Solaranlage fürs Wohnmobil: So tankt dein Camper Sonnenenergie.

Ein Urlaub im Wohnmobil verspricht Freiheit und Unabhängigkeit. Zumindest, bis der Camper auf dem Stellplatz Strom nachtanken muss. Als Alternative bietet sich eine Solaranlage für das Wohnmobil an – die sorgt für regelmäßigen Stromnachschub. Unabhängig von Steckdosen.

Wie funktionieren Solaranlagen für Wohnmobile und was bringen sie? Worauf musst du bei Kauf und Installation achten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen!

Solaranlagen für Wohnmobile: Vor- und Nachteile auf einen Blick.

Vorteile:

  • unabhängige Stromversorgung
  • umweltschonend
  • geräuschlos
  • Einsteigersets preiswert zu haben

Nachteile:

  • nicht für sehr hohen Energieverbrauch geeignet
  • wetterabhängig
  • für Aufbau und Befestigung technisches Know-how nötig
  • hohe Anschaffungskosten für größere Anlagen

Wie funktioniert eine Solaranlage fürs Wohnmobil?

Eine Solaranlage für Camper hat zwei wesentliche Bestandteile: Ein oder mehrere Solarmodule auf dem Dach des Wohnmobils und einen Laderegler. Das Solarmodul (auch Photovoltaikmodul genannt) wandelt Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Dieser wird zur Bordbatterie (siehe Infokasten) geleitet und steht dort auf Abruf zur Verfügung. Der Laderegler zwischen Solarzelle und Batterie sorgt dafür, dass die Batterie geladen wird, solange sie noch Aufnahmekapazitäten hat. Ist die Bordbatterie voll, schützt der Laderegler vor einer Überladung.

Laderegler:

Sobald die Sonne auf die Solaranlage am Wohnmobil scheint, wird Strom erzeugt. Der Laderegler sorgt dafür, dass die Energie in der Bordbatterie landet – aber nur solange diese noch Strom aufnehmen kann. Kaufst du ein komplettes Solar-Set, sind Solarzellen und Laderegler aufeinander abgestimmt. Entscheidest du dich für einzelne Komponenten, achte darauf, dass der Laderegler mit der Leistung der Solarzellen kompatibel ist. Das bedeutet, bei einer Solaranlage mit 100 Wp Leistung muss der Laderegler mindestens 100 Watt verarbeiten können.

Die Solarzellen oder Solarpanels am Wohnmobil, die das Sonnenlicht aufnehmen, bestehen aus kristallinem Silizium. Am geeignetsten sind monokristalline Module, da sie gegenüber polykristallinen Modulen einen besseren Wirkungsgrad pro Quadratmeter aufweisen. Das bedeutet, die Camping-Solaranlage liefert bei gleicher Größe mehr Strom.

Wichtig ist, dass die Solaranlage für das Wohnmobil beim Einbau vernünftig dimensioniert ist. Dazu gilt es, zunächst den eigenen Verbrauch beziehungsweise Bedarf zu ermitteln. Hier hilft eigentlich nur ausprobieren – den individuellen Bedarf inklusive sogenannter „stiller Verbraucher“ muss jeder für sein Wohnmobil selbst bestimmen. Dabei helfen diverse Onlinerechner wie dieser.

Bordbatterien:

Prinzipiell lässt sich jede Batterie für die Versorgung des Wohnmobils mit Strom nutzen. Allerdings sind Starterbatterien für hohe Ströme konzipiert, die kurzfristig abgegeben werden. Bei ständiger Auf- und Entladung verringert sich langfristig ihre Kapazität.

Nass- oder Säurebatterien sind günstig, dürfen aber ohne spezielle Entlüftung nicht im Innenraum eingebaut werden. Auf alle Fälle muss die Bordbatterie ihre Kapazität über viele Ladezyklen hinweg behalten. Achte auf eine der folgenden Bezeichnungen: zyklenfeste Batterie, Gelbatterie, Solarbatterie oder Absorbed-Glas-Mats-Batterie (AGM-Batterie).

