Neues Gesetz für E-Scooter. Diese neun Dinge musst du wissen!

Auf die Scooter, fertig, los: Ab Juli dürfen E-Scooter mit Straßenzulassung offiziell und ganz legal am deutschen Straßenverkehr teilnehmen und sind ein weiterer Schritt im Bereich E-Mobilität. Dabei gilt es allerdings einige Regeln und Besonderheiten zu beachten. Denn nicht jeder E-Scooter ist auch wirklich zugelassen und nicht jede Straße ist erlaubt. Hier findest du alle wichtigen Infos und Antworten rund um die neue eKFV (Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung) und erfährst, ob du einen Helm zu deinem E-Scooter brauchst.

Wer darf einen E-Scooter fahren? Und wo?

Jeder, der mindestens 14 Jahre alt ist, darf mit einem E-Scooter mit entsprechender Straßenzulassung am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Wichtig: Einen Führerschein braucht man dazu nicht! Auf Privatgrundstücken darf natürlich weiterhin jeder fahren. Ursprünglich wurde diskutiert, ob es bereits Abstufungen für 12- und 13-Jährige geben soll, das wurde allerdings verworfen. Generell kann man sagen: E-Scooter sollen und müssen überall dort fahren, wo auch Fahrräder erlaubt sind. Auf der Straße darf man also nur fahren, wenn keine Fahrradwege oder -streifen vorhanden sind. Ansonsten muss man diese benutzen. Dürfen Fahrradfahrer entgegen einer Einbahnstraße fahren, ist dies auch für E-Scooter erlaubt. Autobahnen oder Schnellstraßen sind hingegen immer verboten – hier dürfen nur Fahrzeuge fahren, die mindestens 60 km/h erreichen. Für Fußgängerwege und -zonen gibt es ein extra E-Scooter-Schild. Ist ein solches angebracht, darf man hier auch mit E-Scootern – oder wie es korrekt lautet: Elektrokleinstfahrzeugen – mit Straßenzulassung fahren, ansonsten muss man schieben.

Zusatzzeichen „Elektrokleinstfahrzeuge frei“
Zusatzzeichen: „Elektrokleinstfahrzeuge frei“. © 2018 BASt

Was muss der E-Scooter erfüllen?

Es werde Licht: Um eine Straßenzulassung zu bekommen, muss ein E-Scooter auf jeden Fall ein Vorder-, ein Rück- sowie ein Bremslicht und Seitenreflektoren besitzen. Eine kleine, batteriebetriebe Lampe an die Lenkerstange zu montieren reicht nicht aus. Apropos Lenkerstange: Die ist ebenso Vorschrift wie zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen. Kommen wir nun zum schönsten Beamtendeutsch: Eine „helltönende Glocke“ muss ebenfalls vorhanden sein, um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. Was fehlt jetzt noch? Blinker braucht ein E-Scooter nicht. Wie auf dem Fahrrad muss man vor dem Abbiegen also mit einem Handzeichen zeigen, wohin man fahren möchte. Außerdem darf ein E-Scooter nicht länger als zwei Meter sein, nicht breiter als 70 Zentimeter und nicht schwerer als 55 Kilo, um zugelassen zu werden. Sind wir mal ehrlich: Das wäre auch ganz schön unhandlich.

Ein junger Mann steht mit einem Fuß auf einem E-Scooter.
Auch ein E-Scooter muss genau wie ein E-Bike verkehrssicher ausgestattet sein!

Wie und wo bekomme ich ein Versicherungskennzeichen?

Genau wie bei Rollern oder Mofas auch: eigentlich überall. Entweder im Internet oder direkt vor Ort kann man bei den gängigen Versicherungsanbietern spezielle KFZ-Haftpflichtversicherungen für E-Scooter mit Straßenzulassung abschließen. Eine Privathaftpflichtversicherung reicht nicht aus. Die Kosten werden sich auf etwa 30 bis 90 Euro pro Jahr belaufen – je nach Umfang der Versicherung und Alter des Fahrers. Die meisten Versicherungen machen eine Abstufung und bieten günstigere Tarife für Fahrer über 23 Jahre an. Weil an den Scootern keine Schilder wie bei einem Moped angebracht werden können, wird es hier sogenannte Klebe-Kennzeichen geben, die direkt auf das Fahrzeug geklebt werden.

Rückansicht eines E-Scooters mit einem Klebe-Kennzeichen.
Klebe-Kennzeichen werden direkt auf den E-Scooter geklebt.

