E-Auto zu Hause laden: Alles zu Wallbox, Steckdose & Co.

Wer sein E-Auto zu Hause lädt, spart Zeit und Geld. Eine eigene Wallbox oder das Laden an der Haushaltssteckdose machen die Fahrten zu öffentlichen Ladestationen überflüssig und die Kosten kalkulierbarer. Als Eigenheimbesitzer hast du die besten Voraussetzungen für eine Ladestation zu Hause. Aber auch als Mieter kannst du deinen Stromer problemlos bei dir auftanken.

Akku leer: Wie kann ich mein E-Auto zu Hause laden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du dein E-Auto zu Hause laden kannst. Zum einen kommt dafür das Laden über eine Haushaltssteckdose in Betracht. Das funktioniert am besten mit einem speziellen E-Auto Tarif wie dem Autostrom Tarif von Yello. Eine weitere Option, die auch zusammen mit einem Autostrom Tarif kombinieren lässt, ist die Installation einer Wallbox. Warum eine Wallbox Sinn macht? Das erfährst du im Video: So lädt Paul seinen BMW i3 zu Hause auf.

Bei langer Standzeit des E-Autos: per Haushaltssteckdose laden.

Aus praktischen Gründen möchten viele Autofahrer ihr E-Auto zu Hause laden. Obwohl die öffentliche Ladeinfrastruktur immer besser wird, befindet sich nicht immer eine Ladestation in unmittelbarer Nähe. Vor allem in ländlichen Regionen ist das Laden des Elektroautos an der Haushaltsteckdose eine zeit- und kilometersparende Lösung.

Grundsätzlich kannst du dein E-Auto an eine 230-Volt-Steckdose anschließen. Da die Haushaltssteckdose jedoch nur eine Ladeleistung von circa 2,3 Kilowatt hat, dauert der Ladevorgang sehr lange. Wie lange es tatsächlich dauert, hängt vor allem von der Akkukapazität deines Stromers ab. Bei der 35,5-kWh-Akku des Mazda MX-30 musst du laut Herstellerangaben zum Beispiel etwa 23 Stunden einplanen, um ihn an der Haushaltssteckdose komplett aufzuladen. Es bietet sich also an, den Stromer über Nacht oder bei langen Standzeiten mit der Steckdose zu verkabeln.

Es ist dringend empfohlen, dass ein Elektriker dein Hausstromnetz prüft, bevor du zum ersten Mal dein E-Auto anschließt. Die Hauselektrik wird durch die Dauerbelastung nämlich stark beansprucht, als Dauerlösung wird diese Ladevariante daher nicht empfohlen. Weitaus effektiver lädst du dein E-Auto mit einer Wallbox auf.

E-Autos zu Hause laden mit der Wallbox.

Die Wallbox ist eine speziell für Elektroautos entwickelte Ladestation; sie ist eine Schnittstelle zwischen dem Stromnetz und dem Akku deines Elektroautos. Um dein E-Auto zu Hause aufladen zu können, wird die Wallbox zunächst an einen 400-Volt-Starkstromanschluss angeschlossen. Dieser ist grundsätzlich in allen Häusern verfügbar. Die Installation und Inbetriebnahme der Wallbox solltest du immer von einem spezialisierten Elektrofachmann vornehmen lassen, da oftmals Änderungen an der Hauselektrik vorgenommen werden müssen und Fehlerschutz-Absicherungen notwendig sind. Die Wallbox sorgt beim Ladevorgang dann für die richtige Stromzufuhr. Im Regelfall verbindest du die Wandladestation mit dem Elektroauto über ein Ladekabel mit dem genormten Typ-2-Stecker, wie du ihn auch von öffentlichen Ladestationen kennst.

Welche Wallboxen gibt es?

In einem Wallbox-Test hat der ADAC 12 Wallboxen für das Laden von E-Autos zu Hause getestet. Ausschlaggebend für die Benotung waren eine einfache Bedienung, Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Wallboxen. Der ADAC unterteilte seine getesteten Wallboxen in drei Leistungsklassen:

  • Wallboxen mit 3,7 bis 4,6 kW Leistung
  • Wallboxen mit 11 kW Leistung
  • Wallboxen mit 22 kW Leistung

Unter den Wallboxen mit 3,7 bis 4,6 kW Leistung konnte die Wallbox KeContact P30 von Keba überzeugen. In der mittleren Leistungsklasse spricht der ADAC eine Empfehlung für die ABL eMH1 Wallbox aus. Ein ähnliches Modell hat übrigens auch SENEC im Angebot. Bei den Modellen mit 22 kW Leistung sieht der Automobilclub die Amtron Xtra 22 C2 Wallbox von Mennekes an der Spitze.

Wie viel kostet eine Wallbox?

Die Anschaffungskosten für eine Ladestation hängen von ihrer Ladeleistung und Ausstattung ab. Du kannst aber mit Kosten zwischen 500 Euro bis 2.500 Euro rechnen. Wer sich eine Wallbox zulegt, profitiert übrigens ab dem 24. November 2020 von einer staatlichen Förderung. Im Rahmen des neuen Konjunkturpakets werden Ladestationen für zu Hause mit pauschal 900 Euro gefördert. Insgesamt stehen 200 Millionen Euro im Fördertopf zur Verfügung. Um die Förderung zu erhalten, muss die Antragsstellung bei der KfW auf jeden Fall vor dem Kauf der Wallbox erfolgen.

