Ist WeShare der neue Carsharing-Champion in Berlin?

Komplett ohne Emissionen durch Berlin fahren: Das ist das Versprechen des neuen Carsharing-Dienstes „WeShare“. Dahinter steckt Volkswagen – und mit 1500 Elektrofahrzeugen wollen sie in der Bundeshauptstadt den Carsharing-Markt ordentlich aufmischen und gleichzeitig ShareNow, den gemeinsamen Dienst von BMW und Mercedes, angreifen. Ob das gelingt? Hier liest du, welche Vorteile „WeShare“ bietet und für wen der Dienst genau das Richtige ist.

Carsharing in Deutschland.

Knapp zweieinhalb Millionen Menschen nutzen in Deutschland bereits Carsharing-Dienste, jede Stunde kommen 40 neue Nutzer dazu. Während BMW und Mercedes gerade den Zusammenschluss ihrer Dienste DriveNow und Car2Go unter dem Namen „ShareNow“ bekannt gegeben haben, steigt nun mit etwas Verspätung auch Volkswagen in das Rennen um die geteilten Fahrzeuge ein. „WeShare“ heißt der Dienst, der nach seiner Testphase nun in Berlin gestartet ist und dem deutschen Konkurrenten ShareNow Anteile streitig machen soll.

WeShare Carsharing Auto steht vor dem Brandenburger Tor
WeShare startet in Berlin. © UMI Urban Mobility International GmbH

Größter Vorteil ist der Elektroantrieb.

Allein in Berlin hat der größte Konkurrent (ShareNow) mittlerweile fast eine halbe Million Kunden. Was also ist die Stärke von WeShare? Womit kann der neue Dienst locken? Die Antwort ist ganz einfach: mit dem Antrieb – Volkswagen bietet mit WeShare eine rein elektrische Flotte. In Zahlen ausgedrückt sind es 1500 Elektro-Fahrzeuge, die derzeit in Berlin zur Verfügung stehen. Das sind zwar knapp 1000 Autos weniger als bei ShareNow, dort ist man jedoch meist im Benziner oder Diesel unterwegs, nur ein Teil der Flotte von BMW und Mercedes besteht aus Elektroautos wie beispielsweise dem BMW i3. Wer also beim Carsharing auf seinen ökologischen Fußabdruck achtet, wird sich womöglich für WeShare entscheiden. Zum Start besteht die Flotte des Dienstes aus einem einzigen Modell, dem e-Golf von VW. Nächstes Jahr sollen dann 500 E-Ups dazukommen, sukzessive soll die Flotte außerdem vom e-Golf auf die neuen Modelle der Volkwagen ID-Reihe wie beispielsweise den VW ID 3 umgestellt werden. 150 Quadratkilometer umfasst das Geschäftsgebiet zum Start des Angebots in Berlin und geht damit über den S-Bahn-Ring hinaus.

Ebenfalls neu auf dem Carsharing-Markt: SIXT share:
  • Angebot: Carsharing auf Free-Floating-Basis
  • Free-Floating: Autos können überall in der Stadt per App gemietet und auf allen öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden
  • Städte: Berlin, Bochum, Dresden, Duisburg, Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg
  • Kosten: Ab 19 Cent pro Minute. Dynamisches Preismodell, das bei starker Nachfrage ansteigt
  • Flotte: Audi A3, Audi Q2, Audi A4, VW Golf, VW Passat, Renault Zoe, Seat Leon, Skoda Octavia, Mini, BMW X1, BMW 1er, BMW X2, Hyundai i10, Mini Cabrio, Mini Countryman, VW Transporter

Einfach losfahren, überall abstellen.

Genau wie ShareNow ist auch WeShare ein sogenannter Free-Floating-Dienst. Das bedeutet, dass man die Fahrzeuge überall in der Stadt findet und genauso auf allen öffentlichen Parkplätzen wieder abstellen kann. Sammelpunkte oder Mietstationen gibt es nicht. Das ist auch der große Unterschied zum ebenfalls von VW stammenden Ridesharing-Dienst Moia, der bislang in Hannover und Hamburg angeboten wird. Hier buchen die Kunden – ähnlich wie bei herkömmlichen Taxis – ein Fahrzeug inklusive Fahrer.

