Plug-and-Play-Solaranlagen für die Steckdose: So geht’s.

Solarstrom erzeugen kann jeder, und das ganz ohne Eigenheim. Alle können heutzutage einen Beitrag zur Energiewende leisten und dabei auch noch Geld sparen, zum Beispiel mit der Plug-and-Play-Solaranlage. Aber was ist eine Plug-and-Play-Solaranlage überhaupt? Was kann die kleine Photovoltaik-Anlage wirklich leisten und lohnt sich deren Anschaffung? Wir haben hier die wichtigsten Informationen für dich.

Solarstrom aus der Steckdose.

Vor allem Landbewohnern dürfte das Bild bekannt sein. Solarmodule zieren die Dächer von Eigenheimbesitzern und die Scheunen der Landwirte. Aber auch in der Stadt nutzen immer mehr Menschen die Möglichkeit, mit Solarstrom Energiekosten zu reduzieren und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Mehrere dieser einzelnen Solarmodule werden als Photovoltaik-Anlage (kurz: PV-Anlage) bezeichnet. Diese sammelt Lichtenergie und wandelt sie in Strom um.

Mit den Plug & Play-Solaranlagen orientieren sich die Hersteller am Prinzip der großen PV-Anlagen. Anders als große PV-Anlagen brauchen die kleinen Solaranlagen keine Dächer zur Installation. Stattdessen ist ein Balkon, eine Fassade oder ein Carport vollkommen ausreichend. Durch diese Platzersparnis und die leichte Montage mit einem Akkubohrer sind die Mini-PV-Anlagen auch für Mieter von Wohnungen interessant. Ein 195-Watt-Modul hat beispielsweise eine Fläche von 1,3 Quadratmetern und wiegt 15 Kilogramm. Jedoch ist zu bedenken, dass die Plug & Play-Solaranlagen nur für die Einspeisung ins Hausstromnetz oder in kleinere Batterien konzipiert wurden. Du kannst also dem öffentlichen Stromnetz keine gespeicherte Energie direkt zuführen.

Wichtig: Als Mieter solltest du dir vor Montage der Mini-PV-Anlage unbedingt die Erlaubnis des Vermieters einholen. Dieser kann dein Vorhaben nämlich unterbinden – sollte beispielsweise die einheitliche Optik der Hausfassade gestört werden oder die Dämmschicht der Außenwand unter der Befestigung der Mini-PV-Anlage leiden.

Mini-PV-Anlage auf Rasen
Plug & Play- Solaranlage

Die Leistungsfähigkeit von Plug-and-Play-Solaranlagen liegt zwischen den Mini-Modulen für Handy-Akkus und den großen Photovoltaik-Anlagen für Hausdächer. Die Solaranlage für den Balkon wird mit einem Wechselrichter verkauft, der den gewonnenen Gleichstrom in Wechselstrom wandelt. Dadurch kannst du deine Mini-PV-Anlage ganz einfach direkt mit dem Stromnetz deiner Wohnung verbinden.

Mini-Solaranlage von Fachkraft installieren lassen.

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (kurz VDE) weist darauf hin, dass eine Mini-PV-Anlage nicht einfach an eine Schuko-Haushaltssteckdose angeschlossen werden darf. Dadurch könnte es nämlich zu einem Leitungsbrand kommen. Für den Anschluss einer Plug-and-Play-Solaranlage wird eine spezielle dreipolige Energiesteckdose benötigt. Die Installation sollte also eine Elektrofachkraft vornehmen. Hier findest du weitere Infos zum Anschluss einer Mini-PV-Anlage.

Übrigens: Die besten Ergebnisse bei der Stromgewinnung per Sonnenenergie lassen sich erzielen, wenn die Solarmodule auf einem nach Süden ausgerichteten Standort montiert werden. Ein Winkel von etwa 30 Grad Neigung ist ideal, um die Sonnenstrahlen einzufangen und in Energie umzuwandeln.

Plug & Play- Solaranlage: Handwerker bringe Solaranlage auf dem Dach an.
Fachmann installiert PV-Anlage

Vor der Installation: Das solltest du beachten.

