Ladestationen für Elektroautos: So tankst du deinen Stromer.

Wenn sich die Ladestandsanzeige der Null-Marke nähert, gilt es, das Elektroauto wieder aufzuladen. Neulinge auf dem Gebiet der Elektromobilität fragen sich häufig, wie das Aufladen genau funktioniert. Hier erfährst du, wie du die nächste Tankstelle für Elektroautos findest und was du vor Ort tun musst.

Wo kann ich mein Elektroauto laden?

Am einfachsten und günstigsten ist es, Elektrofahrzeuge über Nacht an der Haushaltssteckdose oder einer eigenen Wallbox aufzuladen. Wer sein E-Auto unterwegs laden möchte, muss eine öffentliche Ladestation ansteuern. Die Reichweite neuer Elektroautomodelle nimmt stetig zu – gleichzeitig wird das Netz aus öffentlich zugänglichen Ladestationen und Schnellladesäulen in Europa immer dichter. In Deutschland gibt es derzeit rund 20.800 Ladestationen für E-Autos (Stand: Oktober 2020). Zum Vergleich: Noch im Jahr zuvor waren es nur 17.600 Stromtankstellen. Damit gibt es in Deutschland inzwischen mehr Ladesäulen für Elektroautos als Benzin-Tankstellen.

„Tankstellen“ für Elektroautos nach Bundesländern.

Diese Übersicht zeigt die Anzahl an Ladestationen mit Stand vom Oktober 2020 in den einzelnen Bundesländern (Quelle: Statista):

  • Bayern: 6.353
  • Baden-Württemberg: 4.950
  • Nordrhein-Westfalen: 4.476
  • Niedersachsen: 2.503
  • Hessen: 1.866
  • Rheinland-Pfalz: 1.209
  • Sachsen: 1.159
  • Hamburg: 1.096
  • Berlin: 1.052
  • Schleswig-Holstein: 922
  • Thüringen: 639
  • Sachsen-Anhalt: 444
  • Brandenburg: 442
  • Mecklenburg-Vorpommern: 231
  • Bremen: 213
  • Saarland: 175

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App laden

Wie finde ich die nächste Ladestation, um mein E-Auto unterwegs laden zu können?

Die Bundesregierung hat sich als Ziel gesetzt, das Netz an Ladestationen in Deutschland weiter auszubauen. Bis 2030 soll es im gesamten Bundesgebiet 1 Million Stromtankstellen geben. Du findest Ladesäulen an vielen Tankstellen und an öffentlichen Plätzen, vor allem im Innenstadtbereich. Darüber hinaus installieren immer mehr Supermarktketten, Restaurants und Kaufhäuser Ladestationen für Elektroautos auf ihren Kundenparkplätzen, darunter IKEA, Aldi Süd, Hornbach, Hagebau, Burger King, Rewe, Lidl und Kaufland.

Bei der Suche nach der nächsten Ladestation für dein Elektroauto helfen dir zahlreiche Apps sowie interaktive Ladesäulenkarten mit eingezeichneten Ladepunkten. Mit der EnBW mobility+ App hast du sogar Zugang zu mehr als 100.000 Ladepunkten in sechs Ländern Europas. Während die EnBW bereits zuvor E-Autofahrern in Deutschland, Österreich und der Schweiz Zugang zum größten Ladenetz in dieser Region ermöglicht hat, sind im August mit Frankreich, Italien und den Niederlanden drei weitere Länder zum sogenannten EnBW HyperNetz hinzugekommen.

Frau steht mit einem Smartphone und der mobility+ App vor einer Ladesäule der EnBW.
Mit der EnBW mobility+ App hast du Zugang zu mehr als 100.000 Ladepunkten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien und den Niederlanden (Foto: © EnBW).

So funktioniert das Laden von Elektroautos.

Um das Elektroauto aufzuladen, verbindest du deinen Stromer einfach per Ladekabel und Stecker mit der Ladesäule. Laut EU-Norm von 2014 ist der Typ-2-Stecker, nach seinem Hersteller auch „Mennekes-Stecker“ genannt, der Standard-Stecker in der Europäischen Union. Seit 2016 ist in der deutschen Ladesäulenverordnung der Typ-2-Stecker als obligatorischer Ladestecker an allen E-Tankstellen in Deutschland genannt. Andere Steckverbindungen dürfen nur zusätzlich angeboten werden. Dadurch wird gewährleistet, dass du dein Elektroauto an jeder Ladestation laden kannst.

Da Elektroautos grundsätzlich mit Gleichstrom betrieben werden, muss der Wechselstrom aus der Steckdose oder Ladestation zunächst umgewandelt werden. Das geschieht entweder über einen im Auto integrierten Gleichrichter (AC-Laden bzw. Normalladen) oder über einen Umwandler direkt in der Ladestation (DC-Laden bzw. Schnellladen).

