Smart Meter: Die intelligenten Stromzähler sind da.

Deutschland steckt mitten in der Energiewende. Ob Privatverbraucher oder großes Unternehmen – jeder kann zum Klimaschutz beitragen. Auch du! Zum Beispiel, indem du Strom sparst. Da kommt die Einführung von intelligenten Messsystemen wie gerufen, denn Smart Meter erleichtern dir das Stromsparen. Wie, erfährst du hier.

Was können Smart Meter?

Smart Meter sind die Nachfolger des analogen Stromzählers und Teil des intelligenten Stromnetzes Smart Grid. Neben Strom können die Geräte, die aus einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul (Smart-Meter-Gateway) bestehen, auch den Gas-, Wasser- und Wärmeverbrauch computergestützt messen. Im Vergleich zum analogen Ferraris-Stromzähler kann der digitale Stromzähler eindeutig mehr: Er zeigt nicht nur den aktuellen Zählerstand an, sondern auch den tatsächlichen Stromverbrauch in einer bestimmten Nutzungszeit. In Kombination mit entsprechenden intelligenten Software-Lösungen (dazu weiter unten mehr) ermöglichen Smart Meter dir, genau zu erkennen, an welchem Tag oder in welchem Monat welches Gerät wie viel Energie verbraucht hat. Das Gateway übermittelt deine Verbrauchsdaten verschlüsselt an deinen Stromanbieter sowie Netzbetreiber.

Ein Stromzähler wird übrigens erst dann zum intelligenten Messsystem – also zum Smart Meter – wenn er das erwähnte Gateway besitzt. Dieses Kommunikationsmodul ist für die Übertragung der vom Zähler erfassten Daten notwendig. Ohne Gateway handelt es sich um eine moderne Messeinrichtung (mME). Auch dieser digitale Stromzähler erfasst den Stromverbrauch wesentlich genauer. Allerdings kann der Zähler beispielsweise nicht aus der Ferne abgelesen werden.

Ein Mann bedient ein Smartphone, um den Stromzähler zu überprüfen.
Mit einem Smart Meter und der passenden Software hast du deinen Energieverbrauch besser im Blick.

Warum brauchen wir intelligente Messsysteme?

Stromerzeuger und -verbraucher werden über das Smart Grid digital kommunizieren. Smart Meter sind zentrale Komponenten dieser modernen Infrastruktur für die Energiewende. Sie versprechen große Einsparmöglichkeiten und Ressourcenschonung. Das intelligente Stromnetz ist in der Lage, mehr Strom aus erneuerbaren Energien aufzunehmen und verspricht eine bessere Auslastung sowie Verteilung. Netzbetreiber erfahren durch das intelligente Messsystem etwa, wo gerade Strom gebraucht wird, und leiten ihn direkt dorthin. Das vermeidet einen teuren Netzausbau, der ansonsten aufgrund des erhöhten Strombedarfs nötig wäre.

Welche Kosten kommen auf Verbraucher zu?

Bereits heute zahlst du mit deiner Stromrechnung auch für den analogen Stromzähler. Für Smart Meter gelten jährliche Preisobergrenzen, die sich an deinem Stromverbrauch orientieren. Bei einem normalen Durchschnittsverbrauch von 3.000 bis 4.000 kWh belaufen sich die Kosten auf maximal 40 Euro im Jahr, bei einem Verbrauch von 6.000 bis 10.000 kWh auf 100 Euro. Beim freiwilligen Einbau eines Gerätes gelten die Preisobergrenzen nicht zwingend. 

Wer bekommt einen Smart Meter und zu welchen Preisen?

