Kostenvergleich: Verbrenner vs. Elektroauto.

Wie schlägt sich das Elektroauto im Kostenvergleich mit einem Auto mit Verbrennungsmotor? Inwieweit ergeben Anschaffungskosten plus laufende Kosten Vor- oder Nachteile für die Stromer? Yello gibt den Überblick.

Elektroautos sind leise unterwegs und fahren emissionsfrei, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betankt werden. In einem Punkt hatten die Stromer jedoch lange Zeit das Nachsehen: Hinsichtlich der Anschaffungskosten konnten E-Autos Benzin- oder Dieselfahrzeugen nicht das Wasser reichen. Der 2016 eingeführte und im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets auf bis zu 9.000 Euro erhöhte Umweltbonus hat aber dazu beigetragen, dass sich der Preisunterschied zwischen Elektroautos und vergleichbaren Verbrennermodellen deutlich verringert hat. Grund genug, erneut zu überprüfen, ob es sich für dich finanziell lohnen würde, deinen Benziner oder Diesel gegen ein Elektrofahrzeug einzutauschen? Wir geben dir einen informativen Überblick in Form eines Kostenvergleichs zwischen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Nach welchen Kriterien erfolgt der Kostenvergleich?

Der Kostenvergleich zwischen Elektroautos und Verbrennern beruht auf Berechnungen des ADAC. Diese wurden im Juli 2019 im Hinblick auf die Kosten beider Fahrzeugvarianten aktualisiert. Dabei wurde auch der vor Kurzem im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets erneut erhöhte Umweltbonus berücksichtigt. Der Autoclub berücksichtigt eine fünfjährige Haltedauer und geht von unterschiedlichen jährlichen Fahrleistungen aus: von zehn-, fünfzehn-, zwanzig- oder dreißigtausend Kilometern. Wir konzentrieren uns bei dem Überblick auf angenommene 15.000 gefahrene Kilometer pro Jahr, so viel fahren Autofahrer in Deutschland im Schnitt pro Jahr.

Weitere Aspekte, die der ADAC-Vergleich berücksichtigt, sind:

  • Wertverlust (ohne Zinsen)
  • Aufwand für Ölwechsel, Inspektionen sowie übliche Verschleißteile und Kosten für den Reifenersatz
  • Kraftstoff- und Ölnachfüllkosten, Herstellerangaben zum Verbrauch nach ECE, die im Juli 2020 gültigen, durchschnittlichen Kraftstoff- und Strompreise (Diesel 1,10 Euro pro Liter, Normal/Super 1,28 Euro pro Liter, SuperPlus 1,36 Euro pro Liter, Strom 0,36 Euro pro kWh)
  • Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung mit bis zu 50 % Schadenfreiheitsrabatt (Standardtarif ADAC Autoversicherung, ohne Zusatzrabatte)
  • aktuelle Kfz-Steuer
  • Steuerbefreiung und aktuelle Kaufprämien

Die Top 5 E-Autos unter den Kostensiegern.

Der ADAC hat Elektroautos von 25 Herstellern mit jeweils relevanten Verbrennern und Hybrid-Fahrzeugen verglichen. Wir haben uns die Top 5 E-Autos mit dem niedrigsten Verbrauch pro Kilometer bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr herausgesucht und stellen sie dir im Folgenden vor:

1. Seat Mii electric

Mit Kosten von gerade einmal 27,1 Cent pro Kilometer bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr ist der Seat Mii electric das sparsamste E-Auto in der Testreihe des ADAC und lässt auch Verbrenner und Hybridfahrzeuge hinter sich. Der Vergleich zum Seat Mii mit Verbrennungsmotor hinkt, da die Elektrovariante den Verbrenner abgelöst hat. Zum Vergleich zieht der ADAC entsprechend den VW up! 1.0 heran, der Super tankt. Mit einem Verbrauch von 31,1Cent pro Kilometer ist dieser auch relativ sparsam – muss sich aber dem Mii electric geschlagen geben.

Weißer Sear Mii Electric auf eine Parkplatz
Kleine Flitzer wie der Seat Mii Electric lohnen sich richtig.

2. Smart fortwo coupé EQ

Mit 27,9 Cent pro Kilometer landet der Smart fortwo coupé EQ knapp hinter dem Seat Mii electric. Auch er setzt sich im direkten Vergleich mit dem VW up! 1.0 durch. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei allerdings auch um einen Kleinstwagen, in dem tatsächlich nur zwei Personen und etwas Gepäck Platz finden. Für den Weg zur Arbeit oder die Strecke von A nach B durch die Stadt ist der Smart fortwo allerdings bestens geeignet.

smart EQ-city auf der Straße

3. VW e-up! UNITED

Wenn sich schon die Verbrennervariante des VW up! im Vergleich mit Smart und Seat nur knapp geschlagen geben muss, kann natürlich auch die Elektrovariante des Kleinwagens in unserer Top-5-Liste nicht fehlen. Mit Kosten von 29,8 Cent pro Kilometer setzt sich der VW e-up! in der United-Ausführung klar gegen den vergleichbaren Verbrenner durch, der mit 33,2 Cent pro Kilometer zubuche schlägt.

