Stromverbrauch bei Elektroautos: Kosten & Verbrauch im Vergleich.

Strom ist die Energiequelle von Elektroautos – so viel ist klar. Wie hoch aber ist der Stromverbrauch von E-Autos? Wie schneiden sie im Vergleich zu Verbrennern ab? Und welche Faktoren spielen beim Verbrauch eine Rolle? Die Antworten auf all diese Fragen erhältst du hier.

Welche Rolle spielt der Stromverbrauch bei E-Autos?

Früher hatten E-Autos den Ruf, zwar grundsätzlich sinnvoll, aber dafür sehr teuer zu sein. Diese Ansicht hat sich gewandelt. Denn Elektroautos gibt es mittlerweile für fast jeden Geldbeutel und entsprechend sind sie aus dem Straßenverkehr längst nicht mehr wegzudenken. Neben den reinen Kosten bei der Anschaffung spielen aber auch die Kosten für den Unterhalt und den beim Fahren verbrauchten Strom bei der Entscheidung für oder gegen ein E-Auto eine wichtige Rolle. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ist die Sache relativ klar. Kaum ein Testbericht kommt ohne Angaben zum Verbrauch aus. Wie aber sieht es bei Stromern aus? Mit welchem Stromverbrauch ist bei E-Autos zu rechnen? Wie groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen, und wovon ist der Verbrauch überhaupt abhängig? Sind Stromer insgesamt günstiger als Verbrenner?

Ähnlich wie bei Verbrennern variiert der Stromverbrauch bei Elektroautos je nach Modell. Klar ist aber auch, dass mehrere Faktoren berücksichtigt werden müssen. 

Elektroautos mit geringem Stromverbrauch.

Der ADAC hat den Stromverbrauch von Elektroautos auf 100 km getestet und anhand der Ergebnisse eine Rangliste der sparsamsten Stromer aufgestellt. Beim Ecotest wurden die Fahrzeuge unter Laborbedingungen getestet. Die Testbedingungen für Stromer entsprachen dabei denen der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Während einige Modelle in den Top 10 zu erwarten waren, können andere durchaus überraschen. Die Rangliste sieht wie folgt aus:

PlatzModellVerbrauch
kWh/100 km
1Hyundai Ioniq Elektro Style16,3
2VW e-Golf17,3
2Seat Mii Electric Plus17,3
4BMW i3 (120 Ah)17,9
5Kia e-Niro Spirit (64 kWh)18,1
6Smart Forfour EQ passion18,4
7Kia e-Soul (64 kWh) Spirit18,8
8Renault Zoe R135 Z.E. 50 Intens (52 kWh)19,0
9Hyundai Kona Elektro (64 kWh) Trend19,5
10Tesla Model 3 Standard Range Plus19,5

So stellt sich für viele Unentschlossene die Frage, ob der Stromverbrauch eines Elektroautos auf 100 km nun höhere oder geringere Kosten verursacht als der Spritverbrauch eines Verbrenners. Abhängig ist das zwar grundsätzlich vom Strom- beziehungsweise Spritpreis, eine ungefähre Größenordnung kann man aber durchaus ermitteln. Legt man den aktuellen durchschnittlichen Strompreis von 31,47 Cent/kWh zugrunde, ergeben sich für den Testsieger Hyundai Ioniq Elektro Style Stromkosten von rund 5,13 Euro auf 100 km, wenn das Fahrzeug zu Hause aufgeladen wird. Der Toyota Yaris 1.5 Hybrid CVT als sparsamster Benziner verbraucht 3,8 Liter auf 100 km und kostet somit durchschnittlich 4,86 Euro bei einem Literpreis von 127,9 Cent an der Tankstelle.

Hyundai Ioniq Elektro steht vor einer Städte-Skyline an einem Fluss mit einer Brücke
Der Hyundai Ioniq Elektro ist der sparsamste Stromer mit einem Verbrauch von 16,3 kWh/100 Kilometern im ADAC-Test (Foto: © Hyundai).
Das kostet eine Kilowattstunde unterwegs.

Wer sein E-Auto nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs laden möchte, ist auf öffentliche Ladesäulen angewiesen. Das größte Ladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz und Ladepunkten in den Niederlanden, Frankreich und Italien bietet die EnBW mit ihrem HyperNetz. Hier lädst du im Viellader-Tarif bei einer monatlichen Grundgebühr von knapp 5 Euro ab aktuell 28,27 ct/kWh (mit bis 31.12.2020 geänderter Mehrwertsteuer von 16%) an einer Normalladesäule (AC). Wenn du es besonders eilig hast, lädst du an einer Schnellladesäule (DC) ab aktuell 38,02 ct/kWh. Weitere Informationen dazu erhältst du auch bei der EnBW.

Welche Faktoren erhöhen den Stromverbrauch von Elektroautos?

