Toyota und Elektroautos: Mit neuen Ideen Richtung E-Mobilität.

Toyota und batteriebetriebene Elektroautos – von dieser Kombination haben wir bisher eher weniger gehört. Warum? Weil sich das Unternehmen zunächst auf Hybrid-Fahrzeuge und das Brennstoffzellen-Auto konzentriert hat. Jetzt hat der japanische Autohersteller in Kooperation mit Subaru gleich mehrere vollelektrische Modelle in der Pipeline, forscht an der Feststoffbatterie und gibt auch die Wasserstoff-Brennstoffzelle nicht auf.

Elektroautos von Toyota? Woher kommt der Sinneswandel?

Während direkte Konkurrenten des japanischen Automobilherstellers, wie etwa Nissan mit seinem für 2021 geplanten Ariya und Honda mit dem Honda e ihre Elektroauto-Flotte stetig neu bestücken, greift Toyota erst jetzt in den E-Auto-Markt ein. Die zeitliche Verzögerung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Toyota-Präsident Akio Toyoda beim Thema E-Mobilität eher zaghaft agiert. Stattdessen setzte die Marke lange Zeit auf klassische Hybride wie den Yaris Hybrid und Wasserstoffautos.

Der sich rasant entwickelnde E-Auto-Absatz sowie der stetige, damit zusammenhängende technologische Fortschritt lassen dem Hersteller jedoch keine andere Wahl, als ebenfalls mit vollelektrischen Toyota-Elektroautos in der E-Mobilität mitzumischen. Anderenfalls droht das Aus an wichtigen internationalen Handelsplätzen. Denn sowohl in Europa als auch in vielen anderen Staaten dieser Welt, unter anderem in China, locken mittlerweile hohe staatliche Förderungen für Elektroautos.

Mit Vollgas und Subaru zur E-Auto-Aufholjagd.

Um zu vermeiden, dass man sich in Zukunft noch weiter vom Markt entfernt, hat Toyota beschlossen, eine E-Auto-Offensive zu starten und sich dafür schon 2019 den ebenfalls japanischen Hersteller Subaru mit an Bord geholt. Die Kooperation mit Subaru hatte den Zweck, eine gemeinsame Plattform zu entwickeln, auf der vollelektrische Fahrzeuge beider Marken gebaut werden sollen. Auf der Grundlage dieser strategischen Partnerschaft sind gleich mehrere Toyota-Elektroauto-Modelle geplant.

Illustration der E-Auto-Plattform von Toyota und Subaru
Zusammen mit Subaru hat Toyota eine Plattform als Grundlage für seine E-Autos entwickelt (Bild: © Toyota Deutschland GmbH 2021).

C Plus Pod: Der japanische Smart?

Eines dieser Modelle von Toyota ist das Elektroauto C Plus Pod, welches vorerst jedoch nur in Japan auf den Straßen zu sehen ist. Die äußere Form des vollelektrischen Zweisitzers erinnert ein wenig an den Smart. Mit einer Länge von 2,5 Metern, einer Breite von 1,3 Metern und einer Höhe von 1,55 Metern ist der C Plus Pod das ideale Auto für die Stadt. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 60 km/h dürfte der Kleinstwagen außerhalb der Stadtgrenzen auch eher Schwierigkeiten bekommen. Der kleine 9,1-kWh-Lithium-Ionen-Akku soll eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern ermöglichen. Ein witziges Detail: Der C Plus Pod kann als überdimensionale Powerbank genutzt werden können, an der sich Elektrogeräte aufladen lassen. Sollte dies für einige Interessenten der Haupteinsatzzweck sein, wäre das allerdings ein recht kostspieliges Vergnügen: Der Kleine ist nämlich ab einem Preis von umgerechnet 13.000 Euro zu haben.

Elektro-SUV von Toyota: Details nicht bekannt.

Deutlich geräumiger und passender für diejenigen, die ein wenig mehr Auto bevorzugen, soll der Elektro-SUV aus dem Hause Toyota sein. Ob und wann das Fahrzeug in Europa zu haben sein wird, steht allerdings derzeit noch in den Sternen. Auch technische Daten und Ausstattungen sind aktuell noch nicht bekannt. Die Autozeitung spekuliert auf Grundlage von geleakten Patentzeichnungen, dass Toyotas Elektro-SUV in seiner Form an einen progressiven VW ID.4 erinnern könnte.

Darüber hinaus wird in dem Magazin BZ3 als möglicher Name des Elektro-SUVs gehandelt. „BZ“ steht für „Beyond Zero“. Unter dieser Bezeichnung wird die Elektro-Offensive von Toyota zusammengefasst. Dass der bislang noch offiziell namenlose SUV unter diesem Namen an den Start gehen könnte, ist zumindest nicht unwahrscheinlich. Immerhin hat sich das japanische Unternehmen zuletzt alle BZ-Bezeichnungen in Europa und den USA sichern lassen.

Toyota Proace Verso Electric: Kleintransporter im Anmarsch.