Volkswagen e-up auf der Autobahn

4. Smart forfour EQ

Gerade haben wir noch vom Smart in der 2-Personen-Variante geschrieben, schon taucht der Smart forfour EQ in der 4-Sitzer-Variante in unserer Top-5-Liste auf. Mit 30,5 Cent pro Kilometer ist er zwar deutlich teurer als die fortwo-Ausführung, kann sich aber trotzdem gegen den Verbrenner-up! von VW durchsetzen.

smart EQ forfour und smart EQ fortwo fahren in der Stadt bei Nacht

5. Skoda CITIGOe iV Best of

Last but not least schafft es auch der CITIGOe iV in der Best-of-Variante von Skoda in die Top 5 der günstigsten Elektroautos. Die Kosten belaufen sich auf 30,7 Cent pro Kilometer und liegen damit leicht über den Kosten für den Smart forfour.

Der Skoda Citigo e an einer Promenade
Der Skoda Citigo e kommt mit zahlreichen Extras. (Copyright: ©2020 ŠKODA AUTO Deutschland GmbH)

Hoher Kaufpreis: Elektroautos noch immer teurer als Verbrenner?

Im direkten Vergleich können nicht alle Stromer-Modelle in der Kostenbilanz gegenüber konventionellen Verbrennern überzeugen. Doch gerade im Bereich der Klein- und Kompaktwagen haben die Autos mit E-Antrieb oftmals die Nase vorn. Das zeigt auch unsere Top-5-Liste, in der ausschließlich Fahrzeuge aus diesem Fahrzeugsegment auftauchen. Generell lässt sich aber schon jetzt festhalten, dass Elektroautos kostengünstiger werden. Aufgrund höherer Stückzahlen und das breit anwachsende Angebot von Elektro- sowie Plug-In Hybrid Fahrzeugen, nähert sich der Preis den Benziner- und Dieselfahrzeugen an. Auch die Umweltprämie von bis zu 9.000 Euro ist inzwischen ein lohnendes Argument, sich bewusst für einen Stromer zu entscheiden.

Zudem entwickelt sich die Technologie immer weiter, so dass sich z.B. die „reale“ Reichweite der E-Autos erhöht. Einige E-Modelle kommen breites über 300 km weit. Elektro- und Plug-In Hybride sind ideal für Pendler und Fahrer im urbanen Umfeld. Aber auch für Vielfahrer werden E-Fahrzeuge mit höheren Reichweiten zunehmend attraktiv.

Anschaffung:

Bei der Anschaffung bestimmter E-Modelle von Nissan oder BMW fällt die Umweltprämie von 4000 Euro so deutlich ins Gewicht, dass die E-Variante günstiger wird, als der konventionelle Konkurrent. Bei Tesla gibt es generell einige E-Fahrzeuge, die auch ohne Prämie bereits günstiger sind.

Betriebskosten:

Der ADAC hat hier mit einem Durchschnittspreis von 1,28 Euro pro Liter Super und einem Strompreis von 36 Cent pro Kilowattstunde gerechnet. Unter diesen Bedingungen sparst du als E-Auto-Fahrer bares Geld. 

Fixkosten:

Bei der Versicherung kann ein E-Fahrzeug zum Teil 10-20 Prozent teurer zu Buche schlagen, weil die Versicherer im Schadenfall höhere Ersatzleistungen kalkulieren müssen. Im Falle eines Schadens muss die Kasko-Versicherung auch die Kosten einer neuen teuren Batterie berücksichtigen. Es gibt aber auch Versicherer, die auf dem E-Auto Markt eine neue Zielgruppe sehen und sogenannte „Öko-Tarife“ anbieten. Ein Vergleich lohnt sich also. 

Übrigens: Elektroautos, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, sind aktuell bis zu 10 Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Während Hybride und Plug-in-Hybride ausgeschlossen sind, gilt diese Regelung auch für gebrauchte E-Autos: In diesem Fall ist der Zweitbesitzer für den verbleibenden Zeitraum dieser zehn Jahre ab Erstzulassung von der Kfz-Steuer befreit. Zudem muss die Aufladung der Batterie beim Arbeitgeber nicht als steuerlicher Vorteil angegeben werden.

