Elektroauto in der Stadt: Wie komme ich als Mieter an Strom?

Die Zahl der Interessenten für Elektroautos wächst. Doch insbesondere in Städten fragen sich viele Bewohner von Mietwohnungen, ob die bestehende Lade-Infrastruktur für ihre Bedürfnisse ausreicht: Wie sorge ich dafür, dass mein Akku stets geladen ist? Bin ich auf öffentliche Ladesäulen angewiesen oder kann ich mir eine eigene Infrastruktur schaffen? Wir verraten dir, welche Möglichkeiten du als Mieter hast.

Elektroauto und Mietwohnung: Passt das?

Elektroautos rücken verstärkt in den Fokus potenzieller Autokäufer. Der Umweltbonus in Höhe von 4.000 Euro, der zu gleichen Teilen vom Staat und von den Herstellern getragen wird, bietet auch einen finanziellen Anreiz. Viele Kaufinteressenten fragen sich aber noch immer, ob die Versorgung mit Strom auch auf längeren Fahrten sichergestellt ist: eine Sorge, die angesichts von bundesweit mehr als 16.000 öffentlichen Ladestationen zunehmend unbegründet erscheint.

Bewohner von Mietwohnungen zweifeln zudem daran, dass öffentlich zugängliche Ladesäulen die Steckdose zu Hause ersetzen können. Zwar wird die Lade-Infrastruktur insbesondere in Großstädten kontinuierlich verbessert, in Hamburg etwa gibt es bereits über 800 Ladepunkte. Aber mit zunehmender Beliebtheit der Elektroautos steigt auch die Konkurrenz um freie Ladeplätze in Wohnungsnähe. Ist ein moderner Stromer wirklich die richtige Wahl, wenn die nächste verfügbare Ladesäule weit entfernt liegt und das Auto nach dem Ladevorgang wieder umgeparkt werden muss?

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Die Haushaltssteckdose als Alternative zur Ladestation?

Grundsätzlich kann ein Elektroauto an einer ganz normalen Haushaltssteckdose geladen werden. Experten raten jedoch davon ab, den Stromer dauerhaft auf diese Weise zu „betanken“. Die Gründe: Mit einer Ladeleistung von etwa 2,3 Kilowatt sind Standardsteckdosen etwas schwach auf der Brust. Der Ladevorgang dauert mit acht bis 14 Stunden entsprechend lange. Darüber hinaus sind diese sogenannten Schutz-Kontakt-Steckdosen (Schuko-Steckdosen) nicht für eine hohe Dauerbelastung konstruiert und können sich erhitzen. Im schlimmsten Fall endet das Vorhaben in einem Kurzschluss oder Brand. Selbst wenn die gemeinschaftlich genutzte Garage über eine 230-Volt-Steckdose verfügt, darfst du sie nicht einfach anzapfen. Schließlich müsste der dort entnommene Strom ja über deinen Stromzähler laufen, um dir den fälligen Betrag in Rechnung stellen zu können.

Elektroauto wird vorm Haus geladen.
Gefahrenquelle: Kabel, die beim heimischen Laden vom Haus zum geparkten Auto führen!

Das Elektroauto schneller laden: die Wallbox.

Die sicherste und effizienteste Methode, ein Elektroauto zu Hause im Eigenheim oder der Mietwohnung zu laden, stellt nach wie vor die Wallbox dar. Voraussetzung für ihre Installation ist ein fester Stellplatz. Ob du dein E-Auto dafür in einer Garage oder im Innenhof parkst ist zweitrangig. Gegen Wind und Wetter ist die smarte Ladesäule nämlich bestens gewappnet. Wichtig ist jedoch, dass sich der Stellplatz in unmittelbarer Nähe zu deinem Wohnhaus befindet. Denn das Kabel vom Anschluss am Haus über den Bürgersteig zum zu betankenden Auto zu legen, ist leider keine Option. Ist die Wallbox einmal angebracht, kannst du dein Elektroauto über den sogenannten Typ-2-Stecker laden, den du bereits von den öffentlichen Ladestationen kennst.

Ein passender Anschluss, an dem eine Wallbox installiert werden kann, findet sich praktisch in jedem Haus. Über diesen wird zum Beispiel auch der Herd in der Küche mit Strom versorgt. Aus Sicherheitsgründen darf die Montage nur von einem Elektriker durchgeführt werden. Viele Stadtwerke und Energieversorger sind bei der Vermittlung spezialisierter Installateure behilflich.

