E-Auto zum Kampfpreis: Das kann der VW ID.3

Der VW ID.3 war eines der am sehnsüchtigsten erwarteten E-Autos 2020. Und das liegt nicht nur an seinem Preis. Auch im Bereich der Konnektivität hat der neue Stromer von Volkswagen viel zu bieten. Zum Beispiel ein intelligentes Lichtkonzept, das mit dem Fahrer kommuniziert. Ob sich der Kauf des ID.3 lohnt, welche Varianten es gibt, wie viel sie kosten und mit welchen Herausforderungen VW aktuell kämpft, erfährst du hier.

Bühne frei für den VW ID.3.

Der ID.3 von Volkswagen zeichnet sich nicht nur durch sein futuristisch-modernes Design aus – auch der vergleichsweise niedrige Einstiegspreis und die Ausstattung sind Argumente, die den ID.3 zu einem echten Konkurrenten bisheriger E-Autos in der Kompaktklasse machen. In Expertenkreisen wird er als wichtigste Neuvorstellung von VW innerhalb der letzten Jahre gehandelt. Ganz schön große Erwartungen an ein Auto der Kompaktklasse.

Please accept YouTube cookies to play this video. By accepting you will be accessing content from YouTube, a service provided by an external third party.

YouTube privacy policy

If you accept this notice, your choice will be saved and the page will refresh.

Preis und Reichweite: So viel musst du für einen ID.3 mindestens bezahlen.

Der ID.3 ist im September 2020 in einer First Edition erschienen, die es in drei Ausführungen ab einem Basispreis von 39.000 Euro gab. Alle drei Modelle verfügten über einen 58-kWh-Akku und eine Reichweite von bis zu 420 Kilometern. Und alle drei Modelle waren bereits vor September 2020 ausverkauft. Für die Vorbesteller schaffte VW auch zusätzlich Anreize, wie kostenlosen Strom zum Nachladen im ersten Jahr: Bis zu 2.000 kWh bzw. ein Ladeguthaben von bis zu 600 Euro dienten als zusätzlicher Kaufanreiz.

Seit Januar 2021 erhältlich: Das Einstiegsmodell mit der kleinsten Batterie.

Im Januar 2021 startete VW den Verkauf des ID.3 mit dem kleinsten Akku mit einer Kapazität von 45 kWh und einer Reichweite von rund 350 Kilometern. Insgesamt sind drei verschiedene Ausstattungsvarianten erhältlich:

  • Pure ab 31.495 Euro, mit einer Ladegeschwindigkeit von 50 kW und bis auf das Navigationssystem ohne Sonderausstattung.
  • City ab 34.415 Euro, mit einem 100-kW-Schnellladeanschluss und automatischer Distanzregelung sowie dem Komfort- und Infotainment-Paket.
  • Style ab 38.375 Euro, mit einer noch einmal deutlich komfortableren Ausstattung, unter anderem einer Rückfahrkamera und diversen Design-Elementen.

Nach dem Abzug des Umweltbonus von insgesamt 9.000 Euro sind alle drei Modellvarianten für weniger als 30.000 Euro zu haben. Ab einem Preis von rund 22.500 Euro kannst du dir den ID.3 also in die Garage stellen. Ursprünglich sollte übrigens der Basispreis diese Marke bereits vor Abzug der Förderung unterschreiten. Doch es ist zu vermuten, dass Volkswagen die 30.000-Euro-Marke zu einem späteren Zeitpunkt noch knacken wird, denn: Die ID.3-Modelle mit größerem Akku sind jeweils in zwei Varianten mit unterschiedlich kräftigen Antrieben erhältlich – unterschieden durch den Namenszusatz „Performance“. Da bei den 45-kWh-Modellen bisher ausschließlich die Performance-Variante angeboten wird, erscheint eine weitere, günstigere Pure-Version mit kleinerer Motorisierung denkbar.

Weitere Modellvarianten des ID.3

Bei der weiteren Modellauswahl des ID.3 kann es für Interessenten schon etwas verwirrend werden. Denn insgesamt bietet VW gleich 11 Varianten an – die Modelle mit 45-kWh-Akku eingeschlossen. Neben den bereits vorgestellten Modellen sind dies der ID.3 Pro, der Life, der Business, der Family, der Tech, der Max, der Pro S und der Tour. Die Modellvergleichstabelle von VW hilft, die Übersicht zu behalten.

