Kostenvergleich: Verbrenner vs. Elektroauto.

Wie schlägt sich das Elektroauto im Kostenvergleich mit dem Verbrenner? Inwieweit ergeben Anschaffungskosten plus laufende Kosten Vor- oder Nachteile für die Stromer? Yello gibt den Überblick.

Kostenvergleich: Verbrenner vs. Elektroauto.

Elektroautos sind leise unterwegs und fahren emissionsfrei, wenn sie Strom aus erneuerbaren Energien benutzen. In einem Punkt hatten die Stromer jedoch immer das Nachsehen: Hinsichtlich der Kosten konnten die E-Fahrzeuge den Verbrennern bislang nicht Paroli bieten. Vor allem der hohe Anschaffungspreis machte das E-Auto deutlich teurer als Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Die 2016 eingeführte Kaufprämie von 4.000 Euro sollte dazu beitragen, dass sich dies ändert. Wie sieht es aktuell aus? Würde es sich für dich finanziell lohnen, deinen Benziner oder Diesel gegen ein Elektrofahrzeug zu tauschen? Yello gibt einen Überblick in Form eines Kostenvergleichs zwischen Verbrenner und Elektroauto.

Nach welchen Kriterien erfolgt der Kostenvergleich?

Der Kostenvergleich zwischen Elektroautos und Verbrennern beruht auf Berechnungen des ADAC. Diese wurden im April 2019 zu den Kosten beider Fahrzeugvarianten aktualisiert. Der Autoclub berücksichtigt eine fünfjährige Haltedauer und geht von unterschiedlichen jährlichen Fahrleistungen aus: von zehn-, fünfzehn-, zwanzig- oder dreißigtausend Kilometern. Wir konzentrieren uns bei dem Überblick auf angenommene 15.000 gefahrene Kilometer pro Jahr, so viel fahren Autofahrer in Deutschland im Schnitt pro Jahr.

Weitere Aspekte, die der ADAC-Vergleich berücksichtigt, sind:

  • Wertverlust (ohne Zinsen)
  • Aufwand für Ölwechsel, Inspektionen sowie übliche Verschleißteile und Kosten für den Reifenersatz
  • Kraftstoff- und Ölnachfüllkosten, Herstellerangaben zum Verbrauch nach ECE, die im Januar gültigen, durchschnittlichen Kraftstoff- und Strompreise (Diesel 1,30 Euro pro Liter, Normal/Super 1,46 Euro pro Liter, SuperPlus 1,54 Euro pro Liter, Strom 0,30 Euro pro kWh)
  • Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung mit bis zu 50 % Schadenfreiheitsrabatt (Standardtarif ADAC Autoversicherung, ohne Zusatzrabatte)
  • aktuelle Kfz-Steuer
  • Steuerbefreiung und aktuelle Kaufprämien

Die Top 5 E-Autos unter den Kostensiegern.

In 30 Vergleichsgruppen hat der ADAC E-Autos mit den jeweiligen klassenrelevanten Verbrennern verglichen. In 15 Fällen geht das E-Auto bei einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern als Kostensieger hervor.

Hier die Top 5 E-Autos, die sich nicht nur im Vergleich zu ihren Verbrenner-Konkurrenten durchgesetzt haben, sondern generell mit einem niedrigen Verbrauch glänzen:

1. Kia Soul EV Plug:

Mit nur 43,6 Cent Kosten pro gefahrenem Kilometer ist er nicht nur der Sieger der aktuellen Testreihe. Der Kia Soul EV Plug ist der eine von drei E-Autos aus dem Haus Kia, der die vergleichbare Konkurrenz abhängen konnte, obwohl diese selbst noch unter 50 Cent verbraucht. Der Kia Soul 1.6 GDI Spirit benötigt 46,9 Cent und der Kia Soul 1.6 CRDi Spirit DCT 48,3 Cent pro Kilometer.

2. Hyundai IONIQ Elektro Trend:

Der Sieger der Testreihe verbraucht nur 44,7 Cent pro Kilometer. Die vergleichbaren Konkurrenten wie der Hyundai i30 1,4 T-GDI Trend DCT und der Hyundai i30 1,6 T-GRDi Trend DCT liegen bei 49,1 beziehungsweise und 48 Cent pro gefahrenem Kilometer.

Weißer Hyundai Ioniq Elektro fährt auf einer Straße, im Hintergrund stehen Windräder
Der Hyundai IONIQ Elektro. © Hyundai

3. VW e-Golf:

Dieses Modell verbraucht nur 48,3 Cent pro Kilometer und siegt damit im Kostenvergleich gegenüber seiner vergleichbaren Verbrenner-Konkurrenten. Der Golf 1.5 TSIACT Comfortline DSG verbraucht 51 Cent und der Golf 2.0 TDISCR Comfortline DSG sogar 52,6 Cent. Auch bei einer Kilometerleistung von 10, 20 oder 30.000 pro Jahr hat der VW e-Golf die Nase vor.

e-Golf VW
Der VW e-Golf. © Volkswagen

4. BMW i3 (120Ah):

Ein zurückgelegter Kilometer mit diesem E-Auto kostet 48,7 Cent. Beim BMW 120i Sport Line Steptronic sind es 60,9 Cent. Der BMW 120d Sport Line Steptronic kommt auf 62,3 Cent.

