E-Autos mit Anhängerkupplung: Welche Anhängelast ist möglich?

Welche Lasten lassen sich eigentlich mit einem E-Auto bewegen? Und welche elektrischen Modelle mit einer Anhängerkupplung sind überhaupt schon auf dem Markt? Wir werfen einen Blick auf die entsprechenden Fahrzeuge und beleuchten, inwieweit E-Autos mit Anhängerkupplung eine Alternative zu vergleichbaren Verbrennern sind.

Die Anhängerkupplung: Marktlücke bei E-Autos.

Ob bei der Verkehrswende, dem autonomen Fahren oder modernsten Mobilitätskonzepten – der Trend geht zum E-Auto. Etwa 140.000 E-Autos sind hierzulande bereits zugelassen. Der ADAC führt in seiner neuesten Übersicht 33 E-Automodelle auf, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Mit der Nachfrage steigen die Anforderungen der Kunden. Im Alltagsbetrieb monieren Fahrer von E-Autos zunehmend eine auffällige Marktlücke: Nicht einmal ein Drittel der Modelle verfügt über eine Anhängerkupplung.

Welche Lasten kann ein E-Auto eigentlich bewegen?

Grundsätzlich sind Elektroautos prädestiniert für einen Zugbetrieb. Erstens aufgrund eines permanent verfügbaren hohen Drehmoments bei gleichmäßiger Beschleunigung. Zweitens, weil ein hohes Eigengewicht durch die Batterien für ausreichend Stabilität beim stärkeren Abbremsen eines Anhängers sorgt. Aus diesen beiden Faktoren ergibt sich die sogenannte Anhängelast. 

In puncto Eigengewicht scheiden leichte E-Sportwagen als Anhänger-Kandidaten aus. Genauso wie viele Kompakt- oder Kleinwagen, deren Hecks nicht für den Zugbetrieb ausgelegt sind. Auf der Suche nach einem starken elektrischen Zugpferd für geringe Anhängelasten solltest du dich auf Limousinen und Crossover-Modelle, vor allem aber Elektro-SUV oder E-Offroader konzentrieren. Um die Gartenabfälle zum Wertstoffhof zu fahren, einen Fahrradträger zu transportieren oder kleine Transporte vom Baumarkt zu erledigen, reichen kleine Anhänger zwischen 500 kg und 750 kg Anhängelast aus.

Noch verhindert die Akkuleistung der E-Autos viele Anhängerkupplungen.

Aus Sicht der Hersteller gelten nach wie vor die verbauten Batterien als größte Schwachstelle, wenn es um die Anhängerfunktionalität ihrer E-Autos geht. Selbst beim Muskelpaket unter den Stromern, dem Tesla Model X, macht sich die zusätzliche Anhängerlast in einer reduzierten Reichweite bemerkbar. Wie stark sich die Reichweite reduziert, ist vor allem auch von der Anhängerlast abhängig.

Natürlich steigt der Verbrauch bei Verbrennungsmotoren genauso an, wenn ein Anhänger am Haken hängt. Notfalls kann der Tank aber schnell und flexibel nachgefüllt werden. Geht einem E-Auto auf längeren Strecken der Saft aus, wird die Zugmaschine von Ladestopps ausgebremst, die in aller Regel mehr Zeit in Anspruch nehmen als das Nachtanken an der Tankstelle. Da sich der Einfluss der Zuglast auf den Energieverbrauch der E-Autos nur schwer einschätzen lässt, geben viele Hersteller ihre Fahrzeuge erst gar nicht für den Anhängerbetrieb frei.

Frau steht in der Sonne an einer Ladesäule und hält ein Smartphone.
Ist der Akku durch die hohe Zuglast schneller leer, hilft nur ein Boxenstopp an einer Ladesäule.

Welche Problemlöser gibt es?

Wenn du explizit nach E-Autos mit Anhängerkupplung suchst und nicht den Kompromiss eines Hybrid-Modells eingehen willst, bleibt die Auswahl überschaubar. Noch. Denn Hersteller und Entwickler arbeiten bereits an der Herausforderung der massiv abfallenden Reichweite von E-Autos im Anhängerbetrieb.

Das neue Alternativkonzept eines Miet-Anhängers mit eigenem Antrieb und separatem Wechsel-Akku von EP Tender könnte das Problem der Reichweite künftig lösen und andere Hersteller inspirieren.

Unterm Strich haben E-Autos zumindest im Anhängerbetrieb auf Langstrecke durch die geringere Reichweite und lange Ladezeit noch Nachteile gegenüber Hybriden oder klassischen Verbrennern. Besonders, wenn es in die Schwergewichtsklasse Caravaning geht.

Muskelprotz von Musk: Tesla Model X zieht allen davon.

Campingfreunde mit einer Vorliebe für Wohnanhänger und E-Mobilität hatten lange Zeit keine Alternative zum Muskelprotz von Tesla. Das Model X (ab 91.700 Euro), kombiniert eine serienmäßige Anhängerkupplung mit einer Anhängelast von 2.250 Kilogramm. Damit verweist Tesla bis heute die gesamte elektrische Konkurrenz mühelos auf die Plätze.

Teslas Mittelklasse-SUV Model Y, das voraussichtlich im nächsten Jahr in Brandenburg vom Band rollt, kann sich im Schatten des großen Bruders mit einer maximalen Anhängelast von 1.600 kg durchaus sehen lassen. Die optionale Anhängerkupplung des Tesla Model 3 zieht noch bis zu 910 kg.

Audi und Mercedes holen auf.

In Sachen Zugkraft bekommt Tesla allmählich Konkurrenz aus Deutschland. Bei etwa 2,5 Tonnen Eigengewicht können der Mercedes EQC (ab 71.281 Euro) und der Audi Q7 E-Tron (ab 69.100 Euro) immerhin mit einer Anhängelast von 1.800 kg aufwarten. Auch das Oberklassemodell der Volvo-Tochter Polestar, der Polestar 2 (ab 57.900 Euro), zieht immerhin 1.500 Kilo.

Nur die Hälfte davon, also 750 kg Anhängelast, bekommen der Ford Mustang Mach-E (ab 46.900 Euro) und der Jaguar I-Pace (ab 77.300 Euro) gezogen. Doch gemeinsam stehen diese fünf E-Autos beispielhaft für eine zunehmende Standardisierung von Anhängerkupplungen im Segment der elektrischen Oberklasse-SUVs.

Mercedes EQC auf einem Flugplatz mit Flugezugen im Hintergrund.
Mit Stromern wie dem Mercedes EQC machen auch deutsche Hersteller Fortschritte, E-Autos als Zugfahrzeuge zu etablieren.

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