Kameratypen: Welche Kamera passt zu dir?

Die kleine Knipse oder doch das Profigerät: Die Bandbreite bei den Digitalkameras ist enorm. Wer sich eine Kamera kaufen möchte und kein Experte ist, sieht sich mit vielen Fragen konfrontiert: Was unterscheidet Bridge- und Systemkamera? Was ist ein Vollformat? Welcher Kameratyp ist der richtige für mich? Wir geben dir Tipps und Infos für deine Kaufentscheidung und zeigen dir, welche Modelle 2019 angesagt sind.

Welchen Kameratyp benötigst du?

Bei dem Überangebot an Kameras fragst du dich zurecht: Welche Kamera passt zu mir? Vor dem Kamerakauf solltest du dir klarmachen, wofür du deine Kamera verwenden möchtest: Was möchtest du wie fotografieren? So kannst du im Angebotsdschungel schneller herausfinden, welcher Kameratyp für dich am besten geeignet ist. Wenn du ambitioniert bist, ist ein Kamerasystem mit Wechselobjektiven passender als eine kompakte Kamera mit nur einem Objektiv und wenig manuellen Einstellmöglichkeiten. Solltest du etwas Unkompliziertes für Familienfotos und gelegentliche Schnappschüsse suchen, kann eine Kompaktkamera mit integriertem Blitz dagegen genau richtig sein. Bist du viel unterwegs, spielt das Gewicht von Kamera und Zubehör eine wichtige Rolle. Und bei Outdoor-Fotosessions ist es wichtig, dass das Equipment vor Spritzwasser und Staub geschützt ist.

Du weißt jetzt, was du fotografieren willst? Dann ist es an der Zeit, sich die verschiedenen Kameratypen einmal näher anzuschauen. So findest du heraus, welches die beste Kamera für dich ist.

Was sind eigentlich Megapixel?

Megapixel ist die Einheit für die Bildauflösung. Ein Pixel ist ein Bildpunkt, ein Megapixel (MP) steht für eine Million Bildpunkte. Je höher die Auflösung, umso größere und schärfere Fotoabzüge sind möglich.

Je mehr Megapixel, desto besser die Kamera und umso höher die Qualität der Aufnahmen – diese Formel gilt so aber nicht: Die Aufnahmequalität hängt nicht nur von der Anzahl der Megapixel auf dem Sensor ab, sondern ebenso von der Kamerasoftware, dem verwendeten Objektiv und weiteren Faktoren. Welche Kamera zu dir passt, entscheidet also nicht zwingend die Anzahl der Megapixel.

Kompaktkamera: Frau schießt Foto vo Eifelturm in Paris mit Digitalkamera
Optimale Ausrüstung für deine Sightseeing-Tour.

Totgesagte knipsen länger: die Kompaktkamera.

Obwohl die Verkaufszahlen von Kompaktkameras mit dem Siegeszug der Smartphones massiv eingebrochen sind, haben die kompakten Knipsen für viele Gelegenheitsfotografen noch ihre Daseinsberechtigung – sie kommen auf Hochzeitsfeiern ebenso zum Einsatz wie im Kurzurlaub. Kompaktkameras haben den Vorteil, dass Blitz und Zoom fest ins Gehäuse integriert sind und die Geräte wie Smartphones in die Handtasche oder Jacke passen. Im Vergleich zu den Kameras von Mobiltelefonen punkten Kompaktkameras vor allem mit den Brennweiten und Lichtstärken ihrer Zoomobjektive. Und noch etwas spricht für die kleinen Kompakten: ihre Ergonomie. Kompaktkameras liegen beim Fotografieren deutlich besser in der Hand als Smartphones.

Eine gute und leistungsfähige Kompaktkamera ist die Sony Cyber-shot RX100 (600 Euro). Sie überzeugt mit ihrem lichtstarken Zoomobjektiv, dem 1-Zoll-Bildsensor und einem schnellen Autofokus. Die Nikon Coolpix A1000 (450 Euro) punktet mit ihrem großen Brennweitenbereich von 24 bis 840 Millimeter (Kleinbild), Verwacklern beugt sie mit einem eingebauten Bildstabilisator vor. Die sehr gute Bildqualität auch bei wenig Licht spricht wiederum für die Canon PowerShot SX 620 HS. Sie besitzt zudem ein WLAN-Modul für die kabellose Übertragung von Aufnahmen.

Nikon COOLPIX A1000
Gestochen scharfe Bilder mit Nikon COOLPIX A1000. © 2019 Nikon GmbH

Brückenschlag zur Spiegelreflex: die Bridgekamera.