Neue Elektroautos: BMW i3s fährt auf der Straße
Der BMW i3. © BMW

Tesla Model 3 Standard Range Plus:

Der Tesla Model 3 landet mit Kosten von 56 Cent/pro Kilometer zwar auf dem fünften Platz, überzeugt jedoch mit einer deutlichen Differenz im Verbrauch, gegenüber den Verbrennern. Der Kia Stinger 2.0 T-GDIGT-Line Automatik und der Kia Stinger 2.2 CRDi-Line Automatik verbrauchen 74,6 Cent und 72,4 Cent pro Kilometer. Die Opel Insignia Gr.Sport Modelle verbrauchen mindestens 65,6 Cent und die Jaguar XE Reihe kommt nicht unter 69,1 Cent pro Kilometer.

Tesla Model 3 fährt auf Straße
Der Tesla Model 3. © Tesla

In den restlichen 15 Vergleichsgruppen entschied ein Verbrenner das Duell um die niedrigsten Kosten für sich. Ein ähnliches Bild zeichnet sich in nahezu allen Fällen für eine angenommene jährliche Fahrleistung von zehn-, zwanzig oder dreißigtausend Kilometern.

Der Sonderfall: VW e-up!

In der aktuellen Testreihe des ADAC konnte er bei der gewählten Kilometerleistung von 15.000 pro Jahr zwar nicht überzeugen, doch ab 20.000 Kilometer pro Jahr holt der e-up! seine Verbrenner-Version um 0,3 Cent ein. Bei einer Kilometerleistung von 30.000 pro Jahr verbraucht der Stromer dann nur noch 22,8 Cent/ pro Kilometer, während sein Konkurrent noch bei 24,2 Cent liegt. Der VW e-up ist damit auf jeden Fall ein Gewinner für Vielfahrer und dann ungeschlagen günstig im Verbrauch.

Hoher Kaufpreis: Elektroautos noch immer teurer als Verbrenner?

Im direkten Vergleich können nicht alle Stromer-Modelle in der Kostenbilanz gegenüber konventionellen Verbrennern überzeugen. Dennoch: Elektroautos werden generell kostengünstiger. Aufgrund höherer Stückzahlen und das breit anwachsende Angebot von Elektro- sowie Plug-In Hybrid Fahrzeugen, nähert sich der Preis den Benziner- und Dieselfahrzeugen an. Auch die Umweltprämie von 4.000 Euro ist inzwischen ein lohnendes Argument, sich bewusst für einen Stromer zu entscheiden.

Zudem entwickelt sich die Technologie immer weiter, so dass sich z.B. die „reale“ Reichweite der E-Autos erhöht. Einige E-Modelle kommen breites über 300 km weit. Elektro- und Plug-In Hybride sind ideal für Pendler und Fahrer im urbanen Umfeld. Aber auch für Vielfahrer werden E-Fahrzeuge mit höheren Reichweiten zunehmend attraktiv.

Anschaffung:

Bei der Anschaffung bestimmter E-Modelle von Nissan oder BMW fällt die Umweltprämie von 4000 Euro so deutlich ins Gewicht, dass die E-Variante günstiger wird, als der konventionelle Konkurrent. Bei Tesla gibt es generell einige E-Fahrzeuge, die auch ohne Prämie bereits günstiger sind.

Betriebskosten:

Der ADAC hat hier mit einem Durchschnittspreis von 1,46 Euro pro Liter Super und einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde gerechnet. Unter diesen Bedingungen sparst du als E-Auto-Fahrer ca. 30 Euro im Monat.

Fixkosten:

Bei der Versicherung kann ein E-Fahrzeug 10 – 20 % teurer zu Buche schlagen, weil die Versicherer im Schadenfall höhere Ersatzleistungen kalkulieren müssen. Im Falle eines Schadens muss die Kasko-Versicherung auch die Kosten einer neuen teuren Batterie berücksichtigen. Es gibt aber auch Versicherer, die auf dem E-Auto Markt eine neue Zielgruppe sehen und sogenannte „Öko-Tarife“ anbieten. Ein Vergleich lohnt sich also.

Übrigens: Elektroautos, die bis Ende 2020 erstmals zugelassen werden, sind aktuell bis zu 10 Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Zudem muss die Aufladung der Batterie beim Arbeitgeber nicht als steuerlicher Vorteil angegeben werden.