Wartungskosten:

Da keine Servicearbeiten, wie Öl-Wechsel oder der Austausch von Zündkerzen, anfallen, sparst du bei der Wartung eines E-Autos rund 35 Prozent gegenüber den Kosten, die bei der Wartung eines Verbrenners anfallen.

Wertverlust:

Die erste Generation von E-Fahrzeugen konnte ihren Werteverlust nicht aufhalten, aufgrund des hohen Anschaffungspreises und der stetigen Weiterentwicklung der neuen Technologie. Die neuen Modelle hingegen haben wenig zu befürchten, so dass sich eine Anschaffung über einen Leasing-Vertrag lohnen könnte. Die vermutlich gleichbleibend niedrigen Zahlungen sind somit ein gutes Argument, sich für einen Stromer zu entscheiden. 

Das solltest du zur Kaufprämie wissen.

Du hast dich entschieden, ein Elektroauto zu kaufen oder denkst zumindest darüber nach? Dann kann es sein, dass die Kaufprämie eine gewisse Rolle für dich spielt. Mehr zum Thema findest du in unserem Ratgeber “Anschaffung oder Umstieg auf ein E-Auto: was muss ich beachten?”.

  • Welche Autos werden in welcher Höhe gefördert?
    Grundsätzlich kommen alle Elektroneuwagen mit einem Netto-Listenpreis von unter 65.000 Euro für die Förderung infrage. Für reine Elektroautos mit einem Netto-Listenpreis von weniger als 40.000 Euro gibt es 6.000 Euro vom Staat. Der Hersteller erlässt ebenfalls 3.000 Euro vom Kaufpreis. Du sparst somit zusammengerechnet 9.000 Euro. Bei einem Netto-Listenbreis von bis zu 65.000 Euro sind immerhin noch insgesamt 7.500 Euro Förderung möglich. Auch Plug-In-Hybride, die per Stecker aufgeladen werden können und einen zusätzlichen Verbrennungsmotor haben, werden gefördert. Liegt der Netto-Listenpreis unter 40.000 Euro, gibt es 6.750 Euro Zuschuss. Liegt der Preis zwischen 40.000 und 65.000 Euro sind immerhin noch 5.625 Euro drin.
  • Kommt mein (Wunsch-)E-Auto für die Prämie infrage?
    Um das herauszufinden, musst du in Erfahrung bringen, ob dein (Wunsch-)E-Auto auf der Liste der förderfähigen Modelle steht. Diese findest du in PDF-Form auf der Website des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Liste wird regelmäßig erweitert.
  • Wie komme ich an das Fördergeld?
    Einen Teil der Prämie erhältst du auf Antrag vom Staat. Den anderen Teil bekommst du vom Hersteller, indem er den Kaufpreis des Elektroautos entsprechend reduziert.
  • Wo bekomme ich den Antrag?
    Alle Informationen zum Antrag auf Förderung eines E-Autos erhältst du auf der Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Anträge können ausschließlich elektronisch gestellt werden.
  • Welche Unterlagen brauche ich?
    Um die Förderung beantragen zu können, benötigst du den Kauf- beziehungsweise Leasingvertrag deines Elektroautos sowie die Rechnung und deine Zulassungsbescheinigung. Achtung: auf der Rechnung muss ausgewiesen sein, dass der Hersteller seinen E-Auto-Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis abgezogen hat. Die Dokumente lädst du im Online-Portal des Bafa hoch. Falls sie dir noch nicht in elektronischer Form vorliegen, scannst du diese ein.
  • Welche Fristen gelten bei der Förderung?
    Zu viel Zeit solltest du dir mit deinem Förderantrag nicht lassen. Das Programm von Bundesregierung und Autoindustrie läuft nicht ewig! Das Förderprogramm wird eingestellt, sobald der Fördertopf leer ist. Das Programm wird nach aktuellem Stand Ende 2025 enden.

Unser Fazit.

Die E-Fahrzeuge sind in Sachen Kosten zum Teil schon auf Augenhöhe mit konventionellen Verbrennern und sind in ihrer Entwicklung auf einem sehr guten Weg. Die Anschaffungskosten sind für einige Elektromodelle zwar noch hoch, aber der günstige Verbrauch kann sich inzwischen sehen lassen. Zudem sind sie Investition in eine grüne und saubere Zukunft und noch mehr: durch den Anstieg im Verkauf von Elektroautos, wird die Technologie günstiger. Je mehr Elektroautos auf unseren Straßen fahren, umso mehr können wir alle davon profitieren: das Stromtankstellennetz wird ausgebaut, die Hersteller können neue und günstigere Modelle entwickeln und wir schützen gemeinsam unsere Umwelt.

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