Streamen auf Twitch? Ein Leitfaden zu deinem eigenen Channel.

Gronkh, PietSmiet, MontanaBlack oder Tfue – nur einige große Namen im Kosmos von Amazons Streaming-Plattform Twitch. Doch auch die bekanntesten Größen der E-Sport-Welt haben mal im eigenen Zimmer begonnen. Dass es für den perfekten Gaming- und Streaming-Arbeitsplatz nicht viel Raum und Equipment benötigt, könnt ihr bei AlexiBexis Video-Tour durch unser Yello Tiny House sehen. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie ihr euren eigenen Twitch-Stream erstellen könnt und welche Technik ihr dafür benötigt.

Dein Twitch-Account – wie du ihn anlegst, worauf du achten musst.

Du hast schon mal einen eigenen E-Mail- oder Instagram-Account angelegt? Top, denn das Anlegen eines Twitch-Accounts ist genauso einfach und die absolute Grundvoraussetzung für das Streamen über die Amazon-Plattform. (Richtig gelesen, Twitch gehört zum Amazon-Konzern. Welche Vorteile dir das bringt, wenn du bereits Amazon-Prime-Kunde bist, liest du in unserer Infobox). Alles, was du angeben musst, ist eine E-Mail-Adresse, dein Geburtsdatum, einen Benutzernamen und ein Passwort. Den Benutzernamen solltest du jedoch sorgfältig auswählen, schließlich ist er deine digitale Visitenkarte, und je einfacher sich potenzielle Follower an ihn erinnern können, desto besser.

Hast du dich registriert, musst du noch deine Mail-Adresse bestätigen und kannst direkt damit beginnen, Matches anderer Streamer anzuschauen. Oben rechts findest du ein Drop-down-Menü, über das du direkt auf deinen Channel oder in dein Dashboard wechseln kannst. Letzteres ist der Dreh- und Angelpunkt deines Twitch-Accounts. Hier kannst du deinen Streams Titel geben, dein Erscheinungsbild über Icons, Avatare oder Offline-Banner (Bilder, die den Usern angezeigt werden, wenn sie auf deinen Kanal klicken, während du nicht streamst) ändern oder deine Statistiken und Entwicklungen deiner Follower-Zahlen einsehen.

Hier findest du außerdem in der linken Seitenleiste unter „Settings à Channel“ deine digitale Twitch-Identität: deinen Stream Key. Dieser Schlüssel – eine automatisch generierte Zeichenfolge – sorgt dafür, dass ausschließlich du über zusätzliche Tools und Software über deinen Twitch-Account streamen kannst. Wenn du ihn weitergeben oder aus Versehen veröffentlichen solltest, kannst du ihn direkt deaktivieren und neu generieren lassen. Andernfalls: Anarchie und Chaos! Also halte ihn immer geheim – du musst deinen Stream Key dann in anderen Tools hinterlegen, dazu allerdings später im Text mehr. Betrachten wir nun erst mal die Hardware, die du für einen guten Stream benötigst.

Die Vorteile von Twitch Prime.

Wer sein Amazon-Prime-Konto mit Twitch verknüpft, erhält einige Vorteile beim Streamen. In der Basisversion ist Twitch kostenlos, mit Prime kombiniert zahlst du 7,99 Euro im Monat oder 49 Euro pro Jahr. Twitch Prime löst übrigens die bisherige Premium-Mitgliedschaft Twitch Turbo ab.

Das erwartet dich als Twitch-Prime-Kunde:

  • Deine Streams sind ab sofort werbefrei
  • Early-Access-Zugriff auf neue Spiele
  • Möglichkeit, neue Games vergünstigt vorzubestellen
  • Du erhältst monatlich kostenlose Loots (also zusätzliche Spiele-Inhalte)
  • mehr Farben und Emojis für den Twitch-Chat

Computer, Kamera, Mikrofon – diese Hardware brauchst du zum Streamen auf Twitch.

