Energiewende: Wie steht es um den Strommix in Deutschland?

Der Strommix in Deutschland ist ein wichtiger Gradmesser auf dem Weg zur Energiewende. Seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 steigt der Anteil der erneuerbaren Energieträger in Deutschland stetig an. Doch wie genau steht es aktuell um den Strommix der Bunderepublik – und damit auch um das große Ziel der Energiewende? Wir werfen einen Blick auf die Entwicklung des deutschen Strommix im Jahr 2020.

Was ist mit dem Strommix in Deutschland gemeint?

Falls du mit dem Begriff Strommix nichts anfangen kannst: Gemeint ist die Zusammensetzung des Stroms aus den unterschiedlichen Energieträgern. Grundsätzlich geht es also darum, wie groß die jeweiligen Anteile von Solarstrom, Windenergie, Atomstrom, Strom aus Braun- und Steinkohle und allen anderen Energieträgern sind. Traditionell stammte der Großteil des Stroms in Deutschland aus fossilen Brennstoffen, wie zum Beispiel Kohle, Erdgas und -öl oder Uran für Kernkraft. Diese Energieträger sind jedoch nur begrenzt verfügbar, bergen Risiken wie die Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 oder verursachen Emissionen, die mitverantwortlich für den Klimawandel sind. Die Bundesregierung hat deshalb das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2030 65 Prozent des deutschen Stroms aus regenerativen Quellen zu beziehen – also beispielsweise aus Solar-, Wasser- und Windkraftwerken. Die positive Folge ist, dass der so genannte „grüne Strom“ einen immer größeren Anteil am deutschen Strommix hat.

Offshore Windpark Hohe See & Albatros
Windkraft gehört zu den erneuerbaren Energien und spielt eine wichtige Rolle bei der Energiewende (Bild: © EnBW).

2020: Rekordjahr für regenerative Stromerzeugung.

2020 war ein Meilenstein für den Ökostrom in Deutschland: Zum ersten Mal machte der Strom aus Solar-, Wasser-, Wind- und Biomasseanlagen mehr als die Hälfte des Nettostroms aus. Laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, das seit 40 Jahren zum Thema Energiewende forscht, waren es insgesamt 50,5 Prozent. Zum Vergleich: 2019 lag der Anteil der erneuerbaren Energieträger am deutschen Strommix noch bei 46 Prozent. Von den insgesamt 488 Terawattstunden Strom (entspricht 488 Milliarden Kilowattstunden), die 2020 in Deutschland produziert wurden, kamen demnach 246 TWhaus regenerativen Quellen.

Brutto- und Nettostrom.

Die Bezeichnung Bruttostrom bezieht auch den Strom mit ein, der zum Betrieb der Stromkraftwerke benötigt wird. Als Nettostrom wird dagegen der tatsächlich verfügbare Strom bezeichnet, der zum Beispiel für die Versorgung privater Haushalte eingesetzt werden kann.

Anteil der Solarenergie am deutschen Strommix 2020.

Ein sonniger Sommer (und Frühling) bringt viel Solarstrom: Die deutschen Photovoltaikanlagen haben 2020 so viel Energie erzeugt wie bisher in keinem anderen Jahr. Rund 10,4 Prozent betrug der Anteil des Sonnenstroms am deutschen Strommix 2020 – ein Anstieg von ganzen 6,7 Prozent im Vergleich zu 2019.

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Anteil der Windkraft am deutschen Strommix 2020.

Die Windkraft ist mit großem Abstand die wichtigste erneuerbare Energiequelle in Deutschland: Sie macht inzwischen mehr als ein Viertel, nämlich ganze 27 Prozent des deutschen Strommix aus. Am meisten Windenergie wurde im Februar 2020 erzeugt – ein Hoch auf deutsche Winterstürme. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der Windkraft um 4,7 Prozent.

Anteil Wasserkraft am deutschen Strommix 2020.

Die Wasserkraft macht im Vergleich noch immer nur einen kleinen Teil des deutschen Strommix aus. Im Jahr 2020 stammten etwa 3,7 Prozent des Stroms aus Wasserkraftanlagen. Der Wert hängt auch von den Wetterverhältnissen ab, sodass zum Beispiel Trockenheit und damit niedrige Wasserstände Einfluss auf die Stromerzeugung haben können. 2020 lag der Anteil der Stromerzeugung durch Wasserkraft leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Schafbeweidung des 2,7 MW großen Solarparks der EnBW in Berghülen in Baden-Württemberg
Nach der Windkraft gehört die Solarenergie zu den wichtigsten erneuerbaren Energien in Deutschland (Bild: © EnBW).

Wie kann ich selbst den Strommix in Deutschland beeinflussen?

Wenn wir vom deutschen Strommix sprechen, sagt das nicht unbedingt etwas über den Strom aus, der aus deiner Steckdose kommt. Dein ganz persönlicher Strommix hängt vor allem davon ab, bei welchem Anbieter du deinen Strom beziehst. Wenn du wissen möchtest, aus welchen Quellen sich dein Strom zusammensetzt, kannst du bei deinem Versorger nachfragen: In Deutschland ist dieser gesetzlich verpflichtet, dir Auskunft zu erteilen und den Strom zu kennzeichnen. In der Regel findest du alle Informationen auf der Website deines Anbieters. Stellst du fest, dass dein Strom noch zum Großteil aus konventionellen, also nicht-erneuerbaren Energiequellen stammt, hast du immer die Möglichkeit, den Versorger zu wechseln. Wer mit fossilen Brennstoffen gar nichts mehr zu tun haben will, steigt am besten auf einen Ökostromtarif wie zum Beispiel unserer Klima Tarife um. Denn auch bei Strom gilt: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Die Bedeutung deiner Kaufentscheidungen solltest du daher niemals unterschätzen.

Illustration Stromsee, Zusammensetzung Strommix
Wer zu einem Anbieter mit Ökostrom-Tarif wechselt, ist in Sachen Nachhaltigkeit vorne mit dabei (Bild: © Yello).

Fazit: Deutschland auf dem Weg zur Energiewende.

Die Entwicklung des Strommix in Deutschland zeigt deutlich, dass wir im Hinblick auf die Energiewende auf dem richtigen Weg sind. Die Bundesrepublik hat es geschafft, den Anteil der erneuerbaren Energieträger in den letzten Jahren stetig auszubauen. Besonders Sonnen- und Windenergie spielen beim Strommix in Deutschland 2020 eine wichtige Rolle. Dem vorläufigen Ziel von 65 Prozent Ökostrom sind wir damit ein ganzes Stück näher gekommen – bis 2030 fehlen jetzt „nur“ noch knapp 15 Prozent. Wer seinen eigenen Beitrag leisten will, dass die Entwicklung noch schneller voranschreitet, hinterfragt am besten den Strommix seines Anbieters und wechselt zu einem klimafreundlichen Ökostrom-Tarif.

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