E-Motorrad bis 125 ccm: Fünf Maschinen, die du mit Klasse B fahren darfst.

Auch unter den Elektromotorrädern gibt es einige Maschinen, die mit einem konventionellen Auto-Führerschein gefahren werden dürfen. Wir klären auf, ob dafür weitere spezielle Anforderungen erfüllt werden müssen und stellen dir fünf spannende E-Motorräder vor.

Ein 125-ccm-E-Motorrad mit dem PKW-Führerschein fahren: Das geht?

Noch vor dem 31. Dezember 2019 durften Führerscheininhaberinnen und -inhaber nicht automatisch ein Motorrad mit einem Hubraum von 125 Kubikzentimetern (CCM) fahren. Das ging nur, wenn ihr alter PKW-Führerschein der Klasse B vor dem 01. April 1980 ausgestellt wurde oder sie den Führerschein der Klassen A, A1 oder A2 hatten. Mittlerweile ist das anders: Ende 2019 wurden die ursprünglichen Bestimmungen durch eine Neuverordnung ersetzt. Diese besagt, dass nunmehr grundsätzlich alle ein Leichtkraftrad der Klasse A1 fahren dürfen, die einen PKW-Führerschein der Klasse B besitzen und darüber hinaus bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Auf diese gehen wir später genauer ein.

Der Beschluss zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung stieß nur teilweise auf Zustimmung. So kritisierten beispielsweise Verkehrsexperten sowie Notärzte den Gesetzesentwurf bereits im Vorfeld. Dabei argumentierten sie mit dem Aspekt der erhöhten Unfallgefahr. Ebenso zweifelten Fahrlehrer an, dass PKW-Fahrerinnen und -Fahrer in so kurzer Zeit die nötige Kompetenz im Umgang mit einem Zweirad erwerben könnten.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur rechtfertigt die Regelung hingegen. Schließlich fördere das neue Gesetz den „Zugang zum Führen von Leichtkrafträdern“ sowie die „Stärkung der Elektromobilität in Deutschland“.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Wie bei fast allen Bestimmungen gelten auch bei der Neuregelung zum Fahren eines E-Motorrads bis 125 ccm mit dem PKW-Führerschein wichtige Voraussetzungen: Zunächst einmal müssen Fahrerinnen oder Fahrer wenigstens fünf Jahre lang die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzen und mindestens 25 Jahre alt sein. Darüber hinaus ist es zwingend notwendig, insgesamt vier zusätzliche jeweils 90-minütige Theorie- und fünf Praxisstunden in der Fahrschule zu absolvieren. Im Anschluss wird die Erfüllung aller Anforderung durch die Eintragung der Schlüsselnummer 196 im Führerschein bescheinigt.

Schlüsselzahl 196 kein Ersatz für Führerschein der Klasse A2.

Die Eintragung der Schlüsselzahl 196 erlaubt nicht automatisch die Führerschein-Erweiterung auf die Klasse A2. E-Motorräder mit mehr als 11 kW dürfen weiterhin nur mit einem Führerschein der Klasse A2 gefahren werden.

Diese 11-kW-E-Motorräder garantierten Fahrvergnügen mit dem Autoführerschein.

Wer sich als tauglich für das Fahren von 125-ccm-E-Motorrädern ausgewiesen hat, dem stehen alle Wege für den echten Leichtkraftrad-Fahrspaß offen. Frönen können sie diesem zum Beispiel mit diesen spannenden 11-kW-E-Motorrädern:

Zero S, DS und FXS: Dynamik und Leistung pur mit 11 kW.

Die Macher der Zero-E-Motorräder heben bei ihren Modellen insbesondere deren Leistungsstärke hervor. Der von Zero Motorcycles eigens entwickelte Motor bringt ihnen zufolge deutlich mehr Geschwindigkeit auf die Straße als andere E-Motorräder in diesem Hubraum-Segment. Die FXS soll es demnach in unter fünf Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde schaffen und in der Spitze satte 132 Kilometer pro Stunde erreichen.

Bei etwa neun Stunden Ladezeit kommt die Maschine rund 161 Kilometer weit, bevor sie erneut geladen werden muss. Der prominente X-Games-Sportler Bob Burnquist beschreibt die Bikes aus dem Hause Zero kurz und knapp mit den Worten „Das ist die Zukunft“. Die Umsetzung dieses Leitsatzes lässt sich Zero allerdings auch gut bezahlen: Die FX (Version ZF7.2) kostet um die 12.500 Euro.

