Elektroauto laden: Wie, wo und wie lange dauert es?

Wie jedes Auto müssen auch Elektroautos irgendwann aufgetankt werden – beziehungsweise aufgeladen. Das Netz an Ladestationen ist mittlerweile so engmaschig wie das der Tankstellen. Und die Infrastruktur wird stetig weiter ausgebaut, damit jeder sein Elektroauto bequem laden kann. Damit du dir ein besseres Bild machen kannst, wie genau das Laden unterwegs funktioniert, haben wir Paul losgeschickt. Er hat sich selbst gerade ein Elektroauto gekauft und zeigt dir im Video, worauf du an der Ladesäule achten musst. Außerdem geben wir dir einen Überblick, was du beim Laden deines Elektroautos beachten solltest und wie du am schnellsten die nächste Ladestation findest.

Wo und wie kann ich mein Elektroauto unterwegs laden?

Was tun, wenn sich die Akkuladung deines Stromers unterwegs dem Ende neigt? Dann brauchst du eine Tankstelle. Wie du die nächstgelegene Möglichkeit findest und was du vor Ort tun musst, um Strom zu tanken, erfährst du im Video: Wir begleiten Paul zur Tankstelle.

Frau häölt Smartphone mit Yubee-App in der Hand.

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Wie viele Ladestationen gibt es in Deutschland?

Wer sein Elektroauto laden möchte, benötigt dafür eine Ladestation. Die Bundesregierung fördert den Ausbau des Ladenetzes bis 2020 mit 300 Millionen Euro. Parallel entwickeln die Automobilhersteller mit Hochdruck neue, leistungsfähigere Batterie-Generationen, um die Reichweiten der E-Fahrzeuge zu erhöhen.

In Deutschland gibt es aktuell mehr als 16.000 öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektroautos, von denen fast 2.000 Schnellladestationen sind (Stand April 2019). Zum Vergleich: Bundesweit werden gut 14.500 Benzin-Tankstellen betrieben, es gibt also mittlerweile mehr Ladestationen als Tankstellen.

Zur Übersicht hier die Anzahl der Ladestationen in den einzelnen Bundesländern:

  1. Bayern: 3.618
  2. Nordrhein-Westfalen: 2.739
  3. Baden-Württemberg: 2.525
  4. Hessen: 1.413
  5. Niedersachsen: 1.280
  6. Hamburg: 834
  7. Berlin: 779
  8. Sachsen: 623
  9. Rheinland-Pfalz: 628
  10. Schleswig-Holstein: 474
  11. Thüringen: 455
  12. Sachsen-Anhalt: 220
  13. Brandenburg: 202
  14. Mecklenburg-Vorpommern: 126
  15. Bremen: 100
  16. Saarland: 69

In Großstädten findest du eigentlich immer eine Möglichkeit, dein Elektroauto zu laden, vor allem in Hamburg und Berlin. Bei den Flächenstaaten liegt Bayern weit vorn, auch in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bist du mit deinem E-Auto gut unterwegs. Im Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg musst du deine Route allerdings sorgfältig planen, damit du in Reichweite einer Ladestation bist, wenn der Akku deines Stromers zur Neige geht.

Elektroauto-Ladestation-Quote:

Die Ladeinfrastruktur für Ladesäulen in Deutschland wird sowohl von der Industrie als auch vom Staat vorangetrieben. Vielen dauert der Ausbau aber zu lange. Die Grünen wollen den staatlich geregelten Ausbau der Ladepunkte in Deutschland mit einer Mindestquote vorantreiben und somit die E-Mobility in Deutschland öffentlich stärker fördern.

Wie finde ich die nächste Ladestation?

