Photovoltaik-Anlage: Mit der eigenen Anlage das Elektroauto laden.

Für Fahrer eines Elektroautos lohnt es sich, über die Installation einer eigenen Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) nachzudenken: Wird das Elektroauto mit eigenem Solar-Strom betrieben, entlastet das nämlich nicht nur die Umwelt, sondern auch das eigene Portemonnaie! Welche Leistung eine PV-Anlage erbringen muss, um ausreichend viel Strom für den Betrieb eines E-Autos zu generieren und worauf es noch zu achten gilt, erfährst du hier.

Lohnt es sich ökologisch, mein Elektroauto mit Solar-Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage zu laden?

Wer vom Diesel oder Benziner auf ein elektrisch betriebenes Auto umsteigt, geht bereits einen entscheidenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft. Der Umstieg aufs E-Auto an sich leistet bereits einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen. Betreibst du dein E-Auto zudem mit Solarenergie, die über eine eigene Photovoltaik-Anlage generiert wird, bist du tatsächlich vollkommen klimaneutral unterwegs! Anstelle von Strom aus der Steckdose „tankt” dein Wagen dann Strom, den eine PV-Anlage auf deinem Haus- oder Garagendach erzeugt. Und das entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch dein Portemonnaie!

Übrigens: Warum sich eine Solaranlage lohnt, haben wir an anderer Stelle bereits thematisiert.

Was sind die Vorteile einer Photovoltaik-Anlage kombiniert mit einer eigenen E-Auto-Ladestation?

Lädst du dein Elektroauto mit Photovoltaik-Strom aus deiner eigenen Solar-Anlage, leistest du nicht nur einen entscheidenden Beitrag zu klimaentlastender Mobilität, sondern sparst auf lange Sicht auch Geld. Dein E-Auto mit eigenem Solar-Strom zu laden bietet zudem eine ganze Reihe weiterer Vorteile:

  • Zwar erhöht sich der Eigenverbrauch an Solarstrom, den du nicht anderweitig nutzen kannst, zum Beispiel zum Heizen oder Erwärmen von Brauchwasser im Haushalt. Doch Fakt ist: Durch das Laden eines Elektroautos mit Photovoltaik-Strom aus „eigener Produktion” steigt die Wirtschaftlichkeit deiner PV-Anlage und macht deren kostenintensive Anschaffung bezahlt.
  • Nicht nur für die Anschaffung eines E-Autos sowie für die Installation einer privaten E-Auto-Ladestation und eines Batteriespeichers stellen Bund und Länder Fördermittel zur Verfügung. Auch die Installation einer eigenen Photovoltaik-Anlage wird bezuschusst.
  • Je häufiger du deinen Wagen tagsüber (also bei Tageslicht) an deine Ladestation zuhause anschließt, desto höher ist der Solarstrom-Anteil, mit dem dein Auto betrieben wird. Du benötigst dann weniger Strom aus anderen Quellen und musst seltener öffentliche Ladestationen ansteuern.
  • Der Anteil an „eigenem” Solarstrom, der zum Laden deines E-Auto-Akkus genutzt werden kann, steigt, je häufiger du tagsüber laden kannst und je größer deine PV-Anlage ist. Er hängt zum einen von der Größe der PV-Anlage, zum anderen von der jeweiligen Ladeleistung deines E-Autos ab. Ist die Ladeleistung deines Wagens eher niedrig, erhöht sich zwar die Ladedauer. Doch der Anteil an nutzbarem Solarstrom steigt, da deine eigene Photovoltaik-Anlage häufiger ausreichend viel Strom zum Laden generiert. Auch ein E-Auto mit geringer Ladeleistung erhöht damit die Effizienz einer Solarstrom-Anlage in Kombination mit einer Ladestation.
Haus mit Solarzellen auf dem Dach.
Mit Solarzellen auf dem Dach lässt sich auch das eigene E-Auto laden.

Brauche ich zum Speichern von eigenem Solarstrom einen externen Strom-Speicher oder reicht der Akku meines E-Autos aus?

Schließt du dein E-Auto tagsüber an die Ladestation an, wird seine Batterie mit dem selbst generierten PV-Strom betankt. Nutzt du dein E-Auto allerdings zum Pendeln, lädst du deinen Stromer tagsüber in aller Regel direkt bei der Arbeit oder an einer öffentlichen Ladesäule. Willst du deinen Wagen auch nachts laden, benötigst du zusätzlich zur PV-Anlage und der entsprechenden Ladestation zum „Tanken” zuhause auch einen Stromspeicher, der den tagsüber aus Sonnenlicht erzeugten Solarstrom speichert und nach Bedarf abgibt.

Auch unabhängig von deinem E-Auto kann sich ein Stromspeicher bezahlt machen. Immerhin produziert deine Solaranlage in den Mittagsstunden die meiste Energie – oftmals sogar mehr als zu diesem Zeitpunkt eigentlich gebraucht wird. Die Einspeisung dieses überschüssigen Stroms fördert der Staat bei Anlagen mit einer Leistung von weniger als 10 kWp mit rund 9 Cent pro kWh (Stand Juli 2020). Spätestens wenn diese EEG-Einspeisevergütung für ältere PV-Anlagen Ende 2020 ausläuft, kann sich das Nachrüsten eines passenden Stromspeichers lohnen.