Klar, ein leistungsfähiger Rechner ist natürlich die Grundvoraussetzung. Nutzte man vor einigen Jahren noch einen PC zum Zocken und den anderen für die Streaming-Tools, klappt das heute problemlos in einem Gerät. Selbst starke Gaming-Laptops der aktuellen Generation sind dieser Doppelaufgabe gewachsen. Du solltest jedoch vor allem darauf achten, dass dein Computer schnell genug ist, um die Games deiner Wahl auch in optimaler Auflösung und mit mindestens 30, eher 60 Bildern pro Sekunde (fps) wiederzugeben.

Die Spiele stellen dabei ganz unterschiedliche Anforderungen an deine Hardware – so benötigst du für eine Partie Fifa 20 weniger Ressourcen als beispielsweise für hochauflösende PUBG- oder Fortnite-Gefechte oder gar Assassin’s Creed. Große Ausnahme: Du zockst bereits über Google Stadia – dann reicht dir bereits ein deutlich einfacher ausgestatteter Rechner. Neben der reinen Prozessor-Power sind auch ausreichend Arbeitsspeicher und eine schnelle Grafikkarte von Vorteil, um noch genügend Leistung für die Streaming-Tools in der Hinterhand zu haben. Willst du auf der sicheren Seite sein, empfehlen wir einen i7- oder i9-Prozessor der neuesten Generation von Intel.

Generell solltest du mehr auf die Anzahl der Kerne (lieber acht als vier) als auf die Taktung in Gigahertz achten. Auch beim RAM solltest du dein Gerät ordentlich ausstatten und ihm mindestens 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher spendieren. Je nach Spiel empfehlen sich hier fast eher 32 GB. Was die Grafikkarte angeht, solltest du ebenfalls zu einem leistungsstarken Modell greifen. Wir empfehlen die 20er-Serie von Nvidia und hieraus mindestens die Geforce RTX 2070, die derzeit mit etwa 450 Euro zu Buche schlägt. Klar, eine Titan RTX für etwa 2.000 Euro mehr ist wesentlich schneller – zwingend notwendig ist eine solche Performance allerdings nicht.

GeForce RTX 2070.

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Das gesparte Geld solltest du lieber in externe Hardware wie die Kamera, das Mikrofon oder die Beleuchtung stecken. Empfehlenswert ist ein sehr hochwertiges Mikrofon oder Headset. Unsere Tipps: das Shure SMB7 (UVP: 429 Euro), ein echter Broadcaster-Klassiker, oder das Arctis Pro Wireless von Steelseries (UVP: 349 Euro), wenn du lieber ein Overhead-Headset benutzen möchtest.

Arctis Pro Wireless von Steelseries.

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Entscheidest du dich für ein Mikrofon mit USB- oder 3,5mm-Klinkenaschluss, musst du nichts weiter beachten. Solltest du dein Mikrofon allerdings aufgrund der nochmals besseren Soundqualität per XLR anschließen wollen, benötigst du ein zusätzliches Audio-Interface. Viel Flexibilität und hohe Qualität kombinieren hier etwa das UniversalAudio Arrow, oder das UAC-2 von Zoom. Ganz wichtig: einen guten und flexiblen Mikrofonhalter nicht vergessen!

ZOOM UAC-2 Audio-Interface.

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Bei der Kamera kommt es ganz auf dein Budget, aber auch auf den Look an, der dir vorschwebt. Hier ist von weitwinkligen GoPros oder anderen Actioncams bis hin zur Kompaktkamera oder direkt verbundener Spiegelreflex alles möglich. Während Actioncams oder Webcams (720p Auflösung sollten es mindestens sein, besser sind jedoch FullHD, also 1.080p oder 4k) einfach per Plug-and-play angeschlossen werden und du direkt loslegen kannst, musst du dir bei Kompaktkameras (wie etwa der Sony RX100 VII oder einer Spiegelreflexkamera wie der Nikon d5600 auch Gedanken über den passenden Bildausschnitt, die Blende und damit die Schärfe machen. Auch beim Setzen des Lichts kannst du dich von Tutorials inspirieren lassen. Direkte Beleuchtung durch den Monitor,Streiflicht von der Seite oder noch ein leichter Schein deiner Silhouette durch ein Keylight von hinten – hier kannst du deiner Phantasie freien Lauf lassen.