Im Kleintransporter-Segment rollt ab März 2021 der Toyota Proace Verso Electric auf die deutschen Straßen. Das seit November 2020 bestellbare Toyota Elektroauto gibt es mit zwei unterschiedlichen Batteriegrößen. Entscheidest du dich für die Variante mit 50-kWh-Akku ist eine Reichweite von bis zu 230 Kilometer drin. Mit der 70-kWh-Ausführung soll der Kleintransporter dagegen 330 Kilometer ohne Boxenstopp an der Ladesäule zurücklegen können. Ist der Akku einmal leer, soll die kleinere Akku-Variante rund 30 Minuten an der Schnellladesäule benötigen, um 80 Prozent der Energie nachzutanken. Für die Ausführung mit größerer Batterie gibt Toyota eine Ladezeit von 45 Minuten an. Der Elektromotor verfügt über 136 PS und ein maximales Drehmoment von 260 Newtonmetern. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Der Basispreis für Toyotas Elektro-Kleintransporter wird voraussichtlich bei 45.000 Euro liegen.

Geht Toyota mit der Feststoffbatterie noch einen Schritt weiter?

Das verspätete Erscheinen auf der Elektroauto-Bildfläche will das Unternehmen mit einer neuartigen Batterietechnologie wettmachen: der sogenannten Feststoffbatterie. Hierfür soll Toyota laut Medienberichten Milliardensummen investieren. Im Gegensatz zu den klassischen Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Batterien verspricht die Feststoffbatterie deutlich leichter, noch sicherer in Bezug auf die Brennbarkeit, haltbarer und schneller aufladbar zu sein. Japanischen Wirtschaftsexperten zufolge soll bereits 2021 ein Prototyp mit Feststoffbatterie vorgestellt werden.

Was wird aus der Wasserstoff-Brennstoffzelle?

Schon mit ihrem Mirai haben die Japaner bewiesen, dass Fahrzeuge, die mit der Hilfe der Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben werden, ihre Daseinsberechtigung haben. Auch aus diesem Grund will der Konzern sein europäisches Händlernetz noch im Frühjahr 2021 mit der neuen Mirai-Generation bestücken. Letztendlich trägt auch die Einschätzung der Toyota-Entscheider, dass die Entwicklung dieser Technologie in Zukunft deutlicher kostengünstiger sein wird, dazu bei, dass das Unternehmen, neben der Produktion von Toyota-Elektroautos, weiterhin an seinem Plan für neue Wasserstoff-Fahrzeuge festhält.

Die zweite Generation des Mirai wird elektrisch angetrieben. Die dafür notwendige Energie wird allerdings nicht per Stromkabel eingespeist, sondern in einem Brennstoffzellen-Stack, also einen Stapel von Brennstoffzellen, unter der Motorhaube hergestellt. Der primäre Energieträger ist gasförmiger Wasserstoff. Dieser wird in Tanks unter der Rücksitzbank gelagert . 5,6 Kilogramm Wasserstoff bei 700 bar Druck halten die Tanks bereit. Der Wasserstoff wird in der Brennstoffzelle zu Strom und Wasser transformiert und die Energie zum Teil in einer Batterie zwischengespeichert. Das Wasser verdampft oder tröpfelt beständig aus dem Auspuff. Wer will kann sich des Nebenprodukts der Energiegewinnung aber auch über die H₂O-Taste links neben dem Lenkrad entledigen. Wird diese gedrückt, läuft das Wasser in einem Wasserstrahl aus klarem, destillierten Wasser aus dem Unterboden.

Der Elektromotor mit 134 kW bzw 182 PS beschleunigt den Mirai in 9,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Dank der drei großen Wasserstofftanks kommt der Mirai auf eine maximale Reichweite von bis zu 650 Kilometern. Die Nachteile des Mirai: Aktuell bieten deutschlandweit nur 88 Tankstellen Wasserstoff an. Darüber hinaus ist der Wirkungsgrad des Antriebs im Vergleich zu einem Elektroauto geringer: Während er bei einem Wasserstoffauto bei 65 Prozent liegt, kommt ein batterieelektrischer Antrieb auf einen Wirkungsgrad von 90 Prozent. Last but not least wird Wasserstoff aktuell aus Erdgas gewonnen. Das wirkt sich negativ auf die CO₂-Bilanz des Mirai aus. Solltest du dich trotzdem für den Mirai interessieren, musst du rund 64.000 Euro in die Hand nehmen.

Toyota Mirai
Der Mirai von Toyota wird von einer Brennstoffzelle angetrieben (Bild: © Toyota Deutschland GmbH 2021).

Fazit: Toyota hat das Zeug dazu, sich am Elektroauto-Markt zu etablieren.

Dass Toyota das Zeug dazu hat, sich am Elektroauto-Markt zu etablieren, beweist das Unternehmen nicht nur mit seinen Anstrengungen, auf schnellstem Wege so viele Toyota-Elektroautos wie möglich auf den Markt zu bringen, sondern ebenso mit ambitionierten Ideen hinsichtlich neuer Batterie-Technologien. Man darf also durchaus gespannt sein, was die Japaner in den nächsten Monaten und Jahren aus dem E-Auto-Hut zaubern werden.

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