Elektroauto: Kosten für Versicherung, Steuern und mehr.

Wie jedes Auto verursacht auch ein Elektroauto laufende Kosten. Die Frage ist nur, welche? Ist ein E-Mobil unterm Strich günstiger oder teurer als ein Benziner oder Diesel? Wir geben dir einen Überblick darüber, mit welchen Kosten du kalkulieren musst und wo du bares Geld sparen kannst.

Elektroauto kaufen: Der Staat gibt etwas dazu.

Am Anfang des Weges in die Elektromobilität steht der Autokauf. Und der ist für Fahrzeuge mit Elektromotor sehr kostspielig – so das gängige Vorurteil. Allerdings hat sich in dieser Hinsicht in den vergangenen Jahren einiges getan. Denn während der preisliche Unterschied zwischen einem Elektroauto und einem vergleichbaren Benziner oder Diesel in der Vergangenheit zum Teil sehr hoch war, haben sich die Preise mittlerweile angenähert.

Einer der Hauptgründe dafür ist, dass Staat und Automobilhersteller deinen Einstieg in die Elektromobilität fördern. Dabei sind die Fördersummen zuletzt weiter gestiegen: Im Rahmen des aufgrund der Corona-Krise beschlossenen Konjunkturpakets hat die Bundesregierung 2020 nämlich ihren Anteil am sogenannten Umweltbonus verdoppelt. Entscheidest du dich für einen Stromer mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 40.000 Euro, erhältst du 9.000 Euro Unterstützung (6.000 Euro vom Staat und weitere 3.000 Euro vom Hersteller). Bei einem Netto-Listenpreis deines E-Autos von bis zu 65.000 Euro sind immerhin noch 7.500 Euro Förderung drin. Wie du den Umweltbonus beantragen kannst und welche E-Autos förderungsfähig sind, haben wir dir in unserem Artikel zur Förderung von Elektroautos zusammengestellt.

Durch den erhöhten Umweltbonus sind mittlerweile einige E-Autos zu einem ähnlichen Preis zu haben wie vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. So kostet etwa der aktuelle e-up! von Volkswagen knapp 13.000 Euro, während die Verbrennervariante ab rund 12.800 Euro zu haben ist. Die günstigen Elektroautos kommen so gut an, dass zum Beispiel der Seat Mii Electric die Benzinausführung komplett abgelöst hat und mit seinem Preis von 11.650 Euro aktuell ausverkauft ist (Stand Juli 2020).

Zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer für Elektroautos.

Ein weiterer Vorteil der Elektroauto Kosten im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ist steuerlicher Natur. Wer sein reines Elektrofahrzeug nämlich bis Ende 2030 anmeldet, zahlt zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer. Das gilt übrigens auch dann, wenn du dein Elektroauto gebraucht kaufst. In diesem Fall wirst du für den verbleibenden Zeitraum dieser zehn Jahre ab Erstzulassung von der KFz-Steuer befreit. Allerdings gilt diese Regelung nur für rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge. Hybride und Plug-in-Hybride sind von der Regelung ausgeschlossen.

Sind die zehn Jahre der Steuerbefreiung vorbei, wird ein Stromer dennoch ganz anders besteuert als ein konventionelles Auto, dessen Steuersatz nach Hubraum und Emissionen ermittelt wird. Beim E-Auto wird die Steuer nach zulässigem Gesamtgewicht (zGG) erhoben. Abgerechnet wird dabei in 200 Kilo-Schritten.

Der Steuersatz steigt, je schwerer das Auto ist:

  • Bis maximal 2.000 Kilo zGG: 5,625 Euro pro angefangene 200 Kilo und Jahr
  • Bis maximal 3.000 Kilo zGG: 6,01 Euro pro angefangene 200 Kilo und Jahr
  • Ab 3.000 Kilo Gesamtgewicht: 6,39 Euro pro angefangene 200 Kilo und Jahr

Für einen BMW i3, der ein zulässiges Gesamtgewicht von 1.700 Kilo hat, werden also 50,63 Euro Steuern pro Jahr veranschlagt.

1.800 kg / 200 = 9 * 5,625 € = 50,63 €

Mit Hausstrom fährst du meist am günstigsten.

Auch beim Strom für dein Elektroauto kannst du Kosten sparen. In bestimmten Fällen kannst du sogar gratis tanken.

Einige zukunftsorientierte Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, ihr Elektroauto auf dem firmeneigenen Parkplatz kostenlos mit Strom zu versorgen. Wenn das bei dir der Fall ist, hast du gleich doppelt Glück. Denn die Bundesregierung hat beschlossen, dass du diesen geldwerten Vorteil nicht versteuern musst. Damit kommst du quasi kostenlos zur Arbeit und zurück. Dafür müssen allerdings folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der kostenfreie Strom muss zusätzlich zum Arbeitslohn zur Verfügung gestellt werden.
  • Bei deinem Auto handelt es sich um ein reines E-Auto oder einen Plug-in-Hybriden.

Um abseits deines Arbeitsplatzes oder deiner heimischen Wallbox die passende Ladestation zu finden, bietet es sich an, eine App zur Unterstützung bei der Suche zu verwenden. Ein Beispiel ist etwa die mobility+ App von der EnBW, die sowohl für dein Android- als auch für dein iOS-Smartphone zur Verfügung steht.

Wie hoch die Kosten für eine Akkuladung an einer kostenpflichtigen Ladestation sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Eine Studie des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research vom April 2019 hat die Uneinheitlichkeit der Abrechnungsmodelle der verschiedenen Anbieter in den Fokus gestellt. Bei den 123 untersuchten Auto-Stromtarifen wurde eine Preisspanne von 15 Cent bis hin zu 1,39 Euro pro Kilowattstunde festgestellt. Insofern solltest du dich vor dem Aufladen deines E-Autos mit dem jeweiligen Preismodell vertraut machen.

