e.Go Life: Der neue E-Flitzer für die Stadt.

Mit ihrem e.Go Life will die e.Go Mobile AG den etablierten Autokonzernen die Stirn bieten. Wir haben uns das Unternehmen und ihren City-Flitzer näher angesehen und verraten, mit welchen Problemen die e.Go Mobile AG aktuell zu kämpfen hat.

Die Macher vom neuen e.Go Life hatten sich auf die Fahne geschrieben, ein möglichst preiswertes E-Auto auf den Markt zu bringen. Durch die verzögerte Straßenfreigabe und den damit einhergehenden Entwicklungs- und Materialaufwand sowie den erhöhten Umweltbonus, zu dem das Unternehmen immerhin 3.000 Euro beisteuern müsste, wurden die Preise für den kleinen Stadtflitzer zuletzt erhöht. In seiner günstigsten Version kostet der Stromer 23.289 Euro. Zieht man die Elektro-Prämie ab, die für Fahrzeuge mit einem Listenpreis von bis zu 40.000 Euro auf 9.000 Euro erhöht wurde, bleiben noch rund 14.000 Euro. Im Vergleich mit Kleinwagen anderer Hersteller wie dem aktuell ausverkauften Seat Mii electric (ab 11.650 Euro nach Abzug des Umweltbonus), dem Skoda Citigo (ab knapp 16.000 Euro) oder dem VW e-up! (ab knapp 13.000 Euro), verfehlt der e.Go Life das Ziel, das günstigste Elektroauto Deutschlands zu werden – sofern der Kleinwagen noch eine Zukunft hat.

Im Zuge der Corona-Krise sieht sich das Unternehmen jetzt nämlich mit großen finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert: Wie es aus Medienberichten heißt, wurde am 1. Juli 2020 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Nach Angaben des Gründers der Firma, Professor Günther Schuh, ist der wirtschaftliche Stillstand der Corona-Pandemie geschuldet. Seinen Angaben zufolge standen und stehen aber immer noch Investoren bereit. Im Juli 2020 werden aber zunächst Produktion und die Entwicklung ausgesetzt. Betroffene Mitarbeiter werden in Kurzarbeit geschickt. Bereits produzierte Fahrzeuge sollen allerdings weiter verkauft werden und Probefahrten stattfinden.

e.Go Life: Ein Auto, drei Modelle.

Zunächst hatte es den Stromer nur als Kleinserie geben. Nach Angaben des Herstellers war die fehlende Straßenfreigabe für das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) der Grund dafür. Diese wollten die Zulieferer erst zum Herbst 2019 erteilen. Wie die Auto BILD berichtet, waren „Toleranzabweichungen bei Tests, die sich als Standard etabliert haben“ Grund für die Verzögerung. Auch wenn diese nicht sicherheitskritisch sein sollten, ging der Hersteller lieber auf Nummer sicher. Aufgrund der technischen Verzögerung wurden die Fahrzeuge der „First Edition“ auf 53 kW beziehungsweise 72 PS gedrosselt. Darüber hinaus gingen die ersten Autos auch ohne Rekuperation zur Energierückgewinnung beim Bremsen an den Start. Seit Juni 2020 gibt es mit dem e.Go Life 40+ und dem Life 60 zwei weitere Modelle.

e.Go Life 40+

  • Batteriekapazität: 21,5 kWh
  • Reichweite: 122 km (WLTP Combined)
  • Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
  • Verbrauch auf 100 km (WLTP Combined): 18,7 kWh
  • Ladezeit: 9,6 Stunden (Haushaltssteckdose), 6 Stunden (Typ 2 Stecker)

e.Go Life 60

  • Batteriekapazität: 21,5 kWh
  • Reichweite: 139 km (WLTP Combined)
  • Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
  • Verbrauch auf 100 km (WLTP Combined): 15,5 kWh
  • Ladezeit: 9,8 Stunden (Haushaltssteckdose), 6,9 Stunden (Typ 2 Stecker)
pPressebild e-Go life in rostrot

Underdog aus Aachen: Wer steckt hinter dem e.Go Life?

Der e.Go Life ist das Konzept von Günther Schuh, Professor an der RWTH Aachen. Der Wissenschaftler entwickelte 2010 bereits den Elektro-Transporter StreetScooter im Umfeld der Hochschule. Die Idee dahinter: Elektromobilität schon ab kleinen Stückzahlen wirtschaftlich attraktiv für Unternehmen anbieten zu können. Das Ziel: die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie.

2014 wurde die StreetScooter GmbH an die Deutsche Post DHL verkauft. Seitdem ist der Elektro-Transporter hauptsächlich zur Auslieferung von Briefen und Paketen im Einsatz. Professor Schuh hat mit dem Kapital aus dem Verkauf des Unternehmens und der Hilfe von Investoren aus der Autoindustrie den e.Go Life an den Start gebracht. Das E-Auto richtet sich in erster Linie an Privatleute. Aber auch für gewerbliche Abnehmer wie Pflegedienste, Behörden oder Logistikunternehmen ist der e.Go Life interessant. Mit dem Stadtauto will Schuh zeigen, dass die Produktion von Elektroautos nicht teuer sein muss. Dabei verzichtet e.Go bewusst auf die Zusammenarbeit mit der etablierten Automobilindustrie, um nicht beeinflusst zu werden. Trotzdem hoffen die Autobauer aus Aachen, dass die großen Autokonzerne ihre Ideen übernehmen, um den E-Auto Markt gemeinsam voranzubringen.

Werkseröffnung und Produktionsstart.

Im Juli 2018 wurde das 16.000 Quadratmeter große Werk der e.Go Mobile AG am Standort Aachen Rothe Erde eröffnet. Dadurch hat das Unternehmen etwa 140 neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen. Ursprünglich sollte die Produktion bereits im Mai 2018 beginnen. Durch den Wegfall eines großen Zulieferers verzögerte sich der Produktionsstart allerdings bis zum März 2019. Die ersten Fahrzeuge der First Edition wurden am 8. Mai 2019 ausgeliefert.

eGo life im Werk

Fahrspaß zum Sparpreis?

Ob der e.Go Life das richtige Elektroauto für dich ist, hängt stark von deinem Budget und deiner Erwartungshaltung ab. Fahrspaß wie bei einem Audi, BMW, Mercedes oder Porsche kannst du sicher nicht erwarten. Verstecken braucht sich der e.Go Life allerdings auch nicht. Angetrieben über die Hinterradachse beschleunigt der kompakte City-Flitzer in 3,4 Sekunden von null auf 50. In ersten Testberichten wird außerdem seine gut ansprechende Steuerung über das serienmäßige Sportlenkrad hervorgehoben. Diese soll sich allerdings etwas schwerfälliger verhalten als wir es von anderen modernen Fahrzeugen gewohnt sind.

Ob der eher beschwerliche Einstieg zu den hinteren Sitzen, ein minimalistischer Innenraum, geringes Platzangebot oder vermeintlich laute Blinker Argumente gegen den Kauf des e.Go Life sind, ist Geschmackssache. Ein Familienauto für die Fahrt in den Urlaub ist der e.Go Life aber ganz sicher nicht. 

Titel- und Teaserbild © e.GO Mobile AG

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