BMW C evolution: Roller im futuristischen Design.

Mit seinen knapp 15.000 Euro ist der C evolution aus dem Hause BMW ebenfalls kein Schnäppchen. Dafür erreicht der kompakte Flitzer die 50 Stundenkilometer Marke bereits nach beeindruckenden 2,8 Sekunden. Die fahrdynamischen 11 kW kommen selbst erfahrenen Motorrad-Fans deutlich leistungsstärker vor. Nach einer Reichweite von etwa 100 Kilometern muss der Scooter neu aufgeladen werden. An Schnellladesäulen soll das rund drei Stunden dauern.

Auch in puncto Design unterscheidet sich das 125-ccm-E-Motorrad von seinen Mitbewerbern. BMW-Chefdesigner Edgar Heinrich beschrieb dieses in der FAZ treffend: „Wir wollten ein emotionales Fahrzeug entwerfen, mit dem der Fahrer ein Statement abgibt.“

Silence S01: Spanier mit entnehmbarem Akku.

Gleichermaßen in das Segment der Roller bis maximal 11 kW reiht sich der Silence S01 ein. Der Spanier überzeugt vor allem mit seinem Akku. Dieser kann abgenommen, wie ein Trolley transportiert werden und auch anderweitig zum Einsatz kommen. Das Gefährt mit Rückwärtsgang bewegt sich im Anschaffungspreis um die 6.000 Euro und soll eine Reichweite von bis zu 115 Kilometern bewältigen. Eine Besonderheit: Gestartet wird der Silence S01 per Smartphone-App.

Horwin CR6: E-Motorrad im Retro-Look zum günstigen Preis.

Mit einer Reichweite von circa 120 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 100 Kilometern pro Stunde vereint die Horwin CR6 die technischen Vorzüge eines E-Motorrads bis 125 ccm mit dem Look eines Retro-Bikes. Die Beschleunigung von null auf 100 fällt zwar etwas geringer aus, als es beispielsweise bei der Zero FXS der Fall ist, dennoch überzeugt das Bike mit viel Liebe zum Detail und einem deutlich günstigeren Einkaufspreis von knapp 7.000 Euro.

Super Soco TC Max: Überzeugendes Gesamtpaket.

In Foren wird die Super Soco TC Max als „reizvolles und erschwingliches Elektro-Motorrad“ bezeichnet. Doch kann sie halten, was sie verspricht? Was in jedem Fall positiv ist: Sie ist ab unter 5.000 Euro zu haben. In Sachen Höchstgeschwindigkeit und Reichweite hält sie mit ihrer Konkurrenz locker mit. Darüber hinaus begeistert sie mit ihrem robusten Äußeren, einem Kombi-Bremssystem für vorne und hinten, Retro-Rundinstrumenten sowie modernster LED-Technik.

Nachhaltigkeit

Genau wie die Batterie eines Elektroautos kannst du die deines 11-kW-E-Motorrads schonen und damit deutlich nachhaltiger verwenden. Wie das geht, erfährst du in unserem Artikel zur Optimierung der Batterie-Lebensdauer.

Gibt es für E-Leichtkrafträder eine staatliche Förderung?

Für den Kauf eines E-PKWs gibt es eine staatliche Förderung. Einige Kommunen zahlen Käuferinnen und Käufern von E-Bikes ebenfalls einen Zuschuss. Da stellt sich die Frage, ob auch ein E-Motorrad bis 125 ccm Unterstützung bekommt. Seitens der Bundesregierung ist eine derartige Förderung bisher leider nicht vorgesehen. Einzelne Gemeinden hingegen haben bereits entsprechende Programme auf den Weg gebracht und wenden diese an. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Aspekt in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Fazit: E-Motorrad-Fahrspaß für die breite Masse.

Die Regelung, dass ein E-Motorrad bis 125 ccm mit dem bereits vorhandenen Klasse-B-PKW-Führerschein gefahren werden darf, freut nicht nur viele Zweirad-Fans, sondern stellt gleichzeitig einen wichtigen Schritt in Richtung Elektromobilität-Ausbau dar. Leichtkraftrad-Fans sollte allerdings bewusst sein, dass ein sicherer und rücksichtsvoller Umgang mit den doch sehr flotten Flitzern unerlässlich ist.

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