Einspeisevergütung 2020: Das ist jetzt wichtig zu wissen.

Immer mehr Menschen setzen auf die eigene Stromversorgung durch Photovoltaikanlagen. Aber was ist mit der Energie, die nicht genutzt wird? Für die bekommt man Geld, dank der Einspeisevergütung. Auch 2020 kann sich eine Einspeisung ins örtliche Netz lohnen. Aber was ist zu beachten und wie ist die Gesetzeslage?

Was ist die Einspeisevergütung?

Es gibt viele Gründe, warum sich die Anschaffung einer eigenen Photovoltaikanlage lohnen kann. Einige Nutzer reizt die Aussicht, sich selbst mit Strom zu versorgen. Für andere steht das Argument Umweltschutz an erster Stelle und sie schwören daher auf die Sonne als Energielieferanten. Wieder andere möchten durch die eigene Stromproduktion eventuelle Kostenerhöhungen der Stromanbieter umgehen. Man kann so allerdings nicht nur Geld sparen, sondern auch verdienen. Der Grund dafür ist die sogenannte Einspeisevergütung.

Wenn du mit deiner Photovoltaikanlage Strom gewinnst, produzierst du in der Regel einen Überschuss. Selbst wenn du also deine eigene Energie nutzt, wird die Auslastung nie oder nur sehr selten 100 Prozent erreichen. Den Strom, den du nicht verwendest, kannst du dann in das öffentliche Stromnetz einspeisen und wirst dafür bezahlt. Dieses Geld vom Staat nennt man Einspeisevergütung. 2020 wurden nochmals Änderungen an der Gesetzeslage vorgenommen, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG) definiert wird.

Einspeisevergütung 2020: Der Solardeckel wurde gekippt.

Im EEG von 2012 war festgelegt worden, dass die garantierte Einspeisevergütung nur so lange gilt, bis in Deutschland eine gemeinsame Leistung von 52 Gigawatt überschritten wird. Dazu soll es bereits in diesem Jahr kommen. Nach alter Gesetzeslage hätte das bedeutet, dass Anlagen mit einer Leistung bis 750 Kilowatt, die nach dem Erreichen dieser Grenze ans Netz gehen, ab 2020 keine garantierte Einspeisevergütung mehr bekommen hätten. Dieser „Solardeckel“ wurde nun allerdings im Bundestag gekippt. In Hinblick auf die Klimaziele Deutschlands soll auch weiterhin ein Anreiz geschaffen werden, Photovoltaikanlagen zu nutzen.

Bundesadler im Deutschen Bundestag
Der Bundestag hat den sogenannten „Solardeckel“ gekippt.

Die Förderung endet nach 20 Jahren: Wie geht es weiter?

Dank der Abschaffung des Solardeckels kann es grundsätzlich weiter eine Einspeisevergütung geben. Allerdings ist diese Solar-Förderung auf 20 Jahre Laufzeit begrenzt. Für viele Besitzer der ersten Solaranlagen endet die garantierte Einspeisevergütung damit im Jahr 2020. Ab diesem Zeitpunkt dürfen sie ihren Strom nicht wie bisher ins Netz einspeisen. Dies betrifft ab dem 1. Januar 2021 insgesamt rund 18.000 PV-Anlagen – in den folgenden Jahren werden es entsprechend immer mehr. Eine Anschlussregelung fehlt bisher. Folgende Optionen haben Solar-Pioniere nun:

  • Den Strom selbst verbrauchen: Die alten Photovoltaik-Anlagen sind technisch nicht darauf ausgelegt, dass der Strom selbst verbraucht wird. Mit relativ geringen Umbaumaßnahmen kann die Anlage jedoch an das hausinterne Stromnetz angeschlossen werden. Tagsüber könntest du so deinen selbst produzierten Strom nutzen und Stromkosten sparen. Der Eigenverbrauch ist bei den aktuellen Strompreisen die günstigste Lösung.
  • Einbau eines Solarspeichers: Damit der selbstproduzierte Strom (annähernd) den Bedarf eines Haushalts decken kann, muss jedoch ein Solarspeicher installiert werden. Bei den frühen Anlagen ist dieser so gut wie nie vorhanden. Eine Förderung für den Einbau einer Batterie gibt es für solche alten Anlagen nach jetzigem Stand nicht. Die Preise für Stromspeicher könnten in den nächsten Jahren aber deutlich fallen, aufgrund der Weiterentwicklung der E-Auto-Industrie.
  • Für wenig Erlös weiter Strom einspeisen: Der Netzanschluss der Anlagen besteht weiterhin – doch die hohe Vergütung endet. Wenn du nicht in einen Speicher investieren möchtest, kannst du den Strom selbst vermarkten. Dafür erhältst du jedoch nur noch geringe Einnahmen. Zudem ist die Selbstvermarktung mit mehr Aufwand verbunden und ein paar Umrüstungen sind notwendig, vor allem bei der Zählertechnik.