Allerdings ist die Investition nicht ganz günstig: Aktuell liegt der Preis für einen Stromspeicher bei etwa 1.200 Euro pro kWh. Rechnen wir mit einem Speicher mit einer Kapazität von 6 kWh, musst du also mit rund 7.200 Euro rechnen. Du solltest dich also in jedem Fall informieren, welche Möglichkeiten zur Förderung deiner Photovoltaik-Anlage und eines Stromspeichers zur Verfügung stehen.

Wie groß bzw. leistungsstark muss meine Solaranlage sein, um mein E-Auto damit betreiben zu können?

Um mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage nicht nur ausreichend viel Strom für den eigenen Haushalt erzeugen zu können, sondern sie auch als Energiequelle für ein Elektroauto nutzen zu können, muss die PV-Anlage eine ausreichende Größe haben. Es sollte in jedem Fall mehr Solarstrom produziert werden, als der eigene Haushalt direkt verbraucht.

Als Faustregel für die Größenberechnung einer Photovoltaik-Anlage für den privaten Gebrauch gilt: mindestens 1 kWp (Kilowatt-Peak) Leistung pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Beispielhaft ließe sich die benötigte Leistung deiner PV-Anlage also wie folgt berechnen: Bei einer jährlichen Fahrleistung von durchschnittlich 20.000 Kilometern verbraucht dein E-Auto rund 3.000 kWh pro Jahr. Rechnen wir dazu einen durchschnittlichen Jahresverbrauch im Haushalt von 3.000 kWh für einen dreiköpfigen Haushalt, ist eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von ca. 6 kWp ausreichend.

Eine Plug-and-Play-Solaranlage als Stromquelle für dein E-Auto?

Solltest du nur wenig Platz für die Installation einer Solaranlage zur Verfügung haben, liegt der Einsatz einer Plug-and-Play-Solaranlage als Alternative nahe. Leider reicht die Leistung der Mini-PV-Anlagen dafür nicht aus. Eine Plug-and-Play-Solaranlage leistet in aller Regel zwischen 150 und 600 Watt-Peak (WP). Für das ganzjährige Betanken deines E-Autos benötigst du allerdings mindestens 3 kWp – eine Leistung, die deine Mini-Solaranlage auf dem Balkon nicht bereitstellen kann.

Auch die Größe des Stromspeichers, der erzeugte Solarenergie für eine zeitverzögerte Nutzung bereithält, sollte mit Bedacht gewählt werden: Seine Speicherkapazität sollte bis zu 1 Kilowattstunde (kWh) pro 1.000 Kilowattstunden Haushaltsstromverbrauch betragen. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch im Haushalt von 3.000 kWh und zusätzlich 3.000 kWh Strom für das auch tagsüber zu Hause abgestellte Elektroauto sollte der Speicher etwa 6 kWh groß sein.

E-Auto wird vor einem Haus mit Solarzellen auf dem Dach betankt.
Mit einer eigenen PV-Anlage lässt sich auch beim Betrieb des E-Autos ordentlich Strom sparen.

Wie hoch sind die Stromkosten für den Betrieb eines E-Autos mit eigenem Solarstrom?

Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Haus- oder Garagendach neu installieren lässt, kann in unseren Breiten Solarstrom bereits ab etwa 10 Cent je Kilowattstunde erzeugen. Der Durchschnittspreis für Strom aus der Steckdose liegt dagegen bei rund 28 Cent pro Kilowattstunde!

Betreibst du dein Elektroauto mit eigenem Solar-Strom, fallen auf 100 km etwa 2,50 Euro Stromkosten an. Die Betriebskosten deines E-Autos ergeben sich aus dem Strompreis für 1 kWh sowie der jeweiligen Akkukapazität.

Mit einem aufeinander abgestimmten System aus PV-Anlage, Stromspeicher und Ladestation (einer sogenannten Wallbox) wird der Betrieb deines E-Autos noch effizienter und kostengünstiger. Viele Hersteller bieten aus diesem Grund entsprechende Komplett-Systeme an.

E-Auto mit Solarenergie tanken als Mieter?

Übrigens: Zukünftig soll selbst erzeugte Solarenergie nicht nur Besitzern eines Eigenheims vorbehalten bleiben. In der Planung sind aktuell Konzepte unter dem Namen „Mieterstrom“. Die Idee: Eigentümer der jeweiligen Immobilie installieren eine PV-Anlage auf dem Dach und verkaufen den erzeugten Strom an ihre Mieter. Die Preise sollen dann immer noch günstiger sein als der reguläre Strom aus der Steckdose. Ein Konzept auf jeden Fall, dass vor allem für E-Auto-Besitzer in Mietwohnungen interessant sein dürfte.

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