E-Scooter-Test: Was taugen die Zweirad-Stromer im Berufsverkehr?

Klein, bunt und flink bereichern sie das Stadtbild: Die E-Scooter sind endlich da! Seit Mitte Juni sind sie offiziell auf Deutschlands Straßen erlaubt, und prompt gehen gleich mehrere Sharinganbieter an den Start. Einen Elektroflitzer kannst nahezu jeder Großstadt jetzt bei Tier, Lime, Circ und Voi mieten. Wir finden, es ist höchste Zeit, die E-Scooter im Alltag auszuprobieren, und machen für dich den Test. Also, App geladen und auf ins Fahrvergnügen!

Klein, leise und sauber.

Vor noch nicht allzu langer Zeit startete mit MOIA ein Fahrdienst auf dem E-Mobilitäts-Markt, der die Lücke zwischen öffentlichem Nahverkehr und Taxis schließt. Deutlich moderner im Look und mit zukunftstauglicher Technik. Dank Elektroantrieb tigern seither – beinahe lautlos – kleine E-Busse durch Hannover und Hamburg. Sie gehören schon zum gewohnten Anblick im Straßenverkehr. Damit gewinnt umweltschonender Antrieb weiterhin an Popularität. Keine große Überraschung also, dass er auch im Kleinen Anwendung findet und von Nutzern geteilt wird, wie neuerdings beim E-Scooter-Sharing. E-Scooter sind kleiner und wendiger als ihre größeren Geschwister, wie beispielsweise die E-Roller von Emmy und Co. Zum Mieten benötigst du keinen Führerschein, du musst nur volljährig sein. Dann kannst du dich registrieren und mit einem E-Scooter durch die Stadt fahren. Wie praktisch das im Alltag sein kann und worauf du dabei achten solltest, haben wir für dich in der Hansestadt an einem ganz normalen Wochentag getestet.

Das kostet E-Scooter-Sharing.

Die Preise fallen bei allen Anbietern ähnlich aus. Beim Aktivieren eines E-Scooters wird zunächst ein Euro fällig, danach zahlst du pro gefahrene Minute. Dabei fallen die Minutenpreise teilweise von Stadt zu Stadt unterschiedlich aus (Stand: 25.07.2019):

Berlin

  • Voi – 15 Cent/Minute
  • Tier – 15 Cent/Minute
  • Circ – 15 Cent/Minute
  • Lime – 20 Cent/Minute

Hamburg

  • Voi – 15 Cent/Minute
  • Tier – 19 Cent/Minute
  • Circ – 20 Cent/Minute
  • Lime – 25 Cent/Minute

Köln

  • Voi – 15 Cent/Minute
  • Tier – 15 Cent/Minute
  • Circ – 15 Cent/Minute
  • Lime – 20 Cent/Minute

München

  • Voi – 15 Cent/Minute
  • Tier – 19 Cent/Minute
  • Circ – 20 Cent/Minute
  • Lime – 25 Cent/Minute
Zwei E-Scooter-Fahrer haben auf einer Flußbrücke einen Zwischenstopp eingelegt.
Günstigster Anbieter beim Scooter-Sharing: Voi. © Voi

Yello Tipp.

Es kann sich lohnen, nach vergünstigten Paketen zu schauen. Für einen festgelegten Betrag erhältst du dann Credits gutgeschrieben, die du bequem verfahren kannst. Außerdem bieten Voi und Lime an, sich als „Hunter“ oder „Juicer“ zu beteiligen. Dabei kannst du sie beim Aufladen unterstützen und erhältst dafür Guthaben. Bei den Konditionen solltest du aber gründlich prüfen, ob es sich für dich lohnt. Außerdem haben wir die E-Scooter-Sharingangebote bei Lime, Circ und Tier miteinander verglichen und die wichtigsten Fakten für dich zusammengestellt.

Erste Station: der Weg zum Job.

Kein langes Warten an der Bushaltestelle, schon gar kein Gedrängel im voll gequetschten Gang. Stattdessen zu Hause entspannt die App starten, im Umfeld nach E-Scootern gucken, einen aussuchen und damit gleich losdüsen – so weit die Idee. Aber bei welchem Anbieter? Der Reihe nach die vier verfügbaren Apps öffnen und sich registrieren, alles so weit einfach und unkompliziert. Dann der erste Test: Wessen E-Scooter steht am nächsten bereit? Immerhin gibt es zwei Scooter, nicht einmal 100 Meter Fußweg entfernt. Damit ist die Entscheidung auf Voi gefallen – zufällig mit 15 Cent pro Minute der günstigste Vermieter –, und es kann losgehen. Einscannen, bestätigen und ab auf die Straße. Einen Radweg gibt es vorerst nicht. Die ersten Meter sind noch ungewohnt, erst einmal vorsichtig die beiden Bremsen und den Antrieb ausprobieren. Doch schon nach 300 Metern sind alle Sorgen vergessen, und der Fahrspaß beginnt. Immer schön auf Schleichwegen auf dem Weg zur Arbeit, fernab von Stau und Lärm, an Bäumen und Gärten vorbei. Schnell wird klar, dass die Freude auf Pflastersteinen etwas nachlässt. Dort wird man ordentlich durchgerüttelt. Also führt die Route am besten an glatten Straßenbelägen entlang. Ziel erreicht, E-Scooter abstellen und Miete per App beenden.