Doch wie findet man die Fahrzeuge? Natürlich per App. Einmal als Kunde registriert, kann man in der WeShare-App eine Kartenansicht von Berlin öffnen und bekommt die Standorte der nächstgelegenen und verfügbaren Autos angezeigt. Die Anmeldung ist denkbar einfach: Führerschein, Personalausweis, Kreditkarte und Smartphone muss man parat haben, dann führt die App durch den Registrierungsvorgang, der etwa fünf Minuten dauert. Nutzen kann den Dienst jeder über 21 Jahre, der bereits seit mindestens einem Jahr einen gültigen EU-Führerschein besitzt.

Eine Hand nutzt auf Smartphone die We Share App.
Wie gewohnt: WeShare funktioniert per App auf dem Smartphone. © UMI Urban Mobility International GmbH

Die Kosten: Günstiges Startangebot für die ersten Monate.

Im Vergleich mit anderen Carsharing-Diensten ist WeShare unschlagbar günstig. Zumindest am Anfang. Denn noch bis Ende August 2019 gilt das Startangebot, bei dem man zu jeder Tageszeit für 19 Cent pro Minute durch Berlin fahren kann. Registrierungsgebühren oder Flughafenaufschläge gibt es – zumindest zum Start – nicht. Die Preise sind unabhängig von der Kilometerzahl. Teuer wird es also vor allem dann, wenn man im Stau oder Pendlerverkehr stecken bleibt. Zum Vergleich: Bei DriveNow zahlt man derzeit für kleinere Fahrzeuge 33 Cent pro Minute. Modelle wie der elektrische BMW i3, ein BMW X2 oder der Mini Countryman sind etwas teurer und kosten 36 Cent pro Minute. Bei car2go zahlt man momentan für einen smart fortwo 19 Cent, für die A-Klasse 28, für die B-Klasse sowie den CLA und den GLA von Mercedes jeweils 31 Cent pro Minute. Etwas günstiger ist der ebenfalls recht neue Carsharing-Anbieter SIXT share. Auch hier kosten die Fahrzeuge (unter anderem der elektrische Renault Zoe, VW Passat oder Audi A3) ab 19 Cent pro Minute, das Preismodell ist jedoch dynamisch und bei großer Nachfrage wird es automatisch teurer.

Ab September sollen die Preise dann auch bei WeShare steigen und in drei Kategorien je nach Tageszeit gestaffelt werden. Die genauen Kosten hierfür sind noch nicht bekannt – nur dass sie im Durchschnitt 29 Cent pro Minute betragen werden.

So geht’s mit dem Aufladen der Stromer.

Bei WeShare kümmern sich nicht die Nutzer, sondern die Mitarbeiter um das Aufladen der Autos. 100% Ökostrom verspricht VW seinen Kunden. Und so geht’s: Sieht ein Mitarbeiter von WeShare, dass ein Fahrzeug nur noch eine geringe Akku-Ladung und Reichweite hat, bringt er den e-Golf an einen der im ganzen Stadtgebiet verteilten Ladepunkte. Hierfür arbeitet VW mit der Unternehmensgruppe Schwarz zusammen, zu der unter anderem Lidl und Kaufland gehören. Dort werden die Autos auf den Parkplätzen an die Elektro-Ladesäulen angeschlossen. Später will man außerdem Anreize wie etwa Freiminuten schaffen, um den Nutzern das Laden der Autos schmackhaft zu machen.

Fazit und Pläne für die Zukunft.

Wer auf Elektroautos steht und beim Carsharing vor allem auf ökologische Aspekte achtet, ist bei WeShare richtig. Vorausgesetzt, er wohnt in Berlin. Wer bereits Kunde eines anderen Anbieters ist, muss genau überlegen, ob sich der Umstieg lohnt.

Im kommenden Jahr will Volkswagen seinen Carsharing-Dienst um zwei Städte erweitern: Nach Berlin sollen dann auch Hamburg und Prag folgen. Dort will man mit der tschechischen Volkswagen-Tochter Skoda kooperieren. Zudem steht die bereits angesprochene Umstellung auf VWs ID-Familie mit mehreren neuen Modellen an.

Titelbild: © UMI Urban Mobility International GmbH

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