Darüber hinaus muss die zu fördernde Wallbox …

  • … mit maximal 11 kW Normalladeleistung laden.
  • … ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.
  • intelligent steuerbar sein.
  • mindestens 900 Euro kosten.

Neben der Förderung der KfW gibt es weitere regionale Förderangebote für Wallboxen.

Frau verbindet ihr E-Auto mit einer Wallbox der EnBW
Auch die EnBW hat eine Wallbox im Angebot. (Foto: EnBW)

Wie wird die Wallbox zu Hause angeschlossen?

Um dein E-Auto mit einer Wallbox zu Hause laden zu können, lässt du sie von einem spezialisierten Elektrofachmann einbauen. Die Montage- und Installationskosten von Wallboxen liegen in der Regel zwischen 800 und 1.500 Euro. Der Preis hängt von den baulichen Gegebenheiten bei dir zu Hause ab: Bei großer Entfernung zum Sicherungskasten, aufwendigen Verkabelungen oder gar Wanddurchbrüchen erhöht sich natürlich der Preis. In solchen Fragen lässt du dich am besten von einem Elektroinstallateur beraten. Und wer zur Miete wohnt, darf nicht einfach so zur Tat schreiten. Darüber hinaus gilt es auch, Kontakt mit deinem Netzbetreiber aufzunehmen. Wallboxen bis 12kW müssen beim Netzbetreiber gemeldet werden. Das erfolgt in aller Regel kostenlos. Größere Wallboxen müssen sogar genehmigt werden, was mit zusätzlichen Kosten einhergeht.

Als Mieter das E-Auto zu Hause laden.

Auch Mieter haben künftig einen Anspruch darauf, dass Vermieter den Einbau einer Elektro-Ladestation sowie Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Einbruchschutz auf Kosten der Mieter gestatten. Du möchtest als Mieter dein E-Auto zu Hause laden können? Das ist also prinzipiell möglich, aber du musst einige Voraussetzungen erfüllen. Zunächst einmal musst du dich mit deinem Vermieter in Verbindung setzen, um seine Erlaubnis für den Einbau der Ladestation einzuholen. Als Argument für dein Vorhaben kannst du ihm gegenüber anführen, dass die Ladestation seine Immobilie zukunftsfähiger macht und damit ihren Wert steigert.

Du solltest außerdem mit deinem Vermieter abklären, wie du die Stromkosten abrechnen wirst. Hier ist entscheidend, über welchen Zähler die Stromabrechnung erfolgt. Als nächstes brauchst du einen festen Stellplatz für dein E-Auto. Im Idealfall befindet sich dieser in einer Tiefgarage, denn dort ist die Verlegung des Starkstromkabels weniger aufwendig. Auch hier gilt, dass die Wallbox von einer Fachkraft eingebaut werden muss.

E-Auto zu Hause laden: Diese Stromkosten kommen auf dich zu.

Grundsätzlich kannst du dein E-Auto zum selben Tarif deines Stromanbieters aufladen, zu dem auch dein Haushaltsstrom abgerechnet wird. Aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach Wallboxen befürchten Netzbetreiber und Stromversorger jedoch, dass die lokalen Stromnetze bald an ihre Leistungsgrenzen geraten könnten. Daher Inzwischen werden sogar spezielle AutostromTarife für das Laden von E-Autos zu Hause angeboten.

Die Kosten ergeben sich aus der Akkukapazität des Elektroautos und dem Strompreis. 1 kWh kostet zu Hause an der Steckdose etwa 28 Cent. Folglich liegen die Stromkosten für ein E-Auto mit einer Akkukapazität von 6 kWh bei 1,68 Euro. Das wäre zum Beispiel bei einem Renault Twizy der Fall. Wer hingegen einen Tesla Model S fährt, der eine Akkukapazität von 100 kWh hat, kann schon mit Ladekosten von 28 Euro rechnen – dafür ist dann aber auch eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern drin. Zum Vergleich: Der Toyota Yaris 1.5 Hybrid CVT als sparsamster Benziner verbraucht 3,8 Liter auf 100 km und kostet somit durchschnittlich 29,16 Euro auf 600 Kilometern bei einem Literpreis von 127,9 Cent an der Tankstelle.

Photovoltaik: E-Auto zu Hause mit Solarstrom laden.

Wenn du ein Eigenheim besitzt und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hast, kannst du dein E-Auto auch mit Solarenergie laden. Das zahlt sich in Zeiten steigender Strompreise und sinkender Einspeisevergütung aus. Ein sogenannter Energiemanager hilft dir dabei zu bestimmen, ob du die gesamte Sonnenenergie in dein Elektroauto fließen lässt oder ob du den Strom teilweise deinem Haushalt zuweisen möchtest. Durch das Aufladen mit Solarenergie verbessert sich die Ökobilanz deines E-Autos noch einmal erheblich.

Mit der Solaranlage, die du übrigens auch pachten statt kaufen kannst, könntest du theoretisch ein ganzes Jahr lang knapp 30.000 Kilometer komplett emissionsfrei fahren, ohne kostenpflichtig tanken zu müssen. Voraussetzung hierfür ist eine Solaranlage mit mindestens 40 Quadratmeter Fläche, ein Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden pro Jahr sowie ein E-Auto mit einem Verbrauch von mindestens 13,5 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.

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