Auf der Suche nach der nächsten Ladestation helfen dir die zahlreichen interaktiven Landkarten mit eingezeichneten Ladepunkten, die von Herstellern, Energieversorgern und anderen Institutionen ins Netz gestellt werden, wie etwa das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur. Für dein Smartphone (Android oder iPhone) gibt es verschiedene Apps wie die mobility + App unseres Partners EnBW, die dir zuverlässig alle Ladepunkte der verschiedenen Anbieter zeigen. Moderne Navis geben dir ebenfalls Auskunft darüber, wo du die nächste öffentliche Ladesäule findest und wie du am sparsamsten dorthin kommst. Eigentlich ist es ganz einfach, dein Elektroauto zu laden.

Frau nutzt ein Smartphone mit Kandkarten auf dem Bildschirm und steht auf einer Straße in der Stadt
Mit der App zur nächsten Ladestation.

Elektroauto-Ladezeit: So lange dauert das Aufladen des Akkus.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Kapazität des Akkus, desto länger dauert der Ladevorgang. Der halboffene E-Stadtflitzer Renault Twizy zum Beispiel lädt seine 6,1-Kilowattstunden-Batterie selbst an der heimischen Steckdose in nur 3,5 Stunden voll auf. Kompakt- und Mittelklassemodelle benötigen daheim 8 bis 14 Stunden für eine komplette Ladung.

Wir haben hier die ungefähren Ladezeiten für den 33 kWh-Akku des BMW i3 aufgelistet:

  • Haushaltssteckdose mit 2,3 kW: ca. 12 Stunden
  • Ladestation mit 3,7 kW: ca. 8 Stunden
  • Ladestationen mit 4,6 kW: ca. 6,5 Stunden
  • Ladestationen mit 11 kW: ca. 3 Stunden

Du kannst die genaue Ladezeit deines Elektroautos zudem einfach selbst berechnen. Dazu brauchst du nur die Angaben zu Batteriekapazität und Ladeleistung deines Stromers. Die Formel lautet:

Kapazität der Batterie in Wattstunden : Ladeleistung in Watt = Ladedauer in Stunden

Ein Sonderfall sind die Fahrzeuge des US-Herstellers Tesla. Wer sein Tesla-Elektroauto an der Haushaltssteckdose laden möchte, muss für den vollständigen Ladevorgang fast 40 Stunden einplanen. Tesla-Fahrzeuge haben mit ihren durchschnittlichen 100 Kilowattstunden die größten Akkus aller E-Autos. Deswegen gibt es von Tesla spezielle Wandladestationen (Wallboxen) für die heimische Garage, die das Auto schneller laden. Außerdem hat Tesla weltweit spezielle Supercharger-Stationen eingerichtet, die den Akku in 20 Minuten zu 80 Prozent laden.

Für diejenigen, die es nicht rechtzeitig zu einer Ladesäule schaffen, haben der ADAC und Hyundai gerade ein Pilotprojekt mit einem sogenannten Mobilen Charger gestartet. Das ist ein umgebauter Hyundai Ioniq, der ein liegengebliebenes E-Auto mit so viel Strom versorgt, dass es problemlos bis zur nächsten Ladesäule kommt.

Ein Stecker für ganz Europa.

Bevor der Ladevorgang losgehen kann, muss das Elektroauto an die Ladesäule gestöpselt werden. In Europa hat sich dafür der Typ-2-Stecker durchgesetzt. Laut EU-Norm von 2014 ist der Typ-2-Stecker, nach seinem Hersteller auch „Mennekes-Stecker“ genannt, der Standard-Stecker in der Europäische Union. Seit 2016 gilt in Deutschland darüber hinaus die „Ladesäulenverordnung“. Sie definiert den Typ-2-Stecker als obligatorischen Ladestecker an allen E-Tankstellen in Deutschland. Andere Steckverbindungen dürfen nur zusätzlich angeboten werden. Das gewährleistet, dass du an jeder Ladesäule dein Elektroauto laden kannst.

