenetz.

E-Auto günstig und klimaneutral zu Hause laden?

Entdecke deine Vorteile mit dem Yello Autostrom-Tarif.

Zum Autostrom-Tarif
91 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.