E-Scooter in Deutschland: alle Sharing-Anbieter im Überblick.

Die Elektroroller sind los! Seit Mitte Juni dürfen E-Scooter in Deutschland offiziell genutzt werden. Nach dem Start in Metropolen wie Hamburg und Berlin bauen Sharingdienste ihr Angebot zügig aus. Wir nehmen Lime, Tier, Circ und Co. unter die Lupe: Wie funktioniert das mit der Ausleihe? Was kostet mich der Spaß und wo finde ich die Flitzer? Mit diesen Infos gehst du gut informiert auf Spritztour!

Einfache Anmeldung.

Nach langer politischer Debatte haben E-Scooter in Deutschland endlich eine Straßenzulassung erhalten. Da die gesetzlichen Anforderungen und Regeln nun feststehen, kann sich für regelmäßige Fahrer der Kauf eines eigenen E-Scooters lohnen. Wer die elektrische Scooter-Freiheit jedoch erst einmal testen will oder nur eine gelegentliche Nutzung plant, dürfte mit den Angeboten der Sharing-Anbieter gut bedient sein: Einfach die App herunterladen, unkompliziert registrieren und losrollen. Verschiedene Anbieter liefern sich bereits einen Wettbewerb um die urbane Kundschaft. Mit dabei sind die Berliner Startups Tier und Circ, außerdem das US-amerikanische Schwergewicht Lime. Damit du gut vorbereitet auf die Straße gehen kannst, haben wir dir alles Wichtige und Wissenswerte rund um die Angebote der Anbieter zusammengestellt!

Drei E-Scooter im Freien.
Sie sind überall in Deutschlands Großstädten: E-Scooter.

Ähnliche Angebote.

Die Angebote der Anbieter sind ähnlich aufgebaut, was einen Umstieg von Anbieter zu Anbieter erleichtert. Einzig die Notwendigkeit, eine Vielzahl an Apps zu laden und jeweils persönliche Daten zu hinterlegen, trübt die Experimentierfreude. Bei der Preispolitik und Funktionsweise der Apps gibt es kaum Unterschiede: Alle Anbieter verlangen 1 Euro Ausleihgebühr und – je nach Standort – 15 bzw. 25 Cent Minutenpreis. Sämtliche Apps zeigen die verfügbaren E-Scooter auf einer Karte sowie deren jeweiligen Akkustand. Die Dienste aller drei Anbieter können erst ab 18 Jahre genutzt werden, einen Führerschein brauchst du nicht. Für die Ladung und Wartung der E-Scooter setzen die Anbieter auf unterschiedliche Modelle: Bei Lime kommen selbstständige Jobber im Nebenerwerb zum Einsatz, die sogenannten „Juicer“. Circ beschäftigt fest angestellte Mitarbeiter und Tier Werkstudenten, die hier „Ranger“ genannt werden.

Ablauf: So funktioniert E-Scooter-Sharing.

Die Nutzung läuft nach folgendem, einheitlichem Muster ab:

  • Download der App für iOS oder Android.
  • Einfache und schnelle Registrierung.
  • Hinterlegung einer Telefonnummer und Zahlungsart.
  • Bestätigung der Nutzungsregeln.
  • Ortung von Rollern in der Nähe.
  • Scannen eines QR-Codes auf dem Roller, losfahren.
  • Abstellen des E-Scooters an geeigneter Stelle, Abschluss der Fahrt per App.

Der Marktführer: Lime.

Lime ist für die deutschen Start-ups Vorbild und mächtiger Konkurrent: Nach der Gründung 2017 in Kalifornien hat der Anbieter von Pedelecs und E-Scootern ein atemberaubendes Wachstum hingelegt. Binnen weniger Monate wurden hohe Millionenbeträge eingesammelt, heute ist das Unternehmen über zwei Milliarden Euro wert. Das Geschäftsgebiet von Lime erstreckt sich auf über 70 Märkte – zu denen seit Mitte Juni auch Deutschland gehört. Kein Wunder, dass der internationale Platzhirsch auch hierzulande nach der Pole-Position strebt: Um für den Start in Berlin nicht auf die allgemeine Betriebserlaubnis des Kraftfahrtbundesamtes warten zu müssen, hat Lime für jeden seiner 250 E-Scooter eine kostspielige Einzelbetriebserlaubnis eingeholt. Mittlerweile sind die grün-weißen Flitzer auch in Köln und Hamburg verfügbar.

Verfügbarkeit von Lime in Deutschland.

Hier kannst du Lime unter anderem nutzen:

  • Berlin
  • Köln
  • Hamburg
  • München
Eine Frau und ein Mann schieben jeweils einen E-Scooter von Lime auf dem Bürgersteig nebeneinander her.
Einer der bekanntesten Anbieter: Lime aus den USA. © Neutron Holdings, Inc.