Da Elektroautos grundsätzlich mit Gleichstrom betrieben werden, muss der Wechselstrom aus der Steckdose oder Ladestation zunächst umgewandelt werden. Das geschieht über sogenannte Gleichrichter, die im Auto integriert sind. Auch viele Ladestationen verfügen über solche Umwandler, um Akkus direkt mit Gleichstrom zu versorgen. In so einem Fall wird der Gleichrichter im Auto einfach „ignoriert“. Wenn alle Ladestationen in Zukunft flächendeckend mit solchen Umwandlern ausgestattet sind, könnten diese beim Fahrzeugbau eingespart werden – das würde den Kaufpreis von E-Mobilen senken.

Weißes Elektroauto wird an einer Ladesäule aufgeladen
In Deutschland ist de Typ-2 Stecker Standard.

Wie viel kostet eine Stromladung?

Auf den ersten Blick ist bei den meisten Ladesäulen – anders als bei einer klassischen Tankstelle – nicht erkennbar, was der Strom fürs Laden deines Elektroautos kostet. In Deutschland gibt es zahlreiche Betreiber, unterschiedliche Bezahlsysteme und Tarife. Hier geben dir Apps am bequemsten und vor allem zuverlässig eine Preisauskunft. Mit einem Klick erfährst du, was der Strom an der nächsten Ladestation kostet.

Es gibt drei Varianten, um das Stromtanken abzurechnen:

  • Abrechnung nach bezogenen Kilowatt
  • Abrechnung nach Anschlussdauer
  • Pauschalpreis im Rahmen eines Abos (Wochen-/Monatsabo)

Manche Energieversorger bieten Sonderkonditionen für ihre Kunden an. So sind beispielsweise die Maximalkosten für einen Ladevorgang bei einigen Anbietern gedeckelt – etwa auf 5 Euro. Seit 1. April 2019 müssen alle Ladesäulen mit einem geeichten Messgerät ausgerüstet sein, das kilowattstundengenau abrechnet. So erfährt der Nutzer genau, wie viel Strom er getankt hat.

Um zu demonstrieren, was dich eine 100-Kilometer-Fahrt mit einem Elektroauto im Vergleich zu einem Benziner kostet, haben wir das am Beispiel eines BMW i3 ausgerechnet.

Nehmen wir einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 13 Kilowattstunden pro 100 Kilometer und einen Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde. Für eine Fahrtstrecke von 100 Kilometern ergeben sich in diesem Fall Stromkosten in Höhe von gut 3,90 Euro.

Bei einem Benzinverbrauch von sparsamen 6 Litern auf 100 Kilometer und einem Preis von 1,35 Euro pro Liter Nomalbenzin würden dich 100 Kilometer mit einem herkömmlichen Auto gut 8,50 Euro kosten. Diese Beispielrechnung zeigt, dass E-Autos gemessen an ihren Verbrauchskosten günstiger sind als viele Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Warum gibt es einen Ladeverlust?

Warum gibt es einen Ladeverlust?

Anders als beim Tanken von flüssigen Kraftstoffen entsteht beim Laden eines Elektroautos ein sogenannter Ladeverlust. Im Klartext heißt das: Der Strom aus der Steckdose oder Ladesäule kommt nicht in voller Gänze in der Batterie an. Der Verlust kann zwischen 10 und 20 Prozent betragen. Dies ist ein rein physikalisches Problem und tritt bei allen Elektroautos auf.

Die Ursachen für Ladeverluste sind vielfältig. Aber auf zwei Dinge kannst du selbst achten, um dein Elektroauto möglichst effektiv zu laden. Zum einen ist das die Temperatur des Akkus: Bei höherer Temperatur ist der Ladeverlust geringer – lade dein Auto nach Möglichkeit immer nach einer längeren Autofahrt. Zum anderen beeinflusst auch die Art des Ladens die Höhe des Ladeverlusts: Beim Schnellladen wird ein größerer Teil der Energie in Wärme umgewandelt, der Schnellladevorgang führt somit zu höheren Verlusten als eine mehrstündige Normalladung. Geduld zahlt sich also aus.

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