Neue Wohnung, neuer Strom: Tipps für den Anbieterwechsel beim Umzug.

Die Kartons sind schon gepackt, die alte Wohnung gekündigt. Aber was passiert eigentlich beim Umzug mit dem Stromanbieter? Ist der Anbieterwechsel möglich?

Wohnungssuche, Neue Stadt, neuer Job, neue Wohnung… klasse! Die Kartons sind schon gepackt, die alte Mietwohnung gekündigt. Aber was passiert eigentlich beim Umzug mit dem Stromanbieter? Zuhause hat man sich schon abgemeldet, in der neuen Stadt und Wohnung aber noch nicht angemeldet. Bleiben die neuen vier Wände dann schlimmstenfalls dunkel?

Beim Umzug geht das Licht nicht aus, brennt nur vielleicht teurer.

Die erste gute Nachricht: Nach dem Umzug stehst du nicht im Dunkeln, der Strom fließt auch weiterhin. Und zwar unabhängig davon, ob sich der bisherige Wohnungsmieter schon abgemeldet hat oder nicht. Denn dir gegenüber steht zunächst einmal der örtliche Grundversorger in der Pflicht, die Wohnung mit Strom zu versorgen.

Aber: Sobald du in deiner neuen Wohnung das Licht anschaltest, kommt – falls du für die Wohnung noch keinen neuen Stromanbieter hast – automatisch ein Vertrag mit dem örtlichen Netzbetreiber und dessen Stromversorger zusammen. Damit hast du dann zwar Strom, jedoch in der Regel zum sogenannten Allgemeinen Preis oder Grundversorgungstarif. Und der ist selten der günstigste. Und bist du erst einmal in der Grundversorgung drin, lässt sich diese nur mit zweiwöchiger Frist zum Monatsende kündigen.

Wechsel rechtzeitig den Stromanbieter.

Die zweite gute Nachricht: Als Neumieter kannst du deinen Stromanbieter frei wählen – nach allen wichtigen Kriterien. Also nicht nur dem besten Preis, sondern auch…

  • Service. Der wird gerne vergessen. Doch das rächt sich, sobald es irgendwo klemmt. Und das kann bei einem Umzug schnell passieren. Prüfe daher: Zu welcher Zeit ist die Service-Hotline zu erreichen? Gibt es eventuell noch andere Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, wie zum Beispiel im Internet? Welchen Ruf genießt der Service des Anbieters? Wird einem da wirklich geholfen?
  • Vertragslaufzeit. Wie lange läuft der Vertrag und gibt mir der Anbieter für diese Zeit eine Strompreisgarantie? Nicht wenige ködern Kunden mit Billigtarifen, die jedoch schon ein paar Monate später saftig erhöht werden.
  • Zuverlässigkeit. Wie lange gibt es den Stromanbieter schon auf dem Markt? Was schreibt die Presse über das Unternehmen? Gerade neue Anbieter drängen gerne mit Kampfpreisen auf den Markt. Um das zu finanzieren, verlangen sie meist Vorkasse. Vorsicht! Es gab auch schon Pleiten solcher Anbieter. Das gezahlte Geld ist dann meist futsch und das vermeintliche Preisschnäppchen wird zum teuren Draufzahlgeschäft. Obacht auch bei sogenannten Strom-Paketen. Die sind zwar oft sehr günstig, dafür legst du deinen Jahresverbrauch im Voraus fest. Liegt der tatsächliche Energieverbrauch später darüber, wird es dramatisch teurer.

Deshalb: Informiere dich bei der Wahl deines neuen Stromanbieters nicht nur über sogenannte Preisvergleichsportale. Der Preis ist wichtig, keine Frage. Aber er sollte nicht das einzige Kriterium sein – wie bei Autos oder Kleidung ja auch.

Checkliste.

Das muss der neue Anbieter wissen:

  1. Zählernummer und Zählerstand.
  2. Name des aktuellen Energieversorgers der Wohnung.
  3. Deine Kundennummer.
  4. Datum des gewünschten Liefertermins.

Extra-Tipp: Notiere den Zählerstand unter Zeugen, etwa im Beisein des Hausmeisters. Nur falls es zum Streit mit dem Vormieter oder Vermieter kommt.

Aber: Die Wahl des neuen Stromanbieters sollte möglichst bald erfolgen, um Kosten zu sparen. Idealerweise innerhalb von vier Wochen nach dem Umzug. Am besten also gleich nach der Schlüsselübergabe Stromzählernummer und Zählerstand notieren und auf Anbietersuche gehen. Wer es schafft, rund vier Wochen vor dem eigentlichen Umzugstermin seinen neuen Stromanbieter zu finden und mit ihm einen Vertrag abzuschließen, hat sogar gute Chancen, schon mit dem neuen Tarif die erste heiße Tasse Kaffee in der neuen Wohnung zu brühen.

Falls du innerhalb eines Ortes umziehst und deinen bisherigen Stromanbieter behalten möchtest, ist das Prozedere noch einfacher. Melde deinem bisherigen Energieversorger einfach die neue Adresse und wann du dorthin übersiedelst. Damit dies reibungslos abläuft, solltest du dies aber möglichst sechs Wochen vor dem Umzug tun.

Ziehst du hingegen in eine andere Gegend, womöglich gar in ein anderes Bundesland, musst du erst einmal prüfen, ob dein aktueller Stromanbieter auch am neuen Wohnort Strom liefert. Gut, falls ja. Andernfalls musst du dir Wohl oder Übel einen neuen Anbieter suchen.

Treten nach dem Wechsel indes Störungen auf, muss sich der örtliche Netzbetreiber (nicht der Stromanbieter) darum kümmern, diese so schnell wie möglich zu beheben. Wer das ist, weiß in der Regel der Vermieter oder aber der Hausmeister.

Übrigens… Falls du schon Kunde bei Yello bist, ist das Umziehen besonders leicht. Im Bereich „Mein Yello“ trägst du dazu ganz einfach dein Einzugsdatum und die neue Adresse ein – auch wenn das bis zu fünf Monate in der Zukunft liegt (rückwirkend geht das auch mit bis zu vier Wochen). Wir kümmern uns dann um alles andere.

Eve’s Tipp: Wechseln Sie noch die Haushaltsgeräte!

Falls du es dir leisten kannst, solltest du bei der Gelegenheit auch gleich ein paar alte Stromfresser aussortieren und durch neue Geräte ersetzen. Ein alter Kühl- und Gefrierschrank, also ein sogenanntes Kombigerät, und dann vielleicht noch aus den Neunzigerjahren, verbraucht laut Stiftung Warentest im Schnitt bis zu 140 Euro im Jahr. Ein Gerät von 2009 aber schon nur noch 56 Euro. Dennoch solltest du beim Kauf neuer Elektrogeräte genau hinschauen: Neu heißt nicht automatisch weniger Stromverbrauch. Achte deshalb vor allem auf die Energieklasse: Mit einem „A+++“-Gerät machen Sie nichts verkehrt, „A++“ ist zumindest noch ein effizienter Stromverbraucher.

Umzüge in Deutschland: Eine Grafik – alle Infos.

Von Umzugsgrund bis Umzugspanne: Hier findest du alle Infos zum Umzugsverhalten der Deutschen.

Infografik Umzug
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