Kostenpunkt: 2,80 Euro für elf Minuten.

Ab in die Mittagspause.

Nicht schon wieder Essen bestellen! Darf es mal etwas anderes sein? In der kurzen Pausenzeit lohnt sich der längere Fußweg zum Italiener meistens nicht. Aber diesmal ist es etwas anders, mit dem E-Scooter sparst du Zeit. App geöffnet, kurzer Check: Gleich drei E-Scooter erscheinen auf dem Radar. Perfekt für die Arbeitskollegin, sie kommt kurz entschlossen mit. Die Sonne scheint auf dem Weg zum Restaurant, der Weg scheint kürzer denn je zu sein. Flink den Italiener erreicht, Gerät abgestellt, Miete beendet und ran an den Teller Pasta! Nach einer halben Stunde sind beide E-Scooter sogar noch da. Neugierige Fußgänger schauen uns an, einer fragt nach: „Sind die Griffe nicht zu dünn? Und steht man überhaupt gut auf den schmalen Dingern?“ Das ist wirklich kein Thema, beides funktioniert prima, auch auf dem Rückweg. Durch die gesparte Zeit bleiben sogar noch ein paar Minuten für ein Eis. Das war bestimmt nicht die letzte Scooterfahrt in der Mittagspause. Wirklich praktisch, wie so ein kleiner Elektroflitzer den eigenen Radius erweitert.

Kostenpunkt: 4,70 Euro für 16 Minuten (Hin- und Rückfahrt).

Last but not least: der Heimweg.

Endlich Feierabend! Jetzt gilt es noch, nach Hause zu kommen. Es wäre doch mal schön, noch einen anderen Scooter zu testen. Glück gehabt, um die Ecke steht einer von Circ bereit. Der Minutenpreis ist zwar um 5 Cent teurer als bei Voi, das Modell hat aber mehr Extras zu bieten. Am Lenker gibt es einen Halter für das Smartphone und einen für das Getränk. Gar nicht mal so schlecht, wenn du deinen Kaffeebecher dabeihast oder das Navi auf dem Smartphone während der Fahrt nutzen möchtest. Der E-Scooter von Circ wirkt insgesamt robuster und am Brett etwas breiter, sodass du mehr Platz für die Füße beim Fahren hast. Auch die Räder wirken ein wenig solider. Zum ersten Mal vom Fahrrad überholt, kommt dann doch der Wunsch nach mehr Speed auf. Aber das wäre dann doch zu gefährlich bei einem Unfall oder Sturz, also sind 20 Kilometer die Stunde die bessere Wahl. An der Route hat sich nichts geändert, nach zehn Minuten ist das Ziel erreicht. Ein weiterer Bonus: keine stundenlange Suche nach Parkplätzen, kein lästiger Feierabendverkehr. Das Freizeitprogramm kann entspannt beginnen.

Kostenpunkt: 3 Euro für zehn Minuten.

Mann fährt mit dem E-Scooter von Circ.
Günstigster Anbieter beim Scooter-Sharing: Voi. © Voi

Worauf du achten solltest.

Laut einer Umfrage von Statista, ob E-Scooter im Straßenverkehr erlaubt sein sollten oder nicht, sind die Meinungen geteilt: Mit einem knappen Vorsprung von 53 Prozent verbuchen die kleinen Zweiräder die Mehrheit der Stimmen für sich. Dabei sollte man die andere Hälfte der Personen nicht vergessen. Und da seit jeher im Verkehr gilt, stets mit Rücksicht auf andere Teilnehmer unterwegs zu sein, wird diese Regel umso wichtiger. Denn beim Fahren auf den Straßen spürt man diese Unsicherheit bei Autofahrern, Fußgängern und Fahrradfahrern gleichermaßen. Also gilt erst recht: vorsichtig fahren!

Sicher durch den Straßenverkehr.

Wenn du sichergehen willst, halte dich an diese Grundregeln:

  • Denk an den Helm.
  • Befolge die Verkehrsregeln.
  • Vermeide den Bürgersteig, wenn es keinen Radweg gibt.
  • Parke außerhalb von Fußgängerüberwegen.
  • Kein Alkohol, keine Drogen.
  • Nimm Rücksicht!

Hier findest du alle Infos zur aktuellen Gesetzeslage mit Regeln für den Gebrauch von E-Scootern im deutschen Straßenverkehr.

Fazit: Was taugt der E-Scooter im Berufsverkehr?

Unser Test offenbart mehrere Vorteile der E-Scooter: Du bist damit flexibler unterwegs, kommst oftmals schneller und deutlich entspannter ans Ziel. E-Scooter im Sharingmodell sind eine umweltfreundliche Bereicherung am E-Mobilitäts-Markt mit Potenzial für die Zukunft. Was die Preisgestaltung betrifft, so ist die Benutzung kein Schnäppchen. Wenn du vorhast, häufiger mit dem E-Scooter zu fahren, geht das auf die Dauer ins Geld. Vielleicht solltest du dir dann überlegen, einen eigenen Elektroflitzer zu kaufen.

Titelbild: © Voi

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