Die Bridgekamera ist ein Kameratyp, der die Vorteile einer Kompaktkamera mit denen einer Spiegelreflexkamera vereint. Eine Bridgekamera verfügt über ein fest verbautes, leistungsfähiges Zoomobjektiv. Gewicht und Abmessungen liegen in der Regel zwischen denen von Kompakt- und Spiegelreflexkameras. Bei einigen Modellen ist ein Mikrofon integriert, um beim Filmen den Ton mitzuschneiden.

Ein häufig genannter Kritikpunkt ist die Tatsache, dass bei Bridgekameras das Objektiv fest verbaut ist. Das hat aber auch den Vorteil, dass es nicht zu Verschmutzungen des Bildsensors als Folge eines Objektivwechsels kommen kann. Ein fest verbautes Zoom mit großer Lichtstärke und einem Brennweitenbereich von Weitwinkel bis Tele kann gerade auf Reisen durch die Gewichtsersparnis überzeugen.

Die Lumix FZ1000 II von Panasonic (850 Euro) ist eine Bridgekamera für Anspruchsvolle. Sie besitzt neben einem 1-Zoll-Bildsensor ein lichtstarkes Zoomobjektiv aus dem Hause Leica und filmt in 4K-Auflösung.

Die Sony Cyber-shot RX10 IV (2.000 Euro) ist eine Bridgekamera für alle, die Wert auf einen schnellen Autofokus legen. Die Kamera verfügt ebenfalls über ein lichtstarkes Zoomobjektiv mit durchgehender Blende 2,8 bei einer Brennweite von 24 bis 200 Millimetern – das ermöglicht gelungene Aufnahmen auch bei schlechten Lichtverhältnissen.

Der Telezoom der Leica V-Lux (1.190 Euro) reicht sogar bis 400 Millimeter! Die 20-Megapixel-Kamera lässt sich zudem besonders einfach und intuitiv bedienen. Allerdings, wie die Name Leica schon vermuten lässt: Ganz billig ist die V-Lux nicht.

Sony RX10 4
Exzellente Bildqualität mit der Sony Cyber-shot RX10 IV. © 2018 Sony Europe Limited
Das solltest du über Bildsensoren wissen.

Die Größe des Bildsensors entscheidet darüber, wie viel Licht eine Kamera einfangen kann. Die am häufigsten verwendeten Sensorformate im Überblick:

1,0 Zoll: 13,2 x 8,8 mm:

Gängige Sensorgröße von Kompakt- und Bridgekameras.

Hersteller von Kameras mit solchen Sensoren:

Micro Four Thirds (MFT): 17,3 x 13 mm:

Die Bezeichnung bezieht sich auf das Seitenverhältnis des Sensors (4:3). MFT-Sensoren kommen fast ausschließlich in Systemkameras mit Wechselobjektiven zum Einsatz.

Hersteller von Kameras mit solchen Sensoren:

APS-C: 22,3 x 14,9 bis 23,6 x 15,7 mm:

Die am weitesten verbreitete Sensorgröße kommt sowohl in Kompakt- als auch Systemkameras zum Einsatz.

Hersteller von Kameras mit solchen Sensoren:

Vollformat: 36 x 24 mm:

Das Vollformat ist mit dem alten Kleinbildformat aus analogen Fototagen identisch und kommt bei Kameras im gehobenen Preissegment zum Einsatz.

Hersteller von Kameras mit solchen Sensoren:

Digitaler Klassiker: die Spiegelreflexkamera (DSLR).

Die digitale Spiegelreflexkamera (Digital Single-Lens Reflex, kurz DSLR) war lange der State-of-the-Art-Kameratyp. Die mechanische Spiegelkonstruktion, mit der das Bild auf den Sucher projiziert wird, stammt noch aus der Zeit der analogen Fotografie. Im Moment des Auslösens klappt der mechanische Spiegel hoch, damit das Licht auf den Bildsensor fallen kann. Digitale Spiegelreflexkameras haben folgende Vorteile:

  • Sie sind technisch sehr ausgereift.
  • Der optische Sucher zeigt ein realistisches, unverfälschtes und helles Abbild des Motivs an.
  • Die Fokusgeschwindigkeit ist hoch.
  • Es gibt eine sehr große Auswahl an Wechselobjektiven – sowohl von den DSLR-Kameraherstellern als auch von Drittanbietern.
  • Zum Teil lassen sich alte Objektive von Analogkameras weiterverwenden, zum Beispiel bei Spiegelreflexkameras von Nikon.
  • Es ist umfangreiches Kamerazubehör erhältlich.