Vor der Inbetriebnahme der Plug-and-Play-Solaranlage solltest du dich von einem Elektrofachmann beraten lassen. Bedenke, dass eine Netzeinspeisung nur zulässig ist, wenn diese angemeldet ist und die Regelungen des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) eingehalten werden. Hast du zum Beispiel eine Solaranlage an einer Steckdose angeschlossen und für den erzeugten Strom kein Gerät, das diesen sofort verbraucht, wird der Strom ins Netz gedrückt. Hast du keine Rücklaufsperre installiert, läuft der Stromzähler rückwärts. Das ist in Deutschland jedoch nicht erlaubt und könnte dir große Probleme bereiten. Einen entsprechenden Zähler musst du bei deinem Netzbetreiber anfragen. Bei den meisten digitalen Zählern besteht für dich kein Handlungsbedarf.

Bundesnetzagentur: Technische Vorgaben nach § 6 EEG.

Die Plug & Play-Solaranlagen entsprechen nicht den technischen Vorgaben des § 6 Abs.2 EEG 2012. Danach muss, wer ins allgemeine Stromnetz einspeisen will, dem Netzbetreiber die Möglichkeit einrichten, die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren zu können. Das ist bei Plug & Play-Modulen nicht möglich. Aus diesem Grund erhältst du auch keine staatlichen Förderungen, wie sie bei herkömmlichen Solarmodulen üblich sind. Auch wenn du keinen Zuschuss erhältst, sind die Mini-PV-Anlagen natürlich legal.

Verfügst du über eine Solaranlage, die EEG-konform ist, besteht dagegen die Möglichkeit, überschüssige Energie ins Stromnetz einzuspeisen. Bevor du tätig wirst, musst du dir allerdings erst eine entsprechende Genehmigung besorgen. In Bayern und NRW findest du direkt auf den Seiten der Netzbetreiber entsprechende Musterformulare zur Anmeldung. Im Rest von Deutschland kannst du dagegen auf das Musterformular des VDE zurückgreifen.

Plug & Play-Solaranlagen: Lohnt sich das wirklich?

Natürlich geht es bei der Anschaffung einer Plug-and-Play-Solaranlage auch um die Umwelt. Aber durch den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Sonnenstrom kannst du auch bares Geld sparen. Denn du reduzierst deine Stromkosten, indem du weniger Strom von deinem Energieversorger kaufst. Aber wie groß ist die Ersparnis mit so einem Balkonkraftwerk wirklich?

Zuerst musst du mit einer Investition in eine Plug-and-Play-Solaranlage in Vorleistung gehen. Auch wenn die Preise für Mini-Solaranlagen zuletzt gesunken sind, können die Kosten je nach Leistungsfähigkeit stark variieren. Du bekommst einige Photovoltaikanlagen schon für weit unter 1.000 Euro. Bis sich deine Investition rechnet, können aber Jahre vergehen. Mit Anschaffungskosten von 500 Euro für deine Plug-and-Play-Solaranlage und einem Strompreis von rund 30 Cent pro Kilowattstunde kannst du pro Jahr ungefähr 55 Euro sparen. Je nach Lage deines Wohnortes rentiert sich die Anschaffung eines Solarmoduls für die Steckdose also nach durchschnittlich neun Jahren.

Solarstrom vom Dach: Speicherakku und E-Auto laden.

Sofern du nicht nur einen Balkon, sondern vielleicht sogar ein ganzes Dach zur Verfügung hast, kann es sich lohnen, direkt im größeren Rahmen in Solarenergie zu investieren. Wie Spiegel Online schreibt, sind die Preise für Solarmodule in den letzten zwölf Jahren um rund 75 Prozent gesunken. Dadurch liegt der Kilowattstundenpreis des selbsterzeugten Stroms auch bei größeren Anlagen mittlerweile bei rund zehn Cent. Auch in diesem Fall lohnt sich die Nutzung vor allem für den Eigenbedarf. Ein Speicherakku im Keller, in dem die nicht sofort verbrauchte Energie zurückgehalten wird, ist dabei eine überaus sinnvolle Investition. Über den dort gespeicherten Strom lässt sich nicht nur das abendliche Entertainment-Programm realisieren, sondern im Zweifel auch das E-Auto an der hauseigenen Wallbox betanken.

Fazit.

Um ökonomisch zu sparen, musst du Geduld mitbringen: Auf lange Sicht rechnet sich deine Mini-PV-Anlage. Ökologisch kannst du sogar sofort einen kleinen Beitrag zur Energiewende leisten.

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