Nikon D5600.

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Peripherie-Geräte – was du sonst noch so brauchst.

Ob du einen zweiten Monitor benötigst, um deinen Stream immer im Blick zu haben, ist Geschmackssache. Ebenso der Einsatz eines Green Screens. Diesen nutzt du, um mit den passenden Tools deinen Hintergrund auszublenden und dich freigestellt als Overlay auf deinem Stream einzublenden. Auf jeden Fall nützlich: Mehrfachsteckdosen und das digitale Äquivalent für die Datenübertragung: ein USB-Hub. Am besten mit USB 3.1 für schnelle Datenübertragung. Denn insgesamt werden hier einige Geräte zusammenkommen, die gerne alle einen freien Slot hätten. Um dir die Arbeit zu erleichtern, empfehlen wir dir unbedingt ein Streamdeck wie etwa das von elgato. Dadurch behältst du den Überblick über die wichtigsten Aktionen, musst dich nicht an zahllose Shortcuts erinnern und kannst Funktionen unterschiedlichster Tools auf einem Deck steuern.

Corsair Elgato Stream Deck.

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Die richtige Software: OBS oder Streamlabs OBS?

Der Name sagt bereits, was sich hinter OBS verbirgt: Open Broadcaster Software – das Tool ist eine kostenlose Open-Source-Lösung, die du zum Editieren und Erstellen deiner Streams nutzen und direkt an Twitch (aber auch YouTube und andere Plattformen) anbinden kannst. Richtig geraten: Hierzu brauchst du deinen zuvor erwähnten Stream Key. Eine Alternative zum weitverbreiteten OBS ist beispielsweise XSplit, welches jedoch 5 US-Dollar pro Monat oder 199 Dollar für die Lifetime-Mitgliedschaft kostet. Solltest du neu in der Streaming-Szene sein und vor der Entscheidung OBS oder Streamlabs OBS (auch SLOBS genannt) stehen, raten wir dir direkt zu Letzterem.

SLOBS setzt auf der normalen Open-Source-Software OBS auf, ergänzt diese um zahlreiche, für Gamer sinnvolle und praktische Funktionen und ist sogar mit dem Smartphone kompatibel. Natürlich kannst du auch beide Tools ausprobieren und schauen, welche Benutzeroberfläche dir am besten gefällt. SLOBS kommt noch etwas intuitiver daher. Durch zusätzliche Widgets und Fenster hast du Infos, die deinen Stream und Twitch-Channel betreffen, immer auf einen Blick parat. So verpasst du keinen Alert, hast die Donations deiner Follower im Blick und kannst mit ihnen über die Chatbots immer in Kontakt bleiben. Weil es aber nicht nur um den praktischen, sondern auch um den optischen Teil des Streamens geht, bietet dir SLOBS zahlreiche Möglichkeiten, deinen Stream zu designen, Overlays und Einblendungen zu fahren oder Effekte einzubauen. Diese kannst du dir – das Interesse und die Zeit vorausgesetzt – entweder selbst bauen, oder du kaufst sie direkt bei Seiten wie etwa https://www.own3d.tv/de/.

Diese Internet-Geschwindigkeit brauchst du für deinen Stream.

Bevor du mit dem Streamen über Twitch startest, solltest du deine Internet-Geschwindigkeit testen und gegebenenfalls upgraden. Meist werben die Anbieter vor allem mit dem Download-Speed. Doch Vorsicht, für einen soliden Stream benötigst du in erster Linie einen flotten Upload. Messen kannst du diesen unter anderem beim Speed-Test der Bundesnetzagentur.

Und hier ein Überblick über die Anforderungen an deine Upload-Geschwindigkeit je nach Streaming-Qualität:

  • 720p bei 30 fps à 3 Mbit/s
  • 720p bei 60 fps à 4 Mbit/s
  • 1080p bei 30 fps à 4-5 Mbit/s
  • 1080p bei 60 fps à 6 Mbit/s
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