Mercedes EQC vs. Audi E-Tron: Zwei Elektro-SUVs im Vergleich.

Mit dem i3 hat BMW als einer der ersten deutschen Autohersteller auf den Trend Elektromobilität gesetzt. Auch andere Konzerne basteln eifrig an ihren E-Mobility-Konzepten, wobei kleine, günstige Elektroautos im Trend liegen. Vor allem der e.Go Life eignet sich zum Beispiel als Stadtauto. Mercedes und Audi hingegen bringen mit ihren Modellen EQC und E-Tron zwei Elektro-SUVs auf den Markt, die es in sich haben. Wir haben die Kraftpakete unter die Lupe genommen und zeigen dir die wesentlichen Unterschiede.

Technische Plattform.

In diesem Punkt unterscheiden sich die beiden Elektro SUVs wohl am deutlichsten. Während Audi im Rahmen seiner E-Mobility-Offensive verschiedene neue technische Plattformen für seine E-Fahrzeuge entwickelt hat, sollen Mercedes‘ EQ-Modelle auf Bändern produziert werden, auf denen auch Verbrenner-Autos gefertigt werden. So basiert der EQC größtenteils auf dem Verbrenner-SUV GLC. Das spart zwar Produktionskosten, hat aber einen Nachteil: Ein nicht benötigter Mitteltunnel raubt Platz im Fußraum und unter der Motorhaube macht sich die gesamte Elektrik breit.

Beim E-Tron sieht das anders aus. Mit der neuen Plattform nutzt Audi die Vorteile einer „elektrischen Architektur“ besser aus. Die geänderte Elektroauto-Bodengruppe ermöglicht einen flachen Boden mit mehr Platz im Innenraum. Unter der Motorhaube befindet sich mit 60 Litern ein zwar ziemlich kleiner, aber dennoch nützlicher zusätzlicher Kofferraum, zum Beispiel für das Ladekabel.

Antrieb und Leistung.

Der mit 300 kW (408 PS) leistungsstarke EQC von Mercedes verfügt über eine neue Antriebstechnik: An Vorder- und Hinterachse hat der Elektro-SUV jeweils einen elektrischen Antriebsstrang, kurz „eATS“. Im unteren Lastbereich ist der EQC ein Fronttriebler, bei hoher Last wird er dann zum Allradfahrzeug. Die Lithium-Ionen-Batterie hat dabei eine Kapazität von 80 kWh.

Überlick: Mercedes EQC.

  • Gesamtleistung: 300 kW (408 PS)
  • Maximales Drehmoment: 765 Nm
  • Batterie: Lithium-Ionen, 80 kWh
  • Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
  • Von 0 auf 100 km/h: 5,1 s

Die Gesamtleistung des E-Tron von Audi liegt ebenfalls bei 300 kW (408 PS). Auch die Antriebstechnik durch die zwei Asynchronmaschinen ist vergleichbar mit der des EQC. Bei entspannter Fahrweise wird der E-Tron vom hinteren eATS angetrieben. Hingegen schaltet sich die vordere Maschine im Offroad-Modus dazu und der E-Tron wird zum kräftigen Allradfahrzeug. In Sachen Batterie hat der Audi mit 95 kWh die Nase vorn.

Überblick: Audi E-Tron.

  • Gesamtleistung: 300 kW (408 PS)
  • Maximales Drehmoment: 660 Nm
  • Batterie: Lithium-Ionen, 95 kWh
  • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
  • Von 0 auf 100 km/h: weniger als 6 Sekunden

Laden und Reichweite.

Die EQC-Reichweite liegt bei 400 Kilometern, Audi will sich jedoch nicht genau festlegen: Der E-Tron schafft aber ebenfalls mindestens 400 Kilometer mit voller Batterie. Beide Elektro-SUVs können sowohl mit Wechsel- als auch mit Gleichstrom geladen werden. Das heißt, von Haushaltssteckdose über Wallbox bis zur Schnellladestationen können die Stromer überall tanken. Am schnellsten geht es beim EQC an der Schnellladesäule mit CCS-Standard: Eine Aufladung von 10 auf 80 Prozent soll 40 Minuten betragen. Hingegen kann der E-Tron laut Audi an Schnellladesäulen mit bis zu 150 kW Strom tanken und ist damit in nur 30 Minuten bereit für die nächste Langstrecken-Etappe.