Natürlich ist der Stromverbrauch eines E-Autos von vielen Faktoren abhängig. Neben der Größe und Bauweise des Wagens spielen auch äußere Faktoren eine Rolle. Eine vorausschauende Fahrweise beeinflusst den Verbrauch ebenso wie das Durchschnittstempo. Bei einer hohen Geschwindigkeit fällt auch der Verbrauch höher aus. Zudem spielt die Beladung eine Rolle. Ähnlich wie sich beim Verbrenner der Spritverbrauch erhöht, steigt auch beim Elektroauto der Stromverbrauch je schwerer das Fahrzeug beladen ist. Wer alleine unterwegs ist, verbraucht natürlich weniger als eine fünfköpfige Familie inklusive Reisegepäck auf dem Weg in den Urlaub.

Der letzte entscheidende Faktor für den Stromverbrauch von E-Autos sind die restlichen Stromfresser im Wagen. Ein eingeschaltetes Radio, das eingestöpselte Navigationssystem oder Smartphone und die aufgedrehte Heizung im Winter verbrauchen ebenfalls Strom und beeinflussen somit den Gesamtverbrauch.

Auch die Batterie entscheidet über die Reichweite.

Die Reichweite eines Stromers ist allerdings nicht ausschließlich vom Verbrauch abhängig. Natürlich kommt man theoretisch mit einem sparsamen Fahrzeug weiter, entscheidend ist neben dem Verbrauch allerdings auch die Kapazität der Batterie. Der geringste Stromverbrauch bei einem Elektroauto hilft schließlich wenig, wenn der Akku zu klein ist und man so trotzdem häufig aufladen muss. Gerade wenn größere Strecken geplant werden, ist es wichtig, dass der Wagen vollgeladen auch über eine gute Reichweite verfügt. Beim Kauf eines E-Autos ist somit neben dem Verbrauch auch die Batteriekapazität von Bedeutung.

Nachhaltigkeit

E-Auto und Akkukapazität passend zu den eigenen Bedürfnissen wählen.

Während Elektroautos, die mit 100% Ökostrom geladen werden, praktisch CO2-neutral fahren, steht mit dem Akku eines der wichtigsten Bauteile aus ökologischen und sozialen Gesichtspunkten in der Kritik. Als Reaktion darauf haben Hersteller wie BMW  angekündigt, den Einkauf von Lithium und Kobalt zukünftig komplett selbst zu organisieren. Diese sollen ab 2021 ausschließlich aus Australien kommen, wo die Arbeits- und Förderbedingungen der Rohstoffe nachvollziehbar sind. Tesla hat den Anteil an Kobalt in seinen Batterien in der Zwischenzeit sogar auf ein Drittel reduziert.

Durch die Wahl eines zu deinen Bedürfnissen passenden E-Autos kannst du selbst aber auch einen Beitrag leisten, um Rohstoffe zu sparen. Bist du zum Beispiel überwiegend in der Stadt unterwegs, bietet sich ein kleines E-Auto mit entsprechend kleiner Batterie wie etwa der smart EQ fortwo an. Für den kleinen Akku werden weniger Rohstoffe verbraucht. Darüber hinaus ist natürlich auch der Anschaffungspreis im Vergleich mit einem E-Auto mit großem Akku geringer.

Hohe Kosten bei großer Reichweite?

Hilfreich bei der Kaufentscheidung ist daher ein Blick auf das Verhältnis von Kaufpreis zu Reichweite. Während Reichweiten von über 300 Kilometer bis über 400 Kilometer mit einer Ladung bereits gang und gäbe sind, fallen einige Fahrzeuge mit unter 200 Kilometer stark ab. Sieger im ADAC-Test ist der Seat Mii electric, der zwar nur auf eine Reichweite von 215 Kilometer kommt, dafür mit einem günstigen Anschaffungspreis von lediglich 20.650 Euro oder eben 96 Euro pro Kilometer Reichweite punkten kann. Der zweitplatzierte Kia e-Soul (64 kWh) ist mit 37.790 Euro deutlich teurer in der Anschaffung, kommt dank seiner Reichweite von 390 Kilometer allerdings trotzdem auf einen Wert von nur 97 Euro pro Kilometer Reichweite.

Frau im grünen Rock lädt ihr Elektroauto an einer Ladesäule
Beim Kauf eines Elektroautos solltest du nicht nur auf den reinen Verbrauch, sondern auch auf das Verhältnis von Kaufpreis und Reichweite achten.

Der Stromverbrauch bei Elektroautos ist nicht alleine entscheidend.

Der Stromverbrauch eines Elektroautos ist also nur ein Faktor, der bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollte. Für die Reichweite ist die Batteriekapazität mindestens ebenso wichtig. Die Kosten des Wagens setzen sich aus der Anschaffung, der Wartung, dem Verbrauch und weiteren Posten zusammen. Klar ist aber auch, dass die Hersteller versuchen, die neuen Modelle noch effizienter zu gestalten und so weitere Argumente für den Umstieg auf Stromer zu liefern.

Dabei solltest du dir immer die Frage stellen, wieviel Reichweite du wirklich brauchst. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur legt ein deutscher Autofahrer nämlich durchschnittlich 30 Kilometer pro Tag zurück – eine Strecke, die für kein E-Auto eine Herausforderung darstellt. Insofern solltest du vor der Anschaffung eines E-Autos dein eigenes Mobilitätsverhalten auf den Prüfstand stellen und dich dann für ein dazu passendes Modell entscheiden.

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