Fairphone 3 und Co: Was können faire Smartphones?

Smartphones sind ein fester Bestandteil des modernen Lebens. Sie zählen allerdings nicht gerade zu den nachhaltigsten Produkten. Müssen wir uns also zwischen Smartness und Nachhaltigkeit entscheiden? Fairphone beweist: nicht zwangsläufig. Der Hersteller bringt sein drittes faires Smartphone auf den Markt – das Fairphone 3. Doch kann es mit der Konkurrenz von Samsung, Apple und Co. mithalten?

Was macht ein Smartphone eigentlich nachhaltig?

Nachhaltige Smartphones haben gute innere Werte. Das heißt: In ihnen sind (so gut wie) keine konfliktbehafteten Metalle, seltene Erden oder umstrittene Chemikalien verbaut. Nachhaltige Smartphones sollten also zum Beispiel auf Kobalt verzichten, der im Kongo im Kleinbergbau unter lebensgefährlichen Bedingungen gewonnen wird. Stattdessen werden für die Herstellung der Smartphones möglichst umweltschonende Materialen verwendet – und zwar solche, die unter fairen Arbeitsbedingungen gefördert wurden. Die Herstellungs- und Lieferprozesse sind möglichst transparent, und die austauschbaren Geräteteile sorgen dafür, dass du das Smartphone einfach selbst reparieren und technisch aufrüsten kannst. Ein nachhaltiges Smartphone begleitet dich im Gegensatz zur schnelllebigen Konkurrenz also über viele Jahre.

Was ist Fairphone?

Das niederländische Start-Up Fairphone startete bereits 2013 mit der Entwicklung des ersten fairen Smartphones überhaupt – dem Fairphone. Entwickelt und designt wird das Gerät in Deutschland, produziert wird es in China – die Lieferketten werden offengelegt. Die konsequente Arbeit mit fair gehandelten Rohstoffen, der modulare Aufbau und die vorbildlichen Recycling-Initiativen sind nach wie vor einzigartig in der Branche. Bereits das zweite Modell des Herstellers erhielt das Umweltsiegel Blauer Engel und den Deutschen Umweltpreis 2016.

Fairphone 3: Die neueste Ausgabe des nachhaltigen Smartphones im Test.

Das Fairphone 3 hat genau wie seine Vorgänger einen modularen Aufbau und kommt mit einem Schraubendreher – denn es ist „Designed to open“. Die Rückseite des Phones ist ganz ohne Werkzeuge abnehmbar, was es erlaubt, den Akku unkompliziert zu wechseln. Mit 13 Kreuzschlitzschrauben lässt sich auch das Display einfach von der Basiseinheit abtrennen und austauschen.

Im Inneren des Fairphone 3 arbeiten ein Mittelklasse-Chip mit acht Kernen sowie ein 632-Snapdragon-Prozessor mit integrierter Adreno-506-Grafikeinheit und 4 GB RAM. Eine 12-Megapixel-Kamera liefert 4K-Videos, die Selfiekamera auf der Frontseite bietet immerhin 8 Megapixel. Der 64 Gigabyte starke interne Speicher kann auf maximal 400 Gigabyte erweitert werden. Zwei NanoSIM-Kartenslots und einer für microSD sorgen für echtes Dual-SIM.

Mit dieser Hardware-Ausstattung und dem Betriebssystem Android 9 platziert sich das Fairphone 3 am unteren Ende der aktuellen Mittelklasse. Dennoch wird es allen täglichen Anwendungen problemlos gerecht und sieht mittlerweile auch echt schick aus. Außerdem kannst du das Fairphone mit Slim-Back-Cover in verschiedenen Farben aufpeppen.

Bonuspunkt: Im Zuge des Fairphone-Recyclingprogramms bietet dir das Unternehmen 20 Euro für ein beliebiges Smartphone und 40 Euro für ein altes Fairphone. Alternativ kannst du dein altes Smartphone natürlich auch für andere Zwecke weiterverwenden.

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Nachhaltiges Smartphone mit High-Tech-Ambitionen: Das ShiftPhone.

