Photovoltaik-Förderung: Diese Möglichkeiten hast du.

Du willst dein Haus mit einer Solaranlage ausstatten und so ökologisch einwandfreien Strom erzeugen? Dann kannst du auf eine ganze Reihe von Förderungen für Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) zurückgreifen, um die Installation und den Betrieb zu finanzieren. Dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) profitierst du zudem von einer attraktiven Vergütung, wenn du Strom in das Netz deiner Gemeinde einspeist. Wir erklären dir, welche Möglichkeiten dir zur Verfügung stehen.

Förderung für Photovoltaik durch die KfW.

Die wohl wichtigste Form der Solaranlagen-Förderung bietet dir die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Bei der KfW gibt es ein Programm zur Förderung Erneuerbarer Energien, das auch Förderkredite für PV-Anlagen beinhaltet. Diese Kredite sind besonders zinsgünstig und es werden flexible Laufzeiten von bis zu 20 Jahren angeboten. Falls du schon eine Photovoltaikanlage besitzt, kannst du diese über einen KfW-Kredit auch noch ausbauen und erweitern. Die genauen Konditionen der Förderung sind abhängig von deiner Bonität, doch die KfW-Förderung für Photovoltaikanlagen ist in der Regel attraktiver als herkömmliche Kredite anderer Banken.

Daten kompakt:

  • Die KfW bietet günstige Kredite für neue Photovoltaikanlagen.
  • Bestehende Anlagen können mit einer KfW-Förderung erweitert werden.
  • Die Kredite haben Laufzeiten von 5, 10 oder 20 Jahren.
BAFA-Förderung für Photovoltaikanlagen?

Die KfW-Zuschüsse sind zwar grundsätzlich kombinierbar mit den Förderungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Allerdings unterstützt die BAFA-Förderung lediglich den Bau und den Betrieb von Solarthermie-Anlagen – nicht jedoch von Photovoltaikanlagen. Wenn du also mit deiner Anlage Warmwasser oder generell Wärme erzeugst, kommt die BAFA-Förderung für dich infrage. Erzeugst du sauberen Strom, musst du dich an andere Stellen wenden.

Regionale Programme zur Photovoltaik-Förderung.

Neben den bundesweit geltenden Fördermöglichkeiten über die KfW gibt es eine Reihe von regionalen Programmen zur staatlichen Photovoltaik-Förderung, die jedoch nur im jeweiligen Bundesland verfügbar sind. Was genau und in welcher Höhe gefördert wird, ist dabei individuell sehr unterschiedlich. Die meisten Förderprogramme der Bundesländer laufen außerdem nur für einen begrenzten Zeitraum. Deshalb ist es am sinnvollsten, wenn du dich direkt bei der entsprechenden Anlaufstelle in deinem Bundesland informierst, welche Förderprogramme aktuell sind und was sie bieten.

Daten kompakt:

  • Es gibt auch regionale Zuschussprogramme der Länder.
  • Besonders häufig: Förderung von Stromspeichern für PV-Anlagen.
  • Laufzeiten, Höhe der Zuschüsse und Zuständigkeiten sind sehr unterschiedlich.
Solaranlage installieren: Mann bringt Solarpanel auf dem Dach an
Solaranlage auf dem Dach installieren

Einspeisevergütung bei Photovoltaikanlagen.

Nicht nur für den (Aus-)Bau einer Photovoltaikanlage kannst du vom Staat Geld bekommen – auch für den laufenden Betrieb. Die umweltfreundliche Stromerzeugung beschert dir quasi ein staatlich garantiertes Einkommen. Dank der sogenannten Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen nach dem EEG bekommst du pro Kilowattstunde Strom, die du ins öffentliche Netz einspeist, einen festgelegten Geldbetrag. In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist die Höhe der Vergütung immer wieder angepasst worden. Sie richtet sich nach der Größe und damit nach der Leistung der Anlage. Diese wird in kWp (Kilowatt-Peak) angegeben. Zum Vergleich: Eine Solaranlage auf dem Dach eines typischen Einfamilienhauses hat im Schnitt eine Leistung von etwa 7 kWp. Solche kleinen Anlagen erhalten in der Regel die attraktivsten Vergütungssätze.

Aktuell gibt es pro Kilowattstunde eingespeisten Stroms von gebäudegebundenen PV-Anlagen:

  • Für PV-Anlagen mit bis zu 10 kWp: 12,2 Cent
  • Für PV-Anlagen mit bis zu 40 kWp: 11,87 Cent
  • Für PV-Anlagen mit bis zu 100 kWp: 10,61 Cent

(Stand: März 2018)

Grundsätzlich hast du als Betreiber einer PV-Anlage für 20 Jahre Anspruch auf die Vergütung; diese bleibt ab dem Jahr der Inbetriebnahme konstant. Das sorgt für Planungssicherheit, unabhängig von den Preisschwankungen am Strommarkt. So kannst du exakt bestimmen, wann sich deine Anlage amortisiert hat.