Betriebe und Privathaushalte, die jährlich mehr als 6.000 kWh Strom verbrauchen, sind seit 2020 verpflichtet, einen Smart Meter einbauen zu lassen. Für Verbraucher, die mehr als 10.000 kWh Strom pro Jahr verbrauchen, gilt eigentlich schon seit 2017 die Smart-Meter-Pflicht. Bislang scheiterte die Umsetzung dieser Vorgabe allerdings an der Verfügbarkeit der Geräte. Deinen Privathaushalt betrifft dies im Normalfall nicht. Selbst große Haushalte mit fünf Personen liegen meist noch unter 6.000 kWh. Besitzt du allerdings eine sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtung, bist du ebenfalls zur Nutzung eines Smart Meters verpflichtet. Zu diesen steuerbaren Verbrauchseinrichtungen gehören Nachtspeicherheizungen, Wärmepumpen und perspektivisch auch das Elektroauto. Für letztere wird gerade der gesetzliche Rahmen definiert. Falls du selbst Strom erzeugst, zum Beispiel mit einer Photovoltaik-Anlage, greift die Einbaupflicht ab einer 7-Kilowatt-Leistung.

Digitale Stromzähler ohne Gateway – also die sogenannten modernen Messeinrichtungen – werden in allen Haushalten unter 6.000 kWh Jahresverbrauch flächendeckend bis 2032 eingebaut. Für eine moderne Messeinrichtung liegt die Preisobergrenze immer bei 20 Euro pro Jahr, ganz gleich wie viel verbraucht wird.

Stromverbrauch/
Größe Erzeugungsanlage
Smart Meter ab
2020 Pflicht?
Preisobergrenze für
Smart Meter
Bis 2.000 kWh/Jahr Nein, optional 23 Euro/Jahr
2.000 bis 3.000 kWh/Jahr Nein, optional 30 Euro/Jahr
3.000 bis 4.000 kWh/Jahr Nein, optional 40 Euro/Jahr
4.000 bis 6.000 kWh/Jahr Nein, optional 60 Euro/Jahr
6.000 bis 10.000 kWh/Jahr Ja100 Euro/Jahr
10.000 bis 20.000 kWh/JahrJa130 Euro/Jahr
PV-Neuanlage/andere Strom erzeugende Neuanlage (Nennleistung von 1 bis 7 kW) Nein, optional 60 Euro/Jahr
PV-Anlage/andere Strom erzeugende Anlage
(Nennleistung von 7 bis 15 kW)
Ja100 Euro/Jahr
Wärmepumpe, Nachtspeicher
oder andere steuerbare
Verbrauchseinrichtung
unabhängig vom Verbrauch
Ja100 Euro/Jahr

Welchen Vorteil haben Verbraucher durch Smart Meter?

Die Stromrechnung ist schon wieder zu hoch, du hast aber keinen blassen Schimmer, wo der Stromfresser steckt? Für Verbraucher ist es oft nicht einfach, die Stromkosten in den Griff zu bekommen. Hier liegen die großen Vorteile intelligenter Messsysteme: In Kombination mit entsprechender Zusatzhardware und -software sind sie in der Lage, den Energiefluss besser zu verfolgen und Stromfresser zu identifizieren. So kannst du diese Geräte ersetzen oder ihre Benutzung in günstigere Nebentarifzeiten verlagern.

Zusatz-Hardware und -software als Voraussetzung

Um Stromfresser zu identifizieren und den Verbrauch einzelner Geräte ablesen zu können, ist aktuell noch zusätzliche Hard- und/oder Software notwendig. Mit Anwendungen wie der Fresh App lässt sich der Stromverbrauch anhand der unterschiedlichen Verbrauchs- und Leistungsprofile von Spülmaschine, Waschmaschine und Co. den verschiedenen Geräten im Haushalt zuordnen. Über die App lässt sich dann der jeweilige Stromverbrauch ablesen. Diese und auch weitere Angebote sind bereits im Markt verfügbar und werden von Energielieferanten angeboten.

Ein intelligentes Messsystem zeichnet alle 15 Minuten den Stromverbrauch auf und schickt die aggregierten Werte des Vortages ein Mal am Tag an den Stromanbieter. Dadurch ist es nicht mehr zwangsläufig nötig, alljährlich den Stromzähler abzulesen oder ablesen zu lassen. Auf Wunsch kannst du deinen Stromverbrauch über monatliche Abrechnungen abwickeln, sodass nur noch der tatsächliche Verbrauch abgerechnet wird. Abschlagszahlungen entfallen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Indem du allzeit einen transparenten Einblick in deinen Stromverbrauch hast, behältst du den Kostenüberblick. Du vermeidest Nachzahlungen. In Kombination mit entsprechender Hard- und Software identifizierst du Stromfresser schnell. Damit trägst du aktiv zum Klimaschutz bei.

