Tesla Gigafactory Brandenburg: Wie ist der aktuelle Stand?

Wer Grünheide hört, denkt nicht unbedingt an Raketen, Weltraumfahrt und Roboterfabriken. Doch wo andere grüne Wälder sehen, sieht Elon Musk die Tesla Gigafactory Brandenburg. 2021 soll sie eröffnen und mit 500.000 E-Autos pro Jahr alle bisherigen Tesla-Rekorde brechen. Wie der aktuelle Stand der Planung aussieht und welche Hürden noch zu nehmen sind, erfährst du hier.

Elon Musks Vierte: Tesla Gigafactory Brandenburg.

Ein Wind of Change wehte am 12. November 2019 durch Berlin. Mit nervösem Lächeln verkündete Elon Musk auf der Preisverleihung „Das Goldene Lenkrad“ den Bau der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. „Vielleicht komme ich öfter mit meiner Rakete nach Berlin“, scherzte er – die Nachricht des SpaceX und Tesla-Gründers schlug selbst wie eine Rakete in der deutschen Medienlandschaft ein.

Dass nach Reno, Buffalo (beide USA) und Shanghai (China) ausgerechnet Grünheide im strukturschwachen Osten zur Heimat der vierten Gigafactory werden würde, kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Doch gerade die Tatsache, dass Deutschland als Autonation bekannt ist und Berlin als hipper Industriestandort, führten zu Musks Entscheidung. Und er hat Großes vor in Brandenburg. Erst vor kurzem erhöhte Tesla die geplante Jahresproduktion für die Tesla Gigafactory Brandenburg auf 500.000 Elektroautos. Damit wird Grünheide allein doppelt so viel produzieren wie jede der bisherigen drei Fabriken. Hinzu kommen über 10.000 geplante Arbeitsplätze und ein Engineering- und Designcenter.

Die erste Rodungsphase des „Tesla-Walds“ ist inzwischen abgeschlossen. Wo die Stasi zu DDR-Zeiten ein geheimes Ausbildungslager betrieb, wichen die ersten 90 Hektar Monokulturwald der Vision und der baldigen Grundsteinlegung der Tesla Gigafactory 4.

Tesla E-Mobility: Von Brandenburg in die Welt.

Trotz Produktionsschwierigkeiten, Corona-Pandemie und Wirtschaftskrisen hat sich die Tesla Gigafactory Brandenburg hohe Ziele gesteckt. Für die erste Produktionsphase plant Tesla die Produktion des beliebten Model 3 und des Model Y in Stückzahlen von jährlich 150.000. Ab 2021 sollen dann eine halbe Million Tesla E-Autos Made in Germany in Grünheide vom Band laufen.

Konkrete Pläne für eine eigene Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen gibt es derzeit nicht. Stattdessen sollen in Grünheide aus angelieferten Batteriezellen E-Auto-Batterien gefertigt werden. Eine mögliche Zellenanfertigung am deutschen Standort zu einem späteren Zeitpunkt schließt Tesla nicht aus.

Wie viel investiert Tesla in die Rekordfabrik?

Teslas Finanzierungspolitik erinnert an Musks impulsiven Twitter-Feed. Im einen Monat scheinbar vor der Pleite, im nächsten mit glänzender Börsenbewertung mitten in der Planung für die Tesla Gigafactory Berlin. Nach deutlich verbesserten Auslieferungszahlen Anfang 2020 und trotz Corona mit relativ stabilem Aktienkurs zeigt sich Tesla erneut als krisenerprobt. Gute Aussichten also für Grünheide.

41 Millionen Euro zahlte Tesla für die 300 Hektar Gewerbefläche. Die Tesla Gigafactory Berlin hat derzeit ein geschätztes Investitionsvolumen von vier Milliarden Euro. 10.000 Arbeitsplätze sollen entstehen und die Region als Industriestandort aufgewertet werden. Ob die optimistische Planung angesichts der zunehmenden Automatisierung und der Arbeitsmarktlage nach Corona tatsächlich realistisch ist, bleibt allerdings abzuwarten.