Insgesamt bleibt zu hoffen, dass es zeitnah eine gesetzliche Lösung gibt, die Besitzern alter PV-Anlagen einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb ermöglicht. Ansonsten droht mitunter die Abschaltung vieler kleiner Solaranlagen, weil sich die Alternativlösungen mitsamt der notwendigen Investitionen nicht für jeden rechnen.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2020?

Wenn du im Jahr 2020 eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb nimmst, kannst du also nach wie vor eine Einspeisevergütung vereinbaren. Die Höhe der Einspeisevergütung richtet sich nach der Art der Anlage und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Einmal bewilligt wird dieser Wert auf 20 Jahre für die entsprechende Anlage festgesetzt. Anlagen mit einer geringeren Nennleistung bekommen auf die Kilowattstunde gerechnet mehr Einspeisevergütung als größere Anlagen. Die aktuellen Vergütungssätze werden von der Bundesnetzagentur in jedem Quartal bekanntgegeben. In den letzten Monaten (Stand: Juli 2020) sahen die Vergütungssätze zum Beispiel aus wie folgt (alle Angaben in Cent/kWh):

Anlagen
bis 10 kWp
Anlagen
bis 40 kWp
Anlagen
bis 100 kWp
Ab 01.05.20209,309,047,10
Ab 01.06.20209,178,917,00
Ab 01.07.20209,038,786,89

Die Vergütungssätze sinken monatlich leicht. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Der aktuelle Richtwert, um den die Sätze sinken, liegt bei 0,5 %. Die genauen Werte sind abhängig vom durchschnittlichen Zubau neuer Anlagen in den Vorquartalen. Werden weniger neue Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen, bleibt der Wert konstanter. Je mehr Anlagen hinzukommen, desto schneller sinkt wiederum die Vergütung pro Kilowattstunde.

Wie kann ich die Einspeisevergütung 2020 beantragen?

Solltest du über die Anschaffung einer Photovoltaikanlage nachdenken, gibt es ein paar Punkte, die du hinsichtlich der Einspeisevergütung beachten musst. Zuallererst musst du die Anlage anmelden. Die Anmeldung erfolgt zum einen bei der Bundesnetzagentur und zum anderen bei deinem Netzbetreiber vor Ort. Der Netzbetreiber bekommt dazu noch einen Antrag auf Netzanschluss, damit der von dir erzeugte Strom auch eingespeist werden kann. Bevor deine Anlage an das Netz angeschlossen werden kann, wird eine Netzverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Fällt diese positiv aus, wird ein separater Stromzähler installiert.

Wenn alle Vorkehrungen getroffen sind und die Vergütung genehmigt wurde, übermittelt dir dein Netzbetreiber eine Einspeisezusage. Jetzt bist du Energielieferant – zumindest im kleinen Stil.

Wichtig zu wissen ist, dass dein örtlicher Netzbetreiber zur Abnahme deines Stroms verpflichtet ist. Sofern die Netzverträglichkeit bestätigt wurde, muss er dich also für deinen Strom bezahlen. Du bist dazu verpflichtet, einmal jährlich den erzeugten Strom des Vorjahres bei der Bundesnetzagentur zu melden.

Geld für nicht genutzten Strom: Eine gute Lösung.

Auch wenn die Beträge für die heimische Stromerzeugung kontinuierlich (und gesetzlich vorgeschrieben) sinken, ist die Einspeisevergütung auch 2020 noch ein lohnendes Modell, insbesondere wenn du den selbst erzeugten Strom auch selbst nutzt. So bist du zum einen unabhängig von steigenden Strompreisen und kannst gleichzeitig mit dem Überschuss Geld erwirtschaften oder zumindest deine Kosten decken.

Stromzähler und Euro-Münzen
Geld für überschüssigen Strom: Das lohnt sich!
Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen in Deutschland.

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland knapp über 7 Prozent des Bruttostroms durch Photovoltaikanlagen erzeugt. Seit mehr als zehn Jahren steigt dieser Wert kontinuierlich. Gleichzeitig stiegen die Strompreise auf über 31 Cent/kWh. Mit einer Photovoltaikanlage selbst produzierter Strom liegt hingegen bei ungefähr 10 Cent/kWh.

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