Elektroauto gebraucht kaufen: Worauf du achten musst.

Autos mit Elektroantrieb sind noch selten auf unseren Straßen zu sehen, doch die ersten Exemplare tauchen bereits auf dem Gebrauchtwagenmarkt auf. Wenn du ein E-Auto gebraucht kaufen möchtest, musst du andere Aspekte beachten als beim Kauf eines herkömmlichen Pkw. Worauf du dein Augenmerk richten solltest, verraten wir dir hier.

Gut: E-Motoren weisen kaum Verschleiß auf.

Wer ein gebrauchtes Auto mit Verbrennungsmotor kaufen möchte, hat oft bestimmte Faustregeln im Kopf: Laufleistungen unter 100.000 Kilometer sind kein Grund zur Sorge; hat ein Auto schon deutlich mehr gefahren, muss man mit Verschleiß und erhöhter Reparaturanfälligkeit rechnen. Doch solche Erfahrungswerte können bei Elektroautos allenfalls noch für das Fahrwerk gelten. Auf die völlig andere Antriebstechnik sind sie nicht übertragbar.

Wenn du ein E-Auto gebraucht kaufen willst, gibt es eine gute Nachricht: Um den Elektromotor musst du dir relativ wenig Sorgen machen. Anders als der Verbrennungsmotor unterliegt er nur sehr geringem Verschleiß, da er so gut wie keine beweglichen Teile hat, die abnutzen können. Die Hauptlager lassen sich, wenn sie Verschleißerscheinungen zeigen, gut erneuern. Zudem sind Defekte in der Wicklung oder gar Kurzschlüsse äußerst selten.

E-Auto BMWi3 in der Werkstatt
Elektromotoren weisen sehr geringen Verschleiß auf. © BMW Group

Schwierig: Zustand der Batterie kaum zu checken.

Der kritische Punkt ist dafür die Batterie des gebrauchten Elektromobils. Auch wenn Lithium-Ionen-Batterien angeblich keine Kapazitätsverluste kennen, weiß doch jeder Besitzer eines Smartphones, dass Akkus eine begrenzte Lebensdauer haben. Die lässt sich zwar nirgendwo ablesen – aber es ist offensichtlich, dass das Gerät im Lauf der Zeit immer häufiger ans Ladegerät muss. Die in der Batterie speicherbare Strommenge nimmt spürbar ab.

Beim Elektroauto gelten ähnliche Gesetzmäßigkeiten. Auch die Leistungsfähigkeit der Fahr-Batterie nimmt im Lauf der Zeit ab. Das lässt sich aber nicht aus der Zahl der zurückgelegten Kilometer ableiten. Das langsame Abnehmen der Ladekapazität wird unter anderem vom Rekuperieren oder den äußeren Bedingungen des Fahrbetriebs beeinflusst. Bei Rekuperieren wird die Bremsenergie in elektrischen Strom verwandelt und in die Batterie eingespeist, wobei sehr plötzlich hohe Strommengen fließen und den Akku belasten. Wird ein Elektroauto oft in kalter oder sehr warmer Umgebung benutzt, hat das ebenfalls Auswirkungen auf die Batteriekapazität. Darum ist bei Import-Fahrzeugen erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Fazit: Die Batteriekapazität ist mittels Probefahrt nicht zu prüfen. Aufschluss geben kann zwar das Auslesen der Datenschnittstelle, aber die dabei aufgezeigten Werte müssen vom Fachmann erläutert werden. Daher solltest du auch beim Kauf eines Elektroautos von einem privaten Anbieter keinesfalls auf genaue Informationen über den Batteriezustand verzichten, sondern auf eine gemeinsame Fahrt zur Markenwerkstatt bestehen, wo die relevanten Daten ausgelesen werden können.

Abbildung Batterie im E-Auto BMW i3
Die Lebensdauer einer E-Auto Batterie lässt sich kaum ermitteln. © BMW Group

Neue Technik: Wenig Erfahrung mit dem E-Antrieb.

Autos mit Elektroantrieb sind eine relativ neue Technik. Inzwischen liegen aber erste Erfahrungswerte zum Verschleiß der Fahrbatterien vor – und das ist die zweite gute Nachricht: Viele Batterien weisen offenbar auch bei sehr hohen Laufleistungen noch immer eine hohe Ladekapazität auf.

Display zeigt den Eco Pro Fahrmodus des i3
Die E-Autos besitzen meist ein stromsparendes Fahrmodus. © BMW Group

Wirklich sicher ist aber nur der Kauf beim Händler: Hier lässt sich über Garantien hinsichtlich der Leistung und verbleibenden Lebensdauer der Batterie verhandeln, möglicherweise sind entsprechende Modalitäten bereits im Kaufvertrag vorgesehen. Manche Hersteller statten die angebotenen gebrauchten Elektroautos von vornherein mit einer Dokumentation zur Fahrbatterie aus.

Sicherste Option: E-Auto mit Leasing-Batterie.

Eine mögliche Alternative: Du kannst ein E-Auto gebraucht kaufen, bei dem die Batterie nicht Eigentum des Besitzers ist, sondern vom Hersteller geleast wird. Stelle vorab sicher, dass beim Kauf der Leasingvertrag unverändert auf dich als Neubesitzer übergeht oder du einen neuen Vertrag abschließen kannst. Dann gelten die Vertragsvereinbarungen etwa hinsichtlich einer Haltbarkeitsgarantie oder gegebenenfalls eines Austauschs auch für dich. Solche Leasingmodelle erhöhen allerdings die laufenden Kosten des Fahrzeugs, und es gibt sie nicht für alle Marken.

E-Auto gebraucht kaufen: Du hast drei Optionen

Beim Kauf eines gebrauchten E-Autos gibt es drei Szenarien:

  • Kauf von privat: Hier besteht für einen Laien keine sichere Möglichkeit, den Zustand der gebrauchten E-Auto-Batterie einzuschätzen.
  • Kauf vom Händler: Hier kannst du Garantien hinsichtlich der Haltbarkeit der Batterie aushandeln.
  • Kauf des Autos mit Leasing der Batterie: Sicherste Option für den Kauf eines gebrauchten E-Autos, aber eingeschränkte Auswahl der Modelle.

Titelbild: BMW i3 © BMW Group

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