Die Modelle Pro S und Tour verfügen über den großen 77-kWh-Akku, während die übrigen ID.3-Modelle einen 58-kWh-Akku unter der Haube haben. Die Reichweite liegt dann – abhängig vom jeweiligen Modell – zwischen 416 und 549 Kilometern. Neben der größeren Akku-Kapazität kannst du dich für weitere Ausstattungsmerkmale entscheiden, von denen wir im weiteren Textverlauf einige vorstellen.

Die Preise für ein Modell mit 58-kWh-Batterie beginnen bei 34.995 Euro und reichen bis zu 49.685 Euro bei einer Batteriekapazität von 77 kWh. Dies sind jeweils die Einstiegspreise der Modellvarianten. Voll ausgestattet mit allen Extras kann der Preis selbstverständlich weiter steigen. Und die Liste zusätzlicher Features und Ausstattungs-Möglichkeiten gegen Aufpreis ist lang. Grund für den dennoch vergleichsweise günstigen Einstiegspreis des ID.3 ist das Unterbieten der sogenannten „100-Dollar-Schwelle“ bei der Batterie-Technologie.

VW knackt als erster Konzern die 100-Dollar-Schwelle bei Batterien.

Einer der größten Kostentreiber bei Elektrofahrzeugen ist die Batterie. Sie ist das teuerste Bauteil in den Autos und macht schätzungsweise ein Drittel der Gesamtkosten aus. In der Branche ist also ein Wettlauf um die besten Preise bei den Zuliefererbetrieben entbrannt, welche die Hersteller mit Batterien versorgen. Bislang gingen Fachleute davon aus, dass Tesla aufgrund der hohen Stückzahlen an E-Autos die besten Preise hat und etwa 111 Euro pro Kilowattstunde (kWh) zahlt. Nun scheint Volkswagen die magische Marke von 100 Dollar pro kWh geknackt zu haben. Nicht zuletzt durch die geplante Produktion von E-Modellen in großer Stückzahl konnte VW besonders günstige Preise verhandeln.

So groß wie ein VW Golf – innen und außen.

Auch wenn der VW ID.3 wie bereits erwähnt zur Kompaktklasse zählt und auch der Preis eher im unteren Bereich der Elektro-Liga spielt, muss er sich, was seine Außenmaße angeht, nicht verstecken. Und das im wortwörtlichen Sinne. Denn mit etwa 4,26 Meter Länge ist der ID.3 genauso groß wie ein aktueller Golf der siebten Generation. Zum Vergleich: Ein VW Polo kommt nur knapp auf über vier Meter. Noch beeindruckender ist ein Blick auf den Radstand, also den Abstand von Vorder- zu Hinterradachse. Denn dieser ist mit 2,77 Meter genauso lang wie der eines VW Passat. Das sorgt für eine hervorragende Straßenlage und Agilität des Autos. Der Innenraum des VW ID.3 glänzt ebenfalls durch hervorragende Werte: 385 Liter fasst der Kofferraum – und ist damit exakt auf Golf-Niveau.

So groß wie ein Golf: Der Volkswagen ID.3. (© Volkswagen)

Die Ausstattung: Head-up-Display und intelligente Sprachsteuerung.

Nicht nur beim Antrieb präsentiert sich der ID.3 auf dem neuesten Stand der Technik. Auch bei der Ausstattung, beim Thema Konnektivität und beim Komfort gibt es einige interessante Hightech-Extras – die sich dann aber auch im Kaufpreis widerspiegeln. Eine Neuheit im Konzern ist das ID.Light genannte Lichtkonzept, das mit dem Fahrer visuell kommuniziert. Es ist mit der Sprachsteuerung und dem Navigationssystem gekoppelt und zeigt dir beispielsweise die Richtung an, lotst dich auf die richtige Spur oder warnt vor Gefahren und Kollisionen.

Wenn du noch mehr Infos in deinem Sichtfeld haben möchtest, kannst du dich für das Augmented Reality Head-up-Display entscheiden: Dabei werden alle wichtigen Informationen – von der erlaubten Geschwindigkeit über den aktuellen Liedtitel bis hin zur Navi-Karte – in der Frontscheibe eingeblendet, sodass du alles im Blick hast. Ein intelligenter Sprachassistent, induktives Laden in der Mittelkonsole sowie ein Panoramadach machen das Fahrzeug auf Wunsch zur hellen Kommandozentrale. Für eine stabile Reichweite auch in der kalten Jahreszeit soll eine optionale Wärmepumpe sorgen.

