Retro-Tech: Alte Elektroautos aus der Vergangenheit.

Elektromobilität ist kein neues Phänomen – die Geschichte des E-Autos begann vor fast 200 Jahren. Erfahre hier, wo seine Anfänge liegen, wie sich E-Mobilität im Laufe der Zeit entwickelt und verbessert hat und welche Retro-Elektroautos früherer Tage zu Legenden wurden.

Zurück in die Zukunft: E-Mobilität und Elektroautos in der Vergangenheit.

Das Thema Elektromobilität ist nicht neu: Bereits im Jahr 1821 beschäftigte sich der englische Experimentalphysiker Michael Faraday mit der Entwicklung eines Elektroantriebs. Seine Entdeckung der elektromagnetischen Rotation legte den Grundstein für die Entwicklung des Elektromotors, wie wir ihn heute kennen.

Werfen wir einen Blick zurück in der bewegten Geschichte der Stromer: In den 1830er-Jahren baute der schottische Autopionier Robert Anderson etwa zeitgleich mit Konkurrenten aus den USA und den Niederlanden ein erstes Elektrofahrzeug – und das noch vor dem ersten Auto mit Verbrennungsmotor, das 1886 vom deutschen Erfinder Carl Benz entwickelt wurde! Bereits vor mehr als 180 Jahren gab es somit Bestrebungen zur E-Mobilität und sie machten vor keinem Verkehrsmittel halt:

  • Der erste leistungsstarke Elektromotor wurde 1834 nicht in einem Auto, sondern in einer Lokomotive verbaut. Ihre Reichweite betrug stolze 31 km!
  • Als Vorreiter des Pedelecs kann wiederum ein elektrisch betriebenes Dreirad betrachtet werden, das 1881 auf einer Pariser Elektrizitätsmesse präsentiert wurde. Das „Trouvé Tricycle“ brachte es mit seinem elektrischen Antrieb auf eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h.
  • Im Jahr 1880 schickte die Coburger Maschinenfabrik A. Flocken erstmals einen PKW mit Elektroantrieb auf deutsche Straßen.
Ein historisches Elektroauto vor weissem Hintergrund.
Schon im 19. Jahrhundert wurden erste Autos mit Strom betrieben.

Warum sich Retro-Elektroautos zunächst nicht durchsetzen konnten.

Im Zuge der Industrialisierung wurde die Motortechnologie alter Elektroautos immer weiter optimiert, sodass strombetriebene Autos es um die Jahrhundertwende auf Geschwindigkeiten von 60 bis 100 km/h brachten und sich auch ihre Reichweiten stetig verbesserten. Um 1900 betrug der Anteil an Elektroautos in den USA ganze 38 Prozent – lediglich 22 Prozent entfielen auf Benziner, der Rest auf Kohle-, Dampf- und andere Antriebsarten. Einen ersten Höhepunkt erlebte die E-Mobilität kurz vor Beginn des 1. Weltkriegs: 1912 waren fast 34.000 Elektroautos von 20 Herstellern auf den Straßen unterwegs.

Dennoch fiel der Marktanteil der damaligen Elektroautos mit weniger als 10 Prozent recht gering aus, da die Zahl der zugelassenen Automobile insgesamt rapide stieg und sich Verbrenner aufgrund der einfacheren Handhabung und höheren Reichweite durchsetzen konnten. In den 1920er-Jahren endete auch schon der Siegeszug der alten Elektroautos. Batterien mit hohem Gewicht und sehr langer Ladezeit mussten sich den Vorzügen von Verbrennungsmotoren geschlagen geben – schnelle Betankung, zuverlässige Leistung, hohe Reichweite und ein niedriger Ölpreis.

Der Einfluss alter Elektroautos auf die moderne Mobilität.

Die Ölkrise der 1970er-Jahre brachte zunächst keinen erneuten Aufschwung für Elektroautos. Erst der Golfkrieg zu Beginn der 1990er-Jahre war es, der viele Autohersteller dazu zwang, die Monopolstellung des Verbrennungsmotors aufgrund der Ressourcenverknappung infrage zu stellen und alternative Antriebsarten in Betracht zu ziehen. Längst sah man in Elektroautos auch von Umweltseite her ein zukunftsträchtiges Modell, sodass die Weiterentwicklung von Elektromotoren vorangetrieben wurde.

Im Jahr 1990 verabschiedete der US-Bundesstaat Kalifornien erstmals einen Beschluss, der einen bestimmten Anteil von emissionsfreien Fahrzeugen gesetzlich festlegte. Automobilhersteller wurden damit förmlich gezwungen, sich mit der Produktion von Elektroautos zu beschäftigen, was wiederum erstaunliche Fortschritte auf dem Gebiet der Elektromobilität zur Folge hatte. Technologische Innovationen aus dem IT-Bereich – genannt sei die Entwicklung immer kleinerer, aber leistungsstärkerer Handy- und Notebook-Akkus – leisteten einen wichtigen Beitrag zur Batterie-Optimierung von Elektrofahrzeugen.

Mit der fortschreitenden Verbesserung der Akku-Technologie stieg nach und nach die anfangs noch dürftige Reichweite alter Elektroautos – derzeit reicht eine Akku-Ladung durchschnittlich für Strecken von 250 bis 300 km. Während Gewicht und Preis gleichbleiben, verbessert sich die Effizienz von E-Autos zunehmend. Ab 2030 sollen nach einem Bundestagsbeschluss von 2016 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden.

Elektroautos der Vergangenheit und Gegenwart von verschiedenen Herstellern.

Elektroautos erfreuen sich heute immer größerer Beliebtheit. Seriengefertigte Modelle gab es aber schon zuvor: Fiat stellte bereits 1988 sein Erfolgsmodell Panda mit elektrischem Antrieb vor.

Im Mai 1990 wurde im Rahmen der Hannover Messe ein elektrisch umgerüsteter Mercedes 190 präsentiert. Das Modell Mercedes-Benz 190 (W 201) fuhr als Versuchsfahrzeug mit Elektroantrieb und Nickel-Cadmium-Batterie im Großversuch auf der Insel Rügen von 1992 bis 1996.

Zwischen 1992 und 1996 versuchte VW den Citystromer zu etablieren – eine elektrische Variante des Erfolgsmodells Golf. Produziert wurden davon jedoch lediglich 120 Fahrzeuge, da sein Stromverbrauch schlichtweg zu hoch war.

Der rein elektrisch angetriebene Ford Ranger EV, ein kompakter Pick-up, wurde Ende der 1990er-Jahre mit Unterstützung der Think-Ingenieure konstruiert. Gebaut wurde das Modell von 1998 bis 2002.

Von 1996 bis 1999 baute General Motors das elektrische Coupé EV1 – eine Reaktion auf das 1990 in Kalifornien erlassene Gesetz zur Senkung der Emissionen.

Seit 2009 gibt es den Mitsubishi i-MiEV – das erste E-Auto, das in großer Serie produziert wurde – mit Lithium-Akku.

Bis 2016 galt der ab 2010 gebaute Nissan Leaf als meist verkauftes Elektroauto weltweit. Mittlerweile wurde der Japaner vom Tesla Model 3 abgelöst, der alleine 2019 mehr als 300.000 Mal verkauft wurde. Bereits ein Blick auf die spannendsten E-Autos 2020 zeigt, dass sich immer mehr Hersteller Elektromobilität auf die Fahne geschrieben haben. So wird die Erfolgsgeschichte des E-Autos nach einer kurzen Unterbrechung also fortgeschrieben.

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