Die geeignete Solaranlage für dein Wohnmobil.

Ist der eigene Verbrauch ermittelt, entscheidest du dich für eine geeignete Anlage – bestehend aus Solarpanel, Laderegler und Zubehör. Grundsätzlich stehen dir drei Systeme zur Auswahl: klein, mittel und groß. Die Unterscheidung erfolgt nach der Leistung. Dafür gibt es eine eigene Maßeinheit, genannt Watt Peak (Wp). Wp gibt die Menge der erzeugten Energie an, normiert auf Standard-Testbedingungen (konstante Temperatur und Bestrahlung, festes Sonnenlichtspektrum). In der Regel liegt die Leistung einer Solaranlage fürs Wohnmobil zwischen 50 und 200 Wp.

Kleine Solaranlagen:

  • Eine kleine Solaranlage für das Wohnmobil hat eine Leistung von ungefähr 50 bis 75 Wp und eignet sich für Wohnmobile bis zu 6,5 Metern Länge. Die Reisezeit sollte zwischen Frühling und Herbst liegen, um eine maximale Sonnenausbeute zu erzielen. Mit einer solchen Anlage kannst du Verbraucher wie Wasserpumpe, Licht, TV und Radio betreiben – die Heizung allerdings nur in Ausnahmefällen. Kostenpunkt: ab circa 100 Euro.

Mittlere Solaranlagen:

  • Solaranlagen aus der nächsten Kategorie können Wohnmobile ab 6,5 Metern Länge mit Strom versorgen, die Solarleistung liegt bei 100 bis 150 Wp. Außer den oben genannten Verbrauchern versorgt eine solche Anlage auch eine Heizung und den Kühlschrank. Kritisch kann es im Winter werden, auch bei mittleren Solaranlagen für das Wohnmobil empfehlen wir eine Reisezeit von Frühling bis Herbst. Kostenpunkt: ab circa 600 bis circa 1.000 Euro.

Große Solaranlagen:

  • Eine große Solaranlage am Wohnmobil kommt auf eine Leistung von mehr als 200 Wp – das reicht auch für die ganz großen Camper-Modelle von 9 Metern Länge und mehr. Eine solche Anlage benötigt aber auch reichlich Platz für die Installation. Große Solaranlagen können sämtliche Stromverbraucher beliefern – und das ganzjährig. Kostenpunkt: ab circa 1.000 Euro.

Die Preise differieren nicht nur aufgrund der Leistung, sondern auch aufgrund der Qualität der Materialien und Verarbeitung. Hier am falschen Ende zu sparen kann sich langfristig bitter rächen!

Wichtig ist, dass du vorausschauend planst. Vielleicht möchtest du später deine Solaranlage am Wohnmobil nachrüsten, etwa mit einem weiteren Solarpanel. Kaufe also gleich einen Laderegler, der mit mehr Leistung zurechtkommt.

Luxuswohnmobil mit integrierten Solarpanels

Solaranlage im Wohnmobil installieren.

Falls du handwerklich etwas auf dem Kasten hast, kannst du die Solaranlage eigenständig im Wohnmobil installieren. Dazu muss man die Solarmodule in die dafür vorgesehenen Befestigungen setzen und mit einem Spezialkleber auf dem Dach anbringen. Zusätzlich lassen sich die Panels noch verschrauben. Manche Halterungen lassen sich verstellen, sodass die Module nach dem Stand der Sonne ausgerichtet werden können. Die beste Stromausbeute lässt sich erreichen, wenn die Sonnenstrahlen in einem 90-Grad-Winkel auf das Modul treffen.

Um die Kabel von den Solarmodulen ins Innere des Wohnmobils zu führen, müssen sie durch bereits vorhandene oder neu gebohrte Löcher verlegt und mit dem Laderegler verbunden werden. Vergiss nicht die Löcher anschließend abzudichten, sonst wirds nass, wenn es regnet. Solltest du dir die Installation nicht zutrauen, kannst du dir auch beim Fachhändler deiner Solaranlage Hilfe holen.

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