Mittlerweile gibt es sogar eine Alternative zum Fairphone. Seit Ende 2014 entwickelt das Familienunternehmen Shift seine nachhaltigen Smartphones in Falkenberg und produziert sie ebenfalls in China. In den ShiftPhones werden keine umstrittenen Materialien wie Coltan oder Tantalum aus dem Kongo verwendet, die Lieferketten des Unternehmens sind allerdings nicht transparent. Bisher sind zehn Modelle von Shift erschienen, zuletzt das Smartphone Shift 6mq. Das neu angekündigte Shift mu soll Smartphone, Tablet und Laptop vereinen.

Das Shift 6m ordnet sich in der Smartphone-Mittelklasse ein. Sein minimalistisches Design orientiert sich am Branchenriesen Apple, das Betriebssystem basiert auf Android. Das 6m bietet Full-HD-Auflösung, LTE-Support, NFC und Platz für zwei Nano-SIM-Karten. Die vier Gigabyte RAM und 64 Gigabyte interner Speicher sind locker ausreichend. Für intensivere Nutzung lässt sich der interne Speicher sogar auf 256 GB erweitern. Die Kamera ist mit 21 Megapixeln und 4K-Videoauflösung ordentlich.

Anders als der Konkurrent Fairphone ist das ShiftPhone allerdings nicht komplett modular aufgebaut. Einzelne Komponenten lassen sich dennoch austauschen, ein passender Schraubendreher wird mitgeliefert. Außerdem sind die ShiftPhones einfach aufrüstbar – beispielsweise mit neuen Kamera-Modulen für eine verbesserte Foto-Performance.

Eine runde Sache: Das Monohm Runcible.

Der Hersteller Monohm will nicht nur ein nachhaltiges Smartphone liefern, sondern auch den digitalen Stress von Usern vermindern. Bei eingehenden Mitteilungen macht sich das Smartphone Runcible nicht wie üblich durch Signaltöne bemerkbar und kommt außerdem in der beruhigend runden Form eines Eishockeypucks. Auch beim Runcible sind allerdings Abstriche in technischer Hinsicht zu machen.

Das Betriebssystem basiert wie bei der Konkurrenz auf Android, im Inneren arbeitet ein 1,2-Ghz-Quadcore-Prozessor mit 1 Gigabyte RAM, der Flashspeicher kommt immerhin auf 8 Gigabyte. Auch die Kamera ist mit 7 Megapixeln etwas schwächer als die der Konkurrenz. Das Display ist mit 2,5 Zoll und 640 x 640 Pixeln Auflösung eher eine Basis-Ausstattung. Im Gegensatz zum ShiftPhone lässt sich das Runcible allerdings vollständig auseinandernehmen und bietet mit seinem GPIO-Anschluss sogar die Möglichkeit, eigene Bauteile anzuschließen. Das Gehäuse besteht aus handschmeichelndem Holz oder wahlweise aus Kunststoff, der aus dem Meer gefischt und recycelt wurde.

Lohnt sich ein faires Smartphone für dich?

Im direkten Vergleich hat das Fairphone 3 gegenüber seiner Konkurrenz noch die Nase vorn. Prinzipiell müssen sich alle Nutzer von fairen und nachhaltigen Smartphones aber auf technische Abstriche einstellen. Eine einfache Reparatur, die Aufrüstbarkeit der Geräte sowie nachhaltige Innovationen (Gerätepfand, Upgrade-Angebote und rückwärtskompatible Neuerungen) machen faire Phones dennoch zur lohnenswerten Investition. Du erhältst nämlich nicht nur ein langlebiges Smartphone, sondern setzt auch ein Zeichen: Mit der Investition in ein nachhaltiges Smartphone unterstützt du den Wandel in der Produktion und dem Vertrieb von Konsumgütern.

Nachhaltigkeit

Gibt es Siegel für nachhaltige Technik?

TCO zertifiziert die Nachhaltigkeit von IT-Produkten. Es werden Aspekte des gesamten Lebenszyklus des Smartphones beachtet – Umweltaspekte, soziale Verantwortung sowie Sicherheit und Gesundheit.

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