Wie schnell kann und darf ein E-Scooter fahren?

Die Geschwindigkeit aller in Deutschland zugelassenen E-Scooter-Modelle ist auf 20 Stundenkilometer begrenzt. Die Leistung des Elektromotors darf 500 Watt nicht übersteigen. In der Theorie können die E-Scooter auch deutlich schneller werden – einige Modelle bis zu 45 km/h. Doch dann dürfen sie nur noch auf Privatwegen oder in der heimischen Garageneinfahrt gefahren werden.

Infografik zum neuen E-Scooter Gesetz.
Das neue E-Scooter Gesetz auf einen Blick. © Statista

Muss ich einen Helm tragen?

Nein. Genau wie bei Fahrrädern gibt es für die E-Scooter keine Helmpflicht. Das liegt vor allem an der Drosselung bei 20 km/h. Die Frage, ob ein Helm sinnvoll ist, ist jedoch eine ganz andere. Vor allem in den USA ist mittlerweile eine Debatte darüber entbrannt, ob man Helme für E-Scooter nicht doch zur Pflicht machen sollte. Hintergrund ist eine Studie des Center for Disease Control and Prevention in Austin, Texas. Dort wurden über zwei Monate hinweg die Unfallquoten der elektrischen Roller betrachtet und ausgewertet. 190 Personen verunglückten in diesem Zeitraum mit einem E-Scooter, weniger als ein Prozent von ihnen trug beim Unfall einen Helm. Knapp 80 Prozent der Verletzungen wurden als „schwer“ eingestuft und in etwa der Hälfte aller Fälle hatten die Verunglückten Kopfverletzungen.

Wie sieht es mit Alkohol und E-Scootern aus?

Für die E-Scooter gelten noch strengere Vorschriften als für Fahrräder. So müssen sich Fahranfänger beispielsweise an die Null-Promille-Grenze halten. Und auch wenn der Name anderes nahelegt: Schon ein Radler ist zu viel! Alle anderen Fahrer müssen unter 0,5 Promille bleiben, sonst drohen Bußgelder und Fahrverbote.

Kann ich meinen schon gekauften Scooter umrüsten?

Theoretisch ja. Je nachdem wie viele Bedingungen der Scooter bereits erfüllt, dürfte das jedoch nicht immer lukrativ sein. Zumal man für einen selbst umgerüsteten Scooter eine Einzelzulassung beantragen muss – und auch die kostet Geld. Einige Hersteller wie beispielsweise Io Hawk bieten hingegen spezielle Kits zum Umrüsten der Scooter an.

E-Scooter in Bus und Bahn. Geht das?

Generell: Ja. Zwar kann es vereinzelt Ausnahmen geben, doch die meisten ÖPNV-Unternehmen haben sich bereits dafür ausgesprochen, dass es möglich sein wird, E-Scooter mit Bussen und Bahnen zu transportieren. Ganz besonders dann, wenn sie zusammenklappbar sind. Auch die Deutsche Bahn hat sich bereits zu Wort gemeldet und bestätigt, dass E-Scooter kostenlos in allen Fernverkehrszügen mitgenommen werden dürfen. Wie die anderen Passagiere dazu stehen, wenn man einen E-Scooter in eine überfüllte U-Bahn mitnimmt, wird sich wohl erst noch zeigen müssen.

Welche Scooter haben bereits eine Zulassung?

Wenige Tage nach Inkrafttreten der neuen eKFV gibt es erst wenige Modelle mit Straßenzulassung. Eine Auswahl findest du hier:

Die neue eKFV.

Vollständiger Name: Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung

Was sie regelt: die Bedingungen zur Teilnahme von E-Scootern mit Straßenzulassung am öffentlichen Verkehr

Wer erteilt die Erlaubnis für die E-Scooter? Das Kraftfahrtbundesamt (KBA)

Wann beschlossen? Am 17. Mai mit einer Abstimmung im Bundesrat. Der Bundestag hatte der eKFV bereits kurz zuvor zugestimmt.

Seit wann in Kraft: Offiziell seit 15. Juni 2019. Ursprünglich sollte sie einen Monat früher in Kraft treten, das hat sich allerdings verzögert.

Mit mehr Spaß von A nach B.

Hol dir jetzt deinen E-Scooter.

Zum Angebot
1 Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

facebook instagram twitter youtube linkedin xing envelop hilfe login menu burger phone messenger whatsapp mail kwk gas strom waermestrom more playbutton payback loading-indicator