Der Ladeanschluss am E-Auto kann sich übrigens durchaus an unterschiedlichen Stellen befinden. Während einige Modelle den „Tankdeckel“ wie gewohnt hinten an der Seite platziert haben, befindet sich dieser bei anderen Fahrzeugen wie etwa dem Nissan Leaf vorne. Darüber hinaus solltest du das mit deinem Stromer mitgelieferte Ladekabel samt Adapterkabel immer dabeihaben, damit du dein E-Auto unterwegs laden kannst.

Der Ablauf beim Laden eines E-Autos ist durchaus mit dem Tanken eines Verbrenners zu vergleichen:

  1. Abstellen des Motors.
  2. Anmeldung bzw. Autorisierung an der Ladesäule per App, Ladekarte oder QR-Code an der Ladesäule für den Login im Online-Portal.
  3. Abdeckung des Ladeanschlusses öffnen, Auto und Ladestation per Ladekabel und -stecker miteinander verbinden.
  4. Online bzw. in der App Ladevorgang starten.
  5. Aufladung bei gewünschtem Ladestand per App oder an der Ladesäule stoppen (Ist der Akku voll, wird der Ladevorgang automatisch gestoppt).
  6. Stecker erst am E-Auto ziehen und dann an der Ladesäule
  7. Abdeckung des Ladeanschlusses schließen, Ladekabel verstauen und Ladesäule wieder freimachen
E-Auto steht in einem Parkhaus an einem Ladepunkt und lädt.
Auch in Parkhäusern stehen Ladepunkte zur Verfügung (Foto: © EnBW).

Wie lange ist die Elektroauto Ladedauer?

Im Vergleich zum Tanken von Benzin dauert es länger, ein E-Auto aufzuladen. Die Dauer hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Kapazität des Akkus und der Ladeleistung des verbauten Ladegeräts (On-Board Charger) spielen auch der Ladestand, die Außentemperatur und die gewählte Stromquelle eine Rolle. Du kannst die durchschnittliche Ladedauer deines Elektroautos (in Stunden) selbst berechnen, indem du die Kapazität des Akkus durch die Ladeleistung teilst.

Ob öffentliche Ladestation, Wallbox zu Hause oder Haushaltssteckdose: Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, wobei sich die Haushaltssteckdose aus Zeitgründen und mangelnder Sicherheit nur als Notlösung eignet. An einer Schnellladestation bist du mitunter schon nach 20 Minuten bereit für die Weiterfahrt.

Die durchschnittliche Ladedauer an den verschiedenen Ladeoptionen sehen etwa wie folgt aus:

LadestationLadeleistung in kWhLadedauer in h
Haushaltssteckdose2,38 bis 14
Wallbox3,6 bis 222 bis 6
öff. AC-Ladesäule10 bis 222 bis 4
öff. DC-Schnellladesäule50 bis 1500,5 bis 1

Wie viel kostet das Aufladen eines Elektroautos?

Die Frage nach den Kosten lässt sich nicht pauschal beantworten. Unterschiedliche Betreiber, Preise, Tarife und Bezahlsysteme machen es Nutzern zum Teil schwer, den Überblick zu behalten. Seit dem 1. April 2019 müssen alle Ladesäulen mit einem geeichten Messgerät ausgerüstet sein, das kilowattstundengenau abrechnet. So erfährt der Nutzer, wie viel Strom er getankt hat. Inzwischen gibt es Apps fürs Smartphone, mit denen du direkt siehst, was der Strom an der nächsten Ladestation kostet. An Ladesäulen von Supermärkten ist das Aufladen des Elektroautos oft sogar kostenlos möglich.

Eine 100-Kilometer-Fahrt mit einem BMW i3 mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 13 Kilowattstunden pro 100 Kilometer würde bei einem Strompreis von 30 Cent je Kilowattstunde Fahrtkosten in Höhe von 3,90 Euro ergeben. Das Beispiel zeigt, dass die Verbrauchskosten von Elektroautos oft deutlich niedriger sind als die von Benzin- und Dieselfahrzeugen.

Im HyperNetz der EnBW tankst du übrigens stets zum einheitlichen Tarif. So erwartet dich nach einem Boxenstopp an einer der mehr als 100.000 Ladepunkte in sechs europäischen Ländern keine böse Überraschung bei der Abrechnung. Weitere Informationen zu den Konditionen im HyperNetz erhältst du direkt bei der EnBW.

Warum gibt es einen Ladeverlust?

Anders als beim Tanken von flüssigen Kraftstoffen entsteht beim Laden von Elektrofahrzeugen ein sogenannter Ladeverlust. Das bedeutet, dass der Strom aus der Steckdose oder Ladesäule nicht zur Gänze in der Batterie ankommt. Der Verlust beträgt zwischen 10 und 20 Prozent. Es handelt sich dabei um ein physikalisches Problem, das bei allen Elektroautos auftritt. Du kannst den Verlust reduzieren, indem du dein Auto grundsätzlich unmittelbar nach einer längeren Autofahrt auflädst, wenn dein Stromer noch auf Betriebstemperatur ist.

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Titelbild:  © EnBW

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