Am transparentesten gestaltet sich die Aufladung deines E-Autos zu Hause. Hier kannst du genau nachvollziehen, was der Strom kostet. Mit unter 30 Cent pro Kilowattstunde ist der Hausstrom meist günstiger als der an der Stromtankstelle. Wenn zum Beispiel der Verbrauch eines BMW i3 im Alltag mit etwa 15 Kilowattstunden pro 100 Kilometer angenommen wird und du ihn bei durchschnittlichen Stromkosten von 24 bis 27 Cent pro Kilowattstunde zu Hause auflädst, kommt man auf Kosten von 3,60 Euro bis 4,05 Euro für eine Ladung für 100 Kilometer Reichweite.

Das liegt unterhalb der Kraftstoffkosten, die bei Verbrennungsmotoren für die gleiche Strecke anfallen. Hier ergibt sich also noch etwas Spielraum, um die zum Teil höheren Anschaffungskosten eines Elektrofahrzeugs auf Dauer wieder reinzuholen.

lächelnder Mann bezahlt Rechnungen am Laptop im Wohnzimmer
Auf Dauer günstiger? Rechne vor dem Kauf aus, ob sich ein E-Wagen für dich lohnt.

Gibt es besondere Versicherungstarife für Stromer?

Der Haftpflichttarif für ein Elektrofahrzeug berechnet sich wie bei normalen Autos basierend auf der Motorleistung, dem Fahrzeugtyp, dem Alter des Fahrers und anderen Faktoren. Spezielle Versicherungstarife für E-Autos gibt es bislang vereinzelt. Manche Versicherer gewähren günstigere Tarife für besonders umweltfreundliche Fahrzeuge, zu denen Elektroautos ja bekanntlich gehören. Grundsätzlich kannst du aber in etwa von deinem aktuellen Versicherungstarif ausgehen, wenn du dir ein E-Auto zulegen möchtest, das der Motorleistung deines jetzigen Autos entspricht.

Bei der Kasko-Versicherung sieht es etwas anders aus: Bei der Teil- und Vollkasko ist zu beachten, dass Elektro-Neufahrzeuge in der Anschaffung zum Teil teurer sind als Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Da der Wagenwert die Versicherungskosten beeinflusst, sind die Kasko-Versicherungen für E-Autos oft etwas teurer. Tipp: Informiere dich, ob auch der Akku mitversichert ist, denn schließlich handelt es sich hierbei um eines der teuersten Bauteile deines E-Autos.

Reparatur- und Inspektionskosten für E-Autos.

Der Akku ist einer der Hauptgründe, warum E-Autos vergleichsweise teuer sind. Deswegen gibt es vereinzelt die Option, die Batterie zu mieten, statt sie mit dem Neuwagen zu kaufen. Dadurch kann der Preis des E-Autos durchaus um ein paar Tausend Euro sinken. Dafür kommt dann aber ein monatlicher Mietpreis hinzu, der beispielsweise bei Renault um die 80 Euro liegen kann. Ein entscheidender Vorteil des Batterie-Leasings ergibt sich nicht nur beim Kaufpreisnachlass, sondern auch beim Service: Wenn die Akkukapazität unter einen bestimmten Wert sinkt, wird er kostenfrei getauscht. Mittlerweile wird das Modell der Batteriemiete aber nur noch von wenigen Herstellern angeboten.

Günstiger als Verbrenner sind Elektroautos in der Wartung. Einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen-Geislingen zufolge sparen Elektroautobesitzer allein bei den Kosten für Inspektionen in acht Jahren rund 1.300 Euro (im Vergleich zu Besitzern eines Kleinwagens mit Verbrennungsmotor).

Sonderfall Batterie

Beim E-Auto ist die Batterie eines der teuersten Bauteile – und leider auch ein Verschleißteil. Denn wie bei jedem Akku lässt die Leistung mit der Zeit nach. Um seine Lebensdauer zu erhöhen, solltest du wie beim Verbrennungsmotor auf zu starke Beschleunigungen genauso verzichten wie auf lange Fahrten mit Vollgas. Akku-Hersteller geben für ihre Batterien Laufleistungen zwischen 100.000 und 160.000 Kilometern an. Das wäre in etwa eine Lebensdauer von acht bis zehn Jahren und 500 bis 1.000 Ladezyklen. Allerdings hängt das stark von äußeren Faktoren ab. Achte darauf, dass der Akku nur selten bei Eiseskälte geladen wird und du extreme Ladestände vermeidest. Denn eine neue Batterie kostet gerne um die 7.000 Euro.

Was kostet mich das E-Auto unterm Strich?

Wenn man die zehn Jahre Steuerbefreiung mit 500 Euro berücksichtigt, die 9.000-Euro-Prämie beim Kauf hinzunimmt sowie die Kostenersparnis von etwa 1.500 Euro bei den Inspektionen für zehn Jahre miteinbezieht, hat man die zum Teil höheren Anschaffungskosten für ein E-Auto fast wieder ausgeglichen. Vor allem, wenn man beim Laden möglichst oft auf den günstigen Hausstrom zurückgreift. Damit ist der Stromer letztendlich nicht teurer als ein Diesel oder Benziner. Da E-Auto-Fahrer – allein schon, um die Reichweite ihres Autos zu erhöhen – einen moderateren Fahrstil pflegen, könnten sich in Zukunft auch günstigere Versicherungstarife ergeben, die die laufenden Kosten dann nochmals senken würden.

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