Gasverbrauch ermitteln und senken: Wie behalte ich den Überblick?

Gerade in den Wintermonaten läuft in den eigenen vier Wänden die Heizung auf Hochtouren. Wenn du zu Hause mit Gas für kuschelige Wärme und heißes Wasser sorgst, ist es nicht schlecht, den Verbrauch und die Kosten im Auge zu behalten. Yello erklärt dir, wie du deine Gaskosten richtig ermittelst und gibt dir Tipps, wie du sie spürbar senken kannst.

So liest du deinen Gasverbrauch korrekt am Zähler ab.

Um den aktuellen Gasverbrauch in deiner Wohnung zu checken, brauchst du nur auf die letzte Rechnung von deinem Gasversorger und auf deinen Gaszähler schauen. Je nachdem, wie und wo du wohnst, befindet sich der Zähler im Keller, im Treppenhaus oder gleich direkt in deiner Wohnung. Einen guten Überblick über deinen durchschnittlichen Gasverbrauch im Jahresrhythmus bekommst du, wenn du ihn ungefähr einmal pro Monat selbst am Zähler abliest und dir den jeweiligen Stand notierst. Der Gasverbrauch wird hier in Kubikmeter (m³) angegeben. Ziehe einfach den letzten Wert (Vormonat) vom aktuellen Wert (aktueller Monat) ab. Die Differenz ist deine tatsächlich genutzte Menge an Gas.

Du tust dich schwer damit, im Keller oder Hausflur den zu deiner Wohnung gehörenden Gaszähler ausfindig zu machen? Kein Problem! Über die Zählernummer, die du auf deiner aktuellen Gasrechnung findest, kannst du ihn finden. Die Zählernummer ist klar deiner Wohneinheit zugeordnet. Diese Nummer befindet sich entweder ober- oder unterhalb des Strichcodes am Zähler.

Gasverbrauch: Gaszähler mit Zählernummer
Die Gaszählernummer befindet sich ober- oder unterhalb des Strichcodes auf deinem Gaszähler.

Wichtig: Während deine jährliche Gasrechnung vom jeweiligen Versorger Kilowattstunden (kWh) ausweist, misst der Gaszähler deinen Verbrauch in Kubikmeter (m³). Was zunächst verwirrend erscheint, ist relevant für eine wirklich korrekte Abrechnung. Denn so musst du nur die Energie bezahlen, die wirklich im Gas steckt. Brennwert, Druck und Temperatur beeinflussen nämlich die Effizienz. Die tatsächliche Leistung des Erdgases ändert sich von Jahr zu Jahr und variiert auch zwischen den Netzgebieten.

So berechnest du deinen Gasverbrauch.

Um Kilowattstunden in Kubikmeter oder umgekehrt umzurechnen, benötigst du den Brennwert und die Zustandszahl, die auf der aktuellen Gasrechnung angegeben sind. Mit folgender Formel berechnest du deinen Gasverbrauch in kWh:

Kubikmeter (m³) x Zustandszahl x Brennwert = kWh

Umgekehrt bedeutet das:

kWh : Brennwert : Zustandszahl = Kubikmeter (m³)

Wenn du Gaspreise von verschiedenen Anbietern vergleichen möchtest, musst du deinen Verbrauch in kWh angeben. Sollte dir nur die Kubikmeter-Zahl vorliegen, kannst du verschiedene Gasverbrauchsrechner im Internet zurate ziehen, um deinen ungefähren Verbrauch zu ermitteln.

Diese Faktoren beeinflussen deinen Gasverbrauch.

Um einen Überblick über Gaskosten und -verbrauch zu gewinnen, ist es auch hilfreich, wenn du dir bewusst machst, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

  • Wohnungsgröße: Die Quadratmeterzahl deines Zuhauses beeinflusst den Gasverbrauch. Je größer die Wohnung, desto mehr Luftmenge musst du beheizen. Und dementsprechend hoch ist somit auch der Verbrauch. So liegt der durchschnittliche jährliche Gasverbrauch für eine Heizung in einer 50 Quadratmeter großen Wohnung bei 7.150 kWh und in einer 100 Quadratmeter großen Wohnung bei 14.300 kWh.
  • Alter der Wohnung: Für Altbau oder Neubau gelten je nach Baujahr unterschiedliche Baustandards. Und die wirken sich auf die Dämmung der Mauern, Fenster und Türen aus. In der Regel gilt: Je älter, desto weniger Isolierung ist vorhanden und desto mehr Gas verbraucht man zum H
  • Warmwasserverbrauch im Bad: Im Schnitt kannst du für Wellness-Einheiten im Badezimmer pro Monat ungefähr 1.000 kWh an zusätzlichen Gaskosten einplanen, sollte in deiner Wohnung das Warmwasser per Gas erzeugt werden. Allerdings hängt der Verbrauch stark davon ab, ob du dir täglich ein Vollbad gönnst oder nur kurz unter die Dusche springst.
  • Persönliches Heizverhalten und Wärmebedürfnis: Wir alle sind unterschiedlich oft zu Hause und haben zudem ein individuelles Wärmeempfinden. Das wirkt sich auch auf die Gaskosten aus. Je nachdem, ob du im Homeoffice arbeitest oder beruflich sehr viel unterwegs bist, ob du eine Zimmertemperatur von 20 Grad bereits als zu warm empfindest oder aber bei 22 Grad immer noch fröstelst, ist dein Gasverbrauch höher oder niedriger.
  • Personenanzahl im Haushalt: Nach durchschnittlichen Erfahrungswerten werden in einem Einpersonenhaushalt jährlich zwischen 2.500 und 5.000 kWh für Heizzwecke verbraucht. Bei einem Haushalt mit zwei Personen verdoppelt sich der Verbrauch dementsprechend auf 5.000 bis 10.000 kWh pro Jahr.