Lade-Netzwerk „IONITY“:

IONITY wurde zusammen von Daimler (mit Mercedes), Volkswagen (mit Audi und Porsche), BMW und Ford gegründet. Das selbsternannte High-Power-Charging-Netzwerk will bis 2020 rund 400 Schnellladestationen entlang der Hauptverkehrsachsen in ganz Europa installieren. Alle 100 bis 120 Kilometer soll es eine IONITY Station geben. Momentan gibt es neun Stationen, 18 sind im Aufbau. Zugang haben alle Elektroautos, die das CSS-Laden zulassen. Somit hätten EQC-und E-Tron-Fahrer die Möglichkeit entspannte Langstreckenfahrten zu absolvieren.

Person plant mit dem Smartphone eine Route
Mit der „Mercedes me Charge“-App findest du die nächste Ladestation zum Tanken im Handumdrehen. © 2018 Daimler AG

Preise, Ausstattung und Marktstart.

Der EQC ist ab 70.000 Euro zu haben und soll im Sommer 2019 auf den Markt kommen. Zum Vergleich: Den Mercedes GLC gibt es schon ab 46.000 Euro. Für Freunde von Sprachassistenten besonders spannend: Das intelligente Multimediasystem „MBUX“ erhält mit dem EQC ein Update. Damit kannst du per Sprachbefehl deine Ladeeinstellungen planen, Verbrauchsinformationen abrufen oder deine Sitzheizung einstellen. Das Sprachsystem unterscheidet sogar zwischen Fahrer und Beifahrer: Es können also ganz individuelle Wünsche erfüllt werden. Außerdem erhält der Musik-Streaming-Dienst Tidal Einzug in den EQC und kann für ein Jahr kostenlos genutzt werden.

Der Kaufpreis für den E-Tron liegt bei rund 80.000 Euro aufwärts. Die Auslieferung im europäischen Markt soll im März starten. Auf Wunsch wird eine alte Bekannte in das neue Elektroauto von Audi integriert: Alexa wird Teil des E-Tron Infotainment-Systems und sorgt unter anderem für musikalische Unterhaltung. Eine zusätzliche Smartphone-Verbindung mit der E-Tron-Alexa ist dabei nicht nötig, um die Sprachassistentin nutzen zu können. Es muss lediglich ein Amazon-Konto verknüpft werden.

Yello Tipp:

Du musst keine 80.000 Euro ausgeben, um dir Alexa ins Auto zu holen. Hier verraten wir dir, wie du den Amazon Echo Dot im Auto installieren kannst und welche Vorteile du damit hast.

Bildschirme statt Außenspiegel

Beim E-Tron versuchten die Autobauer durch verschiedene Maßnahmen die Aerodynamik des Fahrzeugs zu optimieren und den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten, um noch mehr Reichweite rauszuholen. Eine kleine, aber interessante Rolle spielen dabei die virtuellen Außenspiegel. In der Sonderausstattung für rund 1540 Euro Aufpreis übertragen zwei kleine Kameras an den Außenseiten ein Bild auf zwei sieben-Zoll-große OLED Monitore im Innenraum. Da sich durch die virtuellen Außenspiegel der Luftwiderstand allerdings nur unwesentlich verringert, ist diese Ausstattung eher ein teures Gimmick.

Display fungiert als Seitenspiegel

Fazit: Wer macht das Rennen?

Auf dem Papier machen sich beide elektronischen Kraftpakete gut. Im Vergleich zu anderen Luxus-Stromern von Tesla oder Jaguar sind sie aber auch nicht revolutionär. Preislich gehen die Autos mit rund 70.000 Euro (EQC) und 80.000 Euro (E-Tron) in die gleiche Richtung: Teuer. Der E-Tron hat neben dem früheren Marktstart einen weiteren entscheidenden Vorteil: Mit der Umstellung auf die neue Elektroauto-Bodengruppe sparen die Hersteller Platz und machen den Elektro-SUV von Audi zum zukunftsweisenderen Fahrzeug. Den Eindruck, dass Audi es ernst meint mit Elektromobilität, beweist auch der neue E-Mobility Podcast des Autoherstellers. Der EQC hingegen ist noch nicht komplett „elektrisch gedacht“. Hier lohnt es sich auf künftige Mercedes-Modelle zu warten, die auf einer eigenen modularen Elektroauto-Plattform stehen.

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