Daten kompakt:

  • Staatlich garantierte Vergütung für eingespeisten Strom.
  • Vergütungshöhe richtet sich nach Leistung und Art der Anlage.
  • 20 Jahre garantierte Vergütung unabhängig von Schwankungen des Strompreises am Markt.
Einspeisevergütung und Eigenverbrauch – das musst du wissen:

Die garantierte Vergütung nach EEG gilt natürlich nur für Strom, der von deiner Anlage ins kommunale oder städtische Netz fließt. Früher speisten Anlagenbesitzer manchmal 100% des erzeugten Stroms ins Netz ein und kauften den Strom für ihren eigenen Verbrauch vom Energiedienstleister, da die EEG-Vergütung höher war als der Preis für die herkömmliche Grundversorgung. Heute ist es meist günstiger, möglichst viel eigenproduzierten Strom selbst zu verbrauchen und nur die Überschüsse einzuspeisen. Da die Photovoltaik-Förderung den Eigenverbrauch von Solarstrom unterstützen will, nutzt du am besten auch die Fördermöglichkeiten für Stromspeicher. So sparst du sogar doppelt, nämlich beim Bau deiner Photovoltaikanlage und bei deinem Strom-Eigenverbrauch.

Das Marktprämienmodell.

Die Einspeisevergütung nach EEG war zu Beginn des Solarstrom-Booms ein wichtiges Werkzeug der Photovoltaik-Förderung, um PV-Anlagen für Privatleute interessant zu machen. Doch langfristig sollen sich auch kleine Stromerzeuger am freien Markt orientieren und ihren Strom eigenständig verkaufen. Um diesen Übergang zu erleichtern, gibt es das Marktprämienmodell. Dabei verzichtet der Besitzer einer Photovoltaikanlage zunächst auf die garantierten Einspeisevergütungen. Stattdessen verkauft er seinen Solarstrom direkt auf dem Strommarkt und erhält die sogenannte Marktprämie dafür. Diese gleicht den Betrag aus, der durch den Verzicht auf die Einspeisevergütung verloren geht, da die Marktpreise für Strom in der Regel geringer sind als die Einspeisevergütung. Die Marktprämie wird auf Basis des durchschnittlichen monatlichen Strompreises berechnet. Der Vorteil besteht darin, dass Teilnehmer des Marktprämienmodells ihren Strom zu einem höheren als dem Durchschnittspreis an der Strombörse verkaufen können – und so zusammen mit der Marktprämie auf mehr Geld pro kWh kommen als bei der EEG-Vergütung. Wenn du dich für dieses Modell interessierst, lass dich am besten von einer fachkundigen Stelle beraten.

Daten kompakt:

  • Flexible Alternative zum starren EEG-Vergütungssystem.
  • Ermöglicht höhere Gewinne durch Direktvermarktung.
  • Marktprämie federt Verlustrisiko ab.

Steuervorteile durch die Photovoltaik-Förderung.

Eine eher indirekte Form der Photovoltaik-Förderung besteht in den besonderen Steuervorteilen, die diese Art der Investition mit sich bringt. So wirst du als Betreiber einer PV-Anlage, die regelmäßig Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist, zu einem Unternehmer, der die fälligen Anschaffungen und Umbauten als Betriebsausgabe geltend machen kann. Das mindert dann die zusätzliche Steuerlast, die auf dich zukommt, denn die Einnahmen aus den Einspeisevergütungen sind natürlich einkommenssteuerpflichtig. Sprich deshalb am besten mit einem Steuerberater – und zwar auch über das Thema Umsatzsteuer. Führst du diese ab, musst du auch auf den selbst verbrauchten Strom 19% Umsatzsteuer zahlen, ausgehend vom Nettopreis des Netzstroms vom Energieversorger. Machst du mit der PV-Anlage wenig Umsatz, kannst du auch die Kleinunternehmerregelung nutzen und sparst dir die Umsatzsteuerabführung. Allerdings kannst du dann auch keine Vorsteuer beim Bau der Anlage geltend machen und die Kosten nicht steuermindernd abschreiben.

Daten kompakt:

  • Anlagenbetreiber werden automatisch Unternehmer.
  • Alle Gewinne aus Einspeisungen sind einkommenssteuerpflichtig.
  • Mit der Vorsteuer und Abschreibungen lässt sich bei Investitionen viel Geld sparen.

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