Außerdem haben Spiegelreflexkameras größere Bildsensoren als Kompaktkameras, was sich besonders bei wenig Licht positiv bemerkbar macht. Viele Fotografen schätzen die ergonomische Ausgewogenheit, die eine DSLR mit sich bringt: Die Anordnung ihrer Bedienelemente orientiert sich oft an der analoger Spiegelreflexkameras. War zu analogen Zeiten noch Nikon die Marke der Fotoprofis, ist heute Canon die Nummer eins bei den Spiegelreflexkameras. Rundum gelungen ist die Profi Kamera Canon EOS-1D X Mark II. Sie verfügt über einen Vollformatsensor mit 20,2 Megapixeln, macht bei Serienaufnahmen 14 Bilder in der Sekunde und zeichnet Videos in 4K auf. Eine gute digitale Spiegelreflexkamera für Einsteiger ist die Nikon D3300, sie bietet hohe Bildschärfe und geringes Bildrauschen. Für natürliche Aufnahmen auch bei wenig Licht und schöne Hintergrundschärfe sorgt Canons Einsteigermodell, die EOS 1300D. Wenn du etwas mehr Geld in die Hand nehmen willst, bekommst du mit der Canon EOS 800D eine richtig gute Spiegelreflexkamera, inklusive schwenkbarem LCD-Touchscreen. Eine hohe Sensor-Empfindlichkeit bei ebenfalls geringem Bildrauschen bietet die Vollformat-DSLR Pentax K-1 Mark II. Außerdem ist das Gehäuse staub- und wasserfest.

So wichtig ist der ISO-Wert.

Bestimmt ist dir bei den technischen Daten von Digitalkameras der Begriff „ISO“ aufgefallen. Der sogenannte ISO-Wert zählt zusammen mit Verschlusszeit und Blende zu den entscheidenden Faktoren für die Belichtung von Fotoaufnahmen. Ähnlich dem Sehnerv beim Menschen reguliert er die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors der Digitalkamera.

Ist es sehr hell, genügen niedrige ISO-Werte (100 oder 200 ISO). Ziehen dunkle Wolken auf, musst du den Wert unter Umständen auf 400 oder 800 erhöhen, um noch aus der Hand und bei genügend Tiefenschärfe zu fotografieren. Fotografierst du in schummrigen Innenräumen oder bei nächtlichem Neonlicht, musst du den Wert auf 3.200 bis 6.400 ISO erhöhen. Je höher jedoch der ISO-Wert ist, desto höher ist die Gefahr von Bildrauschen. Gerade günstige Einsteiger-Kameras kommen hier schnell an ihre Grenzen.

Moderne Digitalkameras regeln den ISO-Wert meist automatisch, er lässt sich auf Wunsch auch manuell einstellen.

Die Zukunft im Fokus: die Systemkamera.

Im Gegensatz zur digitalen Spiegelreflexkamera kommt eine Systemkamera (Digital Single Lens Mirrorless, kurz DSLM) ohne mechanischen Spiegel aus. Das Licht wird direkt auf den Bildsensor gelenkt. Dadurch hat dieser Kameratyp gleich mehrere Vorteile:

  • Durch den Verzicht auf den Spiegel sind Systemkameras kleiner, leichter und handlicher.
  • Das Bild im Sucher und auf dem Display entspricht genau dem der Aufnahme.
  • Systemkameras punkten bei Serienbildaufnahmen mit besonders schnellen Bildfolgen.
  • Bei vielen Systemkameras im gehobenen Preissegment bieten Sucher und Display praktische Zusatzfunktionen wie Lupenfunktion, Histogramm und Wasserwaage.
  • Der elektronische Sucher einer Systemkamera zeigt auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch ein gutes Bild an.

Günstige Systemkameras haben in der Regel keinen elektronischen Sucher. Die Auswahl des Bildausschnitts erfolgt bei diesen Kameras direkt über das Display auf der Rückwand. Manchmal funktionieren die Displays auch als Touchscreen.

Viele Systemkameras und ihre Objektive verfügen über einen Bildstabilisator, der auch bei wenig Licht Aufnahmen ohne Stativ ermöglicht. Mit so einem Stabilisator bist du in der Lage, mit einer relativ langen Verschlusszeit von 1/60-Sekunde bei Brennweiten um die 135 bis 250 Millimeter noch scharfe Bilder zu schießen – ein wesentlicher Fortschritt gegenüber alten, analogen Kamerasystemen. Auch hier stellt sich die Frage: Welche der Systemkameras passt zu mir? Wir stellen dir unsere Favoriten vor.

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Die neueste Technologie für das perfekte Selfie.

Ein Spitzenmodell unter den Systemkameras ist die Sony Alpha 7R III: Ihr 42-Megapixel-Vollformatsensor liefert hervorragende Bildergebnisse, die Akkulaufzeit ist trotz rasantem Autofokus lang.

Die Fujifilm X-T30 besitzt ebenfalls einen schnellen Autofokus und bietet eine sehr gute Bildqualität im RAW-Modus. Optisch setzt die X-T30 mit ihrem Retrodesign Akzente.

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