Der Erste: Circ.

Circ hatte die ersten E-Scooter in Deutschland. Eine Sondergenehmigung des Bürgermeisters machte es möglich: Schon seit 5. Juni ist Circ im nordrhein-westfälischen Herne aktiv – und war damit bundesweit der allererste Sharing-Anbieter, noch vor finanzstarken Playern wie Lime und Bird, einem weiteren US-Wettbewerber. Mittlerweile rollen die orange-schwarzen Circ-Scooter auch durch Berlin, Köln, Frankfurt, München und Hamburg. Circ geht davon aus, dass sich das Geschäftsgebiet in den kommenden Monaten auf rund 80 Städte und Kommunen ausdehnen lässt. Die Berliner starteten 2018 zunächst unter dem Namen Go Flash, doch der Aspekt Geschwindigkeit passte nicht so recht zu den Unternehmenszielen. Also benannte sich das Unternehmen gerade noch rechtzeitig vor dem Deutschland-Start um. Der Name Circ soll auch daran erinnern, dass die Idee des Sharing einen Kreislauf beschreibt, eine fortwährende kollektive Nutzung der E-Scooter.

Verfügbarkeit von Circ in Deutschland.

Hier kannst du Circ unter anderem nutzen:

  • Herne
  • Berlin
  • Köln
  • Hamburg
  • München
  • Frankfurt
Mann fährt mit dem E-Scooter von Circ.
Einer der ersten Anbieter: Circ. © Circ

Der Anschlussfähige: Tier.

Das ebenfalls 2018 in Berlin gegründete Unternehmen Tier Mobility setzt auf starke Partner. So wurde kürzlich eine Kooperation mit dem Autoverleiher Sixt angekündigt, demnächst soll die E-Scooter-Miete auch per Sixt-App möglich sein. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) werden das Tier-Mobilitätsangebot demnächst in ihre Apps integrieren. Tier-E-Scooter sind bereits in mehr als 23 europäischen Städten aktiv, darunter Berlin, Hamburg, München, Frankfurt/Main, Düsseldorf, Köln, Bonn und Münster. Wir haben den Sharing-Anbieter getestet.

Verfügbarkeit von Tier in Deutschland.

Hier kannst du Tier unter anderem nutzen:

  • Berlin
  • Bonn
  • Köln
  • Düsseldorf
  • Frankfurt a.M.
  • Hamburg
  • München
  • Münster

Fazit: E-Scooter-Sharing – die Unterschiede.

In diesen Details unterscheiden sich die Angebote dann doch:

  • Bei Tier und Circ bremst du mit zwei Zugbremsen am Lenker. Lime setzt neben der Zugbremse am Lenker auf eine Trittbremse am Hinterrad.
  • Circ bietet als einziger Anbieter eine Halterung fürs Handy an.
  • Bei Tier kannst du auch ohne Anmeldung prüfen, ob freie E-Scooter in deiner Umgebung verfügbar sind.
  • Nur bei Lime musst du bestätigen, einen Helm zu tragen. Bei Tier und Circ wird eine Nutzung von Helmen lediglich empfohlen.
  • Bei Lime und Tier können die Fahrten nicht nur mit der Kreditkarte, sondern auch per Paypal bezahlt werden. Zuvor muss dafür ein Guthaben aufgebucht werden.
  • Die Lime-App hebt sich durch einige Funktionalitäten von den Wettbewerbern an: So kannst du dir anzeigen lassen, wie viele Kilometer du absolviert hast, und eine Meldung übermitteln, falls es Probleme mit dem Roller gab. Außerdem hast du bei Lime die Möglichkeit, E-Scooter zu reservieren.
Die E-Scooter-Welle: Wer noch mitsurft.

Lime, Circ und Tier sind bei weitem nicht die einzigen Anbieter von E-Scooter-Sharing. Hier eine Übersicht, welche Anbieter noch auf den deutschen Markt drängen. Wer am Ende wohl übrig bleibt?

  • Bird: Neben Lime das zweite Schwergewicht aus Kalifornien.
  • Hive: Als Tochter von Mytaxi demnächst unter der Marke Freenow am Markt.
  • Voi: E-Scooter Anbieter aus Schweden.
  • Wind Mobility: Die Roller der US-Amerikaner bieten austauschbare Akkus.

Für einen ausführlichen Test der E-Scooter-Anbieter kannst du auch bei scooter-bible vorbeischauen. Dort findest du einen Review-Artikel, der alle notwendigen Informationen zur Anmeldung und eine praktische Übersicht zu Lime, Circ, Tier und Co. bereithält. Darüber hinaus kannst du dir außerdem über entsprechende Filter nur die E-Scooter-Anbieter anzeigen lassen, die in deiner Stadt verfügbar sind.

Mit mehr Spaß von A nach B.

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