Photovoltaik: In Deutschland die günstigste Art der Stromerzeugung.

Energie aus der Kraft von Sonne und Wind zu gewinnen – das ist nicht nur ökologisch sinnvoll: Windanlagen an Land (Onshore-Anlagen) und Photovoltaik sind in Deutschland laut einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung die günstigsten Technologien zur Stromproduktion. Warum das so ist und was das für Hausbesitzer und Mieter bedeutet, erklären wir hier.

Stromgestehungskosten – was heißt das eigentlich?

Im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien fällt häufig der Begriff „Gestehungskosten“. Das ist eigentlich ein Begriff aus der Kosten- und Leistungsrechnung. Bei der Stromproduktion setzen sich die Gestehungskosten aus der Höhe der Gesamtkosten und der Menge des produzierten Stroms zusammen. Dementsprechend werden sie in Cent pro Kilowattstunde (kWh) angegeben. Wichtige Faktoren sind unter anderem die Investitionsausgaben für den Bau und die Installation der Anlage, aber auch Betriebskosten wie zum Beispiel Wartung, Reparaturen und Versicherungen. Die Länge der wirtschaftlichen Nutzungsdauer fließt ebenfalls in die Gestehungskosten mit ein.

Bei der Photovoltaik in Deutschland machen die Betriebskosten und die Finanzierungsausgaben (wegen der momentan niedrigen Zinsen) nur einen kleinen Anteil an den Gestehungskosten aus. Den Hauptanteil bilden die Investitionskosten – und die sind dank sinkender Preise für Photovoltaik-Anlagen seit 2006 um rund 75 Prozent gesunken. Ähnliches gilt für Onshore-Windkraft.

Abbildung Stromgestehungskosten

Photovoltaik und Windanlagen in Deutschland: Der Status quo.

Die skizzierten Faktoren führen dazu, dass Photovoltaik und Windanlagen in Deutschland laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) derzeit ganz klar die günstigsten Stromerzeugungstechnologien sind. „Aktuell erzielen Photovoltaik-Anlagen je nach Anlagentyp Stromgestehungskosten zwischen 3,71 und 11,54 Cent/kWh“, so die ISE-Studie. „Beim Windstrom führten sinkende Anlagekosten und steigende Volllaststunden zu den niedrigen Gestehungskosten von 3,99 bis 8,23 Cent/kWh, was sie zur zweitgünstigsten Erzeugungstechnologie macht.“

Windräder einer Windanlage
Zweitgünstigste Erzeugungstechnologie: Windanlage.

Das gilt aber nur für Anlagen an Land. Offshore-Anlagen auf dem Meer erzeugen laut Studie wegen erhöhter Installations-, Betriebs- und Finanzierungsausgaben mit 7,49 bis 13,79 Cent/kWh deutlich höhere Gestehungskosten. Noch teurer produzieren Steinkohlekraftwerke (bis 9,86 Cent/KWh), Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (bis 9,96 Cent/kWh) und reine Gaskraftwerke (bis 21,94 Cent/kWh). „Neu errichtete Photovoltaik-Anlagen und Onshore-Windenergieanlagen an günstigen Standorten sind also bereits heute günstiger als fossile Kraftwerke, und dieser Trend wird sich bis 2035 deutlich verstärken“, erklärte ISE-Projektleiter Dr. Christoph Kost bei der Vorstellung der Studie im März 2018.

Windkraft und Photovoltaik in Deutschland: Prognose bis 2035.

Im Rahmen ihrer Studie haben die Forscher des Fraunhofer-Instituts eine Prognose für die kommenden Jahre erstellt. Danach werden „Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Süddeutschland und Onshore-Windanlagen an windreichen Standorten bis 2035 die durchschnittlichen Stromgestehungskosten aller fossilen Kraftwerke deutlich unterbieten“. Bei den Photovoltaik-Anlagen sollen die Kosten schon bis 2030 auf unter 4,7 Cent/kWh für Aufdachanlagen und auf unter 2,41 Cent/kWh für Freiflächenanlagen fallen.

Siedlung mit Solaranlagen
Reihenhäuser mit einer kompletten Photovoltaik-Anlagen-Ausstattung.

Mieter können die umweltfreundliche Technologie zur Stromerzeugung ebenfalls nutzen. Zum einen gibt es kleine Anlagen, die sich beispielsweise auf dem Balkon oder im Garten aufbauen lassen und so zur Energieversorgung des Haushaltes beitragen. Außerdem gibt es in jüngster Zeit verstärkt Anbieter, die Photovoltaik-Anlagen zum Eigenverbrauch an Bewohner von Mietshäusern verpachten. Einige Wohnungsbaugenossenschaften bieten das sogenannte Mieterstrommodell an, bei dem ein Teil des im Haus benötigten Stroms aus der Photovoltaik kommt. Tipp: Frage einfach mal deinen Vermieter, welche Möglichkeiten es in eurem Haus gibt! Für Mieter und Hausbesitzer mit einem Garten bieten sich auch kleinere Windanlagen zur Stromerzeugung an. So nutzt du erneuerbare Energien und trägst deinen Teil zu einer umweltschonenden Stromversorgung bei.

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