Huawei Mate X und Galaxy Fold: Die neuen Handys mit Klappbildschirm.

Die Smartphone-Hersteller tun sich schwer, wirklich Neues zu präsentieren. Weitere Kameralinsen und schnellere Prozessoren locken die Käufer nicht mehr wie früher – entsprechend sind die weltweiten Absatzzahlen seit 2016 rückläufig: 2018 ging es um 4,1 Prozent runter auf 1,4 Milliarden Exemplare. Mit den neuen faltbaren Smartphones hoffen Samsung und Co, wieder einen Kracher zu landen.

Was faltbare Smartphones auszeichnet, welche Modelle bislang vorgestellt und angekündigt sind und ob du bei den foldable Smartphones gleich zuschlagen oder lieber abwarten solltest, sagen wir hier!

Was sind eigentlich faltbare Smartphones?

Sie sollen den Handymarkt wieder in Schwung bringen: Die neuen faltbaren Smartphones wurden auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona und einem Firmen-Showcase von Samsung in San Francisco präsentiert.

Der Begriff „faltbare Smartphones“ ist leicht irreführend. Natürlich lässt sich nicht das gesamte Handy falten wie ein Blatt Papier. Vielmehr handelt es sich um eine neue Variante der Klapphandys. Im Gegensatz zu Klappklassikern wie dem Motorola Razr V3 faltest du nicht das ganze Gerät, sondern den Bildschirm. Displays sind inzwischen so dünn und flexibel, dass ein Umklappen möglich ist. Sämtliche Hersteller versichern, dass ihre Geräte mehrere Hunderttausend Klappvorgänge aushalten. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Geräte vor.

Drei Apps für ein Halleluja: Das Samsung Galaxy Fold.

Branchenprimus Samsung will das Smartphone mit dem Galaxy Fold in ein neues Zeitalter hieven. In zugeklapptem Zustand lässt es sich wie ein normales Galaxy-Handy über ein außen gelegenes 21:9-OLED-Display mit 4,6-Zoll-Diagonale (11,7 Zentimeter) bedienen, ist nur etwas dicker (1,7 Zentimeter). Aber das Galaxy Fold lässt sich eben auch wie ein Buch aufklappen. Es bietet dann innen einen Hauptbildschirm mit einer Größe von 7,3 Zoll (18,5 Zentimeter) und einer Auflösung von 2.152 x 1.536 Bildpunkten. Der Hauptbildschirm erinnert eher an ein Tablet als an ein Handy. Das XL-Display, so Samsung, mache das Gerät ideal für Spiele und Videos.

Ein Feature sticht bei Samsungs faltbarem Smartphone besonders hervor: Du kannst bis zu drei Apps simultan nutzen – ohne Verzögerung bei der Wiedergabe. Es ist also möglich, per App ein nahegelegenes Restaurant mit guten Bewertungen ausfindig zu machen, sich von Google Maps den Weg anzeigen zu lassen und gleichzeitig über einen Messenger-Dienst die Freunde dorthin zu lotsen.

Damit die Anwendungen wie geschmiert laufen, steckt im Samsung Galaxy Fold ein Chip mit einer Rechenleistung von 12 Gigabyte (GB). Der interne Speicher umfasst 512 GB, verbaut sind außerdem zwei Akkus, die miteinander kommunizieren. Nach dem Motto „Mehr ist mehr“ hat Samsung seinem foldable Smartphone zudem sechs Kameraobjektive spendiert: eins auf dem äußeren Display, zwei innen und drei auf der Rückseite.

Das Samsung Galaxy Fold soll ab dem zweiten Quartal 2019 verfügbar sein – zum stolzen Preis von 2.000 Euro. Computer Bild hat das faltbare Smartphone getestet.

Samsung soll Displays gratis ersetzen.

Das Problem mit unschönen Knickstellen im Bildschirm will Samsung laut einem Bericht mit einem kostenlosen Display-Austausch umgehen. Wer das Galaxy Fold 10.000 mal gefaltet hat, bekommt demnach ein gratis Ersatzdisplay.

Samsung Galaxy Fold in verschiedenen Farben
Samsung Galaxy Fold Varianten

Auch ein schöner Rücken kann entzücken: Das Huawei Mate X.

Der chinesische Huawei-Konzern verfolgt bei seinem faltbaren Smartphone einen anderen Ansatz als Samsung. Das Display des Huawei Mate X befindet sich auf der Außenseite, bildet also quasi einen Buchdeckel. Ausgeklappt hat der Bildschirm (Auflösung: 2.480 x 2.200 Bildpunkte) eine Diagonale von 8 Zoll (20,3 Zentimeter), geschlossen werden aus einem großen Display zwei kleinere: Die Vorderseite kommt auf 6,6 Zoll (16,8 Zentimeter) bei 2.480 x 1.148 Pixeln und ist damit immer noch größer als das Display des iPhone XS Max mit seinen 6,5 Zoll. Der Bildschirm auf der Rückseite des Mate X misst 6,38 Zoll (16,2 Zentimeter) bei 2.480 x 892 Pixeln. Die fehlenden Bildpunkte auf der hinteren Seite erklären sich durch die dort verbaute Triple-Kamera von Leica.

