Solar-Community: Sonnenstrom mit den Nachbarn teilen.

Photovoltaik-Anlagen (auch bekannt als PV-Anlagen) machen flexibler und unabhängiger in Sachen Stromversorgung. Und sie eröffnen die Möglichkeit, den Solarstrom gemeinschaftlich zu nutzen: mit sogenannten Solar-Communitys. Deren Mitglieder profitieren davon, dass sie Solarstrom gemeinsam speichern, mit den Nachbarn teilen und bei Bedarf selbst abrufen können.

Was ist eine Solar-Community?

Solar-Communitys werden auch als Sonnen-Gemeinschaft bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine dezentrale Gemeinschaft, deren Mitglieder allesamt Solarstrom produzieren, diesen im Verbund speichern und jedem Mitglied zur Verfügung stellen. Die Solar-Community verpflichtet sich dazu, ihren Solarstrom zu teilen und darf dafür je nach Bedarf auf den im Verbund gespeicherten Solarstrom zugreifen. Die Mitglieder solcher Solar-Communitys sind in der Regel Privathaushalte, die ihren Community-Strom in intelligenten Speichersystemen speichern – entweder in realen oder in virtuellen Speichersystemen.

Solar-Community: Solarstrom einspeisen in ein reales Speichersystem.

Bei realen Speichersystemen handelt es sich um große Speicheranlagen von Drittanbietern oder um eigene Speicherlösungen der Solar-Community-Mitglieder. Letztere schließen sich zu einem Bilanzkreislauf zusammen, in dem jeder Einzelne seine Überkapazitäten an produziertem Solarstrom einspeist und dafür jederzeit auf den eingespeisten Strom zugreifen kann. Die Mitglieder dieser Strom-Gemeinschaft sind also sowohl Erzeuger als auch Verbraucher ihres Stroms.

Solar-Community: Solarstrom einspeisen in die virtuelle Strom-Cloud.

Eine Strom-Cloud eignet sich hervorragend für Solar-Communitys, deren Mitglieder eine PV-Anlage mit Stromspeicher besitzen. Bei einer Strom-Cloud handelt es sich um ein virtuelles Stromkonto, dessen Stromguthaben jederzeit abgerufen werden kann, ähnlich wie bei einer Bank. Die Strom-Community speist ihren überschüssigen Solarstrom in ihre Cloud ein und kann zu einem späteren Zeitpunkt auf ihn zurückgreifen.

Dafür bezahlt die Solar-Community eine monatliche Kontoführungsgebühr, die sich nach dem jeweiligen Cloud-Anbieter, dem eigenen Verbrauch und der Größe der PV-Anlagen richtet. Einige Anbieter bieten auch Komplettpakete an, die eine PV-Anlage, ein Speichersystem und einen Zugang zu einer Strom-Cloud enthalten. Besitzt du bereits einen eigenen Stromspeicher, zahlst du eine geringere Gebühr.

Hausdach mit Solarzellen und einer Solarthermieanlage
In einer Solar-Community wird der von allen Mitgliedern erzeugte Solarstrom gemeinschaftlich genutzt.

Die Vorteile und Nachteile von Solar-Communitys.

Eine Solar-Community bietet nicht nur die Möglichkeit, die Solarenergie besser zu nutzen. Sie hat auch den Vorteil, dass die Stromversorgung im Falle eines Ausfalls der eigenen Solaranlage aufrechterhalten bleibt und für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gesorgt ist. So können Solar-Communitys vor allem im Winter oder bei kurzfristig höherem Strombedarf auf den zuvor in Gemeinschaft eingespeisten Solarstrom zugreifen, ohne auf die reguläre Stromversorgung angewiesen zu sein. Das ist für den Einzelnen theoretisch zwar auch ohne Solar-Communitys möglich, jedoch nicht in einem so großen Umfang.

Zudem leisten Solar-Communitys einen noch größeren Beitrag zur Energiewende und versprechen mehr Unabhängigkeit für eine breitere Masse. Denn Solar-Communitys können ihre Solarenergie gemeinschaftlich (ver-)teilen, auch wenn die Mitglieder der Gemeinschaft keine eigenen Solarmodule auf ihrem Grundstück oder Hausdach installieren können oder möchten. Mit dem überschüssigen Solarstrom versorgen Solar-Communitys zum Beispiel ihre eigenen Ferienhäuser oder die Wohnungen ihrer Kinder. Voraussetzung dafür ist also nicht der Besitz einer PV-Anlage.

Allerdings müssen sich die Solar-Communitys derzeit erst noch etablieren. Darum sind die Preise der monatlichen Gebühren für Speichersysteme noch relativ hoch und die Auswahl an Anbietern eher klein.

Lohnen sich Solar-Communitys?

Ob sich der Eintritt in eine Solar-Community für dich lohnt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Kosten, Tarifleistungen, Vertragslaufzeit und die Ausstattung variieren von Anbieter zu Anbieter und sollten daher unbedingt miteinander verglichen werden. Je nach Anbieter sind bestimmte Extras enthalten, zum Beispiel eigens entwickelte Smartphone-Apps, ein Effizienzcheck der PV-Anlage, Garantieabwicklungen oder weitere Servicedienstleistungen.

Du bist Besitzer einer PV-Anlage oder überlegst, dir eine zuzulegen? Dann solltest du folgende Faktoren beachten, bevor du in eine Solar-Community eintrittst oder eine gründest:

  • Kosten der PV-Anlage
  • Falls noch nicht vorhanden: eventuelle Anschaffungskosten eines zusätzlichen Solarspeichers
  • Installationskosten
  • Leistung der PV-Anlage, zum Beispiel Lade- und Entladeleistung
  • Refinanzierung: Grundgebühr, Einbehalt der EEG-Einspeisevergütung
  • Steuerliche Behandlung von Solarstrom durch Solar-Communitys
Techniker installiert Solarzellen auf einem Hausdach
Bevor du Mitglied einer Solar-Community wirst, solltest du auch durchrechnen, wie sich dein Engagement finanziell rechnet.

Fazit zu Solar-Communitys ein Aufwärtstrend.

Noch ist die Anzahl der Anbieter, die sich auf Solar-Communitys spezialisieren, überschaubar. Die Herausforderung, Solar-Communitys in die steigende Nachfrage nach PV-Anlagen zu integrieren, erfordert weitere technische Innovationen. Inzwischen gibt es jedoch immer mehr Unternehmen, die sich ausdrücklich mit dem Ziel gegründet haben, Besitzer von PV-Anlagen beim Eintritt in Solar-Communitys zu unterstützen.

Wie die Zukunft aussehen kann, zeigt ein Blick in die USA: Im Bundesstaat Kalifornien, der als besonders nachhaltig und fortschrittlich in Sachen Umweltschutz gilt, nutzen dank Solar-Communitys längst ganze Wohnkomplexe gemeinschaftlich produzierten und geteilten Solarstrom. Und auch im sonnenverwöhnten Florida setzen die Bewohner auf Solar: Babcock Ranch ist der erste Ort in den USA, in dem alles mit Solarstrom läuft.

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