Google sperrt Android für Huawei. Gibt’s noch Updates für dein Handy?

Auf Druck der US-Regierung stellt Google die Geschäfte mit Huawei ein. Das hat Folgen für Millionen Smartphone-Nutzer weltweit: Bekomme ich noch Android-Updates und Google-Dienste – funktioniert mein Huawei-Handy künftig überhaupt noch? Wir haben die Antworten auf deine wichtigsten Fragen!

Was steckt hinter der Google-Sperre für Huawei?

Die US-Regierung unter Donald Trump hat Huawei auf die „Entity List“ gesetzt, eine schwarze Liste. Damit ist es US-Firmen untersagt, mit dem Hersteller von Smartphones und Tablets Geschäfte zu machen. Google hat darauf reagiert und angekündigt, Teile seiner Geschäftsbeziehungen zu Huawei einzustellen. Damit droht Huawei unter anderem der Verlust der Android-Lizenz und somit der Zugriff auf wichtige Teile des größten mobilen Betriebssystems, inklusive Zugang zum Google Play Store. Huawei ist der zweitgrößte Handyhersteller der Welt und mit technischen Innovationen wie dem faltbaren Mate X ein entscheidender Player. Mittlerweile hat die US-Regierung die Handelssperre bis Mitte August etwas gelockert. Wir halten euch hier über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden.

Huawei: Zahlen und Fakten

Unternehmen: Huawei, „Wah-wei“ ausgesprochen

Branche: Telekommunikation

Gründung: 1987 in der Stadt Shenzhen

Marktanteil Smartphones: 19 Prozent, hinter Samsung, aber vor Apple (Statista 2019)

Mitarbeiter: 180.000

Was muss ich als Huawei-Nutzer wissen?

Die gute Nachricht: Wenn du dir in der Vergangenheit ein Huawei-Gerät gekauft hast, kannst du erst einmal beruhigt sein und das Smartphone weiter nutzen. Der offizielle Android Twitter Account versichert, dass „Dienstleistungen wie Google Play & Security von Google Play Protect“ auf bestehenden Geräten weiterhin funktionieren. Auch Huawei hat dies für bereits verkaufte oder in Lagern befindliche Smartphones mittlerweile bestätigt. Damit sind Sicherheits-Updates und die Nutzung des App-Stores Google Play gesichert.

Was bedeutet der Verlust der Android-Lizenz künftig?

Android ist das global dominierende mobile Betriebssystem. Dabei ist es ein Open-Source-Project. Das heißt, Huawei könnte künftig wie jeder andere auf quelloffene Software von Android zurückgreifen – allerdings nur auf diese. Elemente, die nicht mit Open-Source-Lizenzen verfügbar sind, wären tabu. Das heißt konkret: Sicherheits-Updates für bereits installierte Android-Versionen wird es wohl weiter geben, Funktionserweiterungen nicht. Nutzer haben keinen Anspruch auf neue Android-Versionen wie Android 10. Schon jetzt zeichnet sich ab: Das High-End-Smartphone P30 Pro bekommt das Update nicht. Es wird aktuell mit dem neuesten Android 9.1 verkauft, jedoch ist es von einer Google-Liste der mit Android 10 kompatiblen Smartphones verschwunden. Experten fürchten, dass sämtliche Huawei-Geräte beim nächsten Android-Update leer ausgehen.

Was wird Huawei in Sachen Betriebssystem unternehmen?

Huawei könnte ein komplett eigenes Betriebssystem entwickeln – laut Huawei ist man schon dabei – oder auf Open-Source-Quellen von Android zurückgreifen. Oliver Müller, Experte der Verbraucherzentrale NRW, könnte sich auch vorstellen, dass Huawei beide Wege kombiniert, „um gegebenenfalls die gewohnte Android-Umgebung beizubehalten. Für die Verbraucher wird dabei neben der Sicherheit vor allem von Bedeutung sein, dass die Nutzung der gewohnten Apps weiterhin möglich bleibt oder dass gleichwertige Alternativen geschaffen werden“, so Müller. Hier dürfen wir in den nächsten Monaten gespannt sein.

Android: Zahlen und Fakten

Produkt: Google-Betriebssystem für mobile Geräte

Verfügbarkeit: Open-Source-Software, allerdings müssen Hersteller Android-Versionen mit Google-Diensten und dem Play Store lizenzieren

Versionen: 24 seit 2008

Android-Smartphones weltweit: rund 2,7 Milliarden (Statista 2017)

Marktanteil: 85,9 Prozent (Statista 2017)

Entwickelt Huawei eine eigene Infrastruktur für Apps?

Ja, die Plattform App Gallery ist der erste Schritt von Huawei zu einer eigenen App-Infrastruktur. Allerdings ist das App-Angebot im Huawei-Store noch eingeschränkt, eigentlich unverzichtbare Apps wie Netflix fehlen. Eine Alternative für den Nutzer: Sollte der Google Play Store auf Huawei-Smartphones künftig nicht mehr vorinstalliert sein, wäre auch eine nachträgliche Installation denkbar. Dafür dürfte Google die Huawei-Smartphones aber nicht anhand der Geräteerkennung für den Play Store sperren, was es abzuwarten gilt.

Lohnt es sich noch, ein Huawei-Handy zu kaufen?

Bleibt die US-Regierung bei ihrer ursprünglichen Linie und setzt Google diese wie angekündigt um, werden neue Huawei-Geräte künftig keinen Google Play Store und keine Apps wie Gmail und Maps mehr an Bord haben. Denn obwohl Android frei verfügbar ist, müssen Hersteller wie Huawei Android-Versionen mit Google-Diensten lizenzieren. Und nach derzeitigem Stand darf Huawei künftig keine Lizenzen mehr erwerben. Dann wäre es sehr unattraktiv, sich ein Huawei-Smartphone zu holen. Zum Kauf eines Huawei-Smartphones raten kann Experte Oliver Müller derzeit nicht: Käufer sollten beachten, dass „nicht konkret im Detail absehbar ist, welche Lösungen Huawei anbieten und ob die Nutzung wie gewohnt möglich sein wird“.

Kann ich mein bereits gekauftes Huawei-Smartphone zurückgeben?

„Unserer Auffassung nach können Verbraucher nach derzeitigem Stand die Geräte grundsätzlich weder zurückgeben noch einen Anspruch auf neue Android-Versionen geltend machen“, so Oliver Müller von der Verbraucherzentrale NRW. Generell hätten Kunden kein Recht darauf, immer die neueste Version eines Betriebssystems zu bekommen. „Unserer Auffassung nach hat Huawei jedoch dafür Sorge zu tragen, dass zumindest für einen angemessenen Nutzungszeitraum weiterhin die sichere Nutzung der Geräte möglich ist.“ Mit welchen Maßnahmen Huawei dieses Ziel erreicht, liegt nach der Verbraucherzentrale aber im Entscheidungsspielraum des Tech-Giganten. Es gebe auch keinen Rechtsanspruch darauf, künftig mit der gewohnten Google-Software versorgt zu werden.

Update

Die SD Association hat Huawei jetzt aus ihrer Vereinigung ausgeschlossen. Damit kann der Tech-Gigant keine neuen Geräte mit SD und microSD-Karten-Anschluss herstellen. Bei seinen Smartphones kann Huawei den Schmerz verkraften: Hier verwendet der Hersteller seit geraumer Zeit sowieso ein anderes Speicherkarten-Format, die sogenannte Nano Memory Card (NM Card).

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