Jetzt wird’s ernst: Tesla Model 3 macht E-Mobilität bezahlbar.

Er kostet zwar mehr als erwartet und die etablierte Autowelt arbeitet ihren Rückstand mittlerweile tapfer auf. Doch drei Jahre nach seiner Premiere bringt Tesla jetzt endlich das Model 3 nach Europa und kann damit tatsächlich den Markt für Elektrofahrzeuge aufmischen.

Der Tesla Model 3 Preis: Bezahlbares Elektroauto?

Es lief mal wieder wie bei immer bei Tesla: Der Zeitplan für die Markteinführung ist Makulatur und natürlich kommen die billigen Varianten erst später. Doch jetzt hat das Warten ein Ende und zumindest die gehobenen Versionen des Model 3 rollen so langsam in Bremerhaven vom Schiff.

Tesla Model 3 in rot
Der neue Tesla Model 3. © Tesla

Das vergangene Jahr verlief gut für den amerikanischen Autokonzern: Weltweit war Teslas Model 3 das meistverkaufte Elektroauto. Rund 146.000 Tesla Model 3 wechselten den Besitzer. In Europa war der Tesla Model S zeitweise sogar beliebter als die Mercedes S-Klasse-Limousine und der BMW 7er.

Die Fans zwischen Ungeduld und Begeisterung und die etablierten Autohersteller irgendwo zwischen Neugier und Nervosität – dass dem Model 3 so eine große Aufmerksamkeit entgegenschlägt, hat einen einfachen Grund. Schließlich will Firmenchef Elon Musk damit der Elektromobilität gar vollends zum Durchbruch verhelfen und das Akku-Auto vom elitären Vergnügen für die Besserverdiener mit Klimasorgen zu einem bezahlbaren Alltagsauto für die breite Masse machen: 35.000 Dollar oder umgerechnet damals 32.000 Euro hat er deshalb als Basispreis ausgelobt, als er den Wagen im März 2016 enthüllt hat. Zumindest in Deutschland ist von so einem Preisbrecher aber bislang keine Rede und auch in den USA hat es lange gedauert mit der Preisoffensive.

Denn weil Tesla mit der Produktion kaum hinterherkam und die Nachfrage alle Erwartungen übertraf, hat sich Musk mit seinem Billigmodell zeitgelassen – und trotzdem einen riesigen Erfolg verzeichnet. Nicht umsonst war das Model 3 im letzten Jahr vor dem Nissan Leaf das meistverkaufte Elektroauto der Welt.

Tesla Model 3: Verfügbarkeit und Preise in Deutschland.

Tesla hat in den USA mit zwei Jahren Verspätung gerade tatsächlich mit dem Verkauf des Einsteigers begonnen, die 35.000 Dollar als Grundpreis gehalten und dafür immerhin 370 Kilometer Reichweite realisiert. Schon nach kurzer Zeit wird der Verkauf des Günstig-Teslas jedoch eingestellt. Zum Verkaufsstart in Deutschland im Frühjahr 2019 ist das Model 3 nach wie vor ein teures Vergnügen. Neben dem Standardmodell mit einer Reichweite von rund 400 Kilometern und einem Preis von rund 45.000 Euro, gibt es aktuell zwei Varianten, die um einiges mehr kosten wie das Einstiegsmodell: Es gibt den „Dual Motor“ mit einem Aktionsradius von 533 Kilometern für 54.800 Euro oder das Performance-Modell für 64.400 Euro. Das kommt zwar im Prüfverfahren nur 530 Kilometer weit, schafft dafür aber beim Kickdown 261 statt 233 km/h. Damit ist die eigenwillige Mischung aus Limousine und Coupé einem Audi e-tron (Startpreis 79.900 Euro) oder einem Mercedes EQ C (ab etwa 70.000 Euro) deutlich näher als einem Renault Zoe (ab 23.200 Euro), einem Nissan Leaf (ab 36.400 Euro) oder einem BMW i3 (ab 39.950 Euro). Und auch diesen Modellen würde man bei Reichweiten von bis zu 385 Kilometern die Alltagstauglichkeit mittlerweile nicht mehr absprechen.

Tesla Model 3: So fährt sich der Edel-Stromer.

Allerdings ist auch das Fahrverhalten des Model3 weit jenseits dessen, was man von diesen elektrischen Kleinwagen erwarten darf. Schließlich beschleunigt die Performance-Version in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Außerdem hat Tesla gegenüber Model S und Model X spürbar das Fahrgefühl verbessert, die Straßenlage optimiert und vor allem in Kurven für mehr Souveränität gesorgt. Egal ob Landstraße oder Autobahn, fühlt sich das Model3 da fast so souverän an wie ein Audi A4 oder ein BMW Dreier. Mit dem Fahrgefühl eines Nissan Leaf und anderen elektrischen Kleinwagen jedenfalls hat das nichts mehr zu tun.

Tesla Model 3 Cockpit
Die gesamte Bedienung läuft über ein riesiges Tablet. © Tesla

Aber es sind nicht nur die atemberaubende Beschleunigung oder die entspannte Stille, die den Tesla ausmachen. Das können Audi, Mercedes oder Jaguar mit ihren Stromern auch. Sondern Tesla sorgt auch sonst für neue Erfahrungen. Konsequent um den Elektroantrieb herum konstruiert, ist das Model 3 sehr viel geräumiger als konventionelle Mittelklasse-Modelle gleichen Formats. Und der Eindruck wird noch gesteigert durch das radikal reduzierte Cockpit, in dem es kaum mehr einen Schalter oder eine Anzeige gibt, weil die gesamte Bedienung über das riesige Tablet läuft, das groß wie ein Zeichenblock vor der Mittelkonsole prangt. So entsteht eine gähnende Leere, die einem mehr Platz gibt und deshalb als Luxus wahrgenommen wird statt als Verzicht. Weniger ist mehr, das gilt nicht nur für die Emissionen, sondern auch für Schalter und Knöpfe – nur an Emotionen wird bei diesem Auto nicht gespart.

Titelbild: © Tesla

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