Fisker Karma, Retro-Stromer und Dreiräder: Ungewöhnliche E-Autos.

Wer mit dem Gedanken spielt, auf ein Elektroauto umzusteigen, hat inzwischen eine große Auswahl an Modellen. Darunter befinden sich auch einige Kuriositäten wie der inzwischen eingestellte Fisker Karma. Dass Elektromobilität alles andere als langweilig ist, beweisen kreative Entwicklungen und Umbau-Projekte wie dieses. Wir haben die spannendsten Ideen für dich gesammelt.

Fisker Karma: Die erfolglose Kuriosität.

Im Jahr 2012 sagte der US-amerikanische Hersteller Fisker Automotive mit einem sportlichen Elektroauto-Hybriden Tesla den Kampf an: Der Fisker Karmawar eine luxuriöse Limousine mit einem stolzen Preis von mehr als 90.000 Euro. Das Modell zeichnete sich durch ein kurvig-futuristisches Design aus. Auch das Interieur war mit Details wie einem Schalthebel in Kristallform und vielen weiteren Spielereien alles andere als Standard. Dass der Erfolg ausblieb, lag vor allem am Preis und der unausgereiften Technik: Neben einem veralteten Infotainment-System sorgte vor allem der schwache Antrieb für viel Kritik und Probleme bei Käufern, sodass die Produktion schon bald wieder eingestellt wurde. Fisker Automotive wurde später von der chinesischen Wanxiang Group übernommen, die dem Fisker Karma jetzt neues Leben einhauchen will.

Grauer Fisker Karma steht auf einer Wiese im Park.
Der erste Fisker Karma war ein Flop.

Neuauflage des Fisker Karma?

Die Marke, die jetzt unter dem Namen Karma Automotive agiert, will es nun mit einer verbesserten Version des Fisker Karma versuchen: 2021 soll die Neuauflage unter dem Namen Revero in limitierter Stückzahl in Deutschland, der Schweiz und Österreich erhältlich sein. Was verbessert wurde und ob der Revero dem alten Fisker Karma wirklich überlegen ist, bleibt abzuwarten. Gemeinsam haben sie einen Vierzylinder-Turbobenzin- und zwei Elektromotoren. Die Reichweite mit Elektroantrieb liegt laut Aussage des Herstellers bei 130 Kilometern. Zudem soll das Solardach zusätzliche Energie liefern, für bis zu 1600 Kilometer im Jahr. Die Leistung der GT-Version liegt bei 399 kW beziehungsweise 543 PS. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 200 km/h elektronisch abgeriegelt. Das neue Luxuspaket aus Südkalifornien startet auf seiner Preisliste mit rund 130.000 Doller (knapp 115.000 Euro).

Blauer Fisker Karma Revero steht in einer Halle mit hohen Fenstertoren.
Der neue Fisker Karma Revero rollt in Südkalifornien vom Band. (©KARMA)

Für Retro-Fans: El Speedster und der VW Elektro-Käfer.

Nicht um Neuauflagen wie der Fisker Karma Revero, sondern um Nach- oder Umbauten handelt es sich bei folgenden Klassikern: Porsche 356 Speedster und VW Käfer als Elektro-Version. Der Speedster ist bislang aufgrund des Preises und der Verfügbarkeit allerdings nicht in der Original-Variante erhältlich: Für den zum Verwechseln ähnlichen „El Speedster“ verwendet das Unternehmen TURN-E Nachbauten aus den USA und Großbritannien. Mit dem 136-PS-Elektromotor schafft der El Speedster bis zu 200 km/h bei einer Reichweite von bis zu 350 Kilometern: klimafreundlicher Retro-Fahrspaß also. Das Preisschild von TURN-E liegt allerdings auch bei rund 230.000 Euro.