Der Aufwand fällt je nach baulicher Situation unterschiedlich aus. Wenn in der Nähe zum Stellplatz bereits ein Starkstromanschluss vorhanden ist, muss nur die Ladestation montiert werden. Falls jedoch eine Leitung verlegt und sogar durch Betonwände geführt werden muss, können sich die Kosten schnell summieren.

So lange dauert das Laden an der Wallbox.

Privatanwender entscheiden sich meist für eine Wallbox mit 11 Kilowatt Ladeleistung. Damit brauchst du etwa 4:30 Stunden, um den 41-kWh-Akku eines Renault Zoe vollständig aufzuladen. Mit einer leistungsfähigeren 22-Kilowatt-Station kannst du bereits nach ca. 2:40 Stunden frisch aufgeladen durchstarten. Diese kraftvolle Wallbox muss allerdings beim regionalen Energieversorger angemeldet werden, um Netzüberlastungen vorzubeugen.

Der Vermieter entscheidet.

Kann also jeder Mieter „seinen“ Stellplatz mit einer Lade-Infrastruktur aufrüsten, wenn er die Kosten selbst trägt? So einfach ist es leider nicht. Denn auch wenn es sich um eine Aufwertung handelt: Ohne Zustimmung des Eigentümers darfst du keine Wallbox installieren. Hausverwaltungen reagieren auf entsprechende Anfragen zum Teil mit Skepsis, wie eine Studie des Beratungsunternehmens E-Auto-Lader zeigt.

Hier können gute Argumente, wie zum Beispiel die Installation eines Last-Managementsystem helfen. Dieses stellt sicher, dass nicht zu viele Geräte gleichzeitig Strom ziehen und die im Haus verfügbare Leistung überstiegen wird. Elektroautos können mit einem Last-Managementsystem nur laden, wenn dies nicht zulasten einer ausreichenden Stromversorgung in den Wohnräumen geht.

Praktisch ist zudem eine smarte Wallbox: Über diese können sich Mieter vor dem Ladevorgang individuell anmelden und sich somit einen Ladepunkt teilen. Die Box verfügt über einen eingebauten Stromzähler und kann getrennte Abrechnungen erstellen. So ist sichergestellt, dass jeder Mieter nur für den von ihm verbrauchten Strom bezahlt.

Rechtsanspruch auf eine Ladestation für Eigentümer und Mieter?

Aktuell arbeitet eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe an einem Gesetzesentwurf, der die Einrichtung von Ladestationen in Miet- und Eigentumswohnungen erleichtern soll. Ziel ist es, Wohnungseigentümern und Mietern eine rechtliche Grundlage für dieses Vorhaben zu geben. Das Gesetz soll bis Ende 2019 vorliegen und bis spätestens Ende 2020 in Kraft treten. Der Ablauf könnte dann wie folgt aussehen: Mieter stellen bei ihrem Vermieter einen Antrag, eine Ladestation zu errichten. Dieser entscheidet dann selbst über diese Anfrage oder bringt sie im Falle einer Eigentümergemeinschaft, in diese ein. Die Kosten für den Bau der Ladestation tragen der Wohnungseigentümer oder der Vermieter. Wird das Vorhaben abgelehnt, soll der Mieter die Möglichkeit erhalten, mit einer Klage dagegen vorzugehen.

In drei Schritten zur Ladestation.

Hast du dich entschieden, die Installation einer Wallbox in der Hausgemeinschaft deiner Mietwohnung voranzutreiben, solltest du die drei folgenden Punkte berücksichtigen:

  1. Kein Einbau einer Wallbox ohne Genehmigung! In einem ersten Schritt nimmst du Kontakt zum Eigentümer auf und erklärst ihm, welche Anlage wo installiert werden soll und wie er von dem Vorhaben profitiert. Wer weiß: Wenn du gute Argumente hast, beteiligt er sich vielleicht an den Kosten.
  2. Gehört das Mehrfamilienhaus, in dem du lebst, einem einzelnen Eigentümer? Dann kann dieser entscheiden. Handelt es sich um eine Gemeinschaft, muss diese aktuell noch einstimmig die Freigabe erteilen. Hierzu ist ein Antrag bei der Eigentümerversammlung zu stellen.
  3. Liegt die Genehmigung vor, kannst du einen Elektriker mit der Ausführung der Installation beauftragen. Spartipp: Prüfe am besten im Vorfeld, ob es an deinem Wohnort öffentliche Förderprogramme zum Aufbau der Lade-Infrastruktur gibt.

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