Da fast sämtliche Einstellungen über den Touchscreen in der Mittelkonsole oder per Sprachbefehl vorgenommen werden können, kommt der VW ID.3 mit einem Minimum an Bedienelementen aus. Das zeigt sich in einem sehr geräumigen und übersichtlichen Innenraumkonzept – sogar der Gangwahlhebel ist wie beim BMW i3 ans Lenkrad gewandert. Der neue Stromer aus Wolfsburg verfügt nicht nur über einen Spurhalteassistenten mit Emergency Assist sowie einen Spurwechselassistenten, auch eine Einparkhilfe kann dir das Leben erleichtern.

Allerdings sind diese Sicherheitssysteme nicht serienmäßig und müssen gegen Aufpreis nachgerüstet werden.

Während sich Hard- und Software auf dem aktuellen Stand der Technik präsentieren, wunderten sich erste Tester vor allem über die Materialauswahl des ID.3 im Innenraum. Oberflächen aus Plastik, lieblos vernähte Stoffbezüge und eine asymmetrisch versetzte Frontscheibe stießen zum Beispiel den Experten von autobild.de sauer auf. Mit mehr Aufpreis hält auch etwas mehr (Kunst)Leder Einzug in den ID.3. Dafür überzeugt der E-VW insgesamt mit einem überaus positiven Fahreindruck, guten Bremswerten und einer spritzigen Beschleunigung.

Das Interieur: Volkswagen ID.3 (© Volkswagen)

„ID-Software 2.0“ löst anfängliche Probleme.

Sein optimistisches Ziel, bis Ende 2020 die Zahl von 100.000 ID.3-Modellen fertigzustellen, hat VW nicht erreicht – unter anderem wegen der Corona-Krise und einem generellen Engpass bei Elektronikbauteilen. Bis Mitte Dezember waren 28.000 Fahrzeuge an ihre neuen Besitzer ausgeliefert. Bis Ende 2020 wurden wohl etwa 55.000 ID.3 vorbestellt bzw. gekauft. VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer betonte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass zukünftig pro Jahr 300.000 batteriebetriebene Fahrzeuge produziert werden müssten, um die Beschlüsse des „Green Deal“ der EU einhalten zu können.

Bei denen sollte dann auch die Software direkt einwandfrei funktionieren. Denn wie zum Beispiel das Handelsblatt schrieb, hatte der Wolfsburger Konzern bei seinem Vorzeige-Elektroauto mit Software-Problemen zu kämpfen. Auch wenn VW die anfänglichen Schwierigkeiten mit der neuen „ID-Software 2.0“ mittlerweile in den Begriff bekommen hat, konnten die ersten ID.3 noch nicht ganz fertig ausgeliefert werden. Neben der uneingeschränkten Smartphone-Integration standen auch der Einpark-Assistent und die Augmented Reality im Head-up-Display noch nicht von Werk aus zur Verfügung. Diese Funktionen können Erstkunden seit Anfang 2021 beim Händler nachrüsten lassen, wie unter anderem 24auto.de berichtet. Software-Updates sollen zu einem späteren Zeitpunkt aber auch über eine Mobilfunkverbindung „over the air“ aufgespielt werden können.

Fazit: Eine spannende neue Möglichkeit auf dem E-Auto-Markt.

Der VW ID.3 wird weiterhin für ordentlich Bewegung auf dem E-Auto-Markt sorgen. Nicht zuletzt durch seinen Kampfpreis von unter 30.000 Euro (nach Abzug des Umweltbonus) und diverse technische Highlights, mit denen er ausgestattet werden kann. Wenn du also auf der Suche nach einem zukunftsfähigen Elektroauto bist, solltest du hier genauer hinsehen. Welche weiteren E-Autos von Volkswagen du außerdem im Hinterkopf behalten solltest, haben wir an anderer Stelle für dich zusammengefasst.

Titelbild © Volkswagen 2019

Du willst mehr wissen?

Dann nutze die Erfahrungsberichte auf unserer Plattform.

Jetzt lesen
24 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.