Schon jetzt ziehen Teslas Pläne internationale Batteriehersteller wie die koreanischen Firmen LG Chem und Inzi Controls und die chinesischen Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology und Svolt Energy Technology nach Deutschland und Europa. Und auch die deutsche Industrie geht mit: Der Chemiekonzern BASF hat in Schwarzheide/Brandenburg für das Jahr 2022 eine Fabrik für Batteriematerialien angekündigt. Investitionssumme: eine halbe Milliarde Euro.

Trotz der zahlreichen positiven wirtschaftlichen Effekte regt sich auch Kritik.

Tesla Factory in Fremont, Kalifornien.
Die Tesla Factory im kalifornischen Fremont.

Naturschützer gegen die Tesla Gigafactory Brandenburg.

Vor allem Naturschützer äußern Kritik an Teslas Bauplänen. Ein Eilantrag der Grünen Liga und des VLAB (Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern) erwirkte sogar einen kurzzeitigen Rodungsstopp. Grund: die der Bauzulassung vorgezogene Rodungsgenehmigung. Großprojekten in Deutschland gehen vor allem aus Naturschutzgründen lange bürokratische Wege voraus. Sowohl das Land als auch Tesla sind aber an einem schnellen Produktionsstart interessiert, um Berlin-Brandenburg als Industriestandort attraktiv zu machen.

Das Oberverwaltungsgericht Frankfurt lehnte den Eilantrag letztlich ab und genehmigte die Rodung. Der „Tesla-Wald“ sei ohnehin Monokulturwald auf Gewerbegebiet. Das heißt, selbst bei Bauverweigerung erfolgt keine Aufforstung oder Erhalt des Waldes, da das Gelände ohnehin für gewerbliche Nutzung vorgesehen ist. Darüber hinaus verpflichtete sich Tesla bei einer Antragsablehnung zur Aufforstung ökologisch wertvoller Mischwälder.

Teslas Wasserverbrauch weckt Bedenken.

Weitere Kritik zieht der Wasserverbrauch der Tesla Gigafactory Brandenburg auf sich. Aktuell sind 372 Kubikmeter Wasser pro Produktionsstunde geplant, drei Viertel allein für die Fabrik-Lackiererei, der Rest zur Kühlung der Produktionsmaschinen. Beim Gedanken an die seit einigen Jahren herrschenden Dürreperioden im Osten stoßen diese Zahlen Naturschützern besonders bitter auf.

Vor allem beim Wasserverbrauch schneidet Tesla laut „Global Water Report“ zusammen mit Daimler am schlechtesten ab. Wohl aus diesem Grund reichte Tesla im April 2020 einen geänderten Genehmigungsantrag ein – nun mit einem deutlich reduzierten Wasserverbrauch und besseren Chancen für eine umweltgerechte Baugenehmigung.

Tag X für die Tesla Gigafactory Berlin: Produktionsstart 2021?

Ob Tesla den Produktionsstart im Sommer 2021 schafft, steht in den Sternen. Vor allem der geänderte Genehmigungsantrag führt wohl unweigerlich zur Verzögerung des Baubeginns im Frühjahr 2020.

Doch seien es selbstlandende Raketen, ein Tesla Roadster im All, der Hyperloop oder ein globales SpaceX Internet: Musk macht seine Visionen nach wie vor wahr. Grünheide kann also optimistisch in die Zukunft blicken.

Eine Maschine, die sich selbst baut.

Elon Musk nennt seine Gigafactorys „die Maschine, die die Maschine baut“. Vollgestopft mit modernster Industrierobotik sollen sie produzieren, was für die nächste E-Mobility Generation nötig ist: E-Autos, E-Batterien, Solarzellen und heimische Stromspeicherlösungen. Teslas Zukunft steht und fällt also im wahrsten Sinne mit der Gigafactory.

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