VW setzt auf eine umweltfreundliche E-Variante des VW Käfer: Unter Einsatz der Technologie des VW e-up! und mit dem Segen der Wolfsburger baut das Unternehmen eClassics das Kultmodell zum Stromer um. Dem Elektro-Käfer könnten bald weitere Klassiker der Unternehmensgruppe folgen, etwa der VW-Bulli oder der Porsche 356.

VW E-Käfer Cabrio parkt offen vor einem Fachwerkhaus.
Der beliebte Klassiker von VW kann bei eClassics zu einem Stromer umgebaut werden. (©eClassics)

Von 8 auf 800 PS: Der Enfield 8000.

Im Gegensatz zum Fisker Karma war der Enfield 8000 von Anfang an eindeutig nicht auf Leistung ausgelegt: Von dem kleinen Elektroauto mit 8 PS Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 64 km/h wurden zwischen 1974 und 1977 nur wenige hundert Exemplare gebaut. Inzwischen gilt trotzdem genau eines dieser Fahrzeuge als schnellstes Elektroauto der Welt: Ein britischer Autofan nahm sich 2012 einen Enfield 8000 vor und baute den Zweisitzer so um, dass der Kleine mit 800 PS zu einer wahren Elektro-Rakete wurde. Das Fahrzeug stellte den Weltrekord für den spurtstärksten für die Straße zugelassenen Stromer auf.

Der Nobe 100: Vintage-Stromer auf drei Rädern.

Ein Elektroauto, das du als Motorrad anmelden kannst: Der Nobe der gleichnamigen Firma aus Estland zeigt, dass Grenzen durchaus neu interpretierbar sind. Die Hauptmerkmale des Nobe 100: Er hat nur drei Räder – und ist laut Herstellerangabe zu 100 Prozent recycelbar. Jedes einzelne Bauteil lässt sich unkompliziert ersetzen. Dabei sieht der 390 Kilogramm leichte Flitzer so knuffig aus, dass er vor allem die Herzen von Nostalgikern und Vintage-Fans im Sturm erobert. Mit einer Reichweite von rund 230 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h ist der Nobe 100 zudem absolut alltagstauglich. Für etwa 40.000 Euro soll er bald serienmäßig zu haben sein.

Noah und Luca: E-Autos aus Zucker, Flachs und Plastikmüll.

Ob Studenten ein erfolgreicheres Elektroauto entwickeln können als den Fisker Karma? Ein umweltfreundlicheres Modell auf jeden Fall – das zeigt die TU Eindhoven jetzt bereits zum zweiten Mal. Im Frühjahr 2018 stellte die Universität Noah vor: ein Elektroauto, das den Begriff Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Autofahren noch einmal völlig neu definiert. Aufsehen erregte vor allem, dass der Kleinwagen zu 90 Prozent aus erneuerbaren Materialien besteht, darunter ein strapazierfähiger Verbundstoff aus Flachs und Zucker. Dadurch kann Noah nicht nur komplett recycelt werden, sondern ist mit 350 Kilogramm auch ein echtes Leichtgewicht. Die Reichweite beträgt bis zu 240 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 100 km/h liegen. Kürzlich stellte das Team der TU mitLuca“ das zweite Konzeptmodell vor, das aus erneuerbaren Rohstoffen sowie Plastikmüll besteht. Wenn sich diese Idee durchsetzt, könnten die weltweiten Plastikberge in Zukunft ein zweites Leben erhalten.

Ein Hybrid der besonderen Sorte.

Wer sich eigentlich mehr bewegen will, aber zum Einkaufen trotzdem meist das Auto nimmt, kann sich mit „PodRide“ selbst überlisten: Damit das Fahrzeug sich vorwärtsbewegt, musst du erst einmal in die Pedale treten. Der 70-Kilogramm-Stromer ist ein Hybrid aus E-Auto und Fahrrad und gilt in Deutschland als Pedelec – dank Dachplane und Frontscheibe ist er allerdings deutlich wetterfester. Ein 250-Watt-Motor sorgt dafür, dass sich der Kraftaufwand selbst bei voller Beladung in Grenzen hält.

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