Zu beachten ist jedoch, dass es vom Messstellenbetreiber abhängt, welche Daten du tatsächlich selbst abrufen und einsehen kannst und ob dein Messstellenbetreiber beispielsweise eine App oder ein Online-Portal anbietet, in welchem du die Zählerdaten übersichtlich aufbereitet zur Verfügung gestellt bekommst.

Übrigens: Mit der kWhapp von Yello hast du deine Energiekosten auch ohne Smart Meter im Blick. Hast du die Anwendung installiert, kannst du den Zählerstand einscannen und so ganz unkompliziert deinen Verbrauch in Erfahrung bringen. Dadurch lassen sich Nachzahlungen vermeiden.

Wer baut die Smart Meter ein?

Per Gesetz ist der sogenannte grundzuständige Messstellenbetreiber, meist der örtliche Netzbetreiber, zuständig und wird auf dich zukommen. Grundsätzlich hast du allerdings die Wahkl, dich auch für einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber zu entscheiden. In diesem Fall ist dieser für den Einbau eines Smart Meters zuständig. Zum vereinbarten Termin erscheint aber in beiden Fällen ein Monteur, der den Einbau vollzieht und eine Kurzeinweisung sowie Informationsmaterial bereitstellt.

Welche Daten übermittelt ein Smart Meter?

Bei einem digitalen Stromzähler ohne Gateway, also einem modernen Messsystem, übermittelt der Zähler keinerlei Daten. Er muss – genau wie analoge Stromzähler – regelmäßig abgelesen werden.

Ein Smart Meter hingegen sendet die ermittelten Daten direkt an den Stromversorger und den Netzbetreiber. Grundsätzlich werden hierbei bei einem Verbrauch von bis zu 10.000 kWh pro Jahr die jährlichen und monatlichen Verbrauchswerte übermittelt, die dir dein Energieversorger auch monatlich als Verbrauchsinformation zur Verfügung stellt. Sollte eine monatliche oder vierteljährliche Abrechnung erfolgen, ist eine Übermittlung der entsprechenden Zählerwerte in jedem Fall notwendig.

Bei einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 kWh sendet das Messsystem sogar täglich eine Übersicht der Verbrauchswerte vom Vortag, unterteilt in 15-Minuten-Intervalle für eine detaillierte Nachverfolgung des Stromverbrauchs.

Dies sind grundsätzlich die Daten, die ein Smart Meter übermittelt – je nach individuellem Vertrag können jedoch andere Vereinbarungen getroffen werden.

Datenschutz: Wer hat Zugriff auf meine Daten?

Der Datenschutz ist gewährleistet: Die zugrundeliegenden Sicherheitsstandards sind höher als beim Online-Banking. Smart Meter versenden Daten anonymisiert und nur an berechtigte Empfänger. Nach ihrer Verarbeitung werden die Daten gelöscht.

Freiwilliger Austausch.

Du bist nicht verpflichtet zum Einbau, wünschst dir aber trotzdem einen Smart Meter? Du willst zukünftig von flexiblen Stromtarifen profitieren, die sich speziell nach der Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien richten? Vielleicht willst du auch Wärmepumpen oder Elektroautos zu optimalen Strombezugszeiten günstiger aufladen? Dann wende dich an deinen Messstellenbetreiber – dieser baut das Smart Meter auch ein. Im freien Markt kannst du dich dabei selbstständig für einen Messstellenbetreiber entscheiden und jenen auswählen, der im Hinblick auf Technik, Produkte, Mehrwert und Preise das beste Angebot für dich hat.

Frau hält Smartphone mit der kWhapp-App.

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