Mehrfamilien- oder Einfamilienhaus: Während in vielen Mietshäusern der Nachbar für dich mit heizt, verbrauchst du in einem Einfamilienhaus oder einer Wohnung mit vielen Außenwänden spürbar mehr Gas. Wohnungen, die neben- oder übereinanderliegen, isolieren sich dagegen oft gegenseitig.

Gasverbrauch: Mehrfamilienhaus von aussen
Praktisch: In der Wohnung im Mehrfamilienhaus heizt der Nachbar mit.

6 Tipps: So reduzierst du deinen Gasverbrauch.

Die eben genannten Faktoren kannst du nicht selbst oder nur in geringem Maße beeinflussen. Dafür lassen sich die folgenden Tipps aktiv umsetzen, um Gaskosten zu sparen:

  • Durchschnittstemperatur senken. Viele Haushalte heizen mit zu hohen Temperaturen – und verschenken somit unnötig Geld. Denn mit jedem Grad weniger in deiner Wohnung senkst du die Kosten um ungefähr sechs Prozent. Frieren muss dabei aber niemand, wenn du dich an die empfohlenen Raumtemperaturen hältst. Die liegen im Wohnzimmer bei 20 bis 22 °C, in der Küche zwischen 16 bis 18 °C und im Schlafzimmer bei 15 bis 18 °C. Tipp: Durch Thermostat-Ventile kannst du deine persönliche Wohlfühltemperatur Grad-genau und automatisch einstellen.
  • Fenster und Türen abdichten. Wenn die Isolierungen an Fenstern und Türen unzureichend sind, können deine Bemühungen den Gasverbrauch zu reduzieren, schnell verpuffen. Überprüfe deshalb die Wohnung auf Rahmenspalten, durch die Luft und somit auch Wärme entweichen kann. Einfach mit Isolier- oder Dichtungsbändern sowie Bürstendichtungen oder Zugluftstoppern nachbessern – und schon lassen sich die Gaskosten um bis zu 5 Prozent senken. In deiner Wohnung sind Rollläden an den Fenstern installiert? Schließe sie nachts. Denn so kannst du den Wärmeverlust über die Fenster um bis zu 30 Prozent reduzieren.
  • Heizungen entlüften. Wenn Heizkörper anfangen zu gluckern, ist es höchste Zeit für eine Entlüftung. Dann enthalten sie nämlich zu viel Luft – und somit auch zu wenig Wasser, das in ihnen zirkulieren und sie erwärmen kann. Die Folge: Die Heizkraft nimmt ab und der Gasverbrauch steigt. Deshalb alle Heizkörper mithilfe eines speziellen Schlüssels regelmäßig entlüften – am besten vor dem Start in die Heizperiode.
  • Programmierbare Thermostate nutzen. Die Anschaffung von elektronischen, programmierbaren Thermostaten ist durchaus lohnenswert. Denn so kannst du die Heizung zum Beispiel nachts auf eine niedrigere Temperatur herunterfahren, wenn du unter der kuschelig warmen Bettdecke liegst und die anderen Zimmer ohnehin nicht nutzt. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Temperaturen darf allerdings nur so groß sein, dass die nächtliche Energie-Einsparung größer ist als der erhöhte Verbrauch, der sich beim morgendlichen Wiederaufheizen kurzfristig einstellt. Die Wohnung darf nicht zu sehr auskühlen, da sonst der gewünschte Spareffekt verpufft. Bei der genauen Einstellung kann dir ein Fachmann behilflich sein.
  • Korrekt durchlüften. Beim Lüften gilt: Fenster auf, Heizung aus. Nutzt du smarte Heizkörperthermostate, können Fensterkontakte Sobald du das Fenster öffnest, senden die Kontakte ein Signal an die Thermostate, die wiederum die Heizung ausstellen.
  • Heizkörper freihalten. Für eine gute Luftzirkulation und somit auch ein effizientes Heizen empfiehlt es sich, alle Heizkörper freizuhalten. Achte darauf, dass du deine Couch oder deinen Esstisch nicht zu dicht an sie heran stellst. Auch lange Vorhänge vor oder Wäsche auf dem Lüftungsgitter sorgen dafür, dass es zum Wärmestau kommt. Dabei können bis zu 20 Prozent Heizenergie verloren gehen und du verbrauchst unnötig Gas. Übrigens: Auch Staub hält Wärme zurück. Deshalb die Heizungen regelmäßig putzen.
Gaskosten sparen im Smart Home.

Als Bewohner eines Smart Homes kannst du dank einer intelligenten Heizungssteuerung deine persönliche Wohlfühltemperatur in jedem Raum der Wohnung genießen. Dabei schonst du nicht nur deinen Geldbeutel, sondern auch Ressourcen. Und das funktioniert so: Eine App auf deinem Smartphone erkennt automatisch, ob du zu Hause bist oder nicht, reagiert selbstständig auf aktuelle Wetterbedingungen und stellt die Raumtemperatur entsprechend ein. Eine Technik, durch die du jährlich bis zu 30 Prozent weniger Energie verbrauchst. In einer 100 Quadratmeter großen Wohnung sparst du so pro Jahr bis zu 250 Euro.

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