Werkstattkosten:

Da keine Servicearbeiten, wie Öl-Wechsel oder der Austausch von Zündkerzen, anfallen, sparst du mit einem E-Auto rund 10 Euro pro Monat.

Wertverlust:

Die erste Generation von E-Fahrzeugen konnte ihren Werteverlust nicht aufhalten, aufgrund des hohen Anschaffungspreises und der stetigen Weiterentwicklung der neuen Technologie. Die neuen Modelle hingegen haben wenig zu befürchten, so dass sich eine Anschaffung über einen Leasing-Vertrag lohnen könnte. Die vermutlich gleichbleibend niedrigen Zahlungen sind somit ein gutes Argument, sich für einen Stromer zu entscheiden. Nach aktuellen Schätzungen soll der Werteverlust so niedrig bleiben, dass auch ein Wiederkauf lohnenswert sein sollte.

Das solltest du zur Kaufprämie wissen.

Du hast dich entschieden, ein Elektroauto zu kaufen oder denkst zumindest darüber nach? Dann kann es sein, dass die Kaufprämie eine gewisse Rolle für dich spielt. Was es über sie zu wissen gilt, erfährst du hier. Mehr zum Thema findest du in unserem Ratgeber “Anschaffung oder Umstieg auf ein E-Auto: was muss ich beachten?”.

  • Welche Autos werden in welcher Höhe gefördert?
    Grundsätzlich kommen alle Elektroneuwagen mit einem Netto-Listenpreis von unter 60.000 Euro für die Förderung infrage. Für reine Elektroautos gibt es 2.000 Euro vom Staat. Der Hersteller erlässt ebenfalls 2.000 Euro vom Kaufpreis. Du sparst somit zusammengerechnet 4.000 Euro. 3.000 Euro Förderung gibt es für Plug-In-Hybride, die per Stecker aufgeladen werden können und einen zusätzlichen Verbrennungsmotor haben. Jeweils 1.500 Euro gibt es vom Staat und vom Hersteller.
  • Kommt mein (Wunsch-)E-Auto für die Prämie infrage?
    Um das herauszufinden, musst du in Erfahrung bringen, ob dein (Wunsch-)E-Auto auf der Liste der förderfähigen Modelle steht. Diese findest du in PDF-Form auf der Website des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Liste wird regelmäßig erweitert.
  • Wie komme ich an das Fördergeld?
    Die eine Hälfte der Prämie erhältst du auf Antrag vom Staat. Die andere Hälfte bekommst du vom Hersteller, indem er den Kaufpreis des Elektroautos entsprechend reduziert.
  • Wo bekomme ich den Antrag?
    Den Antrag auf Förderung eines E-Autos erhältst du auf der Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Anträge können ausschließlich elektronisch gestellt werden.
  • Welche Unterlagen brauche ich?
    Um die Förderung beantragen zu können, benötigst du den Kauf- beziehungsweise Leasingvertrag deines Elektroautos sowie die Rechnung und deine Zulassungsbescheinigung. Achtung: auf der Rechnung muss ausgewiesen sein, dass der Hersteller seinen E-Auto-Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis abgezogen hat. Die Dokumente lädst du im Online-Portal des Bafa hoch. Falls sie dir noch nicht in elektronischer Form vorliegen, scannst du diese ein.
  • Welche Fristen gelten bei der Förderung?
    Zu viel Zeit solltest du dir mit deinem Förderantrag nicht lassen. Das Programm von Bundesregierung und Autoindustrie läuft nicht ewig! Das Förderprogramm wird eingestellt, sobald der Topf von insgesamt 1,2 Milliarden Euro leer ist. Das Programm wird Ende 2020 enden.
  • Kann ich die Prämie rückwirkend beantragen?
    Das ist möglich. Die E-Auto-Prämie kann rückwirkend für Kauf- oder Leasingverträge ausgezahlt werden, die ab oder am 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden. Voraussetzung: Sie müssen die Förderrichtlinien erfüllen: Das sind alle Punkte, die auf dieser Liste aufgeführt sind.

Unser Fazit.

Die E-Fahrzeuge sind in Sachen Kosten zum Teil schon auf Augenhöhe mit konventionellen Verbrennern und sind in ihrer Entwicklung auf einem sehr guten Weg. Die Anschaffungskosten sind für einige Elektromodelle zwar noch hoch, aber der günstige Verbrauch kann sich inzwischen sehen lassen. Zudem sind sie Investition in eine grüne und saubere Zukunft und noch mehr: durch den Anstieg im Verkauf von Elektroautos, wird die Technologie günstiger. Je mehr Elektroautos auf unseren Straßen fahren, umso mehr können wir alle davon profitieren: das Stromtankstellennetz wird ausgebaut, die Hersteller können neue und günstigere Modelle entwickeln und wir schützen gemeinsam unsere Umwelt.

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