Zusammengeklappt ist das Huawei Mate X nur 1,1 Zentimeter dick. Das sind 6 Millimeter weniger, als das Samsung Galaxy Fold misst, und nur drei Millimeter mehr Dicke als beim iPhone XS Max.

Als Prozessor verbauen die Chinesen den aus dem Huawei Mate 20 Pro bekannten Chip Kirin 980 (2 x 2,6 plus 2 x 1,92 und 4 x 1,8 Gigahertz). Einer der schnellsten Prozessoren auf dem Markt. Zudem ist das Mate X – ebenso wie das Galaxy Fold – fit für den kommenden Mobilfunkstandard 5G, als erstes Smartphone von Huawei. Der Arbeitsspeicher beträgt 8 GB, der interne Speicher ist 512 GB groß.

Die große Frage beim Mate X lautet natürlich: Wie empfindlich zeigt sich ein Display als Außenhülle im Alltag? Der Hersteller will Kratzer mittels einer durchsichtigen Schutzhülle verhindern. Wie gut das funktioniert, kann erst ein Dauereinsatz zeigen.

Huawei will sein Mate X im Sommer 2019 in den Handel bringen. Mit einem Preis von sage und schreibe 2.299 Euro ist es noch teurer als das Samsung Galaxy Fold!

Falten und walten: Das machen andere Hersteller.

Samsung und Huawei sind nicht die einzigen Hersteller, die den Markt mit faltbaren Smartphones aufmischen wollen. Weitere Player sind:

ZTE. Der Handyproduzent aus China stellte sein Axon M bereits Ende 2017 vor. Das Handy besitzt zwei Bildschirme, die aufgeklappt ein 6,75-Zoll-Display (17,1 Zentimeter) ergeben – allerdings getrennt durch ein Scharnier und den Gehäuserahmen. Das stört ziemlich beim Anschauen von Bildern und Videos. Der Preis liegt bei 550 Euro.

Royole. Der chinesische Display-Hersteller präsentierte im Januar 2019 auf der CES sein faltbares Smartphone Flexpai. Es hat ein OLED-Bildschirm mit einer Diagonale von 7,8 Zoll (19,8 Zentimeter). Die Faltstelle beim Flexpai ist kein richtiger Knick, sondern eher eine starke Biegung – was das Handy ziemlich dick macht. Die Preise beginnen bei umgerechnet 1.150 Euro. Ob und wann das Royole Flexpai in Europa auf den Markt kommt, ist nicht bekannt.

Oppo. Einen weiteren China-Böller zum Falten kommt von Oppo. Das chinesische Unternehmen, das erst kürzlich ein zehnfaches optisches Zoom für Handys präsentierte, postete Bilder eines Falthandy-Prototypen. Das faltbare Display befindet sich wie beim Huawei Mate X auf der Außenseite. Erscheinungstermin und Preis stehen noch nicht fest.

Motorola. Das legendäre Motorola Razr soll ein Comeback feiern – als faltbares Smartphone. Ein Unternehmensmanager bestätigte entsprechende Gerüchte und fügte hinzu, es gäbe „keine Absicht, später auf den Markt zu kommen als alle anderen“. Das würde einen Marktstart Mitte 2019 bedeuten. Weitere technische Angaben liegen noch nicht vor, der Preis soll umgerechnet etwa 1.300 Euro betragen.

Daneben arbeiten weitere Hersteller wie Xiaomi und TCL an eigenen foldable Smartphones.

Faltbare Smartphones: Hot oder Schrott?

Jetzt zur Gretchenfrage: Lohnt sich die Anschaffung eines faltbaren Smartphones? Wir meinen: eher (noch) nicht! Ja, die Technik ist hochspannend und bietet viel Potenzial für die Zukunft. Aber dafür sind die ersten Geräte auch superteuer. Und technisch befinden wir uns in der ersten Generation, die erfahrungsgemäß mit diversen Kinderkrankheiten zu kämpfen haben wird. So ist die Frage, wie oft die Displays das Auf- und Zuklappen überstehen, nicht abschließend geklärt.

Zudem sind die Geräte in zugeklapptem Zustand alles andere als handlich. In die Hosentasche lassen sich faltbare Smartphones nicht mal eben stecken.

Oppo-Vizechef Brian Shen räumt denn auch, trotz eigenem Prototypen, der neuen Smartphone-Gattung aktuell keine großen Chancen ein: „Ich glaube derzeit nicht, dass die Geräte in der ersten Generation abheben werden. Das kann man schon erkennen, wenn man bei Präsentationen darauf achtet, wie der Bereich aussieht, an dem das Display gefaltet wird. Das sieht nicht wie etwas aus, was ich persönlich mit dem Finger bearbeiten wollen würde.“

Titelbild: Samsung Galaxy Fold © Samsung

Starker Allrounder mit Triple Kamera.

Sichere dir jetzt das Huawei P30 lite.

Zum Angebot

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

facebook instagram twitter youtube linkedin xing envelop hilfe login menu burger phone messenger whatsapp mail kwk